14. Viacom Inc./CBS Corp.

Umsatz 2020: $ 25,280 Mrd. (€ 22,140 Mrd.)

Überblick

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Anfang August 2019 gaben CBS und Viacom den Zusammenschluss der seit 2006 getrennt gelisteten Medienkonzerne bekannt. Aufsichtsratsvorsitzende des neuen ViacomCBS Inc. wurde Shari Redstone, Tochter des Firmengründers Sumner Redstone, zuvor Vize-Vorstandsvorsitzende der beiden Einzelunternehmen und seit Jahren treibende Kraft hinter der Fusion. Der Katalog des neuen ViacomCBS umfasst 140.000 Serienepisoden und 3.600 Filmtitel. Rund 20 Prozent des gesamten US-Fernsehkonsums laufen über Sender/Plattformen von ViacomCBS.

Basisdaten

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Hauptsitz:
1515 Broadway
New York, NY 10036
USA
Telefon: 001 212 2586000
Internet: ir.viacbs.com

Branchen: Film, Fernsehsender (Free-TV, Pay-TV), Radio, TV-Produktion, Rechtehandel, Freizeitparks, Außenwerbung, Buchverlage
Rechtsform: Aktiengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.01. – 31.12.
Gründungsjahr:  1912 (Paramount Pictures), 1927 (CBS: zunächst Columbia Phonograph Broadcasting System, später Columbia Broadcasting System), 1970 (Viacom Inc.), 2019 (ViacomCBS)

 

Ökonomische Basisdaten ViacomCBS Inc. (in Mio. $)

                                20202019
Umsatz   25.28526.998
Gewinn 2.3053.168
Aktienkurs (in $, Jahresende)37,2641,45
Mitarbeiter22.10923.990

Ökonomische Basisdaten CBS Corp. (in Mio. $)

                                20182018201620152014
Umsatz   14.51413.69213.16612.67112.519
Gewinn 1.9603571.2611.4132.959
Aktienkurs (in $, Jahresende)36,9946,6661,1846,5946,31
Mitarbeiter12.77012.70015.55016.26017.310
Ökonomische Basisdaten Viacom (in Mio. $)
                                20182017201620152014
Umsatz12.94313.26312.48813.26813.783
Gewinn1.6881.8711.4361.9222.392
Aktienkurs (in $, Jahresende)27.8134,9038,5043,9975,50
Mitarbeiter10.40010.7509.3009.2009.900

Geschäftsführung

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Geschäftsführung ViacomCBS Inc.:

  • Robert Bakish, President & CEO
  • Raffaele Annecchino, President & CEO, ViacomCBS Networks International

    • Alex Berkett, Executive Vice President, Corporate Development and Strategy
    • George Cheeks, President & CEO, CBS Entertainment Group
    • Naveen Chopra, Executive Vice President & Chief Financial Officer
    • Dan Cohen, President, Global Distribution Group
    • Christa A. D'Alimonte, Executive Vice President, General Counsel and Secretary
    • Anthony DiClemente, Executive Vice President, Investor Relations
    • James N. Gianopulos, Chairman and CEO Paramount Pictures
    • Katherine Gill-Charest, Executive Vice President, Controller and Chief Accounting Officer
    • Bruce Gillmer, President, Music, Music Talent, Programming and Events, ViacomCBS Media Networks
    • Ray Hopkins, President, U.S. Networks Distribution
    • Richard M. Jones, Executive Vice President, General Tax Counsel, Chief Veteran Officer
    • Pam Kaufman, President of ViacomCBS Consumer Products
    • Jonathan Karp, President & CEO, Simon & Schuster
    • DeDe Lea, Executive Vice President, Global Public Policy and Government Relations
    • Chris McCarthy, President, Entertainment & Youth Brands, ViacomCBS Domestic Media Networks
    • Scott M. Mills, President, BET Networks
    • David Nevins, Chief Creative Officer, CBS and Chairman and CEO, Showtime Networks
    • Julia Phelps, Executive Vice President, Chief Communications and Corporate Marketing Officer
    • Nancy Phillips, Executive Vice President, Chief People Officer
    • Brian Robbins, President, Kids & Family Entertainment, ViacomCBS Domestic Media Markets
    • Jo Ann Ross, President and Chief Advertising Revenue Officer, ViacomCBS Domestic Advertising Sales
    • Tom Ryan, President and CEO, ViacomCBS Streaming
    • Marva Smalls, Global Head of Inclusion, ViacomCBS and Executive Vice President, Public Affairs, Kids & Family; Entertainment Brands, ViacomCBS Domestic Media Markets

     

    Aufsichtsrat ViacomCBS Inc.:

    • Shari Redstone
    • Robert M. Bakish
    • Candace K. Beinecke
    • Barbara M. Byrne
    • Brian Goldner
    • Linda M. Griego
    • Robert N. Klieger
    • Judith McHale
    • Ronald Nelson
    • Charles E. Phillips, Jr.
    • Susan Schuman
    • Nicole Seligman
    • Frederick O. Terrell

    Geschichte

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    ViacomCBS: im Rückblick eine lange Geschichte von Abspaltung (1971) und Übernahme (des Mutterkonzerns durch die frühere Tochter, 2000), von split (2006) und re-merger (2019). Erst gab es CBS (Columbia Broadcasting System), die 1927 als United Independent Broadcasters gegründete Radiofirma, die zunächst der Columbia Phonograph gehörte, dann ab 1928 dem Zigarrenbaron Sam Paley. Mit dem Eintritt ins TV-Geschäft in den 1940er Jahren erhielt CBS wegen seiner hochklassigen Programme den Beinamen „The Tiffany Network“ und war in den 1950er und 60er Jahren lange Zeit die Nummer Eins unter den drei großen kommerziellen US-Fernsehnetworks (NBC, CBS, ABC). Trotz vieler Turbulenzen in der Führungsetage konnte CBS die Spitzenposition bis in die 70er Jahre halten, musste 1971 aber aus kartellrechtlichen Gründen die Filiale zur Inhalte-Syndication „CBS Films“ ausgliedern. Viacom entstand, das den Vertrieb der CBS-Programme übernehmen sollte.

    Anschließend erwarb Viacom weitere TV- und Radiostationen und gründete 1976 den Pay-TV-Sender Showtime, der mit dem Warner Bros./Amex-Sender The Movie Channel zu Showtime Networks fusionierte (1985 übernahm Viacom auch Warners Anteile an Showtime). Im Paket miterworben wurde ein damals noch unbedeutender, kleiner Musikkanal namens MTV, der in den kommenden 25 Jahren die Musikindustrie und das Fernsehen revolutionieren sollte.

    1986 erschien Sumner Redstone auf der Bildfläche. Früh erkannte er das Potenzial der Viacom-Beteiligungen und erwarb mit seinen National Amusements, Inc. (NAI), einer landesweiten Kinokette, rund 83 Prozent der Viacom-Anteile. Unter Redstones Führung ging Viacom auf Expansionskurs. 1990 wurde zunächst King Entertainment (Themenparks) aufgekauft. Es folgten 1994 für 8,4 Milliarden Dollar die Videovertriebskette Blockbuster und damit Anteile an der profilierten TV-Produktionsfirma Spelling Entertainment, und noch im gleichen Jahr, nach hartem Bieterkampf mit Barry Diller und einem von QVC geführten Konsortium, das Hollywood-Studio Paramount Pictures für 10 Milliarden Dollar. Nach der Paramount-Übernahme musste Viacom allerdings den hohen Investitionen Tribut zollen und zum Abbau des Schuldenberges Unternehmen abstoßen, darunter das Kabelnetz und eine Reihe von Radiostationen. Das fehlende Glied in der Verwertungskette war jetzt ein landesweites TV-Network. 1995 brachte Viacom gemeinsam mit Chris-Craft zunächst das United Paramount Network (UPN) auf Sendung, 2000 übernahm Viacom die frühere Muttergesellschaft CBS.

    Dieser Übernahme vorausgegangen war eine der größten Fusionen der amerikanischen Rundfunkgeschichte. Im August 1995 hatte der Elektrotechnik-Konzern Westinghouse CBS für 5,4 Milliarden Dollar übernommen. Danach beschloss Westinghouse-CEO Michael Jordan, seinen Konzern neu aufzustellen: Aus Westinghouse sollte ein reiner Medienkonzern werden. Die Beteiligungen an Baufirmen von Atomkraftwerken, Turbinengeneratoren und Kühl-/Lüftungssystemen wurden verkauft, an die CBS-Radiovergangenheit anknüpfend erwarb Westinghouse mit der Infinity Broadcasting Corporation die führende Radiokette der USA (über 150 Sender, Kaufpreis: 4,9 Milliarden Dollar). Dazu investierte Jordan ins Kabelfernseh-Geschäft und akquirierte u.a. The Nashville Network und Country Music Television. 1997 wurde aus Westinghouse die CBS Corporation und die corporate headquarters zogen um von Pittsburgh nach New York. Mit dem erwähnten, im Jahr 2000 abgeschlossenen, 37 Milliarden Dollar teuren Zusammenschluss mit der ehemaligen Tocher Viacom (unter Sumner Redstone) entstand der zum damaligen Zeitpunkt zweitgrößte Medienkonzern der Welt.

    Allerdings ging die Rechnung nicht auf. Der Aktienkurs stagnierte, es gab Personalquerelen im höheren Management, eine erneute Spaltung wurde Mitte 2005 beschlossen und am 1.1.2006 vollzogen. Von da an gab es, unter dem Dach von National Amusements (der Redstone-Familie), wieder eine eigenständige CBS Corporation (CEO: Les Moonves; CBS, CW, Showtime Networks, CBS Radio, Simon & Schuster u.m.) und ein unabhängiges Viacom (CEO: Tom Freston; Paramount Pictures, MTV Networks u.m.).

    Spätestens Anfang 2015 aber setzten sinkende Einschaltquoten, fallende Werbeeinnahmen und sich anbahnende Dispute mit Kabelnetzbetreibern Viacom unter Zugzwang. Man war, im Gegensatz zu TV-Marktführer CBS, in einer handfesten Krise. Bald wurde über eine weitere CBS/Viacom-Fusion spekuliert. Wobei sich v.a. Les Moonves, der langjährige Vorstands- und Aufsichtsratschef der CBS-Corporation und designierte Redstone-Nachfolger, gegen alle Fusionsgerüchte stemmte. Moonves allerdings war dann nach Vorwürfen sexueller Belästigung in einem Bericht im New Yorker (Juli 2018) und seinem Abgang bei CBS am 9.9.2018 „out of the picture”. Einer weiteren Fusion bzw. dem re-merger stand danach nichts mehr im Wege. ViacomCBS wurde gegründet, ein riesiger, traditioneller, vertikal integrierter Medienkonzern.

    Management

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    Sumner Redstone
    Am 12. August 2020 wurde bekannt, dass Sumner Redstone, Viacom-Gründer und Medientycoon der alten Schule, am Tag zuvor im Alter von 97 Jahren gestorben war. Sumner Murray Redstone, geboren 1923 als Sumner Rothstein, hatte sich gerne als Verkörperung des amerikanischen Gründermythos' präsentiert. Sein Vater zog als Linoleum-Händler in Boston von Haus zu Haus, bis er sich entschloss, ein Drive-In-Kino zu betreiben und den Familiennamen von Rothstein in Redstone umwandelte. Der Sohn ging zunächst nach Harvard, absolvierte die Law School, arbeitete im Justizministerium, ließ sich zwischenzeitlich als Anwalt nieder, um schließlich doch den Familienbetrieb zu übernehmen – die Saat seines Medienimperiums. Es war seine Zähigkeit, so Redstone in seiner Autobiographie, die während eines Hotelbrands aus dem Fenster hängend sein Überleben sicherte – dieselbe Zähigkeit, mit der er sich beim Aufbau seines Medienimperiums gegen alle Widerstände durchgesetzt hatte.

    Shari Redstone
    Shari Redstone ist Sumner Redstones Tochter, geboren 1954, und Aufsichtsratsvorsitzende des neuen ViacomCBS Inc. Sie ist in mancher Hinsicht die Antithese zu ihren männlichen Kollegen in der Medienindustrie. Anstelle von Manhattan bevorzugt die Milliardärin die Bostoner Vorstadt. Wenn sie Football-Spiele der New England Patriots besucht, guckt sie das Spiel lieber alleine draußen im Stadion als gemeinsam mit Prominenten in der VIP-Box. Bei einer Oscar- oder Golden Globe-Verleihung war sie auch noch nie. Stattdessen zieht sie lieber im Hintergrund die Fäden, wie auch 2018, als die starke Frau hinter dem mega-media merger. Seit Jahren war Shari Redstone treibende Kraft hinter der Fusion.

    Geschäftsfelder

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    TV Entertainment

    Das TV Entertainment-Segment betreibt das CBS Television Network, CBS Studios und CBS Media Ventures, die TV-Produktionsfirma. Und die streaming services CBS AllAccess/Paramount+, CBSN, CBS Sports HQ und ET Live; das CBS Sports Network (college athletics) und CBS Television Stations.

    Cable Networks

    Die wichtigsten Bezahl-Kabelkanäle sind SHOWTIME, The Movie Channel, Pluto TV und Flix, die kostenfreien Kabelnetzwerke sind BET, Nickelodeon, MTV, Comedy Central, Paramount Network, Smithsonian Channel, Pop TV, CMT, VH1, TV Land und Logo.

    Filmed Entertainment

    Filmed Entertainment betreibt mit Paramount Pictures eines der größten Hollywood-Studios. Außerdem gehört das Filmstudio Miramax dazu („Chicago“, „Der englische Patient“, „Pulp Fiction“), heute ein joint venture von beIN und ViacomCBS (49%).

    Publishing

    Lange kontrollierte ViacomCBS mit Simon & Schuster einen der größten Buchverlage der Welt. Der jetzt allerdings verkauft wird, das Verlagsgeschäft ist eine discontinued operation. 2021 rechnet man mit einem Abschluss.

    Aktuelle Entwicklung

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    4.12.2019: Abschluss der Fusion von CBS und Viacom, des Zusammenschlusses der seit 2006 getrennt gelisteten Medienkonzerne. Ein premium content powerhouse entsteht. Als es am 13. August 2019 bekannt wurde, schrieb Variety von „the latest twist in the saga of the media giants“. Aufsichtsratsvorsitzende der neuen ViacomCBS Inc. wird Shari Redstone, bislang Vize-Vorstandsvorsitzende der beiden Einzelunternehmen und seit Jahren treibende Kraft hinter der Fusion. Spätestens jetzt ist sie, so der Guardian, „a major force in male-dominated Hollywood”.

    Wie bei allen großen Konzernzusammenschlüssen der letzten Jahre geht es auch hier darum, die eigene Position zu stärken vor dem Hintergrund der Streaming-Aufruhr von Netflix und den anderen, und dem daraus resultierenden millionenfachen Abgang von Kabelfernseh-Kunden ins Netz („cord-cutters“). Dazu Shari Redstone: “My father once said ‘content is king,’ and never has that been more true than today. Through CBS and Viacom’s shared passion for premium content and innovation, we will establish a world-class, multiplatform media organization that is well-positioned for growth in a rapidly transforming industry.” Man macht auch gleich klar: Der Katalog des neuen ViacomCBS wird 140.000 Serienepisoden und 3.600 Filmtitel umfassen. Außerdem würden 22 Prozent des gesamten US-Fernsehkonsums über Sender/Plattformen von ViacomCBS laufen. Womit man deutlich vor Comcast (18%) und Disney (14%) läge.

    Doch damit nicht genug. nbcnews.com etwa schreibt von Gerüchten, Shari Redstone habe in Kürze noch Größeres vor. „Diese Fusion ist für sie der Start, nicht die Ziellinie“, so ein Insider. Verglichen mit Top-Konzernen wie AT&T und Disney ist selbst die neue „CBS/Viacom-combo“ noch relativ klein. Und Redstone könne sich „other sizable media operations“ vorstellen. Potentielle Übernahmeziele (laut CNBC): Sony und Discovery.