Bertelsmann verfehlt Gewinnziel deutlich

24.03.2009

Europas größter Medienkonzern Bertelsmann hat im vergangenen Jahr sein Ertragsziel deutlich verfehlt. Grund seien vor allem schrumpfende Werbemärkte und hohe Wertberichtigungen im Fernsehgeschäft. Dies teilte das Unternehmen heute in Berlin mit. Der Nettogewinn habe mit 270 Mio. Euro klar unter der Zielmarke von rund 800 Mio. Euro und um ein Drittel unter dem Vorjahreswert von 405 Mio. Euro gelegen, sagte der Finanzvorstand der Bertelsmann AG, Thomas Rabe. Wegen der Trennung von margenschwachen Unternehmensteilen sank der Umsatz um knapp 15 Prozent von 18,76 Mrd. Euro auf 16,12 Mrd. Euro.
Bertelsmann selbst zeigte sich jedoch zufrieden mit dem Ergebnis: „Bertelsmann ist 2008 ein gutes Stück vorangekommen. Wir haben uns von schrumpfenden Geschäftsteilen getrennt und sind heute strategisch deutlich besser aufgestellt als noch vor zwölf Monaten. Bertelsmann verfügt jetzt in fast allen Geschäften über gute bis sehr gute Marktpositionen", so der Vorstandsvorsitzende Hartmut Ostrowski.
Bertelsmann hatte im vergangenen Jahr mit der Musiksparte BMG und einem Teil seines ausländischen Buchclub-Geschäfts das Portfolio deutlich verkleinert. Der Umsatz der fortgeführten Aktivitäten lag annähernd auf dem Vorjahresniveau von 16,19 Mrd. Euro.
Laut Rabe habe Bertelsmann seinen Schuldenstand im vergangenen Jahr deutlich um 1,1 Mrd. auf 6,63 Mrd. Euro reduziert. Damit würden die selbst gesteckten Ziele leicht verfehlt. Weitere Verkäufe seien im laufenden Jahr nicht geplant. „Wer jetzt verkauft, verkauft im Zweifel unter Wert.“ Auch größere Zukäufe schloss Rabe aus Gründen der kaufmännischen Vorsicht angesichts der Wirtschaftskrise weitgehend aus. „Das ist nicht das Gebot der Stunde“, sagte er. Weitere Wertberichtigungen im Fernsehgeschäft schloss er nicht aus.


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RTL wirft weniger Cash ab (FTD)
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Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

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