Axel Springer AG: Einstieg bei Stefan Austs neuem Magazin?

20.04.2010

Die Axel Springer AG hat nach Medienberichten Interesse an einer Beteiligung an Stefan Austs Magazin-Projekt. Die Entwicklung des neuen Nachrichtenmagazins, das unter dem Arbeitstitel "Die Woche" firmiert, wurde von der WAZ-Gruppe angestoßen und finanziert. Der Medienkonzern aus Essen sucht jedoch derzeit nach Verlagen, die sich an der Realisierung und Markteinführung beteiligen könnten. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" hat nun der Springer-Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner an Austs Magazin-Entwicklung "journalistisch Gefallen gefunden". Die WAZ-Mediengruppe strebe nur noch eine Minderheitsbeteiligung an. Der Axel-Springer-Verlag sagte auf Handelsblatt-Anfrage: "Es ist noch keine Entscheidung gefallen. Wir lassen uns nicht aufgrund eines guten journalistischen Konzepts sofort hinreißen."

Stefan Aust ist den Berichten zufolge bei seiner Investorensuche zuvor zum Teil auf Ablehnung gestoßen. So konnte der ehemalige "Spiegel"-Chefredakteur die Verantwortlichen von Hubert Burda Media und des Ringier-Verlags offenbar nicht überzeugen. Auch sollen sich nach dem "Spiegel"-Bericht innerhalb der WAZ-Gruppe "kritische Stimmen" mehren. Den Skeptikern ist die Finanzierung eines zusätzlichen deutschsprachigen Wochenmagazins angesichts der anhaltenden Werbekrise zu riskant. Als warnendes Beispiel dienen wohl die USA, wo die Werbeerlöse für Magazine im Jahr 2009 laut einer Studie des PEW um 17 Prozent zurückgingen.

Mehr dazu:

- Handelsblatt: Stefan Aust - Sansibar-Connection schmiedet große Pläne (20.04.2010)
- Frankfurter Rundschau Online: Springer steht bereit (19.04.2010)
- Horizont.net: Axel Springer hat Interesse an Stefan Austs Magazin-Projekt (19.04.2010)
- Kress: "Der Spiegel" über Austs Investorensuche: Ringier offenbar raus, Springer-Döpfner gefällt's (17.04.2010)

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

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