Bertelsmann: Reinhard Mohn ist tot

05.10.2009

Der Medienunternehmer und langjährige Bertelsmann-Chef Reinhard Mohn ist am 03.10.2009 im Alter von 88 Jahren gestorben. Mohn stand von 1947 bis 1981 an der Spitze des Unternehmens, das sich unter seiner Leitung von einem mittelständischen Buchverlag zu einem der größten Medienkonzerne der Welt entwickelte. Wie das Unternehmen mitteilte, begleitete Reinhard Mohn bis zuletzt die Entwicklung der Bertelsmann AG, als Mitglied der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft (BVG), als Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats und als Mitglied des Kuratoriums der von ihm gegründeten Bertelsmann Stiftung.

In Nachrufen wird Reinhard Mohn als „Legende des deutschen Unternehmertums, einer wie Neckermann oder Grundig“ (Süddeutsche Zeitung) gewürdigt. Sein Tod bedeute für den Gütersloher Medienkonzern eine Zäsur, sagt Thomas Schuler, Biograf der Familie Mohn und verantwortlicher Autor des Bertelsmann-Konzernporträts auf www.mediadb.eu. Trotz aller Widersprüche habe Reinhard Mohn dem Unternehmen moralischen Halt gegeben. „Seine Erben, allen voran Tochter Brigitte, die im Vorstand der Stiftung sitzt, müssen sich erst noch beweisen“, schreibt er. In der taz kommentiert mediadb.eu-Autor Steffen Grimberg, vor allem Reinhard Mohns zweite Ehefrau Liz Mohn sei nun in der Pflicht: „Im Sinne von Reinhard Mohn gilt es Bertelsmann durch die Krise zu führen, ohne den Einfluss der Familie auf den Konzern aufzugeben.“  

Mehr dazu:

- Der Spiegel: Reinhard Mohns schwieriges Erbe (04.10.2009)
- Frankfurter Rundschau: Der Patriarch (04.10.2009)
- taz: Abschied von einem Scheinlinken (05.10.2009)
- Süddeutsche Zeitung: Reinhard Mohn - der Patriarch aus Gütersloh ist tot (04.10.2009)
- Stern: Der Bertelsmann (04.10.2009)
- Die Welt: Reinhard Mohn, der Anti-Medienmogul (04.10.2009)

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

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