19. Vivendi S.A.

Umsatz 2018: € 13,930 Mrd.

Überblick

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Vivendi ist nach wie vor der größte französische und zweitgrößte europäische Medienkonzern, obwohl sich das Unternehmen infolge einer aberwitzigen Expansionsstrategie von vielen internationalen Aktivitäten trennen musste. Vivendis Kerngeschäft besteht aus der Pay-TV-Gruppe Canal+, dem weltweit marktführenden Musikunternehmen Universal Music Group, der Mediaagentur Havas, der frankreichweit zweitgrößten Verlagsgruppe Editis und Gameloft, dem weltgrößten Entwickler und Herausgeber von Videospielen für Mobilgeräte und PC.

 

Basisdaten

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Hauptsitz:
42, avenue de Friedland
75380 Paris CEDEX 08
Frankreich
Telefon: 0033 1 71711000
Internet: www.vivendi.com

Branchen: Musik, Pay-TV, Film/TV-Produktion, Filmdistribution
Rechtsform: Aktiengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.01. - 31.12.
Gründungsjahr: 1853 als Compagnie Générale des Eaux, 1998 umbenannt in Vivendi, 2000 umbenannt in Vivendi Universal, 2006 umbenannt in Vivendi

 

Tab. I: Ökonomische Basisdaten 2014-2018 (in Mio. Euro)

 

2018

2017

2016

2015

2014

Umsatz (in Mio. €)

13.932

12.518

10.819

10.762

10.089

Gewinn (Verlust) nach Steuern (in Mio. €)

1.157

1.300

755

697

626

Aktienkurs (in €, Jahresende)

 22,28

 22,42

18,06

19,86

20,69

Beschäftigte

41.600

41.743

22.603

16.395

15.571

Tab. II: Umsatz nach Geschäftsbereichen 2014-2018 (in Mio. Euro)

 

2018

2017

2016

2015

2014

Universal Music Group

6.023

5.673

5.267

5.108

4.557

Canal+ Group

5.166

5.198

5.253

5.513

5.456

Havas

2.319

1.211*

-

-

-

Gameloft

293

320

132

-

-

Vivendi Village

123

109

111

100

96

Nouvelles Initiatives

66

51

103

43

-

Eliminations des

opérations intersegment

(58)

(44)

(47)

(2)

(20)

* Seit dem 3.7.2017 konsolidiert

Geschäftsführung

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Vorstand:

  • Vincent Bolloré, Censeur
  • Arnaud de Puyfontaine, Président du Directoire
  • Gilles Alix, Membre du Directoire
  • Cédric de Bailliencourt, Membre du Directoire
  • Frédéric Crépin, Secrétaire général du Groupe
  • Simon Gillham, Président de Vivendi Village et Directeur de la Communication de Vivendi
  • Hervé Philippe, Directeur Financier
  • Stéphane Roussel, Chief Operating Officer

Aufsichtsrat:

  • Yannick Bolloré, Havas
  • Philippe Bénacin, Interparfums
  • Cyrille Bolloré
  • Paulo Cardoso, Vivendi
  • Dominique Delport, Vice Media UK
  • Véronique Driot-Argentin, Vivendi
  • Aliza Jabès, Groupe Nuxe
  • Cathia Lawson-Hall, Société Générale
  • Sandrine Le Bihan, Vivendi
  • Michèle Reiser, MRC
  • Katie Stanton, Color Genomics

Geschichte

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Kometenhafter Aufstieg und aufsehenerregender Fall eines Medienkonzerns: Innerhalb eines knappen Jahrzehnts wurde aus dem altehrwürdigen Wasserversorger Compagnie Générale des Eaux (CGE, gegründet 1853) ein internationales Medienimperium, das in nur zwei Jahren unerhörte 37 Mrd. Euro Verlust machte, in sich zusammenbrach und heute, trotz Platzierung in den Top 20 der größten Medienkonzerne, fast nur ein Schatten seiner einstigen Größe ist.

1987 stieg die CGE ins Mediengeschäft ein, zunächst im Bereich Mobilfunk (Gründung von SFR) und Filmproduktion (Générale d’Images). Zur strategischen Entwicklungsachse wurde der Kommunikationsbereich erst 1996, als Jean-Marie Messier, 1956 geboren und Student der Elitehochschulen École polytechnique und ENA (École nationale d'administration), die Konzernleitung übernahm. Gemeinsam mit der Mannesmann AG und British Telecom wurde 1996 der Festnetzanbieter Cegetel gegründet, der nach Zukauf des Festnetzes der französischen Eisenbahn SNCF zur Nummer zwei im französischen Markt aufstieg. Im Februar 1997 übernahm Messier die Kontrolle beim Medienkonzern Havas (Mutterkonzern von Canal+). Im Jahr darauf schluckte die CGE das Unternehmen komplett, wurde in Vivendi umgetauft und unternahm den Einstieg in den Multimediasektor mit dem Kauf des amerikanischen PC-Lernspieleherstellers Cendant Software.

Jean-Marie Messier forcierte nun die internationale Ausrichtung des Konzerns. Schulbuchverlage in Südamerika wanderten 1999 in das Unternehmensportfolio, der historische Kern des Unternehmens, die Umweltsparte, wurde durch den Kauf von US Filter verstärkt. Zudem engagierte sich Vivendi bei Monaco Telecom und den Festnetzanbietern Elektrim (Polen) und Matel (Ungarn). Ebenfalls 1999 kam es zur Fusion mit der französischen Kino- und Produktionsgruppe Pathé.

Im Jahr 2000 setzte das Unternehmen zum „großen Sprung nach vorn“ an. Er sollte katastrophal scheitern: Auf dem Höhepunkt des Börsenbooms verkündete Messier die Fusion mit Canal+ und Seagram (Spirituosen, Universal Studios und Universal Music). Die Firma benannte sich in Vivendi Universal um und gliederte sich fortan in sechs Bereiche: Universal Music Group, Vivendi Universal Publishing (ex-Havas), TV & Film, Telekommunikation, Internet sowie Vivendi Environnement, das Messier an die Pariser Börse brachte. Trotz dieser für sich allein schon kolossalen Fusion setzte Vivendi Universal seinen Wachstumskurs unbeirrt fort, befeuert durch die Internet- und Medieneuphorie an der Börse. Noch im gleichen Jahr wurde der kenianische Mobilfunkbetreiber Kencell erworben, ebenso wie 35 Prozent der Maroc Telecom. 2001 folgten weitere Dotcom-Unternehmen (u.a. MP3.com), der US-Schulbuch-Marktführer Houghton Mifflin und vor allem der Kauf von USA Networks sowie die Beteiligung am US-Satellitenbetreiber Echostar. Allein diese letzte Akquisition kostete 11,8 Mrd. Dollar.

Bei all der Euphorie konnte Messier leicht vertuschen, dass die Deals alles andere als profitabel waren. Umso größer war die Überraschung, als Vivendi Universal im Geschäftsjahr 2001 13,6 Mrd. Euro Verlust machte, den höchsten in der französischen Wirtschaftsgeschichte. Als Messier dies als einfachen Bilanztrick abtat, drehte sich das öffentliche Klima endgültig. Das Publikum hatte genug von seinem nicht gerade bescheidenen Ex-Liebling, der sich „J6M“ nannte (ein J, sechs M’s), „Jean-Marie Messier moi-même maître du monde“ (also „Ich selbst, Jean-Marie Messier, Herrscher der Welt“). Mehrere Monate neuer Enthüllungen über Pannen in der Unternehmenskommunikation bei stetig sinkendem Aktienkurs brachten Messier schließlich zu Fall. Im Juli 2002 musste er auf Druck des Aufsichtsrates zurücktreten. Zu diesem Zeitpunkt ächzte Vivendi unter einer Schuldenlast von 35 Mrd. Euro. Mit einem Verlust von 23,3 Mrd. Euro übertraf das Unternehmen den im Jahr zuvor aufgestellten Minusrekord nochmals deutlich.

Nach dem Abgang des flamboyanten Messier wurde 2002 Jean-René Fourtou als Président-Directeur général verpflichtet. Fourtou, ein Vertrauter von Staatspräsident Chirac, war als Sanierer geachtet. Vor seiner Berufung hatte er den fast bankrotten Konzern Rhône-Poulenc mit Hoechst zu Aventis zusammengeführt. Mit einem harten, aber notwendigen Sanierungskurs erfüllte Fourtou dann die in ihn gesetzten Erwartungen. Bei Vivendi verkaufte er in kurzer Zeit große Teile des Gesamtkonzerns, um der drückenden Schuldenlast zu entkommen; in Paris hieß er bald „Fourgue-tout“ (der, der alles vertickt). Nachdem man die Getränkesparte noch unter Messier abgestoßen hatte, trennte Fourtou sich von zahlreichen Geschäftsfeldern, die einst als Kernaktivitäten galten. So wurden u. a. die Anteile an BSkyB und Echostar veräußert. Es folgten die Satellitenbouquets in Italien, Benelux und Skandinavien, die Hardware-Sparte von Canal+, fast alle Anteile an der Umweltsparte Veolia, die Telekomaktivitäten in Monaco, Kenia, Ägypten, Ungarn und Polen, die Kinokette UCI sowie die Anteile an der Sportrechteagentur SportFive. Insgesamt wurden Aktivitäten mit einem Umsatz in Höhe von 24 Mrd. Euro verkauft – in dieser Zeit setzte Fourtou nur zwei Akquisitionen im Telekombereich durch. Für vier Milliarden Euro erhöhte das Unternehmen 2003 seinen Anteil am Telekomanbieter SFR-Cegetel um 26 Prozent; im Januar 2005 erhöhte Vivendi Universal seinen Anteil an Maroc Telecom auf 51 Prozent.

Der abschließende Sanierungsschritt erfolgte dann 2004 mit der Auslagerung von Vivendi Universal Entertainment in eine gemeinsame Firma mit der General-Electric-Tochter NBC. An dem so entstandenen Konglomerat NBC Universal hielt die Firma 20 Prozent – als reines Investment ohne strategische Kontrolle – bis zum Dezember 2009: nach monatelangen Verhandlungen verkaufte Vivendi den NBC Universal-Anteil für 5,8 Mrd. Euro an General Electric. NBC wiederum wurde dann im Zuge eines 30-Milliarden-Dollar-Megadeals in ein Gemeinschaftsunternehmen unter Führung von Comcast eingebracht.

2005 sagte Fourtou: „Ich habe meine Mission erfüllt“, zog sich in den Aufsichtsrat zurück und übergab Vivendi als quasi schuldenfreie Cash-Maschine an seinen Nachfolger Jean-Bernard Lévy, langjährige Nummer zwei im Konzern. Der 55-Jährige diente zunächst in der öffentlichen Verwaltung unter anderem als Berater des Industrieministers Gérard Longuet. In dieser Position kam er bereits mit der damaligen Compagnie Générale des Eaux in Kontakt, als er dem Versorger eine private Telefonlizenz gewährte und damit den Grundstein für den heute erfolgreichsten Konzernteil legte. Zunächst lief es sehr gut zwischen PDG Lévy und Aufsichtsratschef Fourtou. Schließlich wurde mit der Schaffung von NBC Universal, der Streichung von Universal aus dem Vivendi-Firmennamen und dem Rückzug von der New Yorker Börse im August 2006 ein Schlussstrich unter die Ära Messier gesetzt, dessen halsbrecherische Einkaufstour fast im Kollaps des gesamten Konzerns geendet wäre.

Doch 2013 kam es zu einer weiteren Verschlankung der Konzerns. Jetzt hieß es „Rückbesinnung aufs Mediengeschäft": für 4,2 Milliarden Euro wurden die Vivendi-Anteile an Maroc Telecom an den staatlichen Telekom-Anbieter Etisalat (Vereinigte Arabische Emirate) verkauft. Wenig später waren es dann umgerechnet 6,2 Milliarden Euro, die Vivendi einnahm durch den Verkauf des 2008 in einem Merger entstandenen Games Publisher Activision Blizzard. 2014 und 2015 folgte der Verkauf der Mobilfunk- und Kabelgeschäfte von SFR.

Allerdings wollte sich die „integrated media and content group“, so die Selbstbezeichnung, auch danach keineswegs auf Pay-TV und das Musikgeschäft beschränken. Denn der Ausstieg bei Activision Blizzard z.B. war kein vollständiger Abschied vom Games-Geschäft. Im Gegenteil: Seine Beteiligungen an anderen Unternehmen der Spieleindustrie baute Vivendi aus. Beispiel Gameloft, der weltweit größte Hersteller von Spielen für Mobilgeräte, den man trotz Ablehnung durch das Gameloft-Management im Juni 2016 mehrheitlich übernahm. Auch Anteile des weltweit größten Spielepublisher Ubisoft kaufte Vivendi (die man allerdings am 20.10.2018 mit 1,2 Mrd. Euro Gewinn wieder abgab).

Zunehmend zum Sorgenkind wurde der einstmals ruhmreiche Pay-TV-Sender Canal+. Im Februar 2016 war man in Gesprächen mit der beIN Media Group (Katar) über eine strategische Allianz, es ging um diverse Sport-Übertragungsrechte französischer beIN- Sportkanäle. Zuvor waren Canal+ und BeIN erbitterte Rivalen auf dem französischen TV-Markt. Doch nachdem immer mehr Franzosen ihr Canal Plus-Abo kündigen, versuchte das Vivendi-Management mit exklusiven Sportinhalten dagegenzuhalten.

Doch die Konkurrenz (der Streaming-Anbieter) wuchs. Netflix natürlich: Trotz einer signifikanten Preiserhöhung Ende 2017 zählte Netflix Mitte Februar 2019 fünf Millionen französische Abonnenten und überholte CanalPlus (4,757 Mio. im dritten Quartal 2018. Zur Erinnerung: Ende 2008 waren es noch 6,4 Mio.). Canal ist heute nur noch ein Mitbewerber auf dem Heimatmarkt.

Management

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Nach der Verkleinerung von Vivendi wurde Vincent Bolloré Verwaltungsratschef. Die Gruppe des umstrittenen bretonischen Investors und Milliardärs hält heute 26,28 Prozent der Vivendi-Anteile und ist der mit großem Abstand größte Aktionär. Im April 2018 übergab Vincent Bolloré, nach vier Jahren, das Amt des Verwaltungsratschefs an seinen Sohn Yannick. Bei Vivendi wird Vincent Bolloré weiterhin als Censeur geführt, hat aber schon bekannt gegeben, sich 2022 endgültig aus allen Geschäften zurückziehen zu wollen. CEO/Président du directoire des Unternehmens und verantwortlich für alle Medienaktivitäten ist seit Januar 2014 der ehemalige Hearst-Manager und Sarkozy-Berater Arnaud du Puyfontaine.

Geschäftsfelder

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Vivendi gliedert sich in sieben Geschäftsbereiche, die jeweils zu 100 Prozent Vivendi gehören.

Die Universal Music Group, die Künstlerbetreuung und Musikrechtehandel vereint, ist der größte Musikkonzern der Welt mit über 50 Labels wie Capitol Records, Republic Records, Interscope Geffen A&M Records, Island Records, Decca Records, Deutsche Grammophon, Blue Note Records, Verve Record. Berühmte internationale und französische Künstler sind unter anderem die Rolling Stones, U2, Taylor Swift, Lady Gaga, Drake, Post Malone, Helene Fischer, Florent Pagny, Eddy de Prett.

Die Groupe Canal+ ist in rund 30 Ländern aktiv. Im Zentrum der TV-Sparte steht der 1984 auf Initiative von Mitterand gegründete Bezahlsender Canal Plus (dem damals eine von sechs terrestrischen Frequenzen zugesprochen wurde). Die Canal Plus-Gruppe, heute größter Pay-TV-Anbieter in Frankreich, zweitgrößter in Europa, ist in der Krise. Die Abonnentenzahlen sind stark rückläufig. 4,757 Mio. Abonnenten waren es im dritten Quartal 2018. Zur Erinnerung: Ende 2008 waren es noch 6,4 Mio. Neben Frankreich betreibt die Canal Plus-Gruppe Filialen in Polen (nc+, Satelliten-Plattform mit 2,5 Mio. Abonnenten), Vietnam (K+, Satelliten-Plattform mit 400.000 Abonnenten), den französischen Überseegebieten und im frankophonen Afrika (Canal+ Overseas), dazu das Themenkanal-Bouquet CanalSat. Auch zwei in Frankreich frei empfangbare Sender (D8, D17) sind seit 2012 im Angebot. Die 100-prozentige Tochter StudioCanal ist ein führender europäischer Akteur in den Bereichen Filmproduktion und -vertrieb mit einem Filmkatalog von über 5.000 Titeln.

Havas, seit dem 3.7.2017 konsolidiert, eine der weltweit größten Werbe- und PR-Agenturen, mit Präsenzen in über 100 Ländern, bestehend aus der Havas Creative Group, Havas Media Group (mit Havas Media, Havas Sports & Entertainment und Arena Media) und Havas Health & You.

Editis ist das zweitgrößte französische Verlagshaus (mit Verlagen wie Nathan, Robert Laffont, Julliard, Plon, Belfond, Presses de la Cité, Pocket, Solar. Mit jährlich 4.000 erscheinenden Büchern und einem Katalog mit über 45.000 Titeln.

Gameloft ist der weltgrößte Entwickler und Herausgeber von Videospielen für Mobilgeräte und PC. In 19 Studios hat man 189 Spiele entwickelt für monatlich 98 Millionen Spieler. 2018 schafften es zwei der Gameloft-blockbuster („Minion Rush“ und „Asphalt 8: Airborne“) in die Top 10 der Spiele mit den meisten Downloads.

Vivendi Village ist laut Vivendi ein “testing ground to experiment innovative ideas and quickly launch projects”, entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Entertainmentbereich. Dazu gehören u.a. L’Olympia, die legendäre Pariser Konzert-Venue, „Vivendi Ticketing“, der britische Konzert- und Festivalveranstalter U-Live oder Vivendi Sports (Veranstaltung von Sportwettbewerben in Afrika).

Nouvelles Initiatives: Video-Sharing Plattform DailyMotion, Flab Prod, GVA Group

Participations umfasst die Minderheitsbeteiligungen an Telecom Italia (23,94%), Mediaset (28,8%), die Produktionsfirma Banijay Group (32,9%).

Aktuelle Entwicklungen

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Am 16.12.2019 gibt Vivendi bekannt: „Canal+ und The Walt Disney Company France stärken ihre strategische Partnerschaft“. Canal+ soll der exklusive Vertrieb werden für den neuen Streamingdienst Disney+, der Anfang April 2020 in Frankreich startete. Neue Disney-Filme (der Studios von Disney, Pixar, Marvel, Star Wars, 20th Century Fox, Blue Sky und Fox Searchlight) werden zuerst auf Canal+ ausgestrahlt. Außerdem erhalten Canal plus-Abonnenten Zugang zu Disney-Sendern wie dem Disney Channel, Disney Junior, National Geographic, National Geographic Wild, Voyage, Fox Play.

Eine weitere Meldung zu Canal+ gab es im Mai 2019: „CanalPlus expandiert: Kauf der Pay TV-Gruppe M7 (Luxemburg)“. Als die zunehmende Konkurrenz durch Netflix 2016 deutlich wurde, musste CanalPlus-Chef Maxime Saada reagieren: „Ich bestreite gar nicht, dass wir in Frankreich noch nicht auf der Höhe sind, um mit der weltweiten Konkurrenz mitzuhalten.“ In der Folge unternahm Saada drastische Sparmaßnahmen in Höhe von 450 Mio. €, schloss die überteuerte VOD-Plattform CanalPlay, organisierte den Launch von Canal+ Series im März 2019 (monatlich ab 6,99 €).

Am 27.5.2019 dann meldet die CanalPlus-Gruppe die Übernahme von M7, einem der führenden europäischen Pay TV-Betreiber, zum Preis von knapp über eine Milliarde Euro. M7 bietet Senderpakete in Deutschland (M7 Germany), in Belgien (TV Vlaanderen und TéléSat), den Niederlanden (CanalDigitaal und Online.nl), Österreich (HD Austria), Skylink in Tschechien und der Slowakei, Ungarn, Rumänien. Mit den insgesamt drei Millionen europäischen M7-Abonnenten erhöht sich die subscriber base von CanalPlus auf 20 Millionen weltweit. Maxime Saada: „This major acquisition allows us to reinforce our distribution capacity and to spread more widely the contents of our catalog and our numerous production activities in Europe.”

Dann sind da auch noch die Konflikte dem Berlusconi-Konzern Mediaset (an dem Vivendi 28,8 Prozent hält). Denn das Mediaset/Vivendi-Verhältnis ist zerrüttet. Es fing an mit der Idee einer franko-italienischen Medienallianz von Mediaset und Vivendi, bzw. Berlusconi und Vivendis größtem Shareholder Vincent Bolloré, um mit gestärkter Marktmacht Newcomern wie Netflix Widerstand zu leisten. Doch innerhalb von vier Monaten brach das Bündnis auseinander, als Vivendi im Juli 2016 erst die Zusage zurücknahm Premium zu kaufen, Mediasets Pay TV-Sparte. Und dann die 28,8 Prozent nach einem hostile raid übernahm.

Jetzt will Berlusconi eine paneuropäische Medienholding gründen (MediaforEurope), Großaktionär Vivendi aber sieht sich durch die MFE-Gründung benachteiligt und erhob Klage. Ende November 2019 konnte man vor einem Mailänder Gericht keine Einigung erzielen. Jetzt lädt Mediaset zu einer außerordentlichen Hauptversammlung am 10. Januar 2020 ein, wo man auf Klärung des Sachverhalts hofft.

Inhalte

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und der Stadt Köln.