Die 100 größten Medienkonzerne der Welt 2017

06.11.2017

Google enteilt weiter der Konkurrenz. Dies geht aus der jährlich vom Institut für Medien- und Kommunikationspolitik (IfM) auf www.mediadb.eu publizierten Rangliste der 100 größten Medienkonzerne hervor. Kriterium für das Ranking ist der Jahresumsatz 2016. Aufgenommen ins Ranking werden Unternehmen, die in mindestens einem wichtigen Geschäftsfeld nennenswerte Umsätze mit publizistischen Inhalten und/oder Werbung generieren und nicht als reine Telekom- oder Technikprovider firmieren.

Mit einem Umsatz von umgerechnet 81,9 Mrd. Euro konnte sich Mutterkonzern Alphabet erneut den ersten Platz in der Rangliste sichern. Trotz der aktuellen Kontroverse um die offenbar von Moskau mittels Anzeigentools gesteuerten Manipulation der öffentlichen Meinung während des US-Präsidentschaftswahlkampfs, floriert Googles Werbegeschäft weiter. Mit deutlichen Abstand rangiert Comcast mit einem Umsatz von 72,6 Mrd. Euro auf Platz zwei. Dem Telekommunikations- und Medienkonzern aus Philadelphia war 2015 von US-Regulierungsbehörden untersagt worden, seinen größten Konkurrenten Time Warner Cable zu übernehmen. Den Zuschlag erhielt stattdessen Comcasts weitaus kleinerer Konkurrent Charter Communications, der sich so im diesjährigen Ranking mit einem Umsatz von 26,2 Mrd. Euro von Rang 23 auf 7 verbessern konnte. Noch getrennt im Ranking erscheinen Time Warner (26,4 Mrd.; Rang 6) und AT&T (32,9 Mrd, Rang 4). Im Verlauf des Jahres 2017 werden US-Regulierungsbehörden über die Genehmigung eine Fusion der beiden Unternehmen entscheiden. Präsident Trump hatte im Wahlkampf versprochen, den Merger zu stoppen und Time Warner-Tochter CNN aufgrund kritischer Berichterstattung mehrfach als „Fake News Media“ bezeichnet. Trump könnte die Übernahme in Rahmen seiner Business-freundlichen „America First“-Politik jedoch auch durchwinken.

Die im Ranking vertretenden Online- und Wissenskonzerne konnten ihre Platzierungen im Vergleich zum Vorjahr allesamt verbessern oder stabilisieren. Dazu gehören insbesondere Netflix, das sich mit einem Umsatz von 7,9 Mrd. Euro um zwei Plätze auf Rang 28 verbessern konnte sowie Facebook (Rang 9), dessen Umsatz von umgerechnet 24,9 Mrd. Euro nun schon ein Drittel höher ist als der von Bertelsmann (Rang 15), dem größten deutschen Medienkonzern. Weitere im Ranking vertretene Onlineunternehmen sind die chinesischen Google- und Facebook-Pendants Tencent (20,6 Mrd.; Rang 13) und Baidu (9,5 Mrd.; Rang 23) sowie Apple (21,9 Mrd.; Rang 12), Microsoft (15,2 Mrd.; Rang 17) und Amazon (6,3 Mrd., Rang 31) für deren Einordnung im Ranking der Teil des Gesamtumsatzes berücksichtigt wurde, den diese Konzerne mit der Produktion und Distribution von TV-Serien, Filmen, Musik und Games generieren. Es ist davon auszugehen, dass in den kommenden Jahren insbesondere Netflix und Amazon im Ranking weiter aufsteigen werden. Die Unternehmen, ebenso wie die chinesische Alibaba Group (2,0 Mrd., Rang 81), stiegen 2016 im Rahmen ihrer globalen Content-Offensiven auch in die Produktion von hochbudgetierten Filmen ein, und werden so mittel- bis langfristig die traditionellen Hollywoodstudios Marktanteile streitig machen. Mit Oath, der unter dem Dach von Telekommunikationsunternehmen Verizon vereinten einstigen Marktführer Aol und Yahoo, ist zudem ein weiterer Wissenskonzern im Ranking vertreten (9,3 Mrd., Rang 25). Oath will das Werbemonopol von Google und Facebook durch die Verknüpfung von mobilen Userdaten und personalisierten Content durchbrechen.

Zu den neben Bertelsmann im Ranking vertretenen deutschen Medienkonzernen zählen die ARD mit einem Umsatz von 6,4  Mrd. Euro auf Rang 29, ProSiebenSat. 1 (3,7 Mrd.; Rang 50), Axel Springer (3,2 Mrd.; Rang 54), die Bauer Media Group (2,3 Mrd.; Rang 72), Burda Media (2,2 Mrd.; Rang 75), das ZDF (2,2 Mrd.; Rang 76) und die Verlagsgruppe Holtzbrinck (1,7 Mrd.; Rang 85).

Die Gesamtheit der Top 100 erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz von 866,1 Mrd. Euro, was einem knapp 15-prozentigen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr entspricht (755,5 Mrd. Euro). Der Umsatz der zehn größten deutschen Medienkonzerne stieg 2016 leicht auf 40,9 Mrd. Euro – etwa halb so viel wie allein Google erwirtschaften konnte.

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

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