Länderporträt Ungarn

Bevölkerung: 9, 91 million (July 2014 est.) 
Religionen: Römisch-katholisch 37.2%, kalvinistisch 11.6%, Lutherisch 2.2%, griechisch-katholisch 1.8%
Größte Städte: Budapest, Debrecen
Regierungsform: Parlamentarische Demokratie
Staatsoberhaupt: János Áder
Regierungschef: Viktor Orbán
EU Mitglied seit: 2004
Arbeitslosenrate: 7.4% (2012)
Staatsverschuldung:
2013: 79.8% des BIP
Anteil am globalen BIP: 2013: 0,22%, 2004: 0,3%

Werbeausgaben insgesamt: 2014: HUF 189 Mrd. (source: Hungarian Advertising Association); 2013: HUF 153.5 Mrd.; 2010: HUF 168.9 Mrd. (Quelle: Aegis media)
TV-Nutzung pro Tag: 268 minuten (2010)
Größte Medienkonzerne: MTVA, Axel Springer / Ringier Group, RTL Group, Central Médiacsoport Zrt., Magyar Telekom Nyrt., CEMP Media, Funke Mediengruppe, Nemzet Lap-és KönyvkiadóKft., Modern Times Group

Überblick

Die ungarische Medienlandschaft ist von den selben Transformationsprozessen gekennzeichnet, die in anderen europäischen Ländern im Zuge der Verbreitung von digitalen Medien und Gratiszeitungen sowie dem Einfluss der Finanzkrise zu beobachten war. Qualitativ hochwertiger politischer Journalismus wird nicht mehr in dem selben Maß produziert wie zuvor und die Einnahmen der Verlage sinken; obwohl es Boulevardzeitungen und Magazinen wirtschaftlich besser geht, ist deren Leserschaft in den vergangenen Jahren ebenfalls zurückgegangen. Die Auflagen der Regionalzeitungen - viele von ihnen oftmals im Besitz ausländischer Unternehmen - sind höher als landesweit erscheinende Blätter (z.B. Észak-Keleti Napló mit einer Auflage von 115,237 Exemplaren oder Kisalföld mit 66,931 Exemplaren Anfang 2014.

Parallel zum Auflagenrückgang im Printsektor steigt der Fernsehkonsum und die Nutzung neuer Medien. Die Leserschaft von als zuverlässigen Informationsquellen angesehenen Nachrichtenwebsites wie index.hu oder Origo.hu übersteigt bereits die der traditionellen Printtitel.
Aufgrund wiederholter Einmischung ungarischer Politiker in die Berichterstattung und der kommunistischen Vergangenheit geschuldeten mangelhaften Journalismustraditionen haftet ungarischen Medien noch immer der Vorwurf an, sie seien politisch motiviert und nicht objektiv berichten.
Bis 2010 konnten man einen linksliberalen Konsens der Medien beobachten, wobei konservativ-gefärbter Meinungsjournalismus in den letzten fünf Jahren rasant an Bedeutung gewonnen hat. Zu den Publikationen aus dem linken Spektrum zählen insbesondere Népszava, HVG and Népszabadság. Letztere war zu Sowjetzeiten das Sprachrohr der ungarischen Sozialistischen Partei und lange die größte Zeitung des Landes (Kritiker halten Népszabadság's vor, dass die Zeitung in ihren Meinungskolumnen auffällig häufig die Politik der Freien Demokratischen Partei (SZDSZ) und der Sozialisten (MZSP) unterstützen. Doch der auflagenstärkste Titel unter den politischen Zeitungen im Jahr 2013 war die rechtspopulistische Magyar Nemzet (Auflage: 55472 Exemplare), die laut Kritikern der Regierung von Viktor Orbán und seiner Partei Fidesz nahe steht. Die von Ringier/Axel Springer kontrollierte Magyar Hírlap berichtet scheinbar am neutralsten, aber einige Kritiker zufolge ist sie auch eher dem rechten Spektrum zuzurechnen. Helyi Téma ist schließlich die Gratiszeitung mit der höchsten Auflage und ebenfalls rechtslastig.

Im Jahr 2010 wurden zwei kontroverse Mediengesetze verabschiedet (der Freedom of the Press Act und der Mass Media Act), die die Medienaufsicht in Ungarn zentralisierten und entlang umstrittener Richtlinien ausrichten. Seitdem wacht eine Behörde darüber, ob Printtitel, Fernseh- und Radiosender sowie Internetseiten - im Sinne des Gesetzes - nicht die Werte und das Ansehen des Landes beschädigen. Der neu installierte Medienrat hat folglich die Macht, die Berichterstattung sämtlicher Medien zu überwachen und zu beschränken.
Folglich sorgte die Einführung des Gesetzes für landesweite Proteste und viele Tageszeitungen ließen ihre erste Seite aus Protest absichtlich leer. Internationale Institutionen wie die OSZE, die Europäische Kommission und das Europäische Parlament kritisierten das Gesetz in scharfer Form. Dunja Mijatovic, Beauftragte bei der OSZE für Medienfreiheit äußerte etwa die Sorge, dass "das ungarische Parlament ein Gesetz verabschiedet hat, dass kritische Berichterstattung und öffentliche Debatten im Ernstfall verhindern kann."
Obwohl inzwischen - auch aufgrund internationalen Drucks - Änderungen am Gesetz vorgenommen wurden (z.B. im Hinblick auf den Schutz journalistischer Quellen) hat das ungarische Parlament weitere kontroverse Gesetze verabschiedet - u.a. einen Verfassungszusatz, der die Macht des Verfassungsgerichts schwächt Gesetze wie Orbáns Mediengesetz rückwirkend für verfassungswidrig zu erklären.

Neben direkten Einfluss auf die Medien, bedient sich das Orbán-Kabinett aber auch indirekten Mechanismen der Kontrolle. Eine solche Maßnahme ist beispielsweise das Schalten von staatlicher Werbung in regierungsfreundlichen Medien. Auch werden unliebsamen privaten Medienunternehmen wie z.B. Klubradio die Lizenzen entzogen und der Druck auf andere Firmen erhöht ebenfalls in den von der Regierung unterstützten Medien zu werben.

Nach der Wiederwahl von Orbán 2014 begann eine neue Welle des Protests in der Öffentlichkeit und insbesondere von Journalistenseite. Insbesondere der forcierte Abgang von Gergö Sáling, Chefredakteur von Origo.hu, der einen kritischen Artikel über einen Politiker aus dem Orbán-Zirkel publiziert hatte, sorgte für eine Solidarisierungsbewegung unter ungarischen Journalisten (30 weitere Origo-Mitarbeiter traten aus Protest zurück um ein Zeichen gegen Zensur zu setzen)

Trotz einer wachsenden Kultur der Selbstzensur gibt es weiterhin diverse Medien und Journalisten, die die Regierung kritisieren. Dazu gehört insbesondere die unabhängige Wochenzeitung HVG, der führende Privatsender RTL Klub, die Radiostation Klubradio und Internetseiten wie Atlaszo.hu und Origo.hu.

Die größten Medienkonzerne Ungarns

Historische Grundlagen

Die erste ungarische Tageszeitung, Pesti Hirlap, wurde 1841 in Österreich-Ungarn vom Journalisten, Politiker und Freiheitskämpfer Lajos Kossuth gegründet. Drei Jahre später, nach der Revolution von 1848, wurden sämtliche Zensurmaßnahmen in Ungarn aufgehoben, was es späteren Autoren und Journalisten wie etwa Karl Kraus ermöglichte, offen die Regierung zu attackieren. Doch die Periode relativer Medienfreiheit währte nur bis 1945, als die Presse von der Kommunistischen Partei gleichgeschaltet wurde.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion war Ungarn zunächst einer der Vorreiter in Osteuropa in Bezug auf die Transformation des heimischen Mediensektors. 1995 wurde ein duales System mit privaten und öffentlich-rechtlichen TV-Anbietern eingeführt; zahlreiche ehemalige staatliche Medien gelangten in Privatbesitz. Die Sozialistische Partei Ungarns verkaufte etwa ihre diversen Zeitungsbeteiligungen um ihren erfolgreichen Wahlkampf im Jahr 1994 zu finanzieren.

Der Übergang von einem staatlichen zu einem überwiegend privaten Mediensektor brachte.
Die Mehrheit der überregionalen und insbesondere regionalen Zeitungen, Radiosender und TV-Stationen (die auch oft Quasi-Monopolstellungen in den jeweiligen regionalen Märkten erreichen), gehören mittlerweile international aktiven, ausländischen Medienkonzernen (s.u.). Allerdings schreckt die repressive Medienpolitik der Orbán-Administration ausländische Investoren zunehmend ab und erste Tendenzen einer Re-Nationalisierung des Medienmarktes sind zu erkennen (wobei Kritiker darauf aufmerksam machen, das viele der zum Verkauf stehenden Unternehmen wohl in die Hände von Unterstützern der Fidezs-Partei wandern werden).

Medienunternehmen und -konzerne

MTVA
MTVA wurde 2011 nach der Einführung des oben beschriebenen Mediengesetzes gegründet und vereint alle mit öffentlichen Mitteln finanzierten Medienunternehmen, die de facto unter Regierungskontrolle stehen: die TV-Sender Magyar Televízió (gegründet 1957) und Duna TV (1992), den Radiosender Magyar Rádió (MR, 1925) und Nachrichtenagentur Magyar Távirati Iroda (MTI, gegründet 1880). Die Geschäftsführung von MTVA wird vom Vorsitzenden des Medienrats installiert (und ggf. abgesetzt. Eine weitere regierungsnahe Institution, die Közszolgálati Közalapítvány wurde ebenfalls gegründet um über die personelle Besetzung von quasi-staatlichen Medienunternehmen zu entscheiden. Den regelmäßig Vorwurf von NGOs, dass so massiv in die Unabhängigkeit des Mediensektors eingegriffen wird, kontern die entsprechende staatlichen Stellen mit Hinweis, dass in die inhaltliche Autonomie nicht eingegriffen würde.

Wie die neue Medienordnung aber in der Realität aussieht, zeigte sich im Juni, 2011: Orbán erschien unangekündigt beim Radiosender MR1, wo er ohne kritischen Nachfragen des Moderators über seine politischen Pläne referieren konnte. Mittlerweile werden im Vorfeld von Interviews mit dem Regierungschef sämtliche Fragen mit dessen Kommunikationsabteilung abgeklärt; einer der wenigen Radiojournalisten, die kritisch nachfragten, Attila Mong, wurde on-air gemaßregelt.
Durch die staatliche Neuausrichtung haben die in der MTVA zusammengelegten Unternehmen rund 1000 Journalisten oder ein Drittel der gesamten Belegschaft entlassen. Offiziel wurden die Entlassungen als notwendige Sparmaßnahmen verkauft, nicht wenige innerhalb der Journalistenszene vermuten jedoch, dass sie politisch motiviert waren. Kritisiert wird auch die zunehmende Zentralisierung der Nachrichtenproduktion: TV-Sender MT1 ist zur einzigen Quelle der Nachrichten geworden, die von den anderen Medienunternehmen gratis übernommen werden.

Magyaar Rádió betreibt insgesamt sechs landesweite, bzw. regionale Sender (MR1-Kossuth Rádió, Dankó Rádió, MR2-Petofi Rádió, MR3-Bartók Rádió, MR4-Nemzetiségi adások und MR5-Parlamenti adások) die jährlich zusammen rund 52,000 Stunden Programm produzieren. Im Fernsehbereich senden die fünf Vollprogramme M1, M2, und M3 sowie Duna und Duna World 44,000 Stunden an Eigenproduktionen. MTVA besitzt außerdem im Onlineberiche die Internetportale mediaklikk.hu und hirado.hu.

Ende 2014 kam es dann zu einer Änderung in der Mediengesetzgebung, die vorsieht, dass alle zuvor wenigsten formal unabhängigen Unternehmen in der Duna Médiaszolgáltató Részvénytársaság vereint werden.

RTL Gruppe
Die zum deutschen Medienkonzern Bertelsmann gehörende größte europäische Radio- und TV-Sendergruppe RTL ist in Ungarn vor allem mit den zwei führenden Privatsendern RTL Klub und Cool TV sowie RTL II und Sorozat+ präsent.

Axel Springer/Ringier
Mit ihrem Joint Venture sind Springer und Ringier der wohl größten Verlag in Ungarn. Sie geben gemeinsam die auflagenstärkste Boulevard-Zeitung heraus (Blikk) sowie zwei Tageszeitungen (Népszabadság und Magyar Hírlap), eine Sportzeitung (Nemzeti Sport) sowie ein einflussreichen Wirtschaftstitel (Világgazdaság)

Híd Rádió Zrt.
Híd Radios Herzstück ist der Radiosender Sztár FM Rádió. Daneben publiziert der Konzern die zweitgrößte Boulevardzeitung des Landes, Bors (ehemals Mai Nap). Springer/Ringier versuchten 2009 Bors aufzukaufen, ein Vorhaben, das jedoch vom ungarischen Kartellamt gestoppt wurde, da Springer/Ringier damit mehr als 30 Prozent des Tabloid-Marktes kontrolliert hätte.

Central Médiacsoport Zrt.
Central Médiacsoport ist ein Tochterunternehmen der Central Group, die von Bau- und Finanz-Magnat Varga Zoltánand 2004 gegründet wurde. Central Médiacsoport gehörte bis Mai 2014 zum finnischen Medienkonzern Sanoma und firmierte unter dem Namen Sanoma Media Budapest. Das Unternehmen ist ein klassisches Magazinverlagshaus und publiziert vor allem Lifestyle-, Celebrity- und Frauentitel. Zu den bekanntesten Onlinemarken zählen Hir24.hu, Nok Lapja Café und Startlap.

Magyar Telekom Nyrt.
Magyar Telekom Nyrt. ist der ehemals staatliche Telekommunikationskonzern, der heute eine Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom AG ist. Neben Telekommunikationdiensten betreibt Magyar Telekom Nyrt. den Privatsender M1 und hat einen IPTV-Kundenstamm von mehr 320,000 Nutzern.

HVG Verlag
HVG gehört der deutschen Funke Mediengruppe und publiziert das auflagenstarke wöchentliche Politik- und Wirtschaftsmagazin HGV sowie das beliebte Onlinependant Hvg.hu

Közép Európai Médiaés Kiadó Zrt. (Central European Media and Publishing Inc.)
Im Besitz von Zoltán Spéder, kontrolliert die CEMP Media Group diverse reichweitenstarke Websites, darunter index.hu, Blog.hu, portfolio.hu und bis 2013 auch die Onlineversion der Wirtschaftszeitung Napi Gazdaság (die inzwischen an das Fidesz-nahe Wirtschaftsinstitut Gazdaszágkutató Zrt. verkauft wurde).

Nemzet Lap és Könyvkiadó
Der Nemzet Zeitungs- und Bücherverlag bringt mit Magyar Nemzet die traditionsreichste Tageszeitung Ungarns heraus. Im Jahr 2000 wurde Nemzet aufgrund sinkender Auflagen und wirtschaftlichen Druck mit der rechtskonservativen Napi Magyarorszag zusammengelegt. In der Folge konnte sie ihre Lage stabilisieren und ist mittlerweile die am zweitmeisten gelesene Tageszeitung des Landes noch vor ihrem Rivalen Népszabadság.

Tab. I: Auflagen der größten Zeitungen, 2014

Name

Gattung

Auflage 2014

Mutterkonzern

Metropol

Gratiszeitung

370 395

Modern Times Group

Blikk

Tabloid

186 620

Ringier Axel Springer Media AG

Bors

Tabloid

98 887

Híd Rádió Zrt.

Nemzeti Sport

Sportzeitung

74 428

Ringier Axel Springer Media AG

Magyar Nemzet

Tageszeitung

55 472

Nemzet Lap és Könyvkiadó (Nemzet Newspaper and Book Publishing Co.)

Népszabadság

Tageszeitung

54 670

Ringier Axel Springer Media AG

Napi Gazdaság

Wirtschaftszeitung

32 000

Századvég's Gazdaszágkutató Zrt.

Népszava

Tageszeitung

29 768

 TGD Intermedia SA

Világgazdaság

Wirtschaftszeitung

13 430

Ringier Axel Springer Media AG

Magyar Hírlap

Tageszeitung

13 204

Ringier Axel Springer Media AG

 Quelle: Matesz (Magyar Terjesztés-Ellen?rz? Szövetség - Hungarian Distribution-Monitoring Association) 2014

Abb. 2: Marktanteile der größten TV-Sender, 2013

Quelle: Sorozat Wiki

Tab. II: Die beliebtesten Webseiten 2014

 

Website

Type

Ownedby

1

Google Hungary

Search engine

Google Inc

2

Facebook

Social network

Facebook Inc.

3

Google.com

Search engine

Google Inc.

4

YouTube

Video site

Google Inc.

5

Index.hu

News portal

CEMP Media

6

Olx.hu

C2C commerce

Naspers

7

Origo.hu

News portal

Magyar Telekom Nyrt.

8

Wikipedia.org

Encyclopedia

Wikimedia Foundation

9

Blog.hu

Blogging

CEMP Media

10

Freemail.hu

E-Mail system

Magyar Telekom Nyrt.

11

Hir24.hu

News portal

Central Mediagroup Zrt.

12

Hvg.hu

Economy news

HVG Verlag

13

Yahoo.com

Web portal

Yahoo Inc.

14

Jofogas.hu

On-line commerce

Schibsted

15

Blogspot.hu

Blogging

Google Inc.

16

 nlcafe.hu

 Entertainment news

Central Mediagroup Zrt.

17

 startlap.hu

News portal

Central Mediagroup Zrt.

18

 Amazon.com

B2C commerce

Amazon.com Inc.

19

 Port.hu

 TV database

 

20

 444.hu

 News portal

 Magyar Jeti Zrt.

Quelle: Alexa.com

Regulierung

Die ungarische Medienaufsicht zeichnet sich durch einen hohen Grad an Zentralisierung aus: Das staatliche Ministerium für Information und Kommunikation koordiniert sämtliche regulatorische Aktivitäten. Dazu gehört auch die Schaffung der neuesten Behörde, der NMHH, die aus dem Zusammenschluss der nationalen Kommunikationsbehörde (NHH) und der nationalen TV und Radio-Kommission hervorging. Die NMHH überwacht mittels Instrumenten wie Geldstrafen und Lizenzentzug, ob Medieninhalte politisch ausgeglichen sind und nicht gegen moralische Grundsätze verstoßen. Dem Medienrat gehören fünf Mitglieder an, die vom Parlament berufen werden. Der Vorsitzende des NMHH wird hingegen vom Premierminister vorgeschlagen und muss vom Parlament mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit bestätigt werden.

Ausblick

Von der Finanzkrise 2008, in der die Werbeumsätze auch in Ungarn stark zurückgingen, hat sich der Werbemarkt seit 2013 wieder erholt. Allerdings hat ein neues Gesetz der Orbán Administration dafür gesorgt, das Werbeerlöse künftig höher besteuert werden. Kritiker haben bemerkt, dies sei ein weiterer Versuch die in Teilen weiterhin regierungskritischen ausländischen privaten Anbieter sukzessive aus dem Land zu drängen. Selbst wenn die ungarische Regierung langsam aber sicher sich von der Fidesz-Partei abwendet (im April wurde Orbán wiedergewählt, verlor jedoch zehn Prozent der Stimmen; auf unteren Ebenen hat die Partei ebenfalls Stimmenverluste hinnehmen müssen). Ob eine Abwahl von Fidesz und Orbán jedoch zu einer unmittelbaren Besserung führen wird ist offen: die anderen Parteien haben ebenfalls in der Vergangenheit gezeigt, dass Medien- und Pressefreiheit nicht oberste Priorität besitzen.

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