Premiere mit mehr Verlust und weniger Kunden

14.05.2009

Der TV-Konzern Premiere hat im ersten Quartal 2009 den Verlust des Vorjahres nahezu verdreifacht. Wie das Unternehmen am heutigen Donnerstag mitteilte, erhöhte sich der Verlust von 28,1 Mio. im Vorjahreszeitraum auf 80 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) gab der Konzern mit minus 29,8 Mio. Euro an, während man 2008 noch 2,9 Mio. Euro verdient hatte. Der Umsatz stieg dagegen leicht an und liegt nun bei 232,7 Mio. Euro nach 231 Mio. Euro im Vorjahr.
"Die Ergebnisse des ersten Quartals liegen im Rahmen unserer Erwartungen", erklärte Vorstandsvorsitzender Mark Williams. "Wir erwarten im zweiten Halbjahr eine Steigerung der Abonnentenzahlen nach umfangreichen Maßnahmen im Vertrieb, im Marketing und im Kundenservice."
Der Sender, an dem der Medienunternehmer Rupert Murdoch über seinen Konzern News Corp. mit 30,5 Prozent beteiligt ist, hat im laufenden Jahr bereits 450 Mio. Euro über Kapitalerhöhungen vorgenommen, um eine neue Finanzierungsstruktur einzuführen. Diese soll Premiere die Umsetzung eines neuen Geschäftsplanes ermöglichen. In diesem Rahmen sieht Premiere nach früheren Angaben "erhebliche" Investitionen in Programmangebot, Marketing, Vertrieb und Kundenservice vor. Hauptziele sind die Steigerung der Zahl der Abonnenten mit Laufzeitverträgen und die Erhöhung des Umsatzes pro Kunde. Per Ende März verbuchte Premiere verglichen zum Jahresende 2008 einen Rückgang bei den direkten Abonnenten um 28.000 auf 2,371 Millionen. Ende März 2008 hatte Premiere 2,45 Millionen direkte Abonnenten. Für 2009 rechnet der Konzern weiterhin mit einem erheblichen operativen Verlust. Erst ab 2011 will man sowohl einen Nettogewinn als auch einen positiven Cashflow ausweisen.

Mehr dazu finden Sie hier:

Premiere verliert 80 Millionen in 90 Tagen (Meedia)
Premiere verliert weiter Geld und Kunden (Spiegel Online)
Premiere nennt sich künftig Sky (Süddeutsche)
Pressemitteilung (Premiere AG)

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

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