Umsatz 2023: $ 41,321 Mrd. (€ 38,214 Mrd.)
Überblick
Mit der Mega-Fusion 2018 wurde WarnerMedia, größter Medienkonzern der Welt ab Ende der 1990er Jahre bis 2010, Teil des größten Telekom-Konzerns der Welt AT&T. Schon drei Jahre später wurde die Fusion aufgekündigt. 2022 dann fusionierte WarnerMedia mit Discovery, zuvor auf Platz 23 in unserem Ranking. Seit dem blockbuster media deal (New York Times) heißt der neue Konzern Warner Bros. Discovery.
Basisdaten
Hauptsitz:
Warner Bros. Discovery
230 Park Avenue South
New York, NY 10003
USA
Telefon: 001 212 548 5555
Website: ir.wbd.com
Branchen: Free-TV, Pay-TV, Streaming, Film- und TV-Produktion, Filmvertrieb, Werbung
Rechtsform: Aktiengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.01 - 31.12
Gründungsjahr: 1923 (Warner Brothers Pictures), 1985 (Discovery Channel)), 2022 (Warner Bros. Discovery)
Ökonomische Basisdaten (in Mrd. US$)
| 2023 | 2022 | 2021 | 2020 | 2019 | 2018 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz Warner Bros. Discovery | 41,32 | 33,82 | ||||
| Gewinn (Verlust) Warner Bros. Discovery | (3,13) | (7,37) | ||||
| Gesamtumsatz AT&T | 168,86 | 171,76 | 181,19 | 170,76 | ||
| Umsatz WarnerMedia | 35,63 | 30,44 | 35,26 | 20,59 | ||
| Gewinn AT&T (Verlust) | 21,48 | (3,82) | 14,98 | 19,37 | ||
| Aktienkurs (in $, Jahresende) | 11,20 | 9,48 | 18,58 | 21,72 | 29,50 | 22,92 |
| Mitarbeiter (AT&T) | 35.300 | 37.500 | 203.000 | 230.000 | 247.800 | 268.220 |
Geschäftsführung
Management:
- David M. Zaslav, President and CEO, and Director
- Gunnar Wiedenfels, Chief Financial Officer
- Bruce Campbell, Chief Revenue and Strategy Officer
- Dave Duvall, Chief Information Officer
- Lori Locke, Chief Accounting Officer
- JB Perrete, President & CEO, Global Streaming and Games
- Jennifer Remling, Chief People & Culture Officer
- Asif Sadiq, Chief Global Diversity, Equity and Inclusion Officer
- Avi Saxena, Chief Technology Officer
- Savalle Sims, Chief Legal Officer
- Jon Steinlauf, Chief U.S. Advertising Sales Officer
- Gerhard Zeiler, President, International
Aufsichtsrat:
- Samuel A. Di Piazza, Jr.
- David M. Zaslav, Discovery Inc.
- Li Haslett Chen
- Richard W. Fisher
- Paul A. Gould, Allen & Company, LLC
- Debra L. Lee
- Kenneth W. Lowe, former Chairman Scripps Networks Interactive
- John C. Malone, Liberty Media Corporation
- Fazal Merchant
- Paula A. Price
- Daniel E. Sanchez
- Geoffrey Y. Yang
Geschichte
Die Filmfirma Warner Brothers kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Das Studio entstand 1923 in Hollywood, einem abgelegenen Vorort von Los Angeles, wo es außer Sonne nicht viel gab. Als Söhne jüdischer Immigranten aus dem sogenannten Kongresspolen waren die Brüder Harry, Albert, Jack und Sam Warner fasziniert vom Zauber der Filmwelt, damals noch in Schwarzweiß und ohne Ton. Sie mieteten am Sunset Boulevard einfache Geschäftsräume, um die ersten Filme herzustellen. 1927 gelang ihnen mit „The Jazz Singer“ der Durchbruch: dem ersten Tonfilm der Geschichte. Jack Warner allerdings hatte Zweifel, Zitat: „Wer will schon Filme sehen, in denen gesprochen wird?“ Die Warner-Brüder produzierten „The Jazz Singer“ und sollten es nicht bereuen. Mit den Gewinnen konnten sie sich ein Grundstück in Burbank nördlich von Hollywood kaufen und dort ein reguläres Filmstudio betreiben. Das Gelände ist bis heute im Vorspann jedes Warner-Films zu sehen.
Anders als Metro-Goldwyn-Mayer konzentrierte sich Warner nicht auf glamouröse Monumentalfilme, sondern auf weniger riskante Produktionen (Gangsterfilme, Liebesdramen). Man nachte so zwar weniger Schlagzeilen, aber gute Umsätze, etwa mit: „Casablanca“ (1942), „East of Eden“ (1955), „Rebel Without a Cause“ (1955), „My Fair Lady” (1964), „A Clockwork Orange” (1971), „The Exorcist” (1973), „The Shining” (1980), „Blade Runner” (1982), „Heat” (1995). Dann erweiterte Warner in den 1950er und 1960er Jahren das Geschäft auch auf die TV- und Schallplattenproduktion.
Der Vollständigkeit halber ein Überblick über die (neben Warner Brothers) anderen Hollywood-Major-Studios. Universal Pictures (gegründet 1912, heute Teil von Comcast, auf Platz 3 des aktuellen IfM-Rankings), Paramount Pictures (gegründet 1912, heute Teil von Paramount Global, Platz 14 des IfM-Rankings), Walt Disney Pictures (gegründet 1923, Platz 5 des IfM-Rankings), Columbia Pictures (gegründet 1924, heute Teil von Sony, Platz 10 des IfM-Rankings). 20th Century Fox aber, gegründet 1935 und jahrzehntelang der sechste Major, gibt es nicht mehr, seit es 2020 von Disney übernommen wurde.
Weiter mit Warner: 1969 kaufte Steven Ross, CEO von Kinney National Service, Warner Brothers für 400 Millionen US$. Jack, der letzte verbliebene der vier Warner-Brüder, zog sich aus Altersgründen zurück. Die anderen drei hatte er schon Ende der 1950er mit unfeinen Tricks aus dem Familienunternehmen rausgeworfen. Warner Brothers wurde dann in Warner Communications umbenannt und Ross läutete eine neue Ära ein. In „The Master Switch“ (Autor: Tim Wu) etwa wird Steven Ross als „das erste Exemplar des neuen Archetyps eines großen Medienmoguls“ bezeichnet, ein Vorbild für schillernde Figuren wie später Michael Eisner (Disney) oder Barry Diller (Paramount). Unter Ross umfasste das erste Medienkonglomerat in den 1980ern neben dem Filmstudio unter anderem den Comicverlag DC Comics, das Mad Magazine, den Videospiele-Entwickler Atari und das Fußballteam von Cosmos New York.
Time Inc. war 1922 gegründet worden, ein Jahr früher als Warner. Henry Luce und Briton Hadden, Schulfreunde und später Kommilitonen in Yale, hatten schon eine Weile mit dem Gedanken an ein wöchentliches Nachrichtenmagazin gespielt. Eine damals revolutionäre Idee. Am 3. März 1923 dann lag die erste Ausgabe von Time an den Kiosken – mit enormem Erfolg. Weitere Zeitschriften folgten: die Foto-Illustrierte Life, das Wirtschaftsmagazin Fortune, das Tratschblatt People. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Time Inc. nicht nur der größte Magazinverlag der USA, sondern weltweit. Ein leidenschaftlicher (statt nüchterner) Schreibstil war das journalistische Konzept.
1989 wurden Warner und Time zusammengeführt. Der Name TimeWarner stand ab da für den weltweit größten Medienkonzern. Die Idee eines „integrierten Medienkonzerns“ sollte daraufhin viele Gruppen im Medienbereich inspirieren. Für TimeWarner-Chef Gerald Levin war es nicht genug. 1996 kaufte er die CNN-Gruppe von dessen Gründer Ted Turner für 8,5 Milliarden US$. Turner hatte den ersten Sender, der rund um die Uhr Nachrichten zeigte, 1979 in Atlanta gestartet. Anfangs wegen der ständigen Versprecher seiner jungen Korrespondenten als „Chicken Noodle Network“ verlacht, mauserte sich Turners „Cable News Network“ bald zu einer weltweiten Qualitätsmarke für Nachrichten, mit der erst Turner, dann TimeWarner viel Gewinn machte.
Levin wollte noch mehr. Am 10. Januar 2000 kündigte er an, TimeWarner mit dem Internetriesen AOL zu fusionieren. Die jeweils weltgrößten Player in den Bereichen der klassischen und digitalen Medien. Quasi berauscht vom Internetfieber an der Börse wurde die Fusion damals als Meilenstein für die endgültige Transformation der Old in eine New Economy weltweit gefeiert. Dass nach den Konditionen des Konzerns die AOL-Aktionäre 55 Prozent an „AOL TimeWarner“ halten würden, obwohl TimeWarner mit 27,3 Milliarden US$ neun Mal größer war als AOL (Umsatz: 3,1 Milliarden US$) und auch mehr als doppelt soviel Nettogewinn erwirtschaftete (1,95 Milliarden US$ gegenüber 762 Millionen US$), erschien damals gerechtfertigt. Nach Börsenbewertung hätten den AOL-Eignern sogar 70 Prozent zugestanden.
Doch bald platzte die Internet-Blase und mit ihr die Euphorie. AOL TimeWarner geriet in eine tiefe Krise. Levin trat Juni 2002 als CEO zurück, AOL-Gründer Steve Case musste ein Jahr später seinen Posten als Chairman räumen. Neue starke Figur im Konzern wurde Richard „Dick“ Parsons, der sich auf die Werte der alten Medienwelt besann. Es gelang ihm, das angeschlagene Unternehmen auf Wachstumskurs zu bringen. Im Herbst 2003 strich er AOL aus dem Konzernnamen; TimeWarner war wieder TimeWarner. Und Ende 2009 wurde die Internetsparte AOL komplett abgegeben.
Auch aus dem Musik-, Buch- und Kabelgeschäft zog sich TimeWarner zurück. Die Warner Music Group (WMG), eine der vier großen Plattenfirmen weltweit, wurde im Februar 2004 an eine Investorengruppe um Edgar Bronfman jun. verkauft (heute Teil von Access Industries, Platz 32 des IfM-Rankings), 2006 folgte die Abgabe der TimeWarner Book Group an den französischen Lagardère-Konzern (seit 2023 Teil von Vivendi, Platz 20 des IfM-Rankings), 2009 dann wurde TimeWarner Cable ausgegliedert. 2013 eine weitere Umstrukturierung: Die nach Jahren der Misswirtschaft defizitäre Magazinsparte Time Inc. wurde in ein eigenständiges Unternehmen überführt. WarnerMedia bestand jetzt im Wesentlichen aus einem der großen Hollywood-Studios, aus CNN und dem Bezahlsender HBO (in den 1990er Jahren maßgeblich beteiligt an der Neuerfindung des Serien-Genres).
Im Juni 2018 dann die Warner-Übernahme durch den größten US-Telekom-Konzern AT&T. Mit dieser Mega-Fusion, eine „Bedrohung für die amerikanische Demokratie“ (Guardian), belegte AT&T den mit Abstand ersten Platz in unserem Ranking der internationalen Medienkonzerne. AT&T: ein großer Name. 1885 wurde die ursprüngliche American Telephone and Telegraph Company von niemand geringerem gegründet als Alexander Graham Bell (1847-1922), dem Erfinder des Telefons. Nicht lange und AT&T („Ma Bell“) konnte mithilfe des sogenannten „Bell System“ von Telefongesellschaften ein US- und kanadaweites Monopol errichten. Bis 1984: Nach einem zehnjährigen Antitrust-Verfahren wurde das AT&T-Monopol zerschlagen und in sieben regionale Telefonfirmen („Baby Bells“) aufgeteilt. 2006 aber konnte AT&T das mehr als 20 Jahre zuvor abgespaltene Bell South kaufen und wurde wieder zum weltgrößten Telekom-Unternehmen. 2015 dann der Schritt in die klassischen Medien, AT&T übernahm den führenden US-Anbieter von Satellitenfernsehen DirecTV. Jetzt bezeichnete man sich als „the premier integrated communications company in the world”, als größter Anbieter von Pay-TV weltweit.
Zur Vorgeschichte von DirecTV: Es war der berühmte Luftfahrtpionier und Filmproduzent Howard Hughes, der die Satelliten-Technologie ab Mitte der 1950er Jahre entwickelte, zunächst im Rahmen seines Flug- und Raumfahrtkonzerns Hughes Aircraft. Nach seinem Tod 1976 wurde Hughes Aircraft an General Motors verkauft. Unter der Kontrolle von GM machten die von Hughes Electronics 1994 ins All geschossenen Direct Broadcast Satellites bereits 2003 Gewinn und hatten bald zwölf Millionen Kunden, die für rund 150 TV-Sender monatlich über 50 US$ zahlten.
2004 verkaufte Hughes Electronics die übrigen Geschäftsbereiche und wurde zur DirecTV Group. 2007 verfügten bereits rund 25 Prozent aller Haushalte über einen DBS-Anschluss. Und 2014 kündigte AT&T an, DirecTV für 49 Milliarden US$ zu übernehmen. Die Regulierungsbehörde FCC stimmte dem Deal 2015 zu und AT&T Entertainment (so der neue Name) wurde mit 26 Millionen Kunden zum größten Pay-TV-Anbieter der USA. Ein Jahr später der nächste Coup. Im Oktober 2016 einigten sich AT&T und der zu dem Zeitpunkt sechstgrößte Medienkonzern der Welt TimeWarner auf eine Fusion, im Juni 2018 wurde der Deal von den Kartellbehörden durchgewunken.
Schon drei Jahre später allerdings war es vorbei. AT&T gab bekannt, WarnerMedia abzuspalten und mit Discovery, Inc. zusammenzuschließen. Discovery, zuvor auf Platz 23 in unserem Ranking. Nach der EU 2021 gaben die US-Behörden im Februar 2022 grünes Licht für die Fusion von WarnerMedia und Discovery (jetzt heißt der Konzern Warner Bros. Discovery). Die AT&T-Aktionäre erhielten 71 Prozent der Anteile, die von Discovery 29 Prozent. Im Rückblick ist die Warner-Abspaltung für AT&T ein Fiasko: AT&T hatte TimeWarner für 102 Milliarden US$ gekauft, nur um HBO, Warner Bros. und das kriselnde CNN für weniger als die Hälfte (43 Milliarden) zu verkaufen.
Noch ein Wort zur Geschichte von Discovery: Als am 17. Juni 1985 der Discovery Channel on air ging, gab es nicht wenige TV-Insider, die ein längerfristiges Überleben des Doku-Spartenkanals mit anspruchsvollem Programm anzweifelten (es ging um Themen wie die Kontinentalverschiebung, Eisberge in Neufundland, ein Porträt des altägyptischen Pharaos Echnaton). Die Experten schätzten, werberelevante Zielgruppen seien zu uninteressiert an solchen Filmen, das Niveau der US-amerikanischen TV-Landschaft einfach zu seicht.
Doch John Hendricks, erster Geschäftsführer von Discovery, ahnte, dass es unter den Zuschauern eine Zielgruppe gab, die bisher von der Werbewirtschaft nicht ausreichend angesprochen wurde: die sogenannten LLL („lifelong learners“). Diese, so Hendricks Kalkül, seien bis ins hohe Alter neugierig und wünschten sich Programme, die sie unterhalten und bilden sollten. Was auf dem US-amerikanischen Zeitschriftenmarkt in Form von National Geographic oder Scientific American bereits funktionierte – ein naturwissenschaftlich und kulturell interessiertes Publikum anzusprechen – sollte nun auch im Fernsehen funktionieren. Den Verantwortlichen des Discovery Channels war klar, dass sie mit ihrem Programm kein Massenpublikum erreichen würden. Stattdessen konzentrierte man sich auf gebildete und gutverdienende Amerikaner, die für Werber interessant waren, deren Produkte zu dem Programm von Discovery passten: Technologie, Wissenschaft, Reisen. Natürlich war der Discovery Channel ein Fernsehexperiment. Niemand konnte einschätzen, wie das Publikum auf die Infotainment-Ausrichtung von Discovery reagieren würde.
Einer der Gründe für die Etablierung des Senders war seine Verbreitung als Kabelkanal. Discovery war mit seinem Nischenprogramm wie gemacht für das US-Kabelfernsehen. Anders als herkömmliche Kabelsender forderte Discovery von den Medienkonzernen für seine Verbreitung keine Gebühren. Und Kabelanbieter versprachen sich durch die Aufnahme von Discovery (einem Sender mit dem Selbstverständnis als hochwertiger Informationskanal) einen Imagegewinn.
In den ersten 20 Jahren wurde der Discovery Channel zu dem gleichnamigen globalen Medienkonzern umgebaut. Zahlreiche Spartenkanäle wurden gekauft/gegründet, z.B. The Learning Channel (1992), Animal Planet, Discovery Science, Discovery Kids, Discovery Civilization, Discovery Home and Leisure, Discovery Wings (alle 1996), Travel Channel (1997), Discovery Health Channel (1999), Fit TV (2003) und Discovery Lifestyle Networks (2004). Dazu wurde die internationale Expansion vorangetrieben. 1989 wurde Discovery erstmals in Großbritannien ausgestrahlt; 1994 folgte der Schritt auf den lateinamerikanischen und asiatischen Markt; 1997 dann Skandinavien und Mittel- und Osteuropa. Insgesamt wuchs die Zahl der Discovery-Zuschauer von 156.000 US-Amerikanern im Jahr 1985 auf 187 Millionen Menschen aus 146 Ländern im Jahr 2000.
Zwischen 2001 und 2005 kam es zur Krise, die US-Einschaltquoten sanken um 30 Prozent. Auch konnten sich die Töchterkanäle des Networks nicht in den Top 20 der Kabelkanäle halten. Der Einbruch hatte mehrere Gründe. Zum einen hatte sich die Fernsehlandschaft verändert. Immer mehr Spartenkanäle und Doku-Formate rangen um die Gunst der Zuschauer. Insbesondere der 1997 gestartete National Geographic Channel machte Discovery Marktanteile streitig. Zudem war spätestens seit Ende der 1990er Jahre eine allgemeine Qualitätssteigerung bei Serien-Formaten zu spüren.
Auch das Programm von Discovery selbst war Teil des Problems. Formate mit geschichtlichem oder naturwissenschaftlichem Fokus wurden zunehmend durch seichtere Lifestyle-Sendungen ersetzt, die sich nur marginal von den Pendants der großen Networks unterschieden. Was David Zaslav (CEO von Discovery seit 2006, heute CEO von Warner Bros. Discovery) erkannte. Zaslav diversifizierte das Programm und konzentrierte sich auf die für Discovery wesentliche Zielgruppe der 28- bis 42-Jährigen. Dazu ging es zunehmend um Themen wie Familie, Erziehung und Vermögensverwaltung (bestes Beispiel ist die quotenträchtigste Show des Senders „Cake Boss” über eine italo-amerikanische Familiendynastie von Kuchenbäckern in New Jersey).
Management
Randall Stephenson wird wohl in die Geschichte eingehen als der AT&T-Chef, der den riesigen Telekom-Konzern fast ruiniert hätte. John Stankey, Stephensons rechte Hand, sein Nachfolger und der aktuelle CEO von AT&T, dann als derjenige, der das Unternehmen gerettet hat. Denn Stankey (geb. 1962) hat die 102-Milliarden-Dollar-Fusion rückgängig gemacht, die einfach nicht funktionierte: die Fusion von AT&T und WarnerMedia. Die des Mobilfunkriesen mit dem Entertainment-Geschäft. Im zweiten Quartal 2022 wurde WarnerMedia von AT&T abgespalten. In der Presse stand: „John Stankey wirkte wie jemand, dem eine enorme Last von den Schultern genommen wurde.“
Danach die Fusion von WarnerMedia und Discovery (Platz 23 des IfM-Rankings). Der Konzern mit Namen Warner Bros. Discovery aber wird nicht vom WarnerMedia-CEO Jason Kilar geleitet werden. Kilar: geboren 1971, Gründungs-CEO von Hulu (Video-on-Demand), 2022 mit einem Gehalt inklusive Boni von 52 Millionen Dollar der bestbezahlte Medienmanager. Sondern: von Discovery-Geschäftsführer David Zaslav, geboren 1960. Auch wenn Discovery bei der Fusion 2022 der kleinere Partner war. Zum Thema Zaslav titelte Bloomberg: „Der König des Trash-TV erhält die Schlüssel zum HBO-Königreich.“ Zaslav dazu in einer Pressekonferenz einfach: „Wir glauben, dass dieser Zusammenschluss uns zum besten Medienunternehmen der Welt macht.”
Geschäftsbereiche
Warner Bros. Discovery ordnet das Geschäft in drei Segmente („film, television and streaming“). Verfügbar in über 220 Ländern und 50 Sprachen.
„Studios Segment“: Produktion und Vertrieb von Kino/TV-Filmen und -Serien etwa mit der Warner Bros. Motion Picture Group (Warner Bros. Pictures, New Line Cinema, Warner Bros. Pictures Animation), der Warner Bros. Television Group, den DC Studios u.v.m. Warner Bros. ist eines der „big five“-Hollywood-Filmstudios (Disney, Warner Bros., Universal, Sony Pictures, Paramount), die erst die amerikanische und bald die globale Filmindustrie dominiert haben. Warner Bros. kann auf eine 200.000-stündige Programm-Bibliothek zurückgreifen.
„Networks Segment”: US-Unterhaltungssender (TNT, TBS, Turner Classic Movies, OWN, Discovery Channel, Cartoon Network, Adult Swim, truTV); Lifestyle-Sender (z.B. Magnolia Network, HGTV, Food Network, Travel Channel, Science Channel, TLC u.m.); dazu der internationale Nachrichtenkanal CNN und die globalen Sportnetzwerke von TNT Sports (darunter Eurosport) u.v.m.
„Direct-to-Consumer Segment”: Dieses Segment (Ende 2023 mit 97,7 Millionen Abonnenten) betrifft Streaming-Dienste wie Max, HBO Max und Discovery Plus, sowie das Premium-Pay-TV von HBO. HBO, gegründet 1972, ist der älteste Pay-TV-Kanal der USA, der auch zahlreiche eigene Spartenkanäle betreibt. Beispiele für globale HBO-Serienerfolge sind unter anderem „Sex and the City“ (1998), „The Sopranos“ (1999), „The Wire“ (2002) und „Game of Thrones” (2011). Im Mai 2020 wurde das hauseigene Streaming-Angebot HBO Max gelauncht, als Antwort auf Netflix und Amazon Prime Video. Im Sommer 2021 hatten HBO und HBO Max weltweit zusammen 73 Millionen Abonnenten. Derzeit betreibt Warner mit HBO Max und Discovery Plus zwei getrennte Streaming-Angebote, wobei HBO Max deutlich verbreiteter ist. Zur Games-Sparte Warner Bros. Interactive Entertainment kommen zahlreiche Entwicklerstudios.
Aktuelle Entwicklungen
Im Dezember 2023 wurde weltweit über eine Fusion von Warner Bros. Discovery mit Paramount spekuliert, wurde von einem stundenlangen Treffen von Warner-Chef David Zaslav und Paramount-Chef Bob Bakish berichtet. Es soll besonders darum gegangen sein, den Streaming-Riesen Netflix und Disney+ durch einen Zusammenschluss mehr Konkurrenz zu machen. Anfang November 2024 allerdings die Bloomberg-Meldung: Paramount+ verwirft das Ganze trotz monatelanger Planung. Man habe „kein konkretes Angebot“ erhalten.

