Gibt Google Anspruch auf Netz-Neutralität auf?

16.12.2008

Wie aus einem Bericht des Wall Street Journals hervorgeht, plant Google, trotz der in der Vergangenheit mehrfach betonten Unterstützung für Netzwerkneutralität, mit Telekommunikationskonzernen zu kooperieren und für schnelleren Breitband-Zugang zu Google-Inhalten zu bezahlen. Andere Onlinekonzerne wie Microsoft  und Yahoo (Kooperation mit AT&T) und Amazon (Sprint) haben sich in den vergangenen zwei Jahren bereits öffentlich von dem Konzept der Netzwerk-Neutralität distanziert. Die von Google-Seite umgehend dementierten Pläne werden zu einer Zeit publik, in der Lawrence Lessig (Foto), Ikone der Netzwerk-Neutralitäts-Bewegung, Berater von US-Präsident Barack Obama und Kandidat für den Chefposten der Regulierungsbehörde FCC, zunehmend vom Standpunkt der Netzwerkneutralität abrückt. Offen bleibt, welchen Einfluss Lessigs Meinungswandel auf die Medien- und Kommunikationspolitik von Barack Obama haben wird. Obama, der unter anderem Google-CEO Eric Schmidt in sein Transitionsteam berufen hat, gilt als vehementer Verfechter der Netzwerk-Neutralität. Ein Bericht der Financial Times Deutschland relativiert die Vorwürfe gegen Google: der Onlinekonzern wolle nur Zwischenspeicher bei Telekommunikationsfirmen installieren, um den Traffic zu verringern.

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

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