Comcast umsatzstärkster Medienkonzern im ersten Quartal 2009

16.06.2009

Der US-amerikanische Kabelgigant Comcast war im ersten Quartal 2009 der umsatzstärkste Medienkonzern der Welt. Das Unternehmen erwirtschaftete einen Umsatz von umgerechnet 6,78 Milliarden Euro und lag damit deutlich vor der Konkurrenz. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung des Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik (IfM), das die Entwicklung der Medienunternehmen beobachtet und die Ergebnisse in einer Online-Datenbank (www.mediadb.eu) zusammenfasst. Der US-Medienkonzern Time Warner kam im ersten Quartal nur auf 5,33 Mrd. Euro Umsatz und belegte Rang 4, hinter dem Unterhaltungskonzern Walt Disney (6,21 Mrd. Euro) auf Rang 2 und Rupert Murdochs News Corp. (5,66 Mrd. Euro) auf Rang 3.

Im Ranking der 50 größten Medienkonzerne der Welt, das sich auf das Geschäftsjahr 2008 bezieht und im April 2009 vom Institut für Medien- und Kommunikationspolitik veröffentlicht wurde, liegt Time Warner noch auf dem ersten Rang. Im nächsten Ranking der 50 größten Medienkonzerne der Welt, das voraussichtlich im April 2010 veröffentlicht wird, wird Time Warner seinen Spitzenplatz in der Jahreswertung wohl verlieren. Das Unternehmen trennte sich im März 2009 von seiner Kabelnetzsparte, die im ersten Quartal des vergangenen Jahres noch umgerechnet rund 2,77 Milliarden Euro Umsatz erzielte. Die Ausgliederung von AOL zum Jahresende ist ebenfalls beschlossene Sache, wie Time Warner Ende Mai mitteilte. Die Internet-Sparte, die seit acht Jahren zu Time Warner gehört, kam im ersten Quartal 2009 nur noch auf 666 Millionen Euro Umsatz (1. Quartal 2008: 752 Mrd. Euro).

Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat die Medienkonzerne im ersten Quartal 2009 stark gebeutelt. Nur zwei der zehn umsatzstärksten Medienkonzerne konnten einen Umsatzzuwachs verzeichnen, acht Unternehmen verbuchten ein Minus. Die größten Umsatzverluste musste Rupert Murdochs News Corp. verbuchen – minus 16 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresquartal schrumpfte der Umsatz um etwa 1,06 Milliarden Euro, vor allem in den Segmenten „Television“ und „Newspapers and Information Services“ brachen die Umsätze wegen fehlender Werbeeinnahmen ein. Auch der größte europäische Medienkonzern Bertelsmann litt unter der Entwicklung am Werbemarkt, der Umsatz im ersten Quartal 2009 sank auf rund 3,53 Milliarden Euro. Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski kündigte im Mai an, mit dem größten Sparprogramm in der Geschichte des Unternehmens auf die Wirtschaftskrise reagieren zu wollen. Es sollen mehrere hundert Millionen Euro eingespart werden.

Zulegen konnten im ersten Quartal 2009 nur der Kabelkonzern Comcast sowie das französische Unternehmen Vivendi, das in der Quartals-Rangliste auf Platz 8 liegt. Beim Vergleich mit dem Vorjahresquartal ist jedoch die Fusion von Vivendi Games mit dem Spielepublisher Activision im vergangenen Jahr zu berücksichtigen. Die nun zu Vivendi zählende Sparte „Activision Blizzard“ schnitt vor allem wegen der starken Nachfrage nach den Titeln „World of Warcraft“ und „Guitar Hero“ im ersten Quartal 2009 gut ab. Comcast profitierte insbesondere von einem Ausbau des Abonnentengeschäfts.

Zu den zehn umsatzstärksten Medienkonzernen der Welt im ersten Quartal 2009 zählten zudem Viacom/CBS auf Rang 5 (4,66 Mrd. Euro), der japanische Konzern Sony auf Rang 6 (3,97 Mrd. Euro), Bertelsmann auf Rang 7 (3,53 Mrd. Euro), Vivendi auf Rang 8 (2,88 Mrd. Euro), NBC Universal auf Rang 9 (2,71 Mrd. Euro) und Thomson Reuters auf Rang 10 (2,39 Mrd. Euro).

In der Quartals-Auswertung des IfM (www.mediadb.eu) wurden die Medienumsätze der größten Medienkonzerne der Welt verglichen. Die Untersuchung dient als Ergänzung der jährlich erstellten Rangliste der 50 größten Medienkonzerne der Welt. Basis für die Analyse sind – soweit publiziert – die in den Quartalsberichten der Unternehmen ausgewiesenen Umsätze in Originalwährung. Zur Umrechnung in Euro wird der Mittelkurs des ersten Quartals 2009 herangezogen.

 

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

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