OK für AT&T/Time Warner-Merger – trotz Trump / Management-Shakeup bei WarnerMedia

06.03.2019

Am 26. Februar 2019 gibt ein Washingtoner Berufungsgericht das endgültige OK für die AT&T/Time Warner-Fusion. Pikant an der Sache: Einem Anfang März 2019 veröffentlichten Report des „New Yorker“ zufolge hatte Donald Trump seit Sommer 2017 versucht, die Fusion zu stoppen. Schon während des Präsidentschaftswahlkampfs hatte er klargemacht, nachdem AT&T den Übernahmeplan im Oktober 2016 publik gemacht hatte: "As an example of the power structure I'm fighting, AT&T is buying Time Warner and thus CNN, a deal we will not approve in my administration because it's too much concentration of power in the hands of too few." Der „New Yorker” berichtet jetzt, Präsident Trump habe seinem damaligen Wirtschaftsberater Gary Cohn im Sommer 2017 befohlen, im Justizministerium auf ein Verbot des AT&T/Warner-Deals hinzuwirken. Zitat Trump (laut einer “gut informierten Quelle“): „I want that deal blocked.“ Jurist und Trump-Kritiker George Conway dazu am 4.3.2019 auf Twitter: „If proven, such an attempt to use presidential authority to seek retribution for the exercise of First Amendment rights would unquestionably be grounds for impeachment.”

Was in diesem Zusammenhang in der Presse auch erwähnt wird: Gegen den „Mega-Merger“ von Disney und 21st Century Fox 2018 wurden keine Einwände aus dem Weißen Haus bekannt. Titel eines Kommentars in der „New York Times” vom 1.7.2018: „The Disney-Fox Deal Sails Through, a Bit Too Easily”. Die engen Verbindungen von Trump und Fox-Eigentümer Rupert Murdoch und vor allem von Trump und Murdochs konservativem Nachrichtensender „Fox News“ sind kein Geheimnis. Der Disney-Deal machte die Familie Murdoch um 2 Mrd. $ reicher; Rupert Murdoch stieg auf Platz 92 der Reichsten der Welt (Bloomberg).

Management-Shakeup bei WarnerMedia: Eine Woche nach dem Urteil beginnt John Stankey, CEO des mittlerweile in WarnerMedia umbenannten Time Warner (Ende der 1990er größter Medienkonzern weltweit), mit dem Umbau des Personals an der Spitze. Mit HBO-Chef Richard Plepler und David Levy (Turner) werden zwei langjährige Top-Manager den Konzern verlassen. CNN-Präsident Jeff Zucker wird als "Chairman of News and Sports" den Nachrichtenkanal CNN und die Sportkanäle (Turner Sports, Bleacher Report, AT&T SportsNet) leiten. Neue zentrale Figur bei WarnerMedia: Robert Greenblatt, zuvor Chairman von NBC Entertainment, wird Chef des Bezahlsenders HBO sowie des neuen Streaming-Angebots. Denn wie auch Disney (mit Disney Plus) plant WarnerMedia zu Jahresende 2019 einen eigenen, noch unbenannten Streaming Service, um den Big Playern Netflix und Amazon Prime etwas entgegensetzen zu können.

Neues auch von Ex-RTL-Chef Gerhard Zeiler: Im Zuge der Umbaumaßnahmen erhält er einen neuen Führungsposten bei WarnerMedia. Als „Chief Revenue Officer" soll er die Bereiche „Advertising Sales" und „Affiliate Sales" zusammenführen.

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

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