8. Dish Network Corporation

Umsatz 2007: € 8,049 Mrd.

Überblick

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Das Betriebskapital der Dish Network Corporation (ehemals EchoStar Communications) zieht seine Bahnen im All. Mit inzwischen 14 eigenen und geleasten Satelliten gelang es dem Gründer Charles W. Ergen, das scheinbar allmächtige US-Kabelmonopol vom Weltraum her aufzubrechen. Dish bietet Abonnenten über Satellit digitale Fernsehinhalte an. Das Programmangebot umfasst über 2.500 Digitalkanäle mit der kabelüblichen Auffächerung in Vollprogramme, Lokalsender, Sparten-, Sport-, Nachrichten- und Pay-per-view-Kanäle.

Basisdaten

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Dish Network Corporation, 
9601 S. Meridan Blvd. 
Englewood, CO 80120 
Telefon: 001-303-723-1000
Telefax: 001-303-723-1999
Internet: www.dishnetwork.com

Branche: Satellitenfernsehen
Rechtsform: Aktiengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.01. - 31.12.
Gründungsjahr: 1980 (Echosphere)
Marktkapitalisierung: 4.987,73 Mrd Dollar

 

Tab.: Ökonomische Basisdaten

20162015201420132012201120102009200820072006
Umsatz (in Mio. US-Dollar)15.09515.06914.60013.90514.27014.04812.64011.66011.61710.6919.818
Gewinn (Verlust) nach Steuern (in Mio. US-Dollar)1.4507479457906371.525985636903756608
Aktienkurs (in US-Dollar, Jahresende)57,9357,1872,8957,9236,4028,4819,6620,7712,4337,7243,54
Beschäftigte16.00018.00019.00025.00034.00034.00024.50026.00026.00023.00021.000

Geschäftsführung

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Management:

  • Charles W. Ergen, Chairman of the Board and Chief Executive Officer
  • James DeFranco, Executive Vice President and Director
  • Bernard L. Han, Executive Vice President, Strategic Planning
  • Vivik Khemka, Executive Vice President and Chief Technology Officer
  • Tom Cullen, Executive Vice President, Corporate Development
  • R. Stanton Dodge, Executive Vice President, General Counsel and Secretary
  • W. Erik Carlson, President and Chief Operating Officer
  • Bryan Neylon, Executive Vice President, Customer Acquisition and Retention
  • Warren Schlichting, Executive Vice President of Marketing, Programming, and Media Sales
  • John Swieringa, Executive Vice President, Operation

 

Aufsichtsrat:

  • Charles W. Ergen, Chairman, Dish Network Corporation
  • George R. Brokaw, Highbridge
  • James DeFranco, Dish Network Corporation
  • Candy Ergen, Dish Network Corporation
  • Steven R. Goodbarn, Secure64 Software Corporation
  • Charles M. Lillis, Wells Fargo
  • Afshin Mohebbi, TPG Capital
  • David K. Moskovitz, Dish Network Corporation
  • Tom A. Ortolf, Colorado Meadowlark Corporation
  • Carl E. Vogel, Charter

Geschichte und Profil

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Charles W. Ergen legte im Jahr 1980 den Grundstein für EchoStar Communications. Gemeinsam mit seiner Frau Cantey und James DeFranco gründete er zunächst die Firma Echosphere als Anbieter von Satelliten-Equipment. 1992 wurde dem Unternehmen eine DBS-Lizenz zugesprochen („direct broadcast satellite" – direkt empfangbares Satellitenfernsehen). Von da an setzte Ergen alles auf den jungen Satellitenmarkt, den er als Konkurrenz zur allmächtigen Kabelindustrie begriff. 1995 wurde Echosphere in EchoStar Communications umbenannt und 1996 das DBS-Angebot unter der Marke DISH („Digital Sky Highway“) platziert - mit Erfolg. Bereits 1997 ging EchoStar an die Börse. In den nächsten zehn Jahren konnte Dish seinen Kundenstamm auf über 13 Millionen Abonnenten erhöhen.

Auf dem Weg zu einem Monopol am Himmel über Amerika, trafen sich im Jahr 2002 DirecTV und EchoStar, die beiden Marktführer für Satellitenfernsehen in den USA. DirecTV schien ein perfekter Fusions-Partner zu sein. Das Unternehmen gehörte zu Hughes Electronic, dessen Firmengründer der legendäre, bereits zu Hollywood-Ehren gekommene, Industrielle und Flug-Fanatiker Howard Hughes war. Die US-Medienregulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) untersagte jedoch den Zusammenschluss, da eine Marktdominanz im Bereich des Satellitenfernsehens von 91 Prozent die Folge gewesen wäre. Die gescheiterte Fusion kostete EchoStar die nicht unerhebliche Summe von 600 Millionen $, weil das Unternehmen eine Abstandszahlung an Hughes Electronics leisten musste.

Wesentlichen Anteil am Erfolg von Echostar hatte die im Sommer 2003 geschlossene Partnerschaft mit dem US-Telekomkonzern SBC, der Teil von AT&T ist. Der SBC-EchoStar-Deal basierte auf "Bündelung", einer Praxis, bei der verschiedene Services in einer Rechnung zusammengefasst werden. Mit diesem Projekt war SBC der erste große Telekom-Carrier der Fernseh-, Telefon- und Internet-Services in einem Paket verkauft. Am 6. Dezember 2007 wurde das Unternehmen schließlich in Dish Network Corporation umbenannt. Als 2009 die Vertriebspartnerschaft mit AT&T auslief ging Dish eine Allianz mit Konkurrenten DirecTV ein. Im Rahmen einer Partnerschaft mit Google wurde 2007 zudem das online-erprobte "Pay-per-Click"-Werbemodell auf den TV-Markt übertragen. Inzwischen vertreibt Google etwa ein Drittel der lokalen Werbezeiten von Dish. Seit Oktober 2007 kooperieren Dish und Google auch mit dem Marktforschungsunternehmen Nielsen, das die Daten aus den Set-Top-Boxen weiter ergänzt und auswertet.

Management

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Seit 2015 auch wieder in leitender Funktion als CEO bei Dish tätig ist Gründer Charles Ergen. Der als verschroben und impulsiv bekannte Ergen versteht es zu zocken: er verdiente in jungen Jahren sein Geld als professioneller Blackjack-Spieler in Las Vegas, bis ihm eines der Kasinos wegen unzulässiger Tricks Hausverbot erteilte. Heute ist er Milliardär und notorisch knauserig. Zu Geschäftsterminen erscheint der Workaholic und passionierte Bergsteiger hemdsärmelig und mit Pausenbrot. Gerüchte sagen, er weise Manager stets an, günstigere Nachtflüge zu nehmen und auf Geschäftsreisen die Hotelzimmer zu teilen – manchmal auch mit ihm. So schaffte Ergen es 2015 immerhin, in der „Forbes´ 100“ mit einem Vermögen von 13 Mrd. $ auf Platz 77 der reichsten Amerikaner zu gelangen. Für einfache Mitarbeiter ist Dish allerdings kein Paradies: Der Konzern wurde von amerikanischen Watchdogs mehrfach zu "America's worst company to work for" bezeichnet.

Das Branchenblatt Hollywood Reporter bezeichnete Ergen als "meistgehassten Mann Hollywoods" - unter anderem weil er keinen Konflikten mit den bekanntesten Kabelsendern aus dem Weg geht. So mussten Dish-Kunden zeitweise ganz auf Serien wie "The Walking Dead" oder "Breaking Bad" verzichten, weil Ergens sich nicht mit dem Sender AMC über die sog. carriage fees einigen konnte. Den Zorn der gesamten TV-Branche zog er aber mit der Einführung der "AutoHop"-Technologie im Jahr 2012 auf sich. Seitdem können Dish User die Werbung von mit DVRs aufgezeichnete Sendungen komplett überspringen, ohne selbst vorspulen zu müssen.

Geschäftsfelder

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Dish hat gegenwärtig knapp 14 Millionen Pay-TV-Kunden in den USA, was 2015 einem Marktanteil von 14 Prozent entspricht. Je nach Programmpaket können Kunden über 250 TV-Sender entweder über Satellit (DISH) oder als linearen "over-the-top" online stream (Sling TV) empfangen. Letzteres ist Dishs Antwort auf die inzwischen weit verbreitete Praxis des cord cutting: Sling soll vor allem jüngere Generationen ansprechen, die ihren Kabelvertrag gekündigt haben oder niemals einen Vertrag abgeschlossen haben. Stattdessen können sie im Basispaket für 20 Dollar monatlich rund 20 Sender streamen. In 14 Staaten im Westen der USA tritt Dish auch als Internet Service Provider auf insbesondere in ländlichen Regionen, die vom Kabelnetz ausgeschlossen sind.

Aktuelle Entwicklung

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Dish befindet sich mit dem Telekommunikationsunternehmen T-Mobile USA in fortgeschrittenen Gesprächen über eine mögliche Fusion. Über den Verkaufspreis ist noch nichts bekannt. Sollte sich der Deal finalisieren, würde T-Mobile-Chef John Legere neuer CEO werden, während Charles Ergen die Position des Vorsitzenden des Aufsichtsrat bekommen würde. Dish hat in den vergangenen Jahren diverse wertvolle Mobilfunk-Lizenzen erworben, auf die es die Telekom wohl hauptsächlich abgesehen hat. Der Einstieg in den Mobilfunk würde Dish wiederum zu einem neuen Standbein verhelfen, da das Kerngeschäft - Satelliten-TV- wohl höchstens noch eine Generation profitabel bleiben kann. Als Indikator, dass der Dish durchaus zukunftsfähig bleiben kann, sehen Marktbeobachter das Investment des legendären Anlegers Warren Buffet, dessen Berkshire Hathaway Holding im August 2015 Dish-Aktien im Wert von 23 Mio. Dollar erwarb.

Illegale Marketinganrufe an potenzielle Kunden haben Dish in die Bredouille gebracht. Da Servicemitarbeiter mit nicht genehmigten Listen von Telefonnummern von US-Bürgern auf Kundenjagd ging, drohen Strafzahlungen an das Justizministerium sowie diverse Bundesstaaten, die sich im Ernstfall auf insgesamt 24 Milliarden Dollar belaufen könnten - mehr als die Marktkapitalisierung des Unternehmens.

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