Facebook: Zuckerberg holt ehemalige DARPA-Chefin

15.04.2016

Regina Dugan. CC by DARPA

Regina Dugan verlässt Google und geht zu Facebook. Der Vorstandsvorsitzende Mark Zuckerberg und die Ex-DARPA-Leiterin Dugan gaben den Wechsel zeitgleich in öffentlichen Facebook-Postings bekannt. Für Facebook wird die Forschungs- und Entwicklungsmanagerin Dugan die neu gegründete Abteilung 'Building 8' leiten. Die Gründung der Abteilung und die Personalie Dugan stehen für die strategische Neuausrichtung von Facebook. Das erklärte Ziel Zuckerbergs, so schreibt er in seinem Posting, ist die Entwicklung von Hardware bis zur Produktreife innerhalb des Unternehmens. Zuletzt hatte Facebook die Mehrheit an dem Hersteller der VR-Brille Oculus Rift erworben und trat damit in großem Stil in den Markt für Consumer-Elektronik ein. Ergänzend bietet Facebook zur Erstellung von 360°-Content seit kurzem eine entsprechende Kamera für professionelle Anwender an. Zuvor war der Konzern nur als Hersteller von Speicher- und Servertechnologie in Erscheinung getreten.

Dugans Laufbahn passt zu dieser neuen Ausrichtung des Unternehmens, das nun weitaus mehr sein möchte als ein soziales Netzwerk. Mit dem Wechsel zu Facebook erreicht die 53-Jährige den vorläufigen Höhepunkt ihrer Karriere in der amerikanischen Technologie- und Rüstungsindustrie. Bei Google stand Regina Dugan der Abteilung Advanced Technology and Projects (ATAP) vor. Für die DARPA  – die US-Rüstungsforschungsbehörde – managte Dugan von 1996 bis 2000 verschiedene Programme mit einem Millionen-Budget. In dieser Zeit machte sie sich insbesondere um die Verfeinerung chemischer Sensoren verdient. Von 2009 bis 2012 war Dugan die Leiterin der DARPA. In ihrem Statement (PDF; S. 11) vor Mitgliedern des Repräsentantenhauses sagte sie am 23. September 2010: „One of the biggest challenges we face as a Nation is the decline in our ability to make things.“ Dieses spezielle Problembewusstsein haben Dugan und Zuckerberg gemein. In ihrem DARPA-Statement kommt Dugan auch auf soziale Netzwerke zu sprechen. Sie schwärmt davon, wie mit Crowd-Sourcing große Datenmengen auf militärische Relevanz hin untersucht werden können (PDF; S. 15). Die Aktion hieß North Korea Uncovered. Zugleich begeistert sich Dugan 2010 für die Überlegenheit der amerikanischen Drohnentechnologie: „In the very near future, the United States Air Force will train more UAV [unmanned aerial vehicles] pilots than conventional pilots, and today we talk about “blackening” the sky with such systems.“ (PDF; S. 7). Bleibt unklar, wie diese Vision zum zivilen und konnektiven Facebook passen soll. Dugans Motivationsbeschreibung bei Google lautete: „Making epic sh*t“. Damit hält sie sich alle Möglichkeiten offen.

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