Stefan Aust plant den Kauf von N24

13.01.2010

Torsten Rossmann, Vorsitzender der Geschäftsführung von N24, plant, den defizitären Nachrichtenkanal gemeinsam mit dem ehemaligen Spiegel-Chefredakteur Stefan Aust zu übernehmen. Ein entsprechendes Management-Buy-out-Modell sieht nach den Worten von Rossmann den Kauf des zur ProSiebenSat.1-Gruppe gehörenden Senders sowie der hauseigenen Produktionsfirma Maz & More durch Rossmann, Aust sowie weitere Partner vor. Rossmann soll den Plänen zufolge auch zukünftig als Geschäftsführer fungieren, während Stefan Aust als profilierter Journalist seine Kontakte im Bereich der TV-Produktion nutzen und für die Inhalte verantwortlich sein soll.

Voraussetzung für die Übernahme ist, dass der unter einer hohen Schuldenlast leidende Fernsehsender N24 auch in Zukunft mit der Nachrichtenproduktion für die übrigen Sender von ProSiebenSat.1 beauftragt wird. ProSiebenSat.1-Vorstandschef Thomas Ebeling hat jedoch bereits angekündigt, das Budget für die N24-Nachrichten von 40 auf 25 Millionen Euro im Jahr zu senken. Ein eigenständiger N24-Sender unter der Leitung von Rossmann und Aust würde auch die Produktion von Magazinbeiträgen für Dritte im Fernseh- und Onlinebereich forcieren, sagte Rossman in einem Interview mit dem Tagesspiegel.

Rossmann betonte, die Übernahme von N24 durch Aust und ihn sei, anders als eine Umpositionierung oder Einstellung des Senders, sowohl für die Öffentlichkeit als auch für das Unternehmen selbst die beste Option: "Ein eigenständiger, unabhängiger Newsproduzent wird die Meinungsvielfalt in Deutschland vergrößern. Anders als externe Interessenten kennen wir das Unternehmen und seine Mitarbeiter und wir wissen, was erfolgreiches Nachrichtenfernsehen ausmacht."

Mehr dazu:

- Tagesspiegel (13.01.10): "Wir wissen was erfolgreiches Newsfernsehen ist"

- Süddeutsche.de (12.01.10): "Das erste Gebot"

- Berliner Zeitung (13.01.10): "Neue Nachrichten"

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

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