US-Tageszeitungen verschärfen Sparkurs

27.03.2009

Angesichts einbrechender Werbeerlöse greifen die US-Traditionszeitungen "New York Times" und "Washington Post" zu weiteren Einschnitten. Die "New York Times" streicht nun zusätzliche 100 Stellen ausserhalb der Redaktion und kürzt leitenden Redakteuren und Managern die Gehälter für den Rest des Jahres um fünf Prozent. Die "Washington Post" kündigte am Donnerstag eine neue Runde von Abfindungsangeboten an. In der aktuellen Zeitungskrise haben bereits viele US-Blätter Stellen abgebaut.
Der NYT-Verlag forderte auch die gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten zum Lohnverzicht auf. Sonst drohten Entlassungen. Die Gruppe verhängte zudem bei den meisten ihrer anderen Medien mit Ausnahme der "International Herald Tribune" Gehaltskürzungen. Die Beschäftigten bekommen im Gegenzug allerdings zusätzliche freie Tage. Kürzlich hatte die NYT-Gruppe ihre erst 2007 fertiggestellte Zentrale in Manhattan wegen Geldnöten verkaufen müssen und ist dort nur noch Mieter. Zudem holte sie sich vom mexikanischen Milliardär Carlos Slim im Gegenzug für weitere Anteile eine Kapitalspritze.
Nach einem Verlust im Vorjahr befürchtet die "Washington Post" auch für 2009 ein Minus. Der Gesamtkonzern rund um das Print-Flaggschiff schrieb dank anderer Sparten 2008 insgesamt aber schwarze Zahlen. Das Blatt hat bereits mehrere Abfindungsrunden hinter sich. Sollten nicht genug Mitarbeiter die Angebote annehmen, kann es Kündigungen geben. Das Verlagshaus um die "New York Times" baute bereits im vergangenen Jahr Stellen ab. Die Redaktion musste zwar auch erste Einschnitte hinnehmen, ist mit fast 1300 Stellen aber noch immer die mit weitem Abstand größte der USA.

Mehr dazu finden Sie hier:

New York Times und Washington Post verkünden Einschnitte (Spiegel Online)
Schwarzer Freitag für die Medienbranche (Meedia)
New York Times lays off staff, seeks pay cuts (Reuters)
Washington Post Offers Buyouts at Flagship Newspaper (Bloomberg)
In den USA sterben die Tageszeitungen (ARD)

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

Zur Instituts-Website

mediadb.eu wird gefördert von der Bundeszentrale für Politische Bildung

und der Stadt Köln.