US-Medienkonzerne setzen Marktforscher Nielsen unter Druck

18.08.2009

Aus Unzufriedenheit mit dem Marktforschungsunternehmen Nielsen wollen die größten US-Medienkonzerne ein Konsortium gründen, dass eine moderne Methode zur Reichweitenmessung etablieren soll. Zu der Allianz gehören nach Berichten US-amerikanischer Zeitungen zum einen die Medienkonzerne NBC Universal, Time Warner, Walt Disney, News Corp., Discovery, Viacom und CBS. Zum anderen seien aber auch wichtige Werbekunden wie die Konsumgüterkonzerne Procter&Gamble und Unilever sowie der US-Telekommunikationskonzern AT&T Teil des Konsortiums. Treibende Kraft der Initiative sei NBC Universal gewesen, berichtet die New York Times.

Die beteiligten Unternehmen kritisieren vor allem, dass die Nielsen-Methode zur Erfassung der Fernsehreichweiten nicht mehr zeitgemäß sei. Derzeit wird das Zuschauerverhalten separat für Fernsehen und Online-Videos ermittelt. Nötig sei jedoch eine plattformübergreifende Messung für TV, Internet und mobile Dienste. Auf Beschwerden habe der Monopolist Nielsen in der Vergangenheit nicht ausreichend reagiert. Der Fernsehwerbemarkt in den USA hat den Berichten zufolge ein Volumen von 70 Milliarden Dollar im Jahr. Bei der Verteilung des Geldes sind die von Marktforschern ermittelten Zahlen ausschlaggebend.

Mehr dazu:  

- Chicago Tribune: Coalition of Media Firms (16.08.2009)
- New York Times: Media Companies Seek Rival for Nielsen Ratings (15.08.2009)
- Meedia: Medienkonzerne fordern Nielsen heraus (14.08.2009)
- Financial Times: TV ratings shake-up challenges Nielsen (13.08.2009)

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

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