Ex-Chef des Medienkonzerns Vivendi vor Gericht

23.10.2009

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende des französischen Medienkonzerns Vivendi, Jean-Marie Messier, muss sich in Paris vor einem Strafgericht verantworten. Dem ehemaligen Top-Manager sowie sechs weiteren Angeklagten werden nach Medienberichten die Verbreitung irreführender Informationen über das Unternehmen, Manipulationen des Aktienkurses sowie Untreue vorgeworfen. Die Ermittlungen dauerten mehrere Jahre.

Unter der Leitung von Jean-Marie Messier wurde Vivendi vom Energie- und Wasserkonzern zum internationalen Medienkonzern umgebaut, unter anderem durch die Akquisition der Universal Music Group. Nach einer Reihe aufwändiger Deals und der Investition von insgesamt rund 77 Milliarden US-Dollar verbuchte Vivendi im Geschäftsjahr 2001 einen Verlust in Höhe von 13,6 Milliarden Euro, den bis dahin höchsten Verlust der französischen Wirtschaftsgeschichte. 2002 lag der Verlust sogar bei 23,3 Milliarden Euro. „Mehrere Monate mit neuen Enthüllungen über Bilanztricks, Pannen in der Unternehmenskommunikation und stetig sinkendem Aktienkurs brachten Messier schließlich zu Fall. Im Juli 2002 musste er auf Druck des Aufsichtsrates zurücktreten“, schreibt mediadb.eu-Autor Christian Wagener im Vivendi-Konzernporträt rückblickend.

Mehr dazu:  

- Financial Times Deutschland: Ex-Vivendi-Chef angeklagt (22.10.2009)

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

Zur Instituts-Website

mediadb.eu wird gefördert von der Bundeszentrale für Politische Bildung

und der Stadt Köln.