Deutsche Großverlage bedrängen Grossisten

13.02.2009

Die Bauer Media Group und der Axel Springer Verlag üben Druck auf die insgesamt 73 Großhändler aus, die hierzulande als Zwischenstationen zwischen Vertrieben und Verkaufsstellen fungieren. Anlass dafür sind die am 28. Februar auslaufenden Rabattregelungen.
Beide Verlagshäuser wollen für ihre unter Auflagenschwund leidenden Zeitschriften bessere Handelsspannen und Rabatte aushandeln. Verlage mit Nischentiteln, deren Auflagen zumeist stabil sind, befürchten dagegen Wettbewerbsverzerrungen zu ihren Lasten.
Yvonne Bauer, Vertriebschefin beim Bauer-Verlag, forderte bereits im Oktober letzten Jahres, Printprodukte im Handel gemäß ihrer "Nachfrage- und Umsatzbedeutung" zu platzieren und unverkäufliche Titel auszulisten. Laut Grossist Alexander Grade hätte dies eine "Umverteilung" zur Folge, die die Auflagen der großen Blätter weiter steigen und die der kleinen fallen ließe.
Beim Bundesverband Presse-Grosso scheint der Druck dennoch Wirkung gezeigt zu haben: Der Verband legte am Mittwoch ein neues Angebot vor. Dies traf jedoch auf wenig Zustimmung beim Wettbewerber Gruner & Jahr, der viele monatliche Titel in seinem Portfolio hat, und von den neuen Regelungen negativ betroffen wäre. Das vorgelegte Modell sei "ein Angriff auf die Pressevielfalt" und bedeute eine "massive Umverteilung zulasten von Magazinen mit monatlicher Erscheinungsweise, hochpreisiger Zielgruppen-Zeitschriften und erfolgreicher Sonderhefte", sagte Olaf Conrad, Geschäftsführer von Gruner + Jahrs Vertriebstochter DPV.

Mehr dazu lesen Sie hier:

Großverlage feilschen um Rabatte (taz)
Grosso-Verhandlungen mit G+J gescheitert (meedia)


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