US-Medienmogul John Malone kauft Kabelnetzbetreiber Unitymedia

13.11.2009

Der US-amerikanische Kabelkonzern Liberty Global kauft den zweitgrößten deutschen Kabelnetzbetreiber Unitymedia. Der Konzern des Medienunternehmers John Malone zahle 3,5 Milliarden Euro, teilten die Unternehmen mit. Der Deal solle im ersten Halbjahr 2010 abgeschlossen werden und müsse noch von den Kartellbehörden genehmigt werden. Unitymedia-Chef Parm Sandhu sagte in einer ersten Stellungnahme: „Als Teil des weltgrößten internationalen Kabelunternehmens werden Unitymedia und seine Kunden erheblich vom verbesserten Zugang zu neuen Technologien und einer globalen Forschung und Entwicklung profitieren.“

Der Einstieg des amerikanischen Medien- und Kabelmoguls bei Unitymedia sei eine Sensation, kommentiert das Handelsblatt. Das Geschäft sei der größte Deal in der deutschen Medienbranche seit dem Einstieg der Investoren KKR und Permira bei der ProSiebenSat1 AG. In weiteren Reaktionen ist von einem „Comeback“ John Malones die Rede. Der Milliardär wollte bereits 2002 im deutschen Kabelmarkt einsteigen und Kabelnetze der Deutschen Telekom erwerben. Sein Vorhaben scheiterte damals jedoch am Veto des Bundeskartellamts.

Der internationale Kabelnetzbetreiber Liberty Global entstand 2005, als Liberty Media International – ein ehemaliges Tochterunternehmen des Medienkonzerns Liberty Media Corp. – mit dem Kabelkonzern UGC (UnitedGlobalCom) zu Liberty Global fusionierte. Der Konzern hat nach eigenen Angaben heute rund 22.000 Mitarbeiter weitweit und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz in Höhe von 10,56 Milliarden US-Dollar.

Mehr dazu:  

- Handelsblatt: Liberty übernimmt Unitymedia (13.11.2009)
- Financial Times Deutschland: Malone übernimmt Unitymedia (13.11.2009)

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

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