Thomson Reuters verkauft dpa-AFX-Anteil

15.06.2009

Der Informationsdienstleister Thomson Reuters hat seinen Anteil an der Nachrichtenagentur dpa-AFX an die Deutsche Presse-Agentur (dpa) und die österreichische Austria Presse Agentur (APA) verkauft. Wie die Unternehmen mitteilten, haben die beiden deutschsprachigen Nachrichtenagenturen einen 34-Prozent-Anteil an dpa-AFX übernommen. Dadurch erhöhe sich der dpa-Anteil an der auf Wirtschafts- und Finanznachrichten spezialisierten Agentur auf 76 Prozent, der Anteil von APA steige von 16 auf 24 Prozent. Der Kaufpreis wurde nicht bekannt gegeben.

Die Vertragspartner kündigten in einer gemeinsamen Pressemitteilung an, die bestehenden Geschäfts- und Lieferbeziehungen langfristig fortführen zu wollen. In seinem Statement zum Kauf der Anteile von Thomson Reuters sagte dpa-Geschäftsführer Malte von Trotha: „Den Anlegern versprechen wir weiterhin die guten und schnellen Informationen, die die Kurse bewegen.“ Peter Kropsch, Geschäftsführer der APA, ergänzte: „Mit der Aufstockung unseres Anteils setzt die APA einen weiteren bedeutenden Schritt im Sinne der langfristigen Zusammenarbeit mit dpa-AFX. Das ist eine wesentliche strategische Entscheidung.“

dpa-AFX wurde 1999 von den Hauptgesellschaftern dpa und AFX News Ltd. (London) gegründet, um in Frankfurt deutschsprachige und englischsprachige Finanznachrichten zu produzieren. Die AFP-Finanznachrichten-Tochter AFX wurde 2006 vom kanadischen Finanzkonzern Thomson übernommen. Im vergangenen Jahr kaufte Thomson dann zudem das britische Medienunternehmen Reuters, das Finanznachrichten und –daten anbietet. Hintergrund des Verkaufs des dpa-AFX-Anteils durch Thomson Reuters seien nun vor allem ineffiziente Arbeitsabläufe gewesen, die durch die Übernahme von Reuters durch Thomson ausgelöst wurden, berichtet das Fachmagazin Horizont.

Mehr dazu:

Horizont.net: dpa-AFX: dpa und APA übernehmen Thomson Reuters-Anteile (15.06.2009)

 

 

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