4. Google Inc.

Umsatz 2014: $ 66,001 Mrd. (€ 49,681 Mrd.)

Überblick

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Sergey Brin und Larry Page entwickelten als Studenten die schnellste Suchmaschine der Welt. Dank kontextbezogener Internet-Werbung konnte Google (2015 umbenannt in Alphabet Inc.) zum umsatzstärksten Konzern der Branchen Medien und Online-Technologie aufsteigen. Auch die Videoplattform YouTube gehört seit 2006 zu Alphabet. Mit seinem riesigen Pool an User-Informationen wandelt der Konzern auf einem schmalen Grat zwischen Benutzerfreundlichkeit und Ausspähung/Verarbeitung privater Daten. 2020 generierte Alphabet 80,5 Prozent seines Umsatzes mit Werbung.

 

 

Basisdaten

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Hauptsitz:
1600 Amphitheatre Parkway
Mountain View, CA 94043
USA
Telephone: 001 650 253 0000
Website: abc.xyz

Branchen: Suchmaschine, Internet-Dienstleistungen, Softwareentwickung, Cloud Computing
Rechtsform: Aktiengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.01. – 31.12.
Gründungsjahr: 1998

Tab. I: Ökonomische Basisdaten
2020201920182017201620152014
Umsatz (in Mio. $)182.527161.857136.819110.88590.27274.98966.001
Nettogewinn (in Mio. $)40.26934.23130.73612.66219.47816.34813.620
Aktienkurs (in $, Jahresende)1.751,881.361,52922,70881,80772,88726,13442,03
Beschäftigte135.301118.89998.77180.11072.05361.81453.600
Tab. II: Umsatz nach Sparten (in Mio. $)
2020201920182017
Google advertising146.924134.811116.46195.577
Google Cloud13.0598.9185.8384.056
Google other21.71117.01414.06310.914

Geschäftsführung

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Management:

  • Sundar Pichai, Chief Executive Officer, Alphabet and Google
  • Ruth M. Porad, Senior Vice President and Chief Financial Officer, Alphabet and Google
  • Prabhakar Raghavan, Senior Vice President, Google
  • Philipp Schindler, Senior Vice President and Chief Business Officer, Google
  • Kent Walker, Senior Vice President, Global Affairs and Chief Legal Officer, Google, and Corporate Secretary, Alphabet

Aufsichtsrat/Board of Directors:

  • Larry Page, Google
  • Sergey Brin, Google
  • Sundar Pichai, Alphabet
  • John L. Hennessy
  • Frances H. Arnold, California Institute of Technology
  • L. John Doerr, Kleiner Perkins
  • Roger W. Ferguson, Jr., TIAA
  • Ann Mather, Pixar
  • Alan R. Mulally
  • K. Ram Shriram, Sherpalo Ventures
  • Robin L. Washington

Geschichte

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Konzerngründer Larry Page und Sergey Brin waren sich 1995 bei ihrer ersten Begegnung als Studenten der Computerwissenschaften auf dem Campus der Stanford Universität nicht besonders sympathisch –. Page war ein 24-jähriger Absolvent der Universität von Michigan, der nur über das Wochenende in Stanford war. Brin, ein Jahr jünger, war einer der Studenten, die Page das Universitätsgelände zeigen sollten. Schnell zeigte sich, dass beide zu keiner einzigen der Fragen, die in ihren Diskussionen aufkamen, eine gemeinsame Meinung hatten. Ihre unterschiedlichen Standpunkte und Sichtweisen fanden nur einen gemeinsamen Resonanzboden hinsichtlich einer der größten Herausforderungen der Computerwelt: die Auslese relevanter Informationen aus einem exponentiell wachsenden Online-Datenschatz.

Anfang 1996 begannen Brin und Page zusammenzuarbeiten. Sie entwickelten die Suchmaschine „BackRub“, die ihren Namen aufgrund der einzigartigen Fähigkeit erhielt, Rückverweise („back links“) einer beliebigen Website zu analysieren. Technikgenie Page, der vorher einen Drucker aus Lego gebastelt hatte, entwickelte daraufhin ein neues Serverumfeld aus veralteten Computern. Die chronische Geldknappheit veranlasste sie dazu, die Onlineumgebung ihrer Fakultät nach weiteren Rechnern zu durchforsten, die sie an ihr Netzwerk anschließen konnten, um die Serverkapazitäten zu erhöhen. Ein Jahr später bescherte die Technik der Link-Analyse Page und Brin ein wachsendes Maß an Ansehen innerhalb der jungen Web-Community.

Die beiden perfektionierten ihre Suchmaschine und fanden einen Weg, der später einer der Schlüssel für beste Suchergebnisse sein würde. Sie kauften ein Terabyte Festplatten und legten in Pages Zimmer des Studentenwohnheims ein Computerlager an, das zu Googles erstem Datencenter wurde. Währenddessen eröffnete Brin ein Geschäftsbüro und fragte bei potentiellen Partnern an, ob sie nicht eine Suchmaschine lizenzieren wollten, die überdurchschnittliche Ergebnisse lieferte. Besser als alles, was es bis dahin gab. Trotzdem  hatten Brin und Page zunächst wenig Interesse daran, ein Unternehmen zu gründen.

Viele CEOs von Webportalen erkannten das große Potential nicht und unterschätzten Google. Brin und Page entschieden sich deshalb, es auf eigene Faust zu probieren und machten sich auf die Suche nach einem Investor. Andy Bechtolsheim, einer der Gründer von Sun Microsystems, war bekannt für sein langfristiges Denken. Ein Blick auf die Demoversion genügte ihm, um das enorme Potential von Google zu erkennen. Sofort stieg er mit einem 100.000 Dollar-Scheck ein. Mithilfe von Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten kam man schließlich auf ein Startkapital von einer Million Dollar und Mitte 1998 öffnete Google, Inc. seine Pforten in Menlo Park Nord, Kalifornien. Die Tür wurde per Fernbedienung geöffnet, da sie Teil einer Garage war, die ein Freund dem inzwischen dreiköpfigen Konzern untervermietet hatte. Craig Silverstein, Geschäftsführer der technischen Abteilung, hieß der erste Google-Angestellte.

Schon zu dem Zeitpunkt bearbeitete Google.com, noch immer in der Beta-Version, bis zu 10.000 Suchanfragen pro Tag. Schnell begann die internationale Presse auf die Suchmaschine aufmerksam zu werden und Artikel über Google erschienen in USA Today und Le Monde. Die Fachzeitschrift PC Magazine nahm Google in seine Rangfolge „Top 100 Websites and Search Engines“ auf. Und Google eroberte die Welt im Sturm. Open Source-Riese Red Hat war das erste Unternehmen, das als kommerzieller Kunde die Suchdienste von Google in Anspruch nahm.

Am 7. Juni 1999 verkündete Google, dass Sequoia Capital und Kleiner Perkins Caufield & Byers, die führenden Risikokapital-Firmen in Silicon Valley, eine Finanzierung in Höhe von 25 Millionen Dollar zugesichert hätten. Beide Firmen, normalerweise Konkurrenten, investierten zu gleichen Teilen in Google und erhielten die gleiche Anzahl von Sitzen im Aufsichtsrat. Mike Moritz von Sequoia und John Doerr von Kleiner Perkins setzten sich mit einem dritten Investor, Ram Shriram, CEO von Junglee, an die Tischtennisplatte, die als Konferenztisch des Google-Quartiers fungierte, und planten ihre Kooperation. Danach wurden Schlüsselpositionen bei Google zunehmend mit hochkarätigen Fachkräften aus anderen Unternehmen besetzt. So wurde Omid Kordestani von Netscape zum Vizepräsidenten der Geschäftsführung ernannt. Urs Hölzle, Computerwissenschaftler von der University of California, übernahm den Posten des Vizepräsidenten der technischen Abteilung. Mit dem Umzug in das „Googleplex“ in Mountain View, bis heute die Google-Zentrale, wurde man Raumprobleme dann ein für alle Mal los.

Im Googleplex entstand eine besondere Unternehmenskultur. Um die Flexibilität im Arbeitsbereich zu erhöhen, wurden große Gymnastikbälle zu mobilen Bürostühlen umfunktioniert. Die Büros blieben frei von Trennwänden. Während die Mitarbeiter über modernste Rechner verfügten, bestanden die Schreibtische teilweise aus alten Holztüren auf Sägeböcken. Als Chefkoch für die Kantine engagierte man Charlie Ayers, der eine gesundheitsbewusste Speisekarte mit Gerichten kreierte, die er schon als Tourkoch der Band „Grateful Dead“ serviert hatte.

Im Juni 2000 wurde Google mit einem Verzeichnis von einer Milliarde Seiten auch offiziell die größte Internet-Suchmaschine. Bedarf für weiteres Fremdkapital bestand nicht. Die Gründe für die finanzielle Beständigkeit waren steigende Nutzerzahlen, darunter viele Klienten, die die Google-Suchmaschine auf ihre Homepages integrierten, und die Entwicklung eines Stichwort-basierten Anzeigenprogramms. Mit den Einnahmen durch Bannerverkäufe begann der Konzern, schwarze Zahlen zu schreiben. Mitte 2000 gaben Google und der Hauptkonkurrent Yahoo eine strategische Partnerschaft bekannt, die die Reputation von Google stärkte – nicht nur in technologischer, sondern vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht, da jetzt täglich achtzehn Millionen Sucheinfragen eingingen. Der weltweite Siegeszug wurde fortgesetzt, als der chinesische Portal-Marktführer NetEase sowie der japanische Dienst Bigglobe Google ihren Seiten hinzufügten. Ende 2000 bearbeitete Google um die 100 Millionen Suchanfragen pro Tag. Anfang 2004 standen fünfeinhalb Milliarden Seiten zur Recherche bereit. Dazu lancierte man Google Local (später Google Maps), das den Usern den schnellsten Weg zu Anbietern in ihrer unmittelbaren Nähe aufzeigte.

2004 machte der Börsengang Brin und Page über Nacht zu Milliardären. Google kündigte dann an, einen kostenlosen Web-basierten Mail-Dienst auf den Markt zu bringen. Gmail bot den Nutzern gratis drei Gigabyte an Speicherplatz für den Emailverkehr und integrierte das Anzeigensystem in die Mails. Seither wird Gmail von Datenschützern heftig kritisiert, da die Inhalte jeder Email automatisiert nach Stichwörtern durchsucht werden, um sie mit Werbebotschaften zu koppeln. Dazu wurde weiter expandiert. In Dublin wurde die neue Europazentrale errichtet, Büros in Sao Paolo und Mexiko-City eröffnet. 2005 wurde Google China mit Kai Fu-Lee an der Spitze gegründet, und fünf Jahre später wieder geschlossen. Offiziell, weil man die Zensur der kommunistischen Partei nicht mehr duldete.

Die wohl bedeutendste Expansion Googles, neben der Übernahme von Handy-Hersteller Motorola, war der Kauf der Videoplattform YouTube. Der weltweit populäre Entertainmentdienst, der Zuschauer vom Fernseher ins Internet führte, wurde im November 2006 für 1,65 Milliarden Dollar gekauft. Das eigene Portal Google Video war zuvor mit einem Markanteil von nur sieben Prozent gefloppt. Mit YouTube verfügte Google über ein riesiges Online-Medienimperium, das user generated content mit zunehmend professionell produzierten Online-Formaten vereint. YouTube, das zuerst ausschließlich aus Amateurfilmen bestand, ist zu einem globalen Kanal geworden, der professionell produzierte Inhalte Dritter nach Themen sortiert anbietet und als unabhängiges Unternehmen wohl mehr wert sein dürfte als Netflix und Disney. Exklusive Sport-Clips, hochwertige Nachrichtenangebote und komplette Filme sind längst gratis oder gegen Bezahlung erhältlich. Damit bewegt sich Google auf dem Betätigungsfeld traditioneller Medienkonzerne: eine Bereitstellung von Inhalten für Nutzer, die durch Verkauf von Werbung monetarisiert wird.

Anfang 2013 konnte Google nach jahrelangem Rechtsstreit vor der Federal Trade Commission einen historischen Sieg erringen. Die Behörde kam in einem Urteil zu dem Entschluss, dass Google seine eigenen Dienste und Produkte bei der Google-Suche nicht gegenüber anderen Anbietern bevorzuge. Was sicherlich auch großen Lobbyanstrengungen geschuldet war (2015 kam heraus, dass die FTC-Kommissare sich gegen die Empfehlungen der zuständigen Sachbearbeiter durchgesetzt hatten, die ein eindeutig wettbewerbschädigendes Verhalten von Google festgestellt hatten). Passend dazu war Google 2017 die Firma, die mit rund 14,6 Millionen Euro mehr als alle anderen für Lobbyarbeit in den USA gezahlt hat (2016 lag man noch auf dem zweiten Platz, nach Comcast).

In Europa bekam Google es hingegen in den letzten Jahren mit EU-Wettbewerbskommissarin Margarethe Vestager zu tun, in gleich drei großen Verfahren. Mit hohen Strafen: 2017 waren es 2,4 Milliarden Euro für Googles Missbrauch seiner marktbeherrschenden Stellung bei Google Shopping. 2018 dann 4,3 Milliarden wegen illegaler Praktiken beim Android-Handybetriebssystem. Und 2019 foglten noch einmal 1,5 Milliarden wegen fauler Taktiken Googles bei Online-Werbung. Angesichts von zuletzt 40 Milliarden Dollar Nettogewinn waren die Strafen nur Peanuts für Google. Deutlich härter traf das Unternehmen Irlands Entscheidung, auf Druck der Europäischen Union Steuerschlupflöcher zu schließen. Zuvor hatte Google mit der, legalen, „Double Irish, Dutch Sandwich“ genannten Praxis viele Milliarden Euro über eine niederländische Tochter an eine in Irland registrierte Holding mit Steuersitz auf den Bermudas transferiert, wo es keine Einkommensteuer gibt.

Management

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Larry Page und Sergey Brin zogen sich 2019 aus dem operativen Geschäft zurück und traten von ihren Ämtern als Vorstandschef und Präsident von Alphabet zurück. Eine große Überraschung war das nicht, hatten sich die beiden Gründer doch schon seit geraumer Zeit immer seltener in der Zentrale sehen lassen und an Konferenzen mit Investoren kaum noch beteiligt. Sundar Pichai, bislang CEO von Google, wurde CEO von Google und Alphabet. In ihrem Abschiedsbrief an die Belegschaft verabschiedeten sich Page, der manchmal eigenwillig wirkende ‚Steve Jobs von Google‘, und Brin, Sohn russisch-jüdischer Emigranten und der Stillere der beiden von der Konzernspitze und fühlten sich geehrt, dass “sich ein kleines Forschungsprojekt zu einer Quelle des Wissens für Milliarden Menschen entwickelt hat.” Vielleicht waren sie aber auch zermürbt angesichts der massiven internen Proteste gegen zweifelhafte Geschäftspraktiken, diversen Streiks und der Versuche der Mitarbeiter sich endlich gewerkschaftlich zu organisieren.

Ihr Nachfolger Pichai, geboren 1972 in der südindischen Stadt Madurai und seit 2004 bei Google, hat eine bemerkenswerte Laufbahn absolviert. Aus ärmlichen Verhältnissen im indischen Chennai stammend, hielt er erst mit zwölf Jahren sein erstes Telefon in der Hand – und wurde als Chef von Googles Android-Sparte zu einem der reichsten Mobile-Manager der Welt. Er setzte sich gegen den Willen des damaligen Google-CEO dafür ein, mit Chrome einen eigenen Webbrowser zu entwickeln und zeichnete sich für einige von Googles beliebtesten Applikationen und Produkten verantwortlich, u.a. für Chromebooks, Gmail, Docs und Maps. Als Chef von Android sorgte er dafür, dass die lange Zeit geltende strikte Trennung zwischen Android und den übrigen Search-Bereichen aufgehoben wurde. Unter Google-Mitarbeitern gilt Pichai als beliebt und zugänglich; für Page und Brin gab den Ausschlag für seine Beförderung, dass er Fachwissen, diplomatisches Geschick und Geschäftssinn vereint. Dazu kommen visionäre Ideen, mit denen er allerdings auch mal scheiterte. Mit dem „Project Loon“ z.B. wollte Pichai mit riesigen Heliumballons in der Stratosphäre schnelles Internet in den entlegensten Regionen der Welt ermöglichen. Im Januar 2021 aber wurde Loon geschlossen. Zwar hatte man technologisch große Fortschritte gemacht, doch es zeichnete sich ab, dass ein nachhaltiges Geschäft unmöglich war.

Geschäftsbereiche

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Alphabet/Google, Teil der „Big Five“ (Alphabet, Facebook, Apple, Microsoft, Amazon), der ganz großen Technologiekonzerne mit „schier unendlichen Cash-Reserven“ und „spektakulär guten Quartalszahlen“ (Handelsblatt), ist zunächst die‚ im Internet meistgenutzte Suchmaschine mit täglich dreieinhalb Milliarden Suchanfragen (mehr als die Hälfte kommen von mobilen Geräten) und einem weltweiten Marktanteil von rund 92 Prozent (Dezember 2020). Das Kerngeschäft besteht in dem Verkauf von Werbung. Mit Hilfe von Anzeigenprogrammen wie Adwords (für Google-Seiten), AdSense und DoubleClick (für das Google Network aus Partnerseiten von Drittanbietern) und in Kombination mit Google Analytics, einem statistischen Tool zur Messung der Häufigkeit von Suchanfragen, werden Suchanfragen mit Textanzeigen bzw. Content mit interaktiven Anzeigen verknüpft.

Zu den wichtigsten Web- und Mobilanwendungen gehören außerdem mit YouTube die größte Video-Community der Welt (seit 2018 auch mit dem angeschlossenen Musik-Streamingdienst YouTube Music), auf der im Mai 2019 beispielsweise pro Minute 500 Stunden Videomaterial hochgeladen wurde. Dazu der 2008 gestartete Webbrowser Chrome, Karten- und Navigations-Apps (Google Maps, Google Earth, Street View), Instant (Video-) Messengers (Duo, Hangouts, Chat, Meet) und der Emaildienst Gmail. Oder Google Books, die größte Sammlung „retrodigitalisierter Bücher“ (im Oktober 2019 waren es mehr als 40 Millionen gescannte Bücher in über 400 Sprachen) und der Android-App-Store Google Play.

Unter dem Punkt „Google other“ mit einem Umsatz 2020 in Höhe von rund 21,7 Milliarden US-Dollar werden im Jahresbericht u.a. die Bereiche Google Play (App Store) und Hardware zusammengefasst (inkl. Verkäufen von Google Nest (Smarthome-Geräte), Pixelbook-Laptops und Pixel-Smartphones).

Rund ein Dutzend Tochterunternehmen führt Google schließlich in dem Geschäftsbereich „Other Bets“ auf (die 2020 0,36 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen). Filialen, unter denen sich durchaus „the next big thing“ verbergen kann - z.B. schnelles Glasfaser-Internet (Google Fiber), die Biotech-Unternehmen Verily und Calico, die unter anderem Mittel gegen menschliche Alterung erforsche, ein Investment-Arm (CapitalG), Smart Home-Technologie (Nest), und die Entwicklung autonomer Fahrzeugtechnologie (Waymo).

Engagement in Deutschland und Europa

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In Deutschland ist Google seit 2001 mit einem Standort in Hamburg vertreten. Ein weiteres Büro mit „Pizzaofen und Massageraum“ gibt es in Berlin (zur Eröffnung im Januar 2019 war sogar Konzernchef Pichal angereist), ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in München. Philip Justus ist Deutschland-Chef von Google seit 2013, er war davor in Führungspositionen bei Ebay, Paypal und Zanox. Annette Kroeber-Riel ist die „Google Politikleiterin“, also die Chef-Lobbyistin seit 2008. Sie verteidigt das Unternehmen in Politik, Branchenverbänden und gegenüber Verbraucherschützern. 

Weitere europäische Forschungs- und Entwicklungszentren unterhält das Unternehmen in Aarhus (Dänemark), Dublin (Irland), Haifa und Tel Aviv (Israel), Krakau (Polen), London (Großbritannien), Lulea (Schweden), Moskau und St. Petersburg (Russland), Trondheim (Norwegen) und Zürich (Schweiz). 2011 wurde auf Initiative von Google und in Kooperation mit der Berliner Humboldt-Universität das Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft gegründet.

Aktuelle Entwicklungen

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Der regulatorische Druck, dem Google ausgesetzt ist, lässt nicht nach. Allein im vergangenen Jahr musste sich Alphabet in den USA mit insgesamt vier neuen Wettbewerbsklagen auseinandersetzen. Unter anderem ist der PlayStore in den Fokus der Regulierer gerückt. Laut einer Klage, der sich 36 Bundesstaaten angeschlossen haben, nutzt Google sein Quasi-Monopol auf den Vertrieb von Android-Apps, um von Käufern im PlayStore eine 30-prozentige Provision zu erzwingen.

Dennoch wird Alphabet gestärkt aus der Corona-Pandemie hervorgehen – auch weil der Konzern einen erheblichen Teil der weltweiten Home Office-Infrastruktur bereit stellt. 2020 hostete das Unternehmen über eine Billion Minuten Videomeetings und inzwischen fast drei Milliarden Nutzer Arbeits- und Produktivitätsapps wie Gmail, Calendar, Docs, Sheets, Slides und Meet benutzt.

Doch der Konzern übertraf zuletzt auch die Erwartungen der Analysten (im zweiten Quartal 2021 stieg der Gesamtumsatz im Vergleich zum Vorjahr von 38 auf 62 Milliarden Dollar und ist 2021 auf dem Weg die Schallmauer von 200 Milliarden Werbeumsatz zu brechen) weil YouTube glänzend da steht - sowohl in seiner kostenlosen, anzeigenfinanzierten Version als auch die kostenpflichtige Premium sowie die Streamingplattform YouTube TV, die Sport und Content der vier großen Networks (ABC, CBS, NBC, Fox) überträgt. Ob Googles Siegeszug als Medienunternehmen in dieser Größenordnung weitergeht, hängt jedoch auch von der Entwicklung und der Nachfrage von Smart TVs ab. Obwohl das Unternehmen mitverantwortlich dafür ist, dass sich immer mehr Nutzer gegen die Anschaffung eines TV-Geräts entscheiden, hat Google laut Aussage von CEO Pichai großes Interesse daran, dass Smart TVs zu rechenstarken Computern werden, die mit allen Google- und YouTube-Dienste ausgestattet sind.

Literatur

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Logisch, dass der phänomenale Aufstieg von Google zahlreiche Bucherscheinungen nach sich zog. Eine Auswahl:

  • Schulz, Thomas: Was Google wirklich will: Wie der einflussreichste Konzern der Welt unsere Zukunft verändert. Penguin 2017
  • Galloway, Scott: The Four: Die geheime DNA von Amazon, Apple, Facebook und Google. Plassen 2017
  • Assange, Julian: When Google Met Wikileaks. OR Books 2014
  • Edwards, Douglas: I'm Feeling Lucky: The Confessions of Google Employee Number 59. New York: Houghton Mifflin Harcourt 2012
  • Vaidhyanathan, Siva: The Googlization of Everything (And Why We Should Worry). Princeton: University of California Press 2011
  • Levy, Stephen: In the Plex: How Google Thinks, Works, and Shapes our Lives. New York: Simon & Schuster 2011
  • Auletta, Ken: Googled: The End of the World as We Know It. London: Penguin Press 2009
  • Girard, Bernard: The Google Way: How One Company Is Revolutionizing Management As We Know it. San Francisco: No Starch Press 2009
  • Jarvis, Jeff: What Would Google Do? New York: HarperBusiness 2009
  • Vise, David A.: The Google Story: Inside the Hottest Business, Media and Technology Success of Our Time. Surrey: Delta Publishing 2008