Apple, Facebook, Youtube: Einstieg in übersättigten Serienmarkt?

21.08.2017

Die Anzahl der gescripteten TV-Serien hat sich allein in den USA zwischen 2011 und 2017 auf 500 verdoppelt. Aufgrund eines zunehmend unübersichtlich Angebot von qualitativ hochwertigen Formaten, die auf verschiedenen Streamingplattformen und Sendern ausgestrahlt werden, sprechen einige Analysten bereits vom Anfang des Ende des goldenen TV-Zeitalters. Bereits vor zwei Jahren warnte John Landgraf, Chef des US-Senders FX, dass wir uns in einer Phase von peak TV befänden, in dem Produktionsfirmen und Sender mehr Inhalte produzieren, als von Zuschauern konsumiert werden können. Die TV- und Streaminglandschaft ist derzeit derart überfüllt, dass einige Sender wie etwa A&E oder Lifetime bereits aus der Produktion von neuen Formaten ausgestiegen sind.

Der näher rückende Start der Serien-Offensive von Apple, Facebook und YouTube wird diese Situation weiter verschärfen. Apple hat bereits verkündet mehr als eine Milliarde US-Dollar für die Entwicklung von Serien auszugeben, was in etwa der jährlichen Budget on FX entspricht. Dafür rekrutierte der Konzern hochrangiges Personal aus der TV-Industrie, Jamie Erlicht und Zack Van Amburg, die zuvor Sonys Fernsehsproduktionssparte leiteten (Konkurrent Netflix Antwort ließ nicht lange auf sich warten, als das Unternehmen Anfang des Monats die erfolgreiche Serien-Macherin Shonda Rhimes von Disneys ABC-Network abwarb). Während über die Höhe der Gesamtbudgets von Facebook und Youtube nichts bekannt ist, wollen beide wohl zwischen drei und vier Millionen Dollar pro Serienfolge investieren.

Doch wie wollen sich die neuen Formate in dem übersättigten Streamingmarkt von der Konkurrenz abheben? Facebook plant offenbar gezielt Serien zu produzieren, die Konversationen zwischen Facebook Usern auslösen sollen. Auch angesichts der Kontroverse um Hate Speech und Fake News in sozialen Netzwerken will Facebook massentaugliche und explizit entpolitisierte Formate kreieren, um ein familienfreundliches Umfeld für die Schaltung kurzer Werbespots zu ermöglichen. Apple wird hingegen zunächst damit beginnen, neue Serien von externen Produktionsstudios zu kaufen. YouTube, das mit seinem paid content Ableger YouTube Red bereits Formate mit YouTube-Stars produziert, will ebenfalls hochwertige Serien für die Zielgruppe der 16-35-jährigen herstellen, died offenbar teilweise auf einer Auswertung der Youtube-Suchdaten seiner User basiert.

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

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