Bloomberg kauft Wirtschaftsmagazin BusinessWeek

14.10.2009

Der US-amerikanische Finanzinformationsdienstleister Bloomberg L.P. hat sich in einem Bieterwettstreit gegen 25 Interessenten durchgesetzt und das Wirtschaftsmagazin BusinessWeek von Medienkonzern McGraw-Hill übernommen. Über die Zahlungsmodalitäten wurde Stillschweigen vereinbart, laut einem Bericht von BusinessWeek in eigener Sache soll der Preis jedoch zwischen zwei und fünf Millionen US-Dollar inklusive der Übernahme von Schulden liegen. Neuer Vorsitzender des Magazins wird Bloomberg-Chief Content Officer Norman Pearlstine. Offen bleibt, wieviel der 400 Mitarbeiter der Zeitschrift im Zuge der Übernahme ihren Arbeitsplatz verlieren werden.

Für Bloomberg ist der Kauf des vor 80 Jahren gegründeten Magazins die erste Akquisition der Unternehmensgeschichte. Bisher verzichtete das Bloomberg-Management auf kostspielige Übernahmen, doch positive Synergieeffekte gaben den Ausschlag dafür, BusinessWeek in das Portfolio des Unternehmens zu integrieren. Künftig soll die Redaktion des nach wie vor in gedruckter Form erscheinenden Magazins das Bloomberg-Terminal sowie die diversen Onlineauftritte und Fernsehsender mit Informationen und Kommentaren anreichern.

In den vergangenen Jahren erwirtschaftete BusinessWeek im Zuge der Finanz- und Werbekrise erhebliche Verluste. Für 2009 wird ein Verlust in Höhe von 40 Millionen US-Dollar prognostiziert. Noch 2000 bezifferten Analysten den Wert der Zeitschrift auf knapp eine Milliarde US-Dollar. Nach dem Verkauf der Zeitschrift scheint McGraw-Hill seinen Status als Medienkonzern immer mehr aufzugeben. Außer einiger weniger Fernsehsender und einer Textbuch-Sparte verfügt das Unternehmen im Wesentlichen nur noch über die in die Kritik geratene Rating-Agentur Standard & Poor's.

Mehr dazu:

- BusinessWeek: Bloomberg Wins Bidding For BusinessWeek

- paidcontent: Bloomberg Wins BusinessWeek; Pearlstine Will Be Chairman

- DailyFinance: Bloomberg-BusinessWeek combo makes web sense

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