Oculus, Playstation VR, Gear VR: Medienunternehmen setzen auf Virtual Reality

26.10.2015

Oculus Rift Brille. CC by Rebke Klokke

Im November veröffentlicht Samsung für nur 100 Dollar mit dem Gear VR die erste massentaugliche, mit Smartphones und Streamingplattformen kompatible Virtual Reality-Brille. Ein Dutzend weiterer Devices, darunter auch HTCs Vive, wird 2016 auf den Markt kommen. Analysten und Experten sind sich bezüglich der Erfolgschancen von VR-Geräten noch uneinig: Enthusiasten vergleichen die Einführung der Datenbrillen bereits mit der Erfindung des Tonfilms, Skeptiker hingegen prognostizieren, dass VR ein ähnliches hohes Flop-Potential wie 3D-Fernseher hat. Doch Medien- und Onlinekonzerne haben in den vergangenen Jahre massiv in VR-Startups investiert und versprechen sich bahnbrechende Innovationen in den Bereichen Film/TV, Social Media und Games. Die Redaktion von mediadb.eu hat die VR-Aktivitäten der größten Medienunternehmen zusammengefasst:

Google
Mit dem Launch von Google Cardboard, einer faltbaren Pappe, die Smartphones zu VR-Brillen werden lässt, wollte Google im vergangenen Jahr das öffentliche Interesse an virtueller Realität wecken. Jüngst investierte der Konzern 562 Millionen Dollar in das Cinematic Reality-Start Up Magic Leap, das auf die Projektion von dreidimensionalen Grafiken in reale Umgebungen spezialisiert ist (ähnlich wie Microsofts HoloLens). Googles neuer CEO Sundar Pichai, der auch einen Platz im Aufsichtsrat von Magic Leap erhielt, könnte die Technologie in neue Generationen der umstrittenen Datenbrille Google Glass integrieren.

Walt Disney
Gemeinsam mit dem Konsortium Evolution Media Partners hat Disney 65 Mio. Dollar in die VR-Firma Jaunt und dessen 360-Grad-Kamera Neo investiert. Disney verspricht sich von VR-Technologie insbesondere eine Aufwertung seiner Sportübertragungsrechte der Tochter ESPN. So will Jaunt seinen Usern etwa bei Sportübertragungen ermöglichen mittels VR-Brille live am Spielfeldrand dabei zu sein. Die Technologie könnte von Disney auch für die Übertragung von Konzerten sowie Dokumentationen verwendet werden.

21st Century Fox
Rupert Murdochs Filmsparte 20th Century Fox arbeitet in Rahmen seines internen Fox Innovation Lab bereits seit geraumer Zeit an VR-Filmcontent. Sollte sich die Technologie durchsetzen, ist geplant, komplette VR-Filme zu produzieren. Bisher wurden jedoch nur VR-Extras für Fox-Filme hergestellt. Den Anfang machte der Reese Witherspoon-Film "Wild" gefolgt von einem 25-minütigen Extra zum Kinohit "The Martian" (die Filme sollen künftig auf den VR-Plattformen von Sony, Facebook und Co. verkauft werden).

Sony
Virtual Reality soll ein Kernbestandteil der enorm erfolgreichen Konsole Playstation 4 werden, die nach der schrittweise erfolgten Abspaltung der TV- und Smartphone-Sparten neben dem Filmsegment zum wichtigsten Eckpfeiler der Konzernstrategie avanciert ist. Playstation VR (zuvor Project Morpheus) wird im ersten Halbjahr 2016 erscheinen und soll vor allem Hardcore-Gamer ansprechen. Dass die Sony-Brille eine PS4 vorraussetzt und vermutlich zwischen 300 und 500 Dollar kosten wird, könnte jedoch potenzielle Kunden abschrecken. Allerdings verfügt Sony über die Expertise die PS VR zur führenden Gamer-VR-Brille zu machen.

Facebook
Mit der rund zwei Milliarden Dollar schweren Übernahme des VR-Brillen-Herstellers Oculus hat Facebook im März 2014 ein Ausrufezeichen gesetzt. Glaubt man den Ausführungen von CEO Marc Zuckerberg soll die ursprünglich als Gaming-Device konzipierte Oculus Rift-Brille künftig verstärkt in das Facebook-Ökosystem integriert werden (Gaming bleibt eine der Hauptfunktionen von Oculus und dass die Brille PC-kompatibel ist könnte ihr einen entscheidenden Vorteil gegenüber Sonys Konkurrenzprodukt geben). Zuckerberg, der ebenfalls verstärkt in 3D-Video-Technologie investiert hat, möchte seinen Usern langfristig die Möglichkeit geben, in VR-Räumen zu kommunizieren und interagieren. Zu den technischen Möglichkeiten des VR-Mediums sagte Zuckerberg: "Es wird wild werden".

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

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