Kino-Sommer 2017: Hollywood erwartet Zuschauerrückgang

15.05.2017

Multiplex-Kino in Kalifornien. CC BY-SA 3.0 (By coolcaesar)

Mit "King Arthur" hat die diesjährige Blockbuster-Saison ihren ersten Mega-Flop zu verkraften. Die von Warner Bros. produzierte und inklusive Marketingkosten 300 Millionen Dollar teure Neu-Interpretation der Artus-Sage spielte in den USA am ersten Wochende nur knapp 15 Millionen ein (29 Millionen im Rest der Welt). Zwar konnte Walt Disney mit dem zweiten Teil von "Guardians of the Galaxy" einen Hit an den Kinokassen landen (Einspielergebnis bisher: mehr als 500 Millionen Dollar), doch Analysten gehen davon aus, dass die Kartenverkäufe in diesem Jahr im bedeutenden Zeitraum zwischen May und September um 5-10 Prozent zurückgehen werden. Die in den letzten Jahren immer wichtiger gewordenen Auslandserlöse (insbesondere im Wachstumsmarkt China) werden diese Verluste wohl nicht ausgeleichen können: bereits im vergangenen Jahr stagnierten die Umsätze in Asien; in manchen europäischen Ländern waren sie sogar rückläufig.

Die möglichen Gründe für die Krise an den Kinokassen sind vielfältig. Manche machen das Fehlen von innovativen und originalen Inhalten für den Rückgang verantwortlich. Insbesondere die Flut an Fortsetzungen und Remakes könnte bei den Kinogängern Ermüdungserscheinungen auslösen. 2016 markierte das Jahr, das mit den neuesten "Star Trek"-, "X-Men"- und "Independence Day"-Teilen auch Sequels (sonst eigentlich Garanten dafür, Leute in die Kinos zu bringen) floppten. Doch auch 2017 ruhen die Hoffnungen auf Fortsetzungen, u.a. der dritten "Planet der Affen"-Neuauflage, den fünften "Fluch der Karibik"- und "Transformers"-Teile sowie der sechsten "Alien"-Film. Die durch die Popularität von Streaming-Diensten forcierte Änderung der Sehgewohnheiten lässt potenzielle Zuschauer immer häufiger zu Hause bleiben. Zudem geht der Anteil der wichtigen Gruppe der heavy user, also Leute, die mindestens einmal pro Monat ins Kino gehen, rückläufig. Noch ist es jedoch nicht zu spät: sollten sich drei der in der Industrie mit am meisten Spannung erwarteten Filme zu Hits entwickeln ("Wonder Woman" (Warner Bros.), "Spider-Man" (Sony) und "The Mummy" (Comcast), würde Hollywoods Bilanz in diesem Jahr eventuell noch gerettet werden.

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

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