Sonys Filmsparte: Mehr Einfluss für Kazuo Hirai

16.01.2017

Kazuo Hirai. CC BY-SA 2.0 (cellanr)

Kazuo Hirai, CEO von Sony, wird ab Februar noch stärker in das operative Mediengeschäft des Konzerns eingebunden, nachdem vergangene Woche Entertainment-Chef Michael Lynton seinen Rücktritt bekannt gab (Lynton wird sich künftig auf seine Rolle als Mitglieds des Aufsichtsrat von Snapchat konzentrieren, wo er einer der ersten Investoren war). Die Entertainment-Sparte von Sony besteht den Segmenten Games, Musik, TV und Film. Letztere gilt seit geraumer Zeit als Sorgenkind des Unternehmens und Lyntons Abgang kann auch als Zeichen als Zeichen verstanden werden, dass er es nicht geschafft hat das Ruder herumzureißen. Im vergangenen Jahren spielten die 22 im Kino veröffentlichten Filme vergleichsweise geringe 912 Millionen Dollar ein - nur unwesentlich mehr als das erfolgloseste der sechs großen Studios, Paramount, und nur ein Drittel des Umsatzes von Box Office-Anführer Walt Disney.

Bereits im Sommer 2016 stellte Hirai die Weichen für eine Umstrukturierung der Filmsparte und installierte mit Tim Rothman einen neuen Manager für die Filmsparte, nachdem Vorgängerin Amy Pascal im Zuge des katastrophalen, mutmaßlich nordkoreanischen Hacks des Sony Pictures-Emailserver ihren Hut genommen hatte. Hirai, der nun ein zweites Büro in Hollywood bezieht, hatte zuletzt seine Bezüge verdoppelt und begründete dies vor allem mit dem großen Erfolg der Spielkonsole Playstation 4, die auch als Plattform für Sonys Streamingdienste Vue und Crackle fungiert (Hirai hatte allerdings in den ersten drei Jahren seiner Ägide, als das Unternehmen in einer weitaus ernsteren Krise steckte, sein Gehalt halbiert). Mit Rothman und einem näher an die US-Filmindustrie herangerückten Hirai soll Sony Pictures bis spätestens zum Sommer 2019 wieder näher an die Spitze der Kino-Jahresendscharts rücken. Nachdem diverse Elektronik-Geschäftsbereiche in der Vergangenheit abgestoßen wurden, wird sich das Unternehmen aber nicht gänzlich auf das klassische Mediengeschäft beschränken. Der Konzern investiert weiter in Robotik und künstliche Intelligenz-Projekte.

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

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