Prisa: Verhandlungen über Investoreneinstieg

24.02.2010

Die spanische Grupo Prisa hat am Dienstag Verhandlungen über einen Einstieg ausländischer Investoren bestätigt. Nach Unternehmensangaben handle es sich um eine Gruppe „internationaler Anleger“, welche bis zu 600 Millionen Euro investieren wollen.
Spaniens größter Medienkonzern hat in letzter Zeit bereits mehrer Tochterfirmen verkauft, um Teile des 4,9 Millarden Euro hohen Schuldenberges abzutragen.

Ein Investoreneinstieg würde den Einfluss der Gründerfamilie Polanco, die bislang 70 Prozent der Kapitalanteile hält, maßgeblich schwächen.
Prisa wies jedoch Medienberichte zurück, nach denen die Familie die Kontrolle im Konzern verlieren würde. Wohl auch aufgrund dieser Verhandlungen konnte Prisa einen Ende März 2010 fälligen Überbrückungskredit verschiedener Banken über 1,8 Milliarden bis Mai 2013 verlängern.

Zur Prisa-Gruppe gehören neben der größten spanischen Tageszeitung „El País" auch die Wirtschaftszeitung  "Cinco Días", der Fernsehsender TV Cuatro und der führende Radiosender SER. Die Gruppe ist in 22 Ländern aktiv.

Mehr dazu:

- Reuters: Prisa says investors could inject up to 600 mln eur (23.02.2010)

- Financial Times: Prisa to sell stake to foreign investors (23.10.2010)

Pressemitteilung Prisa: PRISA has come to an agreement in principle with its banks (22.2.2010)

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

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