EM-Übertragungsrechte: Medienkonzerne bezahlen weniger

05.06.2012

Internationale Medienkonzerne, die Übertragungsrechte für die Fußball-Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine erworben haben, zahlen dafür weniger als für die Rechte am Turnier vor vier Jahren. Allerdings ist in vielen Fällen nichts über die Höhe der Preise der Übertragungsrechte bekannt, die von der European Broadcasting Union und Vermarkter Sportfive im Auftrag der UEFA vertrieben werden. Eine Ausnahme ist Deutschland, wo die öffentlich-rechtlichen Anstalten ARD und ZDF geringfügig mehr ausgegeben haben als noch 2008. Während die EM 2008 in Portugal der UEFA insgesamt 700 Millionen Euro an Rechteerlösen einbrachte, gehen Experten davon aus, dass es dieses Jahr nur etwa 500 Millionen Euro sein könnten. Zum Vergleich: für die WM 2010 gaben internationale Fernsehunternehmen 1,6 Milliarden Euro aus. Die Redaktion von mediadb.eu hat - soweit Daten erhältlich sind -  aufgelistet, welche der 50 größten Medienkonzerne wieviel für die diesjährigen EM-Übertragungsrechte ausgegeben haben:

Deutschland: ARD und ZDF zahlen 120 Millionen Euro für die Übertragung von 27 von 31 Spielen (die letzten vier Vorrundenpartien finden parallel statt). 2008 gaben die öffentlich-rechtlichen Sender 115 Millionen Euro aus. Beide halten auch die Übertragungsrechte für die EM 2016 in Frankreich.

Frankreich: TF1 teilt sich gemeinsam mit M6 und dem zum arabischen Nachrichtennetzwerk Al Jazeera gehörenden Pay-TV-Sender beIN Sport die Übertragungsrechte. TF1 und M6 werden dabei 19 von 31 Spielen inklusive ausstrahlen und jeweils 20 Millionen Euro zahlen. Gleiches gilt für die EM 2016.

Italien: Die öffentlich-rechtliche Anstalt RAI überträgt sämtliche Spiele und zahlt dafür zwischen 100 und 110 Millionen Euro. 2008 zahlte RAI noch 115 Millionen Euro.

Großbritannien: Auf der Insel teilen sich die BBC und der Privatsender ITV1 die Übertragungsrechte. Wieviel für die Rechte bezahlt wurde, ist nicht bekannt, der Preis soll jedoch geringer ausfallen als noch 2008.

USA: Der zu Walt Disney gehörende Sportsender ESPN überträgt die EM 2012 und 2016 in amerikanische Wohnzimmer. Der Preis für die Übertragungsrechte 2012 ist nicht bekannt, wird jedoch wesentlich geringer ausfallen als die umgerechnet 100 Millionen Euro, die ESPN für die Rechte an der WM 2010 ausgab.

Wie viel die Sender in Mexiko (Televisa), Brasilien (Rede Globo) und Südafrika (SuperSport; Teil des Medienkonzerns Naspers) für die Rechte ausgegeben haben, ist nicht bekannt.

Mehr dazu:

BBC.com: Uefa aims to make international football a TV turn-on (28.03.2012)

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

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