4. Google Inc.

Umsatz 2014: $ 66,001 Mrd. (€ 49,681 Mrd.)

Überblick

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Sergey Brin und Larry Page entwickelten als Studenten die schnellste Suchmaschine der Welt. Dank kontextbezogener Web-Werbung konnte Google (2015 umbenannt und reorganisiert in Form von Alphabet Inc.) innerhalb von 17 Jahren zum umsatzstärksten Konzern der Branchen Medien und Online-Technologie aufsteigen. Mit seinem inzwischen riesigen Pool an Informationen der User wandelt der Konzern auf einem schmalen Grat zwischen Benutzerfreundlichkeit und Ausspähung und Verarbeitung privater Daten. Heute generiert Alphabet 98 Prozent seines Umsatzes mit Werbung.

Basisdaten

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Hauptsitz:
1600 Amphitheatre Parkway
Mountain View, CA 94043
USA
Telefon: 001 650 2530000
Internet: abc.xyz

Branchen: Suchmaschine, Internet-Dienstleistungen, Softwareentwickung
Rechtsform: Aktiengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.01. – 31.12.
Gründungsjahr: 1998

Tab. I: Ökonomische Basisdaten
20182017201620152014
Umsatz (in Mio. $)136.819110.88590.27274.98966.001
Gewinn (Verlust) nach Steuern (in Mio. $)30.73612.66219.47816.34813.620
Aktienkurs (in US-$, Jahresende)922,70881,80772,88726,13442,03
Beschäftigte98.77180.11072.05361.81453.600

Geschäftsführung

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Management:

  • Larry Page, CEO, Alphabet and Co-Founder
  • Sergey Brin, President, Alphabet and Co-Founder
  • Ruth M. Porad, Senior Vice President and Chief Financial Officer, Alphabet
  • Sundar Pichai, Chief Executive Officer, Google
  • David C. Drummond, Senior Vice President, Corporate Development and Chief Legal Office, Alphabet

Aufsichtsrat/Board of Directors:

  • Larry Page, Google Inc.
  • Sergey Brin, Google Inc.
  • John L. Hennessy, Stanford University
  • L. John Doerr, Kleiner Perkins Caufield & Byers
  • Roger W. Ferguson, Jr. 
  • Ann Mather, Central European Media Enterprises
  • Alan R. Mulally, Ford Motor Company
  • Sundar Pichai, Google
  • K. Ram Shriram, Sherpalo Ventures
  • Robin L. Washington, Honeywell International Inc.

Geschichte

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Wie es bei Google offiziell heißt, waren sich die Konzerngründer Larry Page und Sergey Brin 1995 bei ihrer ersten Begegnung als Studenten der Computerwissenschaften auf dem Campus der Stanford Universität alles andere als sympathisch. Page war ein 24-jähriger Absolvent der Universität von Michigan, der nur über das Wochenende in Stanford war: Brin, 23, war einer der Studenten, die Page das Universitätsgelände zeigen sollten. Schnell zeigte sich, dass beide über jede Sachfrage, die in ihren Diskussionen zur Sprache kam, keine gemeinsame Meinung hatten. Ihre unterschiedlichen Standpunkte und Philosophien fanden nur einen gemeinsamen Resonanzboden hinsichtlich einer der größten Herausforderungen der Computerwelt: die Auslese relevanter Informationen aus einem exponentiell wachsenden Online-Datenschatz.

Anfang 1996 begannen Brin und Page zusammenzuarbeiten. Sie entwickelten die Suchmaschine „BackRub“, die ihren Namen aufgrund der einzigartigen Fähigkeit erhielt, Rückverweise („back links“) einer beliebigen Website zu analysieren. Technikgenie Page, der einst einen Drucker aus Lego-Steinen konstruiert hatte, übernahm hierbei die Aufgabe, ein neuartiges Serverumfeld zu generieren, das aus veralteten Rechnern bestand, anstatt aus high-end-Maschinen. Ihre chronische Geldknappheit veranlasste sie dazu, die Onlineumgebung ihrer Fakultät nach neuen Rechnern zu durchforsten, die sie an ihr Netzwerk anschließen konnten, um die Serverkapazitäten zu erhöhen. Ein Jahr später bescherte dieser Ansatz der Link-Analyse Page und Brin ein wachsendes Maß an Ansehen innerhalb der relativ jungen Web-Community.

Die beiden perfektionierten ihre Suchmaschine. Sie schlugen einen Weg ein, der später einer der Schlüssel für die Lieferung herausragender Suchergebnisse sein würde. Sie kauften einen Terabyte Festplatten zum Discountpreis und legten in Pages Zimmer des Studentenwohnheims ein Computerlager an, das zu Googles erstem Datencenter wurde. Währenddessen eröffnete Brin ein Geschäftsbüro und fragte bei potentiellen Partnern an, ob sie nicht eine Suchmaschine lizenzieren wollten, die überdurchschnittlich bessere Ergebnisse lieferte als allea, was es bis dahin in der Hinsicht gab. Trotz des zu der Zeit grassierenden dot.com-Fiebers zeigten Brin und Page zunächst wenig Interesse daran, ein Unternehmen auf Basis ihrer Errungenschaften aufzubauen.

Viele CEOs von Webportalen erkannten damals das große Potential des Produkts nicht und unterschätzten Google. Brin und Page entschieden sich deshalb, es auf eigene Faust zu probieren und machten sich auf die Suche nach einem Investor. Der Mitgründer von Sun Microsystems Andy Bechtolsheim war für sein langfristiges Denken bekannt. Ein Blick auf die Demoversion genügte ihm, um das enorme Potential von Google zu verstehen. Bechtolsheim verlor keine Zeit und stellte einen 100.000 Dollar-Scheck aus. Mithilfe von Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten kam man schließlich auf ein Startkapital von circa einer Million Dollar und Mitte 1998 öffnete Google, Inc. seine Pforten in Menlo Park Nord, Kalifornien. Die Tür wurde per Fernbedienung geöffnet, da sie Teil einer Garage war, die ein Freund dem inzwischen dreiköpfigen Konzern untervermietet hatte. Außerdem stellte das „Firmengelände“ einen Parkplatz für den ersten eingestellten Mitarbeiter zur Verfügung: Craig Silverstein, Geschäftsführer der technischen Abteilung.

Schon zu diesem Zeitpunkt bearbeitete Google.com, noch immer in der Beta-Version, bis zu 10.000 Suchanfragen pro Tag. Schnell begann die internationale Presse auf die Suchmaschine aufmerksam zu werden und Artikel über Google erschienen in USA Today und Le Monde. Die Fachzeitschrift PC Magazine nahm Google in seine Rangfolge „Top 100 Websites and Search Engines“ auf. Google eroberte die Welt im Sturm. Open Source-Riese Red Hat war das erste Unternehmen, das als kommerzieller Kunde die Suchdienste von Google in Anspruch nahm.

Am 7. Juni 1999 verkündete Google, dass dien führenden Risikokapital-Firmen aus Silicon Valley, Sequoia Capital und Kleiner Perkins Caufield & Byers, eine Finanzierung in Höhe von 25 Millionen Dollar zugesichert hätten. Beide Firmen, normalerweise knallharte Konkurrenten, investierten zu gleichen Teilen in Google und erhielten die gleiche Anzahl von Sitzen im Aufsichtsrat. Mike Moritz von Sequoia und John Doerr von Kleiner Perkins setzten sich mit einem dritten Investor, Ram Shriram, CEO von Junglee, an die Tischtennisplatte, die als Möbelstück des Google-Quartiers fungierte, und planten ihre Kooperation. In der darauffolgenden Zeit wurden Schlüsselpositionen bei Google zunehmend mit hochkarätigen Fachkräften aus anderen Unternehmen besetzt. So wurde Omid Kordestani von Netscape zum Vizepräsidenten der Geschäftsführung ernannt. Urs Hölzle, Computerwissenschaftler von der University of California übernahm den Posten des Vizepräsidenten der technischen Abteilung. Mit dem Umzug in das „Googleplex“ in Mountain View, bis heute die Google-Zentrale, wurde man Raumprobleme ein für alle Mal los.

Im Googleplex entstand eine besondere Unternehmenskultur. Um die Flexibilität im Arbeitsbereich zu erhöhen, wurden große Gymnastikbälle zu mobilen Bürostühlen umfunktioniert. Die Büros blieben frei von Trennwänden. Während die Mitarbeiter über modernste Rechner verfügten, bestanden die Schreibtische teilweise aus alten Holztüren auf Sägeböcken. Als Chefkoch für die Kantine engagierte man Charlie Ayers, der eine gesundheitsbewusste Speisekarte mit Gerichten kreierte, die er schon als Tourkoch der Band „Grateful Dead“ serviert hatte. Im Juni 2000 wurde Google offiziell zur größten Suchmaschine des WWW, mit einem Verzeichnis von einer Milliarde Seiten.

Bedarf für weiteres Fremdkapital bestand nicht. Die Gründe für die finanzielle Beständigkeit waren steigende Nutzerzahlen, darunter viele Klienten, die die Google-Suchmaschine auf ihre Homepages integrierten, und die Entwicklung eines Stichwort-basierten Anzeigenprogrammes. Mit den Einnahmen durch Bannerverkäufe begann der Konzern, schwarze Zahlen zu schreiben. Mitte 2000 gaben Google und der Hauptkonkurrent Yahoo eine strategische Partnerschaft bekannt, die die Reputation von Google stärkte – nicht nur in technologischer, sondern vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht, da jetzt täglich achtzehn Millionen Sucheinfragen eingingen. Der weltweite Siegeszug wurde fortgesetzt, als der chinesische Portal-Marktführer NetEase sowie der japanische Dienst Bigglobe Google ihren Seiten hinzufügten. Ende 2000 bearbeitete Google um die 100 Millionen Suchanfragen pro Tag. Anfang 2004 standen fünfeinhalb Milliarden Seiten zur Durchforstung bereit. Dazu lancierte man Google Local (später Google Maps), das den Usern den schnellsten Weg zu Anbietern in ihrer unmittelbaren Nähe aufzeigte.

2004: das Jahr des Börsengangs, der Brin und Page über Nacht zu Milliardären machte. Google kündigte an, einen kostenlosen Web-basierten Mail-Dienst auf den Markt zu bringen. Gmail bot den Nutzern gratis fast drei Gigabyte an Speicherplatz für den Emailverkehr und integrierte das Anzeigensystem in die Mails. Gmail wird von Datenschützern seither heftig kritisiert, da die Inhalte jeder Email automatisiert nach Stichwörtern durchsucht werden, um sie mit Werbebotschaften zu koppeln. Es wurde weiter expandiert. In Dublin wurde die neue Europazentrale errichtet, Büros in Sao Paolo und Mexiko-City eröffnet. 2005 wurde Google China mit Kai Fu-Lee an der Spitze gegründet, und fünf Jahre später wieder geschlossen. Offiziell, weil man die Zensur der kommunistischen Partei nicht mehr duldete.

Die wohl bedeutendste Expansion Googles, neben der Übernahme von Handy-Hersteller Motorola, war der Kauf der Videoplattform YouTube. Der weltweit populäre Entertainmentdienst, der Zuschauer vom Fernseher weg und ins Internet brachte, wurde im November 2006 für 1,65 Milliarden Dollar gekauft. Das eigene Portal Google Video wr mit einem Markanteil von nur sieben Prozent gefloppt. Mit YouTube verfügt Google heute über ein riesiges Online-Medienimperium, das user generated content mit zunehmend professionell produzierten Online-Formaten vereint. 2019 wurden 300 Stunden Videomaterial minütlich hochgeladen. Fast fünf Milliarden YouTube-Videos werden täglich angeschaut. Und monatlich wird YouTube von durchschnittlich 80 Prozent aller 18 bis 49jährigen genutzt. YouTube, einst ausschließlich mit Amateurfilmchen, ist zu einem globalen Quasi-Kabelkanal geworden, der seine professionell hergestellten Inhalte Dritter nach Themen sortiert anbietet. Exklusive Sport-Clips, hochwertige Nachrichtenangebote und komplette Filme sind längst gratis oder gegen Bezahlung bei YouTube (YouTube Red) erhältlich. Damit bewegt sich Google auf dem Betätigungsfeld traditioneller Medienkonzerne: Bereitstellung von Inhalten für Benutzer, die durch Verkauf von Werbung monetarisiert wird.

Anfang 2013 konnte Google einen historischen Sieg erlangen in einem jahrelangen Rechtsstreit vor der Federal Trade Commission. Die Behörde kam in einem Urteil zu dem Entschluss, dass Google seine eigenen Dienste und Produkte bei der Google-Suche nicht gegenüber anderen Anbietern bevorzuge – sicherlich auch großen Lobbyanstrengungen geschuldet (2015 kam heraus, dass die FTC-Kommissare sich gegen die Empfehlungen der zuständigen Sachbearbeiter durchgesetzt hatten, die ein eindeutig wettbewerbschädigendes Verhalten von Google festgestellt hatten). Dazu passend war Google 2017 die Firma, die mit rund 14,6 Millionen Euro mehr als alle anderen für Lobbyarbeit in den USA gezahlt hat (2016 lag man noch auf dem zweiten Platz, nach Comcast). Es war das erste Amtsjahr von Präsident Trump, Steuern und Kartellrecht standen im Mittelpunkt des Lobbying.

Management

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Am 03.12.2019 veröffentlichte Alphabet die folgende Pressemitteilung: „Wechsel im Alphabet-Management“. Larry Page und Sergey Brin zogen sich aus dem operativen Geschäft zurück bzw. traten von ihren Ämtern als Vorstandschef und Präsident von Alphabet zurück. Eine große Überraschung war das nicht, hatten sich die beiden Gründer doch schon seit geraumer Zeit immer seltener in der Zentrale sehen lassen und an Konferenzen mit Investoren kaum noch beteiligt. Sundar Pichai, bislang CEO von Google, wurde zum CEO von Google und Alphabet. „Page und Brin bleiben als Gründer, Aktionäre und Vorstandsmitglieder von Alphabet aktiv.“ In ihrem „Letter from Larry and Sergey“ verabschiedeten sich Larry Page, geb. 1973, der manchmal eigenwillig wirkende ‚Steve Jobs von Google‘, und Sergey Brin, Sohn russisch-jüdischer Emigranten und der Stillere der beiden (auch Jg. 1973) von der Konzernspitze mit: „Wir fühlen uns geehrt, dass sich ein kleines Forschungsprojekt zu einer Quelle des Wissens für Milliarden Menschen entwickelt hat – eine Wette, die wir als Stanford-Studenten eingegangen sind... Wir hätten uns damals, als wir 1998 unsere Server aus einem Wohnheim in eine Garage brachten, nicht vorstellen können, was für ein Weg sich daraus ergeben würde.“ Es gab allerdings Beobachter, die das Ganze als Flucht interpretierten. Eine Flucht vor Wettbewerbsuntersuchungen beispielsweise.

Sundar Pichai, geboren 1972 in der südindischen Stadt Madurai und seit 2004 bei Google, wurde der neue Mann an der Spitze. Zuvor hatte er eine bemerkenswerte Laufbahn absolviert. Unter ärmlichen Verhältnissen im indischen Chennai aufgewachsen, hielt er erst mit zwölf Jahren sein erstes Telefon in der Hand – und wurde als Chef von Googles Android-Sparte zu einem der reichsten Mobile-Manager der Welt. Er setzte sich gegen die Bedenken des damaligen CEOs Eric Schmidt dafür ein, mit Chrome einen eigenen Webbrowser zu entwickeln. In der Folge zeichnete er für einige von Googles beliebtesten Applikationen und Produkten verantwortlich, u.a. Chromebooks, Gmail, Docs und Maps. Als Chef von Android sorgte er dafür, dass die lange Zeit geltende strikte Trennung zwischen Android und den übrigen Search-Bereichen aufgehoben wurde. Unter Google-Mitarbeitern gilt Pichai als beliebt und zugänglich; für Page und Brin gab den Ausschlag für seine Beförderung zum CEO, dass er Fachwissen, diplomatisches Geschick und Geschäftssinn vereint. Dazu kommen visionäre Ideen. So hat er z.B. das Ziel, the next billion zu erreichen – also eine Milliarde Menschen in den entlegensten Regionen der Welt mit mobilem Internet und Smartphones auszustatten. Z.B. mit dem „Project Loon“ (drahtloses Internet über Wetterballons).

Geschäftsbereiche

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Google ist zunächst die gleichnamige Internet-Suchmaschine mit täglich drei Milliarden Suchanfragen; das Kerngeschäft besteht in dem Verkauf von Werbung. Mithilfe von Anzeigenprogrammen wie Adwords (für Google-Seiten), AdSense und DoubleClick (für das Google Network aus Partnerseiten von Drittanbietern) und in Kombination mit Google Analytics, einem statistischen Tool zur Messung der Häufigkeit von Suchanfragen, werden Suchanfragen mit Textanzeigen, bzw. Content mit interaktiven Anzeigen verknüpft.

Zu den wichtigsten Web- und Mobilanwendungen gehören die gleichnamige Suchmaschine sowie der 2008 gestartete Webbrowser Chrome, die Karten-App Google Maps und der Emaildienst Gmail. Mit YouTube verfügt das Unternehmen über die größte Video-Community der Welt. Dazu kommen Google Books, die größte Sammlung „retrodigitalisierter Bücher“ (aktuelle Zahlen werden nicht bekanntgegeben; im Oktober 2015 waren es über 25 Millionen gescannte Bücher) und der Android-App-Store Google Play.

Rund ein Dutzend Tochterunternehmen führt Google in dem Geschäftsbereich „Other Bets“ auf (die etwa ein Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen). Filialen, unter denen sich durchaus „the next big thing“ verbergen kann. Man weiß es noch nicht: Da ist z.B. Google Fiber („super-high-speed broadband access over fiber optic cables“) oder das Biotech-Unternehmen Calico („Methoden gegen menschliche Alterung“). Da sind weiter der Investment-Arm CapitalG, Nest (Smart Home-Technologie), ein weiteres Biotech-Internehmen (Verily) und Waymo (Entwicklung autonomer Fahrzeugtechnologie).

Engagement in Deutschland und Europa

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In Deutschland ist Google seit 2001 mit einem Standort in Hamburg vertreten. Ein weiteres Büro mit „Pizzaofen und Massageraum“ gibt es in Berlin (zur Eröffnung im Januar 2019 war sogar Konzernchef Pichal angereist), ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in München. Philip Justus ist Deutschland-Chef von Google seit 2013, er war davor in Führungspositionen bei Ebay, Paypal und Zanox. Annette Kroeber-Riel ist die „Google Politikleiterin“, also die Chef-Lobbyistin seit 2008. Sie verteidigt das Unternehmen in Politik, Branchenverbänden und gegenüber Verbraucherschützern. 

Weitere europäische Forschungs- und Entwicklungszentren unterhält das Unternehmen in Aarhus (Dänemark), Dublin (Irland), Haifa und Tel Aviv (Israel), Krakau (Polen), London (Großbritannien), Lulea (Schweden), Moskau und St. Petersburg (Russland), Trondheim (Norwegen) und Zürich (Schweiz). 2011 wurde auf Initiative von Google und in Kooperation mit der Berliner Humboldt-Universität das Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft gegründet.

Aktuelle Entwicklungen

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Rekordverdächtig niedrige Steuerquoten der großen, in der Öffentlichkeit besonders präsenten US-Tech-Konzerne sind seit Jahren Anlass für Kritik. Von „staatlich subventionierter Wettbewerbsverzerrung“ ist die Rede, wenn man in Europa sieht, dass Amazon beispielsweise mit einem Vorsteuergewinn 2018 in Höhe von 11,3 Milliarden US-Dollar nicht nur keine Steuer in den USA zahlt, sondern auch noch eine Steuergutschrift der US-Finanzbehörden von 129 Millionen Dollar kassiert. Oder wenn Netflix 2018 15 Millionen Dollar Steuern zahlte, bei einem Gewinn von 1,23 Milliarden. Eine Steuerquote von 1,2 Prozent. Die „wettbewerbswidrigen Steuerpraktiken“ einiger EU-Länder (Großbritannien, Irland, Niederlande, Luxemburg, Belgien, Malta, Zypern) nicht zu vergessen.

Google, der mit Abstand größte der Tech-Konzerne und auch ein großer „Abgaben-Opimierer“, bekam es in den letzten Jahren mit EU-Wettbewerbskommissarin Margarethe Vestager zu tun, in gleich drei großen Verfahren. Mit hohen Strafen: 2017 waren es 2,4 Milliarden Euro für Googles Missbrauch seiner marktbeherrschenden Stellung bei Google Shopping. 2018 dann 4,3 Milliarden wegen illegaler Praktiken beim Android-Handybetriebssystem. Und 2019 1,5 Milliarden wegen fauler Taktiken Googles bei Online-Werbung. Nur Peanuts für Google? Und die klassische Nutzung von Steuerschlupflöchern war davon nicht einmal betroffen.

Überraschend daher die Meldung vom 31.12.2019: „Google verabschiedet sich von legalen Steuerschlupflöchern in Europa“. Seit Jahren hatte Google mit der, legalen, „Double Irish, Dutch Sandwich“ genannten Praxis viele Milliarden Euro aus Europa herausgeschleust. Genauer gesagt: über eine niederländische Tochter an eine in Irland registrierte Holding mit Steuersitz auf die Bermudas transferiert, wo es keine Einkommensteuer gibt. „Wir werden unsere Struktur vereinfachen und unser geistiges Eigentum nun über die USA lizenzieren und nicht Bermuda“, so Alphabet. Weniger überraschend ist die Meldung vom 31.12.2019, wenn man weiß, dass Irland auf Druck der Europäischen Union und der USA 2014 entschieden hatte, dass die Vereinbarung mit Google beendet wird und die Steuervorteile für den Konzern 2020 enden.

Am 16. Januar 2020 wird bekannt gegeben, dass Alphabets Börsenwert die „magische Marke“ von einer Billion Dollar erreicht hat. „Google joins the trillion dollar club“, heißt es auf Englisch, wo man auf Apple, Microsoft und die teilstaatliche Ölfördergesellschaft Saudi Aramco trifft. Amazon war zwischenzeitlich auch schon einmal dabei. „Nur 15 Staaten erwirtschaften eine solche Leistung“ (Welt).

Literatur

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Logisch, dass der phänomenale Aufstieg von Google zahlreiche Bucherscheinungen nach sich zog. Eine Auswahl:

  • Schulz, Thomas: Was Google wirklich will: Wie der einflussreichste Konzern der Welt unsere Zukunft verändert. Penguin 2017
  • Galloway, Scott: The Four: Die geheime DNA von Amazon, Apple, Facebook und Google. Plassen 2017
  • Assange, Julian: When Google Met Wikileaks. OR Books 2014
  • Edwards, Douglas: I'm Feeling Lucky: The Confessions of Google Employee Number 59. New York: Houghton Mifflin Harcourt 2012
  • Vaidhyanathan, Siva: The Googlization of Everything (And Why We Should Worry). Princeton: University of California Press 2011
  • Levy, Stephen: In the Plex: How Google Thinks, Works, and Shapes our Lives. New York: Simon & Schuster 2011
  • Auletta, Ken: Googled: The End of the World as We Know It. London: Penguin Press 2009
  • Girard, Bernard: The Google Way: How One Company Is Revolutionizing Management As We Know it. San Francisco: No Starch Press 2009
  • Jarvis, Jeff: What Would Google Do? New York: HarperBusiness 2009
  • Vise, David A.: The Google Story: Inside the Hottest Business, Media and Technology Success of Our Time. Surrey: Delta Publishing 2008