Länderporträt Luxemburg

Die luxemburgischen JournalistInnen erfüllen eine besondere Leistung, die im weltweiten Vergleich nur selten gefordert wird: sie berichten meist nicht in ihrer Muttersprache Letzeburgisch, sondern in einer der anderen Amtssprachen des Landes. Denn viele luxemburgische Medien werden auf Deutsch – was traditionell als Pressesprache des Großherzogtums Luxemburg gilt – oder Französisch – der Verwaltungssprache des Landes – produziert.  Die sprachliche Vielfalt der luxemburgischen Medienlandschaft wird durch die gängige Nutzung des Rundfunks der Nachbarländer von Luxemburg ergänzt. So schaut die luxemburgische Bevölkerung im Durchschnitt neben RTL Tele Lëtzebuerg gerne den deutschen Fernsehsender PRO 7 und den französischen TF 1. Die Heterogenität der luxemburgischen Medienlandschaft spiegelt die Vielfältigkeit der Einwohnerstruktur Luxemburgs wieder. Denn mit 44% besitzt fast die Hälfte aller EinwohnerInnen einen anderen als den luxemburgischen Pass – ganze 16% von ihnen gehören zur portugiesischsprachigen Minderheit.

Der internationale Einfluss auf das luxemburgische Mediensystem hat seit den 1990er Jahren immer mehr zugenommen, weil das Großherzogtum Luxemburg aufgrund seines Standorts im Herzen von Europa und aus steuerrechtlichen Gründen weltweit agierende Unternehmen anzieht, die von dort ihr gesamteuropäisches Geschäft steuern. US-amerikanische Großkonzerne wie Apple, Microsoft oder Netflix haben sich mit ihren Niederlassungen in Luxemburg angesiedelt. Ebenso finden sich dort die Gesellschaftsitze von informationstechnologischen Unternehmen, wie dem weltweit agierenden Satellitenbetreiber SES Global, der Satellitenplattform M7 und der Muttergesellschaft des polnischen TVN, ITI Holding. Auch der Hauptstandort des europaweit führenden Unterhaltungskonzerns, RTL Group S.A., ist in Luxemburg.

Als Folgeerscheinungen der wirtschaftlichen Medienkrise in Europa haben die Leserzahlen in Luxemburg in den letzten Jahren ab- und die Produktionskosten im Rundfunkbereich zugenommen. Insbesondere Verlage, aber auch Fernseh- und Radiosender, sind immer mehr auf Werbeeinnahmen angewiesen. KritikerInnen sehen hier einen Zusammenhang mit einer von ihnen beobachteten Verschlechterung der journalistischen Qualität in den luxemburgischen Medien. Im Kontrast zur allgemeinen Tendenz der sinkenden medialen Werbeaufwendungen in Europa, stiegen seit 2008 die Werbeaufwendungen in allen großen luxemburgischen Medienbranchen (Zeitungen, Magazine, Fernsehen und Radio) konstant (siehe Tab. I). Dass es sich bei den medialen Werbeaufwendungen Luxemburgs trotz der stetigen Zunahme nur um einen Bruchteil der Aufwendungen anderer europäischen Staaten handelt, zeigt, wie klein der Medienmarkt des Großherzogtums tatsächlich ist. Zum Vergleich: in Deutschland werden Bruttowerbeinvestitionen für die Massenmedien getätigt, die teilweise das 100-fache derer in Luxemburg betragen.

Tab. I: Werbeaufwendungen insgesamt (in Euro Millionen), 2007-2011

Quelle: Mediaxim / IP Network Key Facts

Basisdaten

Amtlicher Name: Großherzogtum Luxemburg
Einwohner: 524.900
Offizielle Amtssprachen: Letzeburgisch (Nationalsprache), Französisch (Verwaltungssprache), Deutsch
Haushalte: 211.000
Durchschnittliche Haushaltsgröße: 2,44
Religionen: römisch-katholisch 98%, andere 2%
Größte Städte: Luxemburg (100.000 Einwohner)
Regierungsform: konstitutionelle Erbmonarchie mit parlamentarisch-demokratischem Regierungssystem
Staatschef: Großherzog Henri, Herzog von Nassau (seit 07.10.2000)
Regierungschef: Premierminister Xavier Bettel (DP, ernannt am 4. Dezember 2013)
EU-Mitglied seit: 1952 (Gründungsmitglied)
Arbeitslosenrate: 6,4% (Dezember 2012)
Schuldenquote aller öffentlichen Haushalte: 18,2%
Pro-Kopf-BIP in Kaufkraftstandards: 274 (Deutschland: 121; EU: 100)
BIP Kaufkraftparität global: 0,049%
Werbeausgaben 2012 insgesamt: 164,3 Millionen Euro
Rundfunkgebühren: keine
Größte Medien- und Telekommunikationskonzerne: Cie SECS, Enterprise des P&T, ITI Holdings, iTunes SARL, M7 Group S.A., Microsoft Luxembourg, Orange Luxembourg, Osmose Media, RTL9 S.A., RTL Group S.A., Saint-Paul Luxembourg S.A., SES Global und Tamedia AG

Die größten Medienkonzerne Luxemburgs

Presse

Aufgrund der geringen geografischen Größe und Einwohnerzahl des Landes unterliegt die luxemburgische Presselandschaft beachtlichen Einschränkungen. So müssen die Zeitungen oft parallel als lokales und überregionales Blatt auftreten. Zudem sind die finanziellen und personellen Voraussetzungen nicht gegeben, um ein ausgedehntes internationales Korrespondentennetz aufbauen zu können. Die dadurch entstandene inhaltliche Fokussierung der luxemburgischen Printmedien auf lokale und nationale – nicht internationale – Nachrichten, wirkt sich in der außergewöhnlichen Gewohnheit der luxemburgischen RezipientInnen, sich über innenpolitische Themen vornehmlich in der Presse zu informieren, aus. In allen anderen Staaten stellt das Fernsehen die Hauptinformationsquelle für diesen Themenbereich dar (Eurobarometer 2012).

Die sprachliche Vielfalt der luxemburgischen Medienlandschaft äußert sich konkret in der praktischen Ausgestaltung der Zeitungen und Zeitschriften, die – bis auf einige Ausnahmen –  immer auf verschiedenen Sprachen verfasste Artikel enthalten. Zu den Ausnahmen gehören beispielsweise die rein französischsprachige Tageszeitung Le Quotidien oder die mehr als vierzig Jahre alte, portugiesischsprachige Wochenzeitung Contacto. Darüber hinaus werden immer mehr internationale Zeitungen und Zeitschriften angeboten, da in Luxemburg viele „Expats“ leben und PendlerInnen arbeiten, die solche nachfragen.

Aufgrund ihrer mutmaßlichen Nähe zu den politischen Parteien des Landes gelten die luxemburgischen Printmedien als „Gesinnungs- und Tendenzpresse“. KritikerInnen gehen sogar so weit, sie als „Parteizeitungen“ zu bezeichnen, da sie sich, seit sie die Parteien mit gegründet haben, ideologisch nicht mehr von ihnen entfernt hätten. Abonnements würden teilweise aus politischer Loyalität über die Generationen weitervererbt. Eindeutig konnte man bisher eine politische Färbung des Lëtzebuerger Journals feststellen, da sie die liberale Demokratische Partei Luxemburgs offiziell unterstützte – bis aufgrund neuer Eigentumsverhältnisse 2012 eine Umstrukturierung der Redaktion erfolgte. Die Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek weist bis heute eine klare parteipolitische Zugehörigkeit auf, da ihre Eigentümerin de facto die Kommunistische Partei Luxemburgs ist. Die beiden Verlagshäuser Editpress Luxembourg S.A. (in Kooperation mit dem Schweizer Medienunternehmen Tamedia AG) und Saint-Paul Luxembourg S.A. vereinen zusammen 93% der luxemburgischen Zeitungsleserschaft auf sich (siehe Tab. II). Bei beiden werden ebenfalls Bindungen zu politischen Gruppierungen vermutet: Editpress Luxembourg S.A. stünde der Luxemburgischen Sozialistischen Arbeiterpartei und den luxemburgischen Gewerkschaften nahe; Saint-Paul Luxembourg S.A. verträte Meinungen, die denen der Christlich Sozialen Volkspartei ähneln.

Abgesehen von den vermuteten parteipolitischen Bindungen, vertritt der erzbischöfliche Verlag Saint-Paul Luxembourg S.A. zumindest indirekt religiöse Interessen, denn der größte Shareholder des Unternehmens ist das Erzbistum Luxemburg, das heißt die römisch-katholische Kirche. Neben ihrer konservativen Prägung pflegt die größte luxemburgische Tageszeitung Luxemburger Wort, welche 1848 gegründet und seither von Saint-Paul Luxembourg S.A. herausgegeben wird, eine internationale Ausrichtung. Mit der Veröffentlichung des Luxemburger Worts als englischsprachige, deutschsprachige, französischsprachige und portugiesischsprachige Ausgabe versucht sich Saint-Paul Luxembourg S.A. als multilinguales Medienhaus zu behaupten. Im Kontrast zum Erfolg des Luxemburger Worts, das 2012 fast die Hälfte aller ZeitungsleserInnen an sich binden konnte (größtenteils die über 50jährigen), wurden die Gratiszeitung Point24 und die rein französischsprachige Version des Luxemburger Worts, Le Voix, selten nachgefragt. Das Verlagshaus musste ihre Produktion 2011 trotz staatlicher Pressehilfen einstellen. Le Voix konnte sich nach ihrem zehnjährigen Bestehen immer noch nicht gegen die auf französischer Sprache verfasste Konkurrenz der Editpresse, Le Quotidien, durchsetzen. Zurzeit arbeitet der Verlag an neuen digitalen Formaten und führt neben dem Luxemburger Wort auch seine Fernsehzeitung Télécran und das portugiesischsprachige Contacto fort.

Die einzig signifikante Konkurrenz des Verlags Saint-Paul Luxembourg S.A. ist das 65 Jahre später (1913) gegründete Medienunternehmen Editpress Luxembourg S.A., dessen Kapital größtenteils der Gewerschaft OGB-L gehört. Editpress besitzt die – abgesehen vom Luxemburger Wort – größten Zeitungen Luxemburgs: das Tageblatt, die Le Quotidien, die Wochenzeitung Le Jeudi, das portugiesischsprachige Correio und das Magazin Revue. Zusammen mit dem belgischen Zeitungsverlag Rossel bringt Editpress die Wochenzeitung Lux-Post heraus. Von der Herausgebergesellschaft Edita S.A. – gemeinschaftlich von Editpress und dem Schweizer Medienunternehmen Tamedia AG gegründet – wird die Zeitung L’Essentiel produziert und in Zeitungsboxen an Bahnhöfen und Bushaltestellen gratis angeboten. Nicht nur das offizielle Ziel der Herausgebergesellschaft, eine junge, kaufkräftige Leserschaft anzusprechen, wurde seit der Gründung 2007 erreicht, da mehr als die Hälfte der LeserInnen zwischen 15-24 Jahren alt sind. Auch bei den über 25jährigen ist L’Essentiel so erfolgreich, dass sie als zweitbeliebteste Zeitung Luxemburgs gelten kann (siehe Tab. II).

Tab. II: Leserschaft der großen Zeitungen (Prozent der aller Zeitungsleser), 2012

Quelle: Plurimedia-Studie von TNS-Ilres 2011/2012

Fernsehen und Radio

Gemessen an den Umsätzen der TV- und Radiosender weist die luxemburgische Rundfunklandschaft eine außergewöhnliche Struktur auf: einerseits erzielten die privaten Radiosender bis 2010 jährlich einen Gewinn um die 27 Millionen Euro, was deutlich mehr ist, als das, was das üblicherweise stärkere Privatfernsehen und Pay-TV in Luxemburg erreichen konnten (siehe Tab. III). Andererseits bewegten sich die Umsätze des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Luxemburg, welcher nur aus dem kleinen Fernsehsender Chamber TV und dem etwas größeren Radio 100,7 besteht, zwischen vergleichbar geringen jährlichen 500.000 und 700.000 Euro (von 2007 bis 2010). Der private Rundfunk dominiert demnach noch zehn Jahre nach der Verabschiedung des Mediengesetzes zur Gründung des öffentlich-rechtlichen Radiosenders Radio 100,7 die audiovisuelle Medienbrache in Luxemburg. Insbesondere die Vorrangstellung der privaten Radiosender RTL Radio Lëtzebuerg und Eldoradio überrascht, wenn man beachtet, dass im Kontrast dazu in fast allen anderen europäischen Staaten die privaten Fernseh- und Pay-TV-Sender beliebter als das private Radio sind. Dies kann partiell mit einer wichtigen empirischen Beobachtung belegt werden: die Mehrheit der LuxemburgerInnen (62% der EinwohnerInnen) ziehen die ausländischen TV-Sender den inländischen zum Zweck der politischen Information vor und kompensieren daher ihr Bedürfnis nach lokaler und regionaler Rundfunkberichterstattung wohl durch die Nutzung der privaten Radio- statt Fernsehsender.

2011 hatte der Sender RTL Tele Lëtzebuerg den mit Abstand höchsten Primetime-Marktanteil aller Fernsehsender in Luxemburg (siehe Tab. IV). Betrachtet man jedoch seine Quote auf den ganzen Tag verteilt, fällt auf, dass RTL Tele Lëtzebuerg außerhalb der Primetime weniger beliebt ist. Mit einem Marktanteil von um die 7% folgen der französische Sender TF 1 und die beiden deutschen Sender PRO 7 und RTL Television. Auch die deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ZDF und ARD können sich einer gewissen Beliebtheit bei den luxemburgischen ZuschauerInnen erfreuen.

Europas führender Medienkonzern RTL Group S.A., dessen Namen sich aus „Radio Télévision Luxembourg“ ableitet, hat seinen Hauptsitz in der Stadt Luxembourg und ist in 28 weiteren Ländern mit insgesamt 53 Fernseh- und 28 Radiosendern aktiv. Mit 75,1% besitzt einer der international größten Medienkonzerne (2013: Rang 8 weltweit), Bertelsmann SE & Co. KGaA, die RTL Group mehrheitlich. Neben dem führenden Fernsehsender RTL Tele Lëtzebuerg widmet sich die Gruppe in Luxemburg dem auf junges Publikum ausgerichteten Fernsehsender Den 2. RTL, welcher laut der Plurimedia-Studie von TNS-Ilres im Jahr 2012 9000 Zuschauer für sich begeistern konnte.

Da in Luxemburg bis auf das Chamber TV, dessen Sendungen sich auf die Übertragung von Parlamentsdebatten und gelegentlichen politischen Hintergrundberichten beschränken, kein öffentlich-rechtlicher Fernsehsender existiert, übertrug der luxemburgische Staat der CLT-UFA S.A. eine bedeutsame Aufgabe: die Verbreitung von – unter anderem letzeburgischsprachigen – Inhalten, die denen eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks entsprechen sollen. Die CLT-UFA ist eine Tochtergesellschaft der RTL Gruppe und zudem für die Vergabe der luxemburgischen Rundfunklizenzen zuständig. In einer Rahmenvereinbarung aus dem Jahr 2007 hat die CLT-UFA zugestimmt, auch ohne Finanzierungshilfen, wie beispielsweise einem Rundfunkbeitrag, zu erhalten, täglich Radio- und Fernsehsendungen auszustrahlen, die vereinbarte Minimalanforderungen erfüllen. Zu diesen Minimalanforderungen gehört beispielsweise die Verpflichtung, über alle für die Bevölkerung Luxemburgs relevanten Nachrichten des Tages zu informieren. Die bis 2020 gültige Rahmenbedingung legt ferner maßgebliche Grundprinzipien der Berichterstattung, wie beispielsweise die Beachtung von Meinungspluralität, fest.

Betrachtet man die Marktanteile der in Luxemburg empfangbaren Radiosender, fällt auch hier die Dominanz der RTL Gruppe ins Auge. Sowohl der Sender RTL Radio Lëtzebuerg, der 2012 alleine fast die Hälfte aller ZuhörerInnen gewinnen konnte, als auch Eldoradio, RTL die besten Hits und RTL France aus Frankreich werden von der in Luxemburg lebenden Bevölkerung montags bis freitags äußerst häufig in Anspruch genommen (siehe Tab. V). Der zweitgrößte Anbieter, der Verlag Saint-Paul Luxembourg S.A., erreichte 2012 etwas mehr als insgesamt 11% der ZuhörerInnen mit seinem luxemburgischsprachigen Sender DNR und dem portugiesischsprachigen Radio Latina. Aufgrund zahlreicher Faktoren muss der luxemburgische Radiomarkt mit kritischen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zurechtkommen: zum einen erschwert die zentrale Stellung der RTL Gruppe anderen Unternehmen den Zugang, zum anderen ist der Absatzmarkt aufgrund der geringen Einwohnerzahl Luxemburgs vergleichsweise eher klein. Außerdem wird der Wettbewerb durch die Empfangbarkeit zahlreicher ausländischer Angebote erschwert.

Das an kulturellen Themen orientierte Programm des einzigen öffentlich-rechtlichen Radiosenders, Radio 100,7, wird hauptsächlich auf luxemburgisch gesendet. Es erreichte 2012 einen Marktanteil von 5,2%. Der Ètablissement de Radiodiffusion Socioculturelle du Grand-Duché de Luxembourg (ERSL) betreibt Radio 100,7 weder mithilfe von Rundfunkgebühren noch durch Werbeeinnahmen, sondern allein durch Einnahmen von Sponsoring-Verträgen, Spenden, Veranstaltungsorganisation und die direkte finanzielle Unterstützung des luxemburgischen Staates. Das luxemburgische Kulturministerium bereicherte den Haushalt des öffentlich-rechtlichen Radiosenders 2013 um 4,8 Millionen Euro. Besonders in der Anfangsphase des Radiosenders in den frühen 1990er Jahren stellten PolitikerInnen, beispielsweise die Abgeordnete Anne Brasseur, die Existenz des Kultursenders aufgrund seiner dauerhaft niedrigen Einschaltquoten in Frage. 2013 wurde Jean-Paul Hoffmann in das Amt des Direktors gewählt und verkündete, Radio 100,7 durch den Ausbau der Internetpräsenz neu positionieren zu wollen. Ob diese Strategie ausreichen wird, um die Legitimation des öffentlich-rechtlichen Radiosenders wiederherzustellen, ist fragwürdig.

Tab. III: TV- und Radioumsätze (in Euro Millionen) nach Gattung, 2007-2011

Quelle: European Audiovisual Observatory
Quelle: European Audiovisual Observatory

Tab. IV: Primetime-Markanteile der größten TV-Sender in Luxemburg, 2011

Tab. V: Marktanteile der größten Radiosender in Luxemburg (Montag bis Freitag), 2012

Quelle: Plurimedia-Studie von TNS-Ilres 2011/2012

Internet

Luxemburg ist neben Schweden eines der EU-Länder, in denen die tägliche Internetnutzung im Laufe der letzten Jahre besonders drastisch gestiegen ist: 2007 nutzen nur etwas mehr als die Hälfte (57%) der LuxemburgerInnen das Internet jeden Tag, 2009 waren es dann mehr als zwei Drittel (69%) und 2012 dagegen schon 81%. Die größte Gruppe der InternetnutzerInnen (26%) war 2012 ein bis zwei Stunden pro Tag online (siehe Tab. VII).

In Luxemburg scheint der Trend, sich bei einem sozialen Netzwerk anzumelden, besonders verbreitet zu sein, da mittlerweile fast die Hälfte der Bevölkerung (47%) soziale Netzwerke in Anspruch nimmt. Gerade Facebook (3. Platz), LinkedIn (8. Platz) und Twitter (16. Platz) sind außerordentlich beliebt bei den luxemburgischen NutzerInnen (siehe Tab. VI). Aus einer Studie des Eurobarometers geht allerdings hervor, dass 55% der in Luxemburg Befragten soziale Netzwerke nicht als vertrauenswürdig einschätzen und kaum nutzen, um relevante Informationen mit Nachrichtenwert zu finden.

Tab. VI: Die 20 beliebtesten Internetseiten in Luxemburg 2013

Rang

Internetseite

Beschreibung

Mutterkonzern

1.

Google Luxemburg

Suchmaschine

Google Inc.

2.

Google

Suchmaschine

Google Inc.

3.

Facebook

Soziales Netzwerk

Facebook Inc.

4.

Youtube

Video

Google Inc.

5.

Wikipedia

Enzyklopädie

Wikimedia Foundation

6.

Yahoo

Webportal

Yahoo Inc.

7.

Google Frankreich

Suchmaschine

Google Inc.

8.

LinkedIn

Karriere-Netzwerk

LinkedIn Inc.

9.

Amazon.de

Online-Versand

Amazon.com Inc.

10.

L’Essentiel

Nachrichten

Editpress Luxembourg S.A., Tamedia AG

11.

Google Deutschland

Suchmaschine

Google Inc.

12.

Live

Suchmaschine

Microsoft Corp.

13.

Lux Wort

Nachrichten

Saint-Paul Luxembourg S.A.

14.

Tumblr

Blogging Portal

Yahoo Inc.

15.

RTL

Fernsehen

RTL Group S.A.

16.

Twitter

Mikroblogging

Twitter Inc.

17.

Amazon.com

Online-Versand

Amazon.com Inc.

18.

Blogspot

Blogging Portal

Google Inc.

19.

Amazon.fr

Online-Versand

Amazon.com Inc.

10.

Public.lu

Homepage Großherzogtum Luxemburg

Großherzogtum Luxemburg

Quelle: Alexa.com (Stand: November 2013)

Tab. VII: Dauer der Internetnutzung von EinwohnerInnen und BerufspendlerInnen in Luxemburg pro Tag (in Prozent aller NutzerInnen), 2012

Quelle: Limos Januar 2012, IP Newsmedia Luxembourg

Regulierung

Einerseits kontrolliert die CLT-UFA S.A. als Lizenzierungsbehörde die Zulassung nationaler und internationaler Fernseh- und Radiosender in Luxemburg. Der 1997 aus der Fusion der Compagnie Luxembourgeoise de Télédiffusion mit Universum Film entstandene Konzern ist andererseits selbst für die Bereitstellung von öffentlich-rechtlichen Inhalten zuständig. Sowohl CLT-UFA als auch das öffentlich-rechtliche Radio 100,7 werden im Auftrag der Regierung vom Nationalen Programmrat (CNP) beobachtet – insbesondere bezüglich des Schutzes der Jugend und der politischen Minderheiten. Seit 1991 übernimmt der CNP nicht nur das Monitoring der Inhalte der öffentlich-rechtlichen Programme, sondern darf ebenso Vorschläge machen, wie die Erfüllung des Programmauftrags von Radio 100,7 optimiert werden kann. Weitere wichtige Kontrollgremien der luxemburgischen Medien sind der Service des Médias et des Communications (SMC), der den Minister für Kommunikation und Medien (seit Dezember 2013 übernimmt der Premierminister von Luxemburg Xavier Betterl dieses Amt) unterstützt, und die Commission indépendante de la Radiodiffusion (CIR), welche aus nur fünf Mitgliedern besteht und unabhängige Gutachten vor der Gewährung von Lizenzen erstellt. Mit der Reform des „Loi 1991“, dem wichtigsten Gesetz zur Regulierung elektronischer Medien, im Jahre 2010 wurden jegliche rechtlich bindende Antikonzentrationsvorschriften für den Mediensektor aufgehoben, da von politischer Seite kurioserweise insbesondere für lokale Radiosender keine Gefahr der Wettbewerbsverzerrung mehr festgestellt wurde.

Neben der staatlichen Förderung der CLT-UFA und des Radio 100,7, werden seit der Einführung der Pressehilfe 1976 zahlreiche luxemburgische Printmedien subventioniert. Der luxemburgische Staat versucht dadurch die Vielfalt der Presselandschaft zu bewahren. Proportional zur Anzahl der Seiten mit redaktionellen Inhalten wurden folgenden Zeitungen und Magazinen 2011 staatliche Pressehilfen ausgezahlt: Tageblatt, Luxemburger Wort, Le Quotidien, Lëtzebuerger Journal, Zeitung vum Lëtezbuerger Vollek sowie der Wochenzeitungen d'Land, Woxx, Le Jeudi als auch der Wochenmagazine Revue und Télécran. Das Gesamtbudget der Zuwendungen belief sich 2011 auf 7.378.864 Euro.

Quellen/Literatur

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