Spekulationen um Verkauf der New York Times

12.01.2009

Ein Artikel im „Atlantic Magazine“ hat für Aufsehen gesorgt, in dem der Journalist Michael Hirschorn über ein baldiges Ende der „New York Times“ und deren Mutterkonzern New York Times Company spekuliert. Hirschorn argumentiert plausibel, dass der finanziell angeschlagene Medienkonzern bereits im Mai dieses Jahres aufgrund seiner enormen Schulden verkauft werden oder sogar komplett zusammenbrechen könnte. Die Haupteigentümer der Sulzberger-Familie würden, so Hirschorn weiter, bei weiterhin ausbleibenden Profiten die Reißleine ziehen und ihre Anteile veräußern. Als mögliche Käufer gelten David Geffen, Michael Bloomberg und Carlos Slim, sowie die Unternehmen Google, Microsoft oder CBS. Michael Wolff, Autor für Vanity Fair und Rupert Murdoch-Biograph, sieht für die Zukunft des Unternehmens ebenfalls schwarz. Ein eventueller Notverkauf des „Boston Globe“ oder des Baseball-Teams „Red Sox“, um kurzfristig an frisches Geld zu kommen, würde laut Wolff, der in einem Artikel des „Guardian“ zitiert wird, den Untergang nur verlangsamen und außerdem als Zeichen von Verzweiflung angesehen werden. Den einzigen Ausweg aus der Krise sieht Hirschorn in der Einstellung der Printausgabe und der Fixierung auf den Online-Auftritt der „Times“, die mit der Kündigung von 80 Prozent aller Mitarbeiter einhergehen würde. Der prominente Blogger Jay Rosen äußert sich in einem Interview mit der „Neuen Zürcher Zeitung“ optimistischer, argumentiert aber ähnlich wie Hirschorn, dass die Zukunft der „Times“ im Internet liegt.

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

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