News Corp: Verluste im Geschäftsjahr 2008/2009

06.08.2009

Erstmals seit sieben Jahren hat der Medienkonzern News Corp. rote Zahlen geschrieben. Für das am 30.06. beendete Geschäftsjahr 2008/2009 verbuchte das viertgrößte Medienunternehmen der Welt einen Verlust von knapp 3,4 Milliarden US-Dollar. Im Geschäftsjahr zuvor konnte noch ein Gewinn von mehr als 5,3 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet werden. Der Konzernumsatz sank auf 30,4 Milliarden US-Dollar (2007/2008: 32,9 Milliarden).

Anhand der jüngsten Ergebnisse aus dem vierten Quartal lässt sich erkennen, in welchem Ausmaß der aus der Finanzkrise resultierende Einbruch des Werbemarkts dem Unternehmen von Rupert Murdoch zu schaffen macht. In den drei Monaten zwischen April und Juni 2009 verbuchte der Konzern einen Verlust in Höhe von 203 Millionen US-Dollar. Im Vorjahresquartal wurde hingegen noch ein Plus von mehr als 1,1 Milliarden US-Dollar eingefahren. Insbesondere der Umsatz und Gewinn im TV-, Zeitungs- und Onlinesegment fielen im vierten Quartal 2008/2009 signifikant geringer aus als im Vorjahreszeitraum. Dieses Minus kann insbesondere auf eine 680 Millionen US-Dollar teure Abschreibung auf die defizitäre Social Community MySpace zurückgeführt werden, die im Wettstreit mit Konkurrent Facebook immer mehr Boden verliert.

Rupert Murdoch reagierte unter anderem auf die schlechten Ergebnisse, indem er ankündigte, ab 2010 sämtliche Onlineausgaben der Zeitungen kostenpflichtig zu gestalten. Der britische "Guardian" zitierte Murdoch mit den Worten: "Qualitätsjournalismus ist nicht billig. Die digitale Revolution hat zwar viele neue und günstige Distributionskanäle geöffnet, aber Inhalte sind dadurch nicht grundsätzlich gratis geworden. Wir planen, für alle unsere Nachrichten-Websites Gebühren einzuführen."

Mehr dazu:

- Pressemitteilung der News Corporation: Earnings Release for the Quarter Ended June 30, 2009
- The Guardian: Rupert Murdoch plans charge for all news websites by next summer
- New York Times: News Corp Reports Loss After MySpace Write-Down

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

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