BBC: Generaldirektor plant Umstrukturierung des Senders

04.03.2010

BBC-Generaldirektor Mark Thompson hat am Dienstag seine Pläne für einen Umbau des britischen Senders vorgestellt. Ziel sei es, sich noch stärker auf Qualitätsangebote zu konzentrieren, heißt es in dem auf der BBC-Website veröffentlichten Strategiepapier „Putting Quality First. Proposals to the BBC Trust“. Thompson will unter anderem das Internetbudget um ein Viertel reduzieren, die Radiosender 6Music und Asian Network sowie die Teenagerangebote BBC Switch und BBC Blast! streichen und den Kauf von Sportübertragungsrechten und ausländischen TV-Produktionen einschränken. Das eingesparte Geld soll vor allem in die Qualität des Kernprogramms investiert werden – zum Beispiel in den Sender BBC Two, in einen Ausbau des Kinderprogramms und in TV-Dokumentationen. Durch die Umstrukturierungen sollen knapp 600 Millionen Pfund (umgerechnet etwa 661 Millionen Euro) jährlich im Etat umgeschichtet werden. Das Aufsichtsgremium der BBC, der BBC Trust, muss dem Vorschlag noch zustimmen.

Nach Ansicht von Medienbeobachtern will Thompson mit seinen Plänen die private TV-Konkurrenz und Kritiker in der Politik beruhigen. Die Konservativen haben angekündigt, im Falle eines Wahlsieges die TV-Gebühren einfrieren zu wollen. Nach Gewerkschaftsangaben gefährdet die Reform rund 600 Stellen.

Mehr dazu:

- FAZ: Reform der BBC - Wer sich verteidigt, klagt sich an (05.03.2010)
- NZZ: Die BBC speckt ab (02.03.2010)
- Tagesspiegel: BBC will Online-Auftritt verkleinern (2.3.2010)
- Times: BBC to announce cuts to website, radio services and imported programmes (2.3.2010)
- BBC News: Interview Mark Thompson (02.03.2010)
- Spiegel Online: BBC verordnet sich radikale Schrumpfkur im Internet (26.2.2010)
- Times: BBC signals an end to era of expansion (26.2.2010)

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

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