Netflix zur Streaming-Konkurrenz: „Es gibt genug Platz für alle."

15.03.2019

Cindy Holland, „Vice President Original Content” von Netflix macht sich keine Sorgen wegen der wachsenden Konkurrenz auf dem Markt für SVOD („Subscription-Video-on-Demand“). In ihrer Rede auf der INTV Conference (Jerusalem) am 11.3.2019 macht Holland klar: „Für Netflix ist Wettbewerb kein Problem.“ Sicher, Studio-Majors würden auf den Markt drängen mit Disney+ (Start im Laufe des Jahres) oder neuen Plattformen spätestens 2020 von WarnerMedia und NBCUniversal (Comcast). Aber: „Noch ist nichts entschieden. On-demand-TV steht noch ganz am Anfang.“ Sie glaube nicht, dass SVOD ein Nullsummenspiel sei, dass neue Player ihre Abonnenten bei Netflix abwerben müssten. „Wir haben 139 Millionen zahlende Kunden, das entspricht ungefähr 300 Millionen Viewer weltweit. Und wir glauben, dass wir noch eine ganze Weile lang wachsen werden.“

„Netflix‘ Zukunft ist international“, so Holland. Neue Kunden kämen zu 80% aus dem Ausland. Netflix würde zudem großen Wert auf mehr original series mit „authentischen Inhalten“ legen (also nicht aus den USA, nicht auf Englisch). „Nur wenn etwas auf dem Heimatmarkt funktioniert, kann es auch international Erfolg haben.“ Und auch wenn Inhalt und Netflix-Algorithmen sich ergänzten, gäbe es keine ausschließlich auf Daten beruhenden redaktionellen Entscheidungen. Cindy Holland: „Menschen beschließen, in welches Projekt wir investieren. Die Informationen, die wir haben, helfen uns allerdings. Wir wären dumm, wenn wir das nicht nutzen würden. Die Schlüsselfragen aber sind: Ist das eine gute Idee? Die auch für mehrere Jahre funktioniert? Trauen wir dem creative team die Aufgabe zu?“

Zu Einschaltquoten äußerte sich Holland zwar nicht („wir verkaufen keine Werbezeiten, warum sollten wir uns für Quoten interessieren?“), zur Global Audience von Netflix aber soviel: Durchschnittlich zwei Stunden verbringe der Kunde täglich auf Netflix, die Mehrheit nutze für das Angebot einen Fernseher und kein mobile device, die Mehrheit bräuchte auch „nur einige Sekunden“, bis sie sich für ein Programm entscheide. Trotz einer riesigen Auswahl. Und: „Spätestens nach 28 Tagen” wisse man, ob eine Produktion den Erwartungen an die Publikumsreichweite entspreche, oder ob sie abgesetzt wird.

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

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