Altaba: Was von Yahoo übrig bleibt

10.01.2017

Yahoo-Zentrale in Sunnyvale. By CoolCeasar CC BY-SA 3.0

Sollte der rund fünf Milliarden Dollar teure Verkauf des Kerngeschäfts von Yahoo an Telekommunikationskonzern Verizon tatsächlich über die Bühne gehen, wird der verbleibende Teil des Unternehmens künftig unter dem Namen Altaba firmieren. Dies geht aus einer Mitteilung an Aktionäre hervor, die gestern veröffentlicht wurde.

Verizon kauft von Yahoo nur das klassische Internetgeschäft, das die Yahoo-Suchmaschine, den gleichnamigen Email-Dienst und diverse Sport- und Finanzinformationsseiten umfasst (die weiterhin unter dem Yahoo-Label operieren werden). Eigenständig bleiben hingegen die diversen Investmentaktivitäten zu der unter anderem extrem wertvolle Anteile am chinesischen Internetgiganten Alibaba und Yahoo Japan gehören. Dieser Teil des Yahoo-Konzerns, der keinerlei 'Products' umfasst gilt in Insiderkreisen bereits seit längerem als 'Zombie-Yahoo' und wird nun in Altaba umbenannt. Noch-Yahoo-Chefin Marissa Mayer wird keine Rolle bei Altaba spielen; noch ist nicht abzusehen ob sie Yahoo als Teil von Verizon weiter leiten wird oder das Unternehmen im Gegenzug für einen 55 Millionen Dollar schweren "goldenenen Fallschirm" verlassen wird.

Vorraussetzung dafür, dass die Namensänderung tatsächlich erfolgt ist eine erfolgreiche Abwicklung des Verkaufs an Verizon. Diese steht zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch in den Sternen. Zwei aufeinanderfolgende Daten-Hacks haben Yahoo im letzten Jahr erschüttert. Die Kommunikationsarbeit von Yahoo war dabei geradezu katastrophal. Zunächt verschwieg man der Öffentlichkeit lange den Diebstahl der persönlichen Daten von 500 Millionen Yahoo-Usern ehe man einräumte, dass eine weitere Milliarde von Accounts gehackt wurde. Angesichts des entstandenen PR-Schadens möchte Verizon nun den Kaufpreis drücken oder könnte im schlimmsten Fall gänzlich Abstand von Yahoo nehmen.

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

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