Apple TV vs. Netflix und Amazon: eigener Content für Streamingportal

01.09.2015

Apple-CEO Tim Cook, CC by Valerie Marchive

Auf dem kommende Woche stattfindenden Event wird Apple neben dem neuen iPhone auch eine neue Version seiner Set-Top-Box Apple TV vorstellen. Doch damit die Hardware bzw. ein entsprechender Online-Streamingdienst sich auf dem hart umkämpften und von Amazon Prime, Netflix und Hulu beherrschten Markt durchsetzen kann, bedarf es Alleinstellungsmerkmale in Form von selbst produzierten Serien und Filmen. Der On-Demand-Markt, den Apple über Jahre hinweg mit seinem iTunes-Store dominiert hat ist im Zuge von Flatrate-Angeboten wie Netflix und Spotify unter Druck geraten.

Zwar befindet sich Apple noch nicht in Gesprächen für eine Übernahme eines Hollywood-Studios worüber immer wieder sporadisch spekuliert wird (das Unternehmen hat Cashreserven von 200 Mrd. Dollar und könnte eine solchen Kauf mühelos stemmen), doch laut einem Bericht von Variety ist das Unternehmen in fortgeschrittenen Verhandlungen mit einzelnen Produktionsfirmen. Wie jetzt herauskam, wollte Apple bereits im Juli diesen Jahres die von der BBC geschassten "Top Gear"-Moderatoren Jeremy Clarkson, James May und Richard Hammond für eine exklusive Apple-Sendung verpflichten, ehe Amazon zuvorkam und diese für rund 36 Millionen Dollar engagierte. Wenn Apple seinen TV-Streamingdienst im kommenden Jahr unter der Führung von Eddy Cue launchen wird, sollen die diversen lizenzierten TV-Serien und Filme durch Eigenproduktionen angereichert werden. Die Popularität von Netflix und Amazon Video ist unter anderem wegen der hochwertigen Eigenproduktionen wie z.B. "Orange is the New Black", bzw. "Transparent" begründet.

Wie im Fall des im Juli gestarteten Musikdienstes Apple Music wagt das Unternehmen den Schritt in den Streamingmarkt mit Apple TV relativ spät. Kritiker werfen deshalb CEO Tim Cook vor, im Gegensatz zu seinem visionären Vorgänger Steve Jobs Trends nur noch hinterherzurennen anstatt diese selbst zu begründen. Die Anzahl der jährlich in den USA produzierten TV- und Webserien hat sich seit 2011 auf 400 verdoppelt; manche Beobachter warnen bereits vor einer Übersättigung. Doch die enorme Markenpopularität könnte Apple dabei helfen in relativ kurzer Zeit Spotify oder Deezer, bzw. Amazon und Netflix Marktanteile streitig zu machen. So haben sich seit dem Start von Apple Music 11 Millionen Test-User angemeldet, wobei sich nach Ablauf der kostenlosen Testversion rund die Hälfte wieder abgemeldet hat. Mit Apple Music hat das Unternehmen bereits erste Schritte in die Produktion von eigenen Inhalten gewagt und etwa den eigenen Radiosender Beats 1 gestartet, auf dem Celebrities ihre eigenen Sendungen moderiert haben. Preislich wird Apple TV (das im Gegensatz zu Netflix auch traditionelle Fernsehsender überträgt) wohl nicht mit der Konkurrenz mithalten, offenbar soll der monatliche Preis bei rund 40 Dollar liegen.

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

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