Disney legt Grundstein für eigenes Streamingportal

10.08.2016

Disney-CEO Bob Iger. CC BY-SA 3.0 (Angela George)

Wie gestern bekannt wurde, kauft sich Walt Disney bei BamTech ein, einem der führenden Anbieter für Streamingtechnologie. Der Medienkonzern aus Kalifornien bezahlte rund eine Milliarde Dollar für 33 Prozent der Anteile am Unternehmen, das in erster Linie als Baseballübertragungen für die US-Profiliga Major League streamt. Zunächst will Disney in Kooperation mit BamTech einen Streaming-Ableger seiner Sportsenderkette ESPN starten. Dort sollen jedoch nur diverse Randsportarten übertragen werden, an denen Disney die Rechte besitzt, darunter Hockey, Cricket, Tennis und College-Sport. Die populärsten Sportübertragungen sollen jedoch weiterhin nur exklusiv auf dem Kabelsender ESPN laufen.

Im Gegensatz zu HBO, das mit HBO Now sein gesamtes Programm zum Streamen anbietet, ist Disney vorsichtiger. Offensichtlich möchte der Konzern seine Beziehungen zu den Kabelkonzernen nicht verschlechtern, die hohe Beträge für die Aufnahme von ESPN in deren Senderpakete bezahlen. Doch die Investition in BamTech könnte der erste Schritt sein ein eigenes Portal ins Leben zu rufen, dass Sportübertragungen und von Disney produzierte Filmen- und Serien zum Streamen anbietet. In Großbritannien testet das Unternehmen derzeit mit DisneyLife einen Dienst, der Internetusern gegen Bezahlung Zugang zum fast gesamten Katalog an Disneyfilmen und -serien verschafft. In den USA hingegen ist ein solches umfassendes Angebot bis auf weiteres nicht in Sicht: erst im Frühjahr lizenzierte Disney die Streamingrechte für seine Pixar-, Marvel- und Star Wars-Filme exklusiv an Netflix. Dass ein Disney-Streamingportal langfristig kommen muss, gilt jedoch als sicher. Zwar verteidigt Disneys CEO Robert Iger demonstrativ das Kabelgeschäftsmodell, doch der allgemeine cord cutting-Trend zog in den letzten Quartalen den Aktienkurs des Unternehmens trotz enorm profitablen Marvel- und Star Wars-Filmen nach unten.

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

Zur Instituts-Website

European Media Pluralism

Mediadb.eu unterstützt die European Initiative for Media Pluralism

Partner

Mediadb.eu wird gefördert vom medienboard Berlin-Brandenburg,

dem Media Program der Open Society Foundations,

der Bundeszentrale für Politische Bildung,

der Rudolf Augstein Stiftung

sowie der Stadt Köln

dem Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Technologie

und dem Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V.