17. Verizon

Umsatz 2019: $ 19,642 Mrd. (€ 17,550 Mrd.)

Überblick

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Verizon Communications ist ein US-Telekommunikationskonzern, neben AT&T und den fusionierten T-Mobile und Sprint einer der drei großen mobile carriers in den USA. Die Tochter Verizon Media, zuvor Oath (bis zum 31.12.2018), fungiert als Dachgesellschaft für Medien- und Online-Anbieter: Über 50 Medienunternehmen, wie auch die Internetdienstanbieter AOL und Yahoo!, Namen aus der Frühzeit des Internet.

Zur Einordnung von Verizon in das IfM-Ranking beziehen wir uns auf die im Verizon-Jahresbericht genannten Umsatzzahlen für Verizon Media und addieren die Umsätze für das unter dem „Fios“-Brand vermarktete Internet-, Streaming-, Gaming- und TV-Angebot (mit über 425 Sendern). Über Glasfaser in neun US-Staaten an über vier Millionen Kunden.

Basisdaten

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Hauptsitz:
1095 Avenue of the Americas
New York, NY 10036
USA
Telefon: 001 212 3951000
Websites: verizon.com/about/investors, verizonmedia.com

Branche: Internet-Portale, Fernsehen, Internet
Rechtsform: Aktiengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.01. - 31.12.
Gründungsjahr: 2000 (Verizon), 2019 (Verizon Media)

 

Tab. I: Ökonomische Basisdaten (in Mio. $)
20192018201720162015
Umsatz Verizon Communications 131.868130.862126.034125.980131.620
Umsatz Verizon Media7.5007.700*6.000*3.194**n/a
Umsatz Fios12.14211.93911.69111.20013.800
Gewinn Verizon Communications19.26515.52830.10113.12717.879
Aktienkurs (in $, Jahresende)60,4056,3652,4853,3846,22
Beschäftigte135.000144.500155.400160.900177.700

* Oath (Juni 2017 bis Dezember 2018)

** Verizon Digital Media

Geschäftsführung

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  • Hans Vestberg, Chairman and CEO Verizon
  • Matthew D. Ellis, EVP and Chief Financial Officer Verizon
  • K. Guru Gowrappan, EVP and Group CEO Verizon Media
  • Julie Jacobs, General Counsel Verizon Media
  • Iván Markman, Revenue and Marketing Verizon Media
  • Andy Nebens, Human Resources Verizon Media
  • Rathi Murthy, Global Technology Strategy Verizon Media

Geschichte

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Verizon geht zurück auf Bell Atlantic, eine der regionalen Telefongesellschaften der sieben „Baby Bells“, die 1984 entstanden, als das US-Justizministerium die Aufspaltung des AT&T („Ma Bell“)-Telefonmonopols verordnete. Nach dem Kauf des Telekom-Unternehmens GTE im Jahr 2000 entstand „Verizon“, ein sogenanntes „Portmanteauwort“ oder Kofferwort aus veritas und horizon. Die Mobilfunksparte „Verizon Wireless“ ist heute nach AT&T Mobility mit rund 119 Millionen Kunden der zweitgrößte Wireless Provider der USA.

AOL, 1983 als Control Video Corporation gegründet, verschob Ende der 1980er Jahre den Fokus auf Internetzugangssoftware. Nach der Umbenennung in America Online veröffentlichte das Unternehmen 1989 erstmals die gleichnamige Software für DOS und Windows. Die ersten Jahre wurde die Internetnutzung von America Online stündlich abgerechnet, erst 1996 wurde eine monatliche Flatrate von knapp 20 Dollar eingeführt. AOL, das seine auf CD-Roms gebrannte Software millionenfach unter die Leute brachte, wurde zum Synonym für Internetzugang. Die Anzahl der weltweiten AOL-User stieg von 10 Millionen 1995 auf 35 Millionen 2002.

Der Erfolg machte AOL zu einem Übernahmekandidaten für die Medienkonzerne der Old Economy. Der damalige Time Warner Chef Jerry Levin kündigte 2000 an, sein Unternehmen mit AOL verschmelzen zu wollen. Ein Jahr später kam es dann zu dem Merger, der de facto eine Übernahme von Time Warner durch AOL darstellte: 55 Prozent der Anteile an AOL Time Warner hielten AOL-Aktionäre, obwohl Time Warner mit einem damaligen Umsatz von 27 Milliarden neun mal so groß war. Es dauerte nicht lange bis klar wurde, dass AOL und Time Warner nicht zusammenpassten. Vor allem, weil die Fusion just in die Zeit vor dem Zerplatzen der Dot.com-Blase fiel, die den Aktienwert des Unternehmens von 225 auf 20 Milliarden reduzierte.

2009 wurde AOL aus dem Time Warner-Imperium ausgegliedert und positionierte sich als digitales Medienunternehmen. Neuer CEO wurde der ehemalige Google-Manager Tim Armstrong, der gleich das von ihm gegründete Regional-News-Portal Patch kaufte. Patch war zwei Jahre lang neben dem Technologie-Blog TechCrunch Kernstück des neuen AOL. Dies änderte sich im Februar 2011, als es Armstrong gelang, das internationale Blog-Netzwerk Huffington Post für 315 Millionen Dollar zu kaufen und Gründerin Ariana Huffington zur Medienchefin von AOL macht.

Aufgrund der HuffPo-Übernahme sowie des Kaufs der Video-Werbeplattform Adapt.tv konnte AOL seine Stellung auf dem Display-Werbemarkt signifikant verbessern. 2015 – Patch war inzwischen bereits wiederverkauft – wurde das Unternehmen erneut zum Übernahmekandidaten. Den Zuschlag erhielt schließlich Verizon für 4,4 Milliarden Dollar.

Yahoo! 1994 erschufen die Studenten Jerry Yang und David Filo in Stanford eine Website mit dem Namen „Jerry’s Guide To The World Wide Web“, ein hierarchisch angelegtes Verzeichnis anderer Websites. Die Beiden wussten, dass es innerhalb der Internet-Community einen großen Bedarf gab, einen einzigen Ort online zu haben, um geeignete Websites zu finden. Yang und Filo entwickelten also eine Navigationshilfe, um die rasant wachsende Anzahl von Internetseiten des Webkatalogs in Kategorien zu ordnen. Drei Monate später wurde „Jerry’s Guide“ in „Yahoo!” umbenannt. Da bereits ein Anbieter von Barbecue-Soßen das Copyright auf den Namen hatte, wurde ein Ausrufezeichen angehängt. Bald verzeichnete die neue Suchmaschine eine Million Anfragen von über 100.000 Benutzern. 1995 wurde Yahoo! gegründet und in eine AG umgewandelt. Mitte August 1995 begann man erstmals Anzeigen auf der Internetseite zu platzieren. 1996 ging Yahoo! an die Börse. Yang und Filo wurden über Nacht zu Multimillionären.

Mit Risikokapital von Sequoia Capital, die später auch den Konkurrenten Google Starthilfe gaben, sowie Reuters Ltd. und der japanischen Investmentfirma Softbank folgte eine weltweite Expansion des Erfolgsmodells. Bis 2000 wurden die nationalen Märkte von Deutschland, Japan, Großbritannien, Japan, Frankreich (jeweils 1996), Singapur, Australien, Korea, Dänemark, Norwegen, Schweden (jeweils 1997), Italien, Spanien (jeweils 1998), China (1999), Argentinien, Indien, Kanada (jeweils 2000) mit Portalen in der Landessprache erschlossen.

Nach dem Börsengang wurde Yahoo! von einer bloßen Suchmaschine in ein Web-Portal umgewandelt. Nach sechs sehr erfolgreichen Jahren geriet Yahoo! 2001 jedoch in seine erste große Krise. Andere Internet-Dienstleiter und Web-Portale, insbesondere Google, drangen in das von Yahoo! besetzte Marktsegment der Online-Suche ein. War Anfang 2000 eine Yahoo!-Aktie noch 235 $ wert, sank der Wert im August 2001 auf 11 $. Zu erwähnen ist aber auch die Milliarden-Investition beim chinesischen Online-Händler Alibaba. Der Wert der Alibaba-Anteile sollte sich in den nächsten zehn Jahren vervielfachen und sogar letzlich den Wert von Yahoo übersteigen.

Im Februar 2008 gab es das viel beachtete Übernahmeangebot für Yahoo! von Microsoft, 45 Milliarden US-Dollar schwer. Wozu es aber letztlich nicht kam. Yahoo!-Gründer Jerry Yang setzte sich vehement gegen den Aufkauf seines Unternehmens ein. Es blieb schwierig. Nach mäßigen Geschäftsergebnissen und einem Abgang von Führungskräften wurde Carol Bartz, Yangs Nachfolgerin an der Spitze von Yahoo, im September 2011 nach nur anderthalb Jahren entlassen. Die stagnierende wirtschaftliche Situation hatte Yahoo inzwischen zu einem Übernahmekandidaten gemacht. Dann wurde Bartz‘ Nachfolger Scott Thomson Anfang 2012 entlassen, weil er seinen Lebenslauf manipuliert und einen falschen Abschluss in Computerwissenschaft vorgetäuscht hatte. Nachfolgerin wurde die ehemalige Google-Führungskraft Marissa Meyer. Doch die Vorschlusslorbeeren halfen nicht: Nach vier Jahren, in den Mayer unter anderem durch Zukäufe (z.B. tumblr) und eigenproduzierten TV-Serien (wie „Community“) vergeblich versuchte, das Blatt zu wenden, wurde Yahoo im Frühjahr 2016 offiziell zum Verkauf angeboten.

Oath. Im Mai 2015 stieg der Telekomriese Verizon ins Geschäft mit Medien und Inhalten ein und kaufte AOL für 4.4 Milliarden Dollar. Im Jahr darauf wurde Verizons Interesse bekannt, auch Yahoo! zu übernehmen. Dadurch versprach man sich besonders Mehreinnahmen mit dem Einstieg in den Onlinevideo-Werbemarkt. Zwei Monate, bevor der Yahoo-Deal dann am 13.6.2017 abgeschlossen wurde (Kaufpreis: 4,48 Milliarden Dollar), kündigte Verizon außerdem an, AOL und Yahoo unter der Dachmarke eines neuen Unternehmensbereichs mit dem Namen Oath zusammenzufassen. Ein seltsamer Name, der im Netz entsprechend kommentiert wurde.
Q: Is "Oath" Yahoo or AOL? – A: Boath
Q: What will determine success? – A: Groawth
usw.

Ob es nur am Namen lag? Lange sollte das Konstrukt in der Form jedenfalls nicht Bestand haben. Anderthalb Jahre nach der Gründung das un-rebranding. Im Dezember 2018 musste Verizon wegen der schlechten Performance seiner Online-Assets 4,6 Milliarden Dollar an Wert abschreiben, kurz darauf die Ankündigung, dass man 7 Prozent der Belegschaft abbauen wolle. Der Grund: „Erhöhter Wettbewerbs- und Marktdruck“. Der Einstieg in der Internet-Werbemarkt, den man sich vorgenommen hatte, war fehlgeschlagen; die Werbeerlöse blieben weit hinter den Erwartungen zurück. Während Google und Facebook 2018 ungefähr 58 Prozent des digital ad market kontrollierten, kam Oath nur auf 3,3 Prozent. 2017 waren es noch 4,1 Prozent gewesen. Und Oath verschwand. Der neue Name seit dem 01.01.2019: Verizon Media.

Management

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Im Oktober 2018 wurde Guru Gowrappan CEO von Oath (jetzt: Verizon Media), er folgte Tim Armstrong. Auf den die Fusion von AOL und Yahoo zurückging (der allerdings einen goldenen Fallschirm von 60 Millionen Dollar erhielt). Zuvor war er Global Managing Director von Alibaba, wo er sich auf die internationale Expansion und den E-Commerce konzentrierte. Begonnen hatte er seine Karriere als Mitbegründer von zwei Start-Up-Unternehmen in Indien, im Anschluss folgten mehrere Führungspositionen bei Quixey, Zynga und Overture. 2018 kam er als COO zu Verizon, sechs Monate später wurde er CEO.

Im Interview mit Forbes äußerte er sich im April 2019 zu seinen Aufgaben und Plänen. „We’re investing heavily on the ad platform right now. Verizon Digital Media Services is an amazingly unique asset for us.” Oder: „The biggest thing we’re investing in is 5G. Every product is going to have an aspect of 5G. You’re going to have deeper integration of augmented reality and virtual reality.” Schließlich: „A lot of people ask me why you’d leave Alibaba and come here. Personally, I’m a mission-driven guy. I want to be in a position where I can impact billions of consumers not just from a consumer level but also have an impact on society.”

Geschäftsfelder

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Das venture Oath existierte also vom 13.6.2017 bis zum 31.12.2018. Während dieser Zeit waren unter dem Namen über 50 Blogs/Websites oder brands, übernommen von AOL und Yahoo!

Darunter: Das ursprüngliche AOL-Webportal, Autoblog.com, Built by Girls, Weblogs, Inc. (Blog-Netzwerk), Engadget.com (Technology blog), Flurry (Werbefirma), BrightRoll (Software für Videowerbung). Rivals.com (Websites zum Thema College-Football und -Basketball), RYOT („immersive media“), TechCrunch (Technologieportal), Yahoo! (inklusive Yahoo! Mail, Yahoo! Finance, Yahoo! News, Yahoo! Sports, Yahoo! Lifestyle, Yahoo! Entertainment, Yahoo! Fantasy.

Und die Huffington Post, 2005 von Arianna Huffington gegründete liberale US-Onlinezeitung („Huffpost“). Internationale Ausgaben: Kanada, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien, Japan, Maghreb, Portugal, Korea. Eine deutsche Ausgabe, gemeinsam Tomorrow Focus (Burda), gab es von Oktober 2013 bis zum 31.3.2019. Laut Burda wollte die amerikanische HuffPost nicht mehr in den deutschen Ableger investieren.

Aktuelle Entwicklungen

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Im Zuge einer Konsolidierung wurden die folgenden Marken 2018/19 verkauft: Im April 2018 ging der Imagehoster (inkl. Online-Community) flickr an SmugMug („Image hosting service“), ging der Filminformationsdienst Moviefone an Helios and Matheson Analytics („for $1 million in cash and $8 million in stock“), ging die „social commerce website“ Polyvore (Mountain View) an SSENSE. Im August 2019 wurde die „microblogging and social networking“-Website Tumblr für einen fast symbolischen Preis unterhalb von 20 Millionen Dollar an Automattic (Betreiber der Bloggerplattform WordPress.com) verkauft. Man erinnert sich: Yahoo’s Kaufpreis für Tumblr, ehemals „darling of social media“, hatte 2013 1,1 Milliarden Dollar betragen.

Am 21. Oktober 2019 wird die Information verbreitet „unter Berufung auf zwei namentlich nicht genannte Insider, die mit den Verkaufsgesprächen vertraut sind“: Verizon würde auch für die Huffpost, seit Februar 2011 ein Teil von AOL, nach einem Käufer suchen. „Verizon lichtet seine Digitalmediensparte aus“ (W&V).

Inhalte

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

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und der Stadt Köln.