Sarkozy verbannt Werbung aus dem Programm von France Télévisions

06.01.2009

Der französische Präsident Nicholas Sarkozy hat damit begonnen, seine Pläne in die Tat umzusetzen, die öffentlich-rechtliche TV-Landschaft Frankreichs sukzessive von Werbung zu befreien. Seit dem 5. Januar 2009 werden während der um 20.00 Uhr beginnenden abendlichen Primetime der unter dem Dach der France Télévisions-Holding organisierten Fernsehsender keine Werbespots mehr ausgestrahlt. Die dadurch fehlenden Werbeeinnahmen sollen nach den Plänen Sarkozys durch eine Besteuerung der Werbeerlöse von Privatsendern kompensiert werden. Bei den Redakteuren und Journalisten von France Télévisions haben die Maßnahmen für einen Aufschrei und Streikdrohungen gesorgt. Die Mitarbeiter fürchten aufgrund der Einnahmeverluste Budgetkürzungen und Personaleinsparungen. Kritiker werfen Sarkozy vor, die heimische Fernsehlandschaft im Stil von Silvio Berlusconi zu kontrollieren und seine Freunde aus der privaten Medienwirtschaft zu begünstigen, wie der „Guardian“ berichtet.

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

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