Nahost-Konflikt: BBC im Kreuzfeuer der Kritik

26.01.2009

Die britische Rundfunkanstalt BBC ist in die Kritik geraten, weil Generaldirektor Mark Thompson (Foto) sich geweigert hat, einen Spendenaufruf des Disasters Emergency Commitee (DEC) für die Opfer der israelischen Bombardierung des Gaza-Streifens auszustrahlen. Während andere britische Fernsehstationen wie ITV, Channel 4 und Five angekündigt haben, den Spendenappell unmittelbar vor den jeweiligen Hauptnachrichten zu senden, lehnte Mark Thompson eine Ausstrahlung im BBC-Programm ab, weil durch den Spendenaufruf die Objektivität der Berichterstattung bedroht sei, wie er in seinem Blog mitteilte. Die Entscheidung gegen eine Ausstrahlung löste einen Sturm der Kritik bei Politikern, Kirchen und Zuschauern aus. 50 Mitglieder des Parlaments unterstützen ein Gesuch, das die BBC auffordert, die Entscheidung zurückzunehmen, darunter der Entwicklungs-, der Gesundheits- und der Justizminister. Rund 10,000 Beschwerden von Zuschauern gingen seit Thompsons Weigerung bei der BBC ein und hunderte Demonstranten protestierten am gestrigen Sonntag vor der schottischen Geschäftsstelle in Glasgow. Sky TV, Tochterunternehmen von News Corp. weigert sich ebenso, den Aufruf auszustrahlen.
Quelle: "The Guardian" vom 26. Januar

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