44. BBC

Umsatz 2019: £ 4,890 Mrd. (€ 5,570 Mrd.)

Überblick

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Die British Broadcasting Corporation, gegründet 1927, produziert innerhalb Großbritanniens ein ausschließlich gebührenfinanziertes Radio- und Fernsehprogramm, das seine Zuschauer „informieren, bilden und unterhalten" soll. Im Ausland erwirtschaftet der kommerziell agierende Arm BBC Studios (zuvor BBC Worldwide) durch den Betrieb von TV-Kanälen, die Lizenzierung von Fernsehformaten und die Veröffentlichung von Büchern zusätzliche Erträge, die an die Anstalt zurückgeführt werden und die Gebührenzahler entlasten sollen. Im Onlinebereich betreibt die BBC mit ihrer Homepage die reichweitenstärkste Internetseite Europas.

Basisdaten

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Hauptsitz:
Broadcasting House
Portlands Place
London W1A 1AA
Großbritannien
Telefon: 0044 20 7580 4468
Website: www.bbc.co.uk/aboutthebbc

Branche: Fernsehsender, Radio, Rechtehandel, TV-Produktion, TV-Spartenkanäle
Rechtsform: Öffentlich-rechtliche Anstalt 
Geschäftsjahr: 01.04. - 31.03.
Gründungsjahr: (1922) 1927

 

Tab. I: Ökonomische Basisdaten (in Mio. £)
2018/192017/182016/172015/162014/152013/142012/13
Umsatz4.8895.0624.9544.8274.8055.0665.102
davon Licence Fee3.6903.8303.7873.7433.7353.7263.656
Sonstiges1.1991.2321.1671.0841.0701.3401.446
Beschäftigte22.40121.41321.27120.91618.97418.64721.828

Geschäftsführung

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Executive Committee:

  • Tim Davie, Director-General
  • Wendy Aslett, BBC Group HR Director
  • Kerris Bright, Chief Customer Officer
  • Rachel Currie, BBC Group HR Director
  • Glyn Isherwood, Chief Financial Officer
  • Sarah Jones, Group General Counsel
  • David Jordan, Director, Editorial Policy and Standards
  • Ken MacQuarrie, Director, Nations and Regions
  • Charlotte Moore, Director, Content
  • Matthew Postgate, Chief Technology and Product Officer
  • James Purnell, Director, Radio and Education
  • Gautam Rangarajan, Director, Strategy
  • Juna Sarpong, Director, Creative Diversity
  • Bob Shennan, BBC Group Managing Director
  • John Shield, Director, Communications and Corporate Affairs
  • Clare Sumner, Director, Policy
  • Francesca Unsworth, Director, News and Current Affairs

 

BBC Board:

  • David Clementi, Chairman
  • Tim Davie, Director-General
  • Elan Closs Stephens, Member for Wales
  • Tim Davie, CEO BBC Studios
  • Shirley Garrood, Non-executive Director
  • Tanni Grey-Thompson, Non-executive Director
  • Ian Hargreavesm Non-executive Director
  • Tom Ilube, Non-executive Director
  • Ken MacQuarrie, Director, Nations and Regions
  • Steve Morrison, Member for Scotland
  • Nicholas Serota, Senior Independent Director
  • Ashley Steel, Member for England
  • Francesca Unsworth, Director, News and Current Affairs

Geschichte und Profil

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1922 wurde die British Broadcasting Company, wie sie zuerst hieß, von britischen und amerikanischen Elektrogeräteherstellern als Kapitalgesellschaft gegründet, um den Absatz ihrer Rundfunkempfänger zu steigern. Die britische Postbehörde erteilte der BBC die exklusive Sendelizenz, um eine chaotische Situation wie im damals unregulierten US-amerikanischen Radio zu verhindern. Nachdem die gesellschaftliche Bedeutung der BBC deutlich geworden, ihr Geschäftsmodell jedoch gescheitert war, wurde sie 1926 in eine Körperschaft im Staatsbesitz umgewandelt. Im Januar 1927 erfolgte die Umbenennung zur British Broadcasting Corporation, zugleich erhielt die neue BBC die erste „Royal Charter", die sie, wie die Bank von England, zu einer staatlichen Institution außerhalb des Einflussbereichs der Regierung, nicht aber des Parlaments machte. Ausschließlich finanziert über eine so genannte „Licence Fee“ war so der unabhängige, öffentlich-rechtliche Rundfunk geboren. Kern des BBC-Programmauftrags ist bis heute, durch Information, Bildung und Unterhaltung „dem öffentlichen Interesse zu dienen“.

Zunächst auf den Hörfunk beschränkt, nahm die BBC 1946 den regelmäßigen Fernsehbetrieb auf, 1952 gelang mit der internationalen Live-Übertragung der Krönung von Elisabeth II. ein erster Durchbruch für das neue Medium. Bereits 1955 erhielt das BBC-Fernsehprogramm kommerzielle Konkurrenz durch die Einführung der werbefinanzierten, regional organisierten ITV-Sender (Independent Television). Mitte der 1960er Jahre wurde der BBC und später dann, Anfang der 1980er Jahre, auch dem Privatfernsehen jeweils ein weiteres Programm genehmigt (BBC 2 bzw. Channel Four). Seit dem Einstieg ins digitale Fernsehen Mitte der 1990er Jahre baut die BBC planmäßig ihr Programmangebot aus. Alle kommerziellen Aktivitäten der BBC wurden – national wie international – 1994 im Tochterunternehmen BBC Worldwide zusammengefasst (im April 2018 umbenannt in BBC Studios).

Die 2007 beschlossene Gebührenanpassung auf 151,50 Pfund bis zum Jahr 2012 galt zunächst als Traditionsbruch. Seit 1988 war die von Regierung und Unterhaus festgesetzte „Licence Fee“ an die Inflationsrate gekoppelt. Diese Indexierung war damit nun passé und es kam zu einzelnen Streiks. Der BBC-Generaldirektor betonte, dass die Finanzierungslücke Konsequenzen für das Programm haben könne, und kündigte eine hauseigene Bestandsaufnahme an, um Einsparmöglichkeiten zu finden. Weiteren Druck erhielt die BBC mit den im Juni 2009 veröffentlichten „Digital Britain Reports“: Man verlangte von der BBC, ab 2013 3,5 Prozent der Rundfunkgebühren an die kommerziellen Rivalen abzugeben, um deren „Public-Service“-Angebot mitzufinanzieren. Intern legte sich die Anstalt bereits 2006 auf ein Sparprogramm mit dem Namen „Delivering-Creative-Future" fest und konnte Einsparungen in Höhe von zwei Milliarden Pfund bis 2013 erzielen, unter anderem durch einen Abbau von 1.500 Arbeitsplätzen und den Verkauf des „BBC Television Centre“ in London. 2011 dann zog das Unternehmen in das traditionsreiche Londoner „Broadcasting House“ und in die „MediaCityUK“ in Salford (Raum Manchester) um.

Wegen der Wirtschaftskrise entschied die Regierung im Oktober 2011, die Rundfunkgebühren auf dem Niveau von 2010 (145,50 Pfund) einzufrieren. Dieses neue „Licence Fee Settlement“ lief bis 2017. Weitere Einsparungen sollten unter anderem durch Kürzungen bei Gehältern (besonders beim Management, nachdem im Sommer 2013 überhöhte Abfindungszahlungen an 150 BBC-Manager bekannt geworden waren) und erhöhte Ressourcen-Effizienz erreicht werden (allein 2012 wurden 875 Laptops von BBC Mitarbeitern verlegt oder gestohlen. Kosten in Höhe von 255.000 Pfund entstanden so, für die die Gebührenzahler aufkommen mussten).

Ebenfalls 2011 kam der Jimmy Savile-Missbrauchskandal ans Licht. Der langjährige BBC-Musikmoderator starb 2011 zwei Tage vor seinem 85. Geburtstag. Schon seit 1961 hatte die Polizei wegen Pädophilie gegen ihn ermittelt, ohne ihm jemals etwas nachweisen zu können. Nach seinem Tod, besonders nach einer ITV-Reportage im Oktober 2012, meldeten sich immer mehr Missbrauchsopfer, zu 80 Prozent weibliche. 80 Prozent der Opfer waren zum Zeitpunkt des Missbrauchs minderjährig. Ein massiver Skandal entstand, laut Scotland Yard war Savile „der schlimmste Sexualverbrecher in der Geschichte des Landes“.

In der Folge gab es zwei Untersuchungen zur Rolle der BBC im Savile-Skandal. Es wurde deutlich, dass man gleich zu Beginn bei der Aufarbeitung im eigenen Hause schwerwiegende Fehler gemacht und beispielsweise die Ausstrahlung eines kritischen Savile-Nachrufs Ende 2011 verhindert hatte. BBC-Generaldirektor George Entwistle musste zwei Monate nach Amstantritt im September 2012 zurücktreten. Es hatte sich herausgestellt, dass man in einer BBC-Sendung einen ehemaligen Spitzenpolitiker zu Unrecht des Kindesmissbrauchs verdächtigt hatte, und das, während Savile offenbar auf dem BBC-Gelände Missbrauch verübte. Im Februar 2016 dann die Ergebnisse des zweiten Berichts: BBC-Verantwortliche hätten „systematisch weggesehen“. Eine „Atmosphäre der Angst“ und eine „sexistische Macho-Kultur“ habe bei der BBC geherrscht.

Weiterhin stand die BBC zunehmend unter Druck, die aufgeblähte Organisationsstruktur zu verschlanken und ihre Aufsichtsmethoden zu reformieren. Auch die Regierung nahm die Skandale und Geldverschwendung (Beispiel: 100 Millionen Pfund gingen durch ein gescheitertes Digitalprojekt verloren) zum Anlass, um 2016 Reformpläne aufzustellen. Die alte Tante („Auntie Beeb“, wie Briten auch sagen) sollte verjüngt werden, effizienter und transparenter. Die Lenkungsstruktur sollte vereinfacht werden, die Namen aller Mitarbeiter veröffentlicht, die auf ein Jahreseinkommen von 450.000 Pfund (umgerechnet 570.000 Euro) und mehr kommen, die BBC durch die Medien- und Telekommunikationsaufsicht Ofcom reguliert werden. Die letzte, 2017 erneuerte (und bis 2027 gültige) „Royal Charter“ griff diese Reformvorschläge auf.

Management

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Seit September 2020 ist Tim Davie neuer Generaldirektor der BBC. Der Vorgänger Tony Hall, Baron Hall of Birkenhead, geboren 1951, seit 2013 im Amt als Nachfolger des zurückgetretenen George Entwistle (s.o.), hatte im Januar überraschend erklärt, im Sommer 2020 zurücktreten zu wollen. Der Grund: Ein Neuer/eine Neue an der Senderspitze solle die Verhandlungen um die Überprüfung (2022) und v.a. die Erneuerung (2027) der „Royal Charter“ leiten.

Jetzt also Tim Davie, Jahrgang 1967, seit 15 Jahren bei der öffentlich-rechtlichen BBC. Vorher war er zuletzt Vice President für den Bereich „Marketing and Franchise“’ beim Getränkekonzern PepsiCo. Im April 2005 kam Davie zur BBC, zunächst als Direktor der Abteilung „Marketing, Communications & Audiences“. Im September 2008 übernahm er den Bereich „Audio & Music“ und damit die nationalen BBC-Hörfunkprogramme. Im Dezember 2012 dann wurde Davie Chef von BBC Worldwide.

Sir David Clementi, BBC-Vorstandsvorsitzender, sieht in Tim Davie den Richtigen, um die BBC bei weiteren Reformen und Veränderungen zu leiten – als CEO und Chefredakteur verantwortlich für die redaktionelle und operative Führung. Davie selbst sagte, er fühle sich geehrt und sprach angesichts der Corona-Pandemie von einer „kritischen Zeit“ für Großbritannien, in der sich gezeigt habe, wie sehr den Menschen die BBC am Herzen liege: „Unser Auftrag war noch nie so relevant und notwendig wie heute.“

Geschäftsfelder

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UK public services:

Fernsehsender BBC One und Two (mit Regionalfenstern für Schottland, Nordirland und Wales), BBC Three (nur online), BBC Four (Kultur/Bildung), CBBC (Kinder), Cbeebies (Kleinkinder), BBC News, BBC Parliament (Live-Übertragungen aus Westminster).
Radio: Radio 1 (Pop, Jugend), Radio 2 (allgemeine Unterhaltung), Radio 3 (E-Musik, Kultur), Radio 4 (Unterhaltung, Nachrichten, Hörspiele), Radio 5 Live (Nachrichten, Sport), dazu kommen regionale Hörfunk-Programme für England, Schottland, Wales und Nordirland. Fünf Radiokanäle betreibt die BBC exklusiv über digitale Sendetechnik: Radio 1Xtra (aktuelle Musik), Radio 4 Extra (Comedy, Hörspiele, Kinderprogramm), Radio 5 Live Sports Extra (mehr Kommentar als beim Schwestersender), Radio 6 Music (alternative und „indie“-Musik) sowie das an Migranten gerichtete Asian Network, das überwiegend in Englisch, zum Teil aber auch in diversen Sprachen aus Indien und angrenzenden Gebieten sendet.
Digital Services: Neben der BBC Homepage, BBC Weather und BBC News u.a. ist der BBC iPlayer (eine BBC-Mediathek) im Netz verfügbar.

Alle BBC-TV- und Radio-Programme sind werbefrei und werden aus der Rundfunkgebühr finanziert, die in Großbritannien ausschließlich von TV-Zuschauern zu entrichten ist. Der Empfang von Radioprogrammen ist frei.

Global news services:

BBC World Service sendet im Fernsehen/Radio/online in über 40 Sprachen und erreicht wöchentlich rund 280 Millionen Hörer in aller Welt und wird über die licence fee finanziert.

BBC World News und BBC.com. Der Fernsehkanal ist in über 200 Ländern empfangbar, in 300 Millionen Haushalten und 1,8 Millionen Hotelzimmern.


Commercial services:

BBC Studios (bis 2018 BBC Worldwide) ist der kommerzielle Arm der BBC-Gruppe mit einem Gesamtumsatz von etwa 1,4 Milliarden Pfund und zuständig für die Finanzierung, Entwicklung, Produktion und den Vertrieb von Programminhalten und Spin-Offs wie Magazine, Bücher usw. Alle Gewinne werden an die BBC-Mutter zurückgeführt.

BBC Studioworks ist der UK-weit größte Anbieter von Studio- und Post-Produktionskapazitäten in den (1914 eröffneten) Elstree-Studios in Nordlondon sowie seit 2017 im Television Centre im Westen der Stadt.

Aktuelle Entwicklungen

Literatur

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  • Higgins, Charlotte: This New Noise: The Extraordinary Birth and Troubled Life of the BBC. Guardian Faber Publishing, 2015

News

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01.04.15 / Charter Comm. Inc., Comcast Corp., Cox Enterprises Inc., Advance Publications

Konsolidisierung des US-Kabelmarktes: Warten auf FCC-Genehmigung

26.07.13 / Axel Springer AG, News Corp. Ltd., Time Warner Inc., Advance Publications, The Hearst Corporation, The Washington Post Company

Nach dem Springer-Funke-Deal: die Print-Krise im internationalen Vergleich

Inhalte

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

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mediadb.eu wird gefördert von der Bundeszentrale für Politische Bildung

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und der Stadt Köln.