US-Zeitungen werben für Obama und Romney

05.11.2012

Vor der morgigen US-Präsidentschaftswahl drucken US-Zeitungen traditionell ihre endorsements ab, d.h. Aufrufe an ihre Leser, einen der beiden Kandidaten zu wählen.  Bisher haben sich 41 der 100 auflagenstärksten Zeitungen für Obama ausgesprochen, 34 hingegen für Romney (17 haben sich enthalten, zwei hingegen beide Kandidaten unterstützt). In den wahlentscheidenden Swing States hingegen liegt Romney mit 18 zu 15 Wahlempfehlungen vorne. Wen wollen die Zeitungen der großen Medienkonzerne für die kommenden vier Jahre im Weißen Haus sehen? Die Redaktion von mediadb.eu hat nachgezählt. Außer bei Rupert Murdochs News Corp. gibt es keinen US-Zeitungskonzern, der ausschließlich für einen Kandidaten wirbt:

News Corp.:
Es ist wenig verwunderlich, dass sich sowohl das "Wall Street Journal" (die auflagenstärkste Zeitung der USA) als auch das Boulevardblatt "New York Post" für den Republikaner Romney als kommenden Präsidenten ausgesprochen haben. News Corp.-Boss Rupert Murdoch wollte 2008 eigentlich Obama endorsen, ehe Fox News-Chef Roger Aisley intervenierte.

Gannett:
Gannett's "USA Today", die zweitgrößte Zeitung der USA (hinter dem Wall Street Journal) stellt sich traditionell auf keine politische Seite. Die übrigen Gannett-Blätter haben sich sowohl für Romney als auch für Obama ausgesprochen: "The Arizona Republic", "The Cincinnati Enquirer", "The Des Moines Register" und "The Tennessean" unterstützen Romney; "The Detroit Free Press", "The Courier-Journal" (Louisville, KY), "Democrat and Chronicle" (Rochester, NY) und "The News Journal" (Delaware) sind für Obama.

Cablevision:
Der Kabelkonzern aus dem Großraum New York besitzt eine Zeitung, "Newsday" aus Long Island. Diese hat zur Wahl von Mitt Romney aufgerufen.

Washington Post Company:
Die gleichnamige Flagschiff-Zeitung wünscht sich Obama für vier weitere Jahre im Weißen Haus.

Advance Publications:
Das größte Magazin- und Zeitungshaus der USA tendiert eher zu Obama. Zwei Zeitungen rufen zur Wahl von Obama auf ("The Plain Dealer" aus Cleveland und "The Star-Ledger" aus Newark); drei weitere enthalten sich ("The Birmingham News", der "Press-Register" aus Alabama und "The Post-Standard" aus Syracuse, New York.

Hearst:
Zwei Zeitungen des traditionellen Verlagshaus haben sich für Obama ausgesprochen (der "San Francisco Chronicle" und die "San Antonio Express-News"). Der "Houston Chronicle" hingegen will einen Regierungswechsel und plädiert für die Wahl Romneys.

Tribune:
Vier Zeitungen des Tribune-Konzerns fordern ihre Leser dazu auf Obama wiederzuwählen ("Chicago Tribune", "Los Angeles Times", "The Baltimore Sun", und "The Hartford Courant"). Zwei Zeitungen unterstützen Romney ("Orlando Sentinel" und "Sun Sentinel" aus Fort Lauderdale).

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

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