44. Wolters Kluwer nv

Umsatz 2015: € 4,208 Mrd.

Überblick

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Aus vier niederländischen Verlegerfamilien des 19. Jahrhunderts entwickelte sich ein Marktführer im Verlagswesen und einer der größten Wissens- und Informationsdienstleister der heutigen Zeit. Die Produktpalette des Unternehmens beinhaltet Publikationen und Informations- und Dienstleitungen für Fachpersonal in den Bereichen Recht, Medizin/Gesundheit sowie Steuern/Finanzwesen. Das Unternehmen ist in mehr als 40 Ländern in Europa, Nordamerika, Lateinamerika und Asien vertreten. An der Spitze des Konzerns steht die Amerikanerin Nancy McKinstry.

Basisdaten

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Postanschrift:
Postbus 1030
2400 BA, Alphen aan den Rijn
Niederlande

Besucheradresse:
Zuidpoolsingel 2
2408 ZE, Alphen aan den Rijn
Niederlande
Tel: +31 (0)172 641 400
Fax: +31 (0)172 474 889
info(at)wolterskluwer.com
www.wolterskluwer.com

Branchen: Fachinformationen
Rechtsform: Aktiengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.01. - 31.12.
Gründungsjahr: 1836 (Wolters Schoolbook-Verlag), 1858 (Noordhoff-Verlag), 1968 (Schoolbook und Noordhoff fusionieren), 1972 (Wolters-Noordhoff fusioniert mit der Information and Communications Union der Samson-Familie), 1987 (Kluwer und Wolters-Samson fusionieren zu Wolters Kluwer NV)

Tab. I: Ökonomische Basisdaten
20162015201420132012201120102009200820072006
Umsatz (in Mio. Euro)4.2974.2083.6603.5653.6033.3543.5563.4253.3743.4133.377
Gewinn (Verlust) nach Steuern (in Mio. Euro)490423474467476444481234503546435
Aktienkurs (in Euro, Stand: 31. Dezember)36,3033,5124,7520,1520,6717,1216,4015,3013,5422,4821,79
Beschäftigte18.80718.05518.54918.32919.11218.45018.23718.20719.50018.62018.971

 

 

Tab. II: Umsatz nach Geschäftsfeldern

(Beträge in Mio. Euro, Anteil am Konzernumsatz)

              Health                      Financial & Compliance ServicesTax & Accounting      Legal & Regulatory           Total    
2008687 257 801 1,6293.374
2009750 2718861,518 3.425
2010816 307 922 1,511 3.556
2011639 333 9311,451 3.354
2012745 386 9811,491 3.603
2013775 378 9651.447 3.565
2014816 401 946 1.4973.660
20151.0221.0651.1329894.208
20161.1061.1091.1739274.297

Geschäftsführung

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Geschäftsführung:

  • Nancy McKinstry, CEO
  • Kevin Entricken, CFO
  • Maryjo Charbonnier, Senior Vice President, Chief Human Resources Officer
  • George Dessing, Senior Vice President, Treasury & Risk
  • Elizabeth Satin, Senior Vice President, Corporate Development and Mergers & Acquisitions, North America
  • Maarten Thompson, Senior Vice President, General Counsel/Company Secretary
  • Sander van Dam, Senior Vice President, Accounting & Control and CFO for Global Business Services
  • Atul Dubey, Senior Vice President, Global Strategy
  • Ronald Alsen, Vice President, Internal Audit
  • Meg Geldens, Vice President, Investor Relations
  • Roelof Hoving, Vice President, Corporate Tax
  • Christophe Ides, Vice President, Business Analysis & Control
  • Elizabeth Queen, Vice President, Risk Management
  • Pieter Roeloffs, Vice President, Mergers & Acquisitions, Europe, Rest of World
  • Martijn Westerink, Vice President, Corporate Real Estate
  • Caroline Wouters, Chief Brand Officer & Vice President, Corporate Communications
  • Zhou Huang, Vice President, Mergers & Acquisitions, Greater China

 

Aufsichtsrat:

  • Peter Wakkie, Vorsitzender, Royal AHOLD
  • Rene Hooft Graafland, Heineken
  • Bruno Angelici, AstraZeneca Plc.
  • Len Forman, New York Times Company
  • Fidelm Russo, EMC Corporation
  • Jeanette Horan, IBM
  • Ben Noteboom, Randstad Holding

Geschichte und Profil

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1836 gründete Jan Berend Wolters den Schoolbook-Verlag in Groningen, den er später in J.B. Wolters Publishing Company umbenannte. Da Wolters kinderlos war, übernahm nach seinem Tod sein Schwager Eduard Benjamin ter Horst die Führung über das Unternehmen. Es folgte eine Periode der Expansion, in der ter Horst den Unternehmensbereich durch eine Druckerei und eine Buchbinderei erweiterte. 1885 machte ter Horst seinen Sohn zu seinem Geschäftspartner. Nach dem Tod von Benjamin ter Horst, Jr. ging es mit dem Verlag stetig bergab, so dass für seine Halbbrüder Felix Robertund Adolf ter Horst die Schließung des Unternehmens kurzzeitig in Betracht kam. Doch sie wandelten das Unternehmen in eine Kapitalgesellschaft um und setzten zum ersten Mal Geschäftsführer ein, die nicht aus dem familiären Umkreis kamen. Dr. Anthony M.H. Schepman, ein Mitarbeiter der J.B. Wolters Company und weitläufiger Verwandter wurde 1917 zum Geschäftsführer ernannt und behielt diese Position über 40 Jahre. 

Unter der Führung von Schepman begann der Verlag weiter zu expandieren. Man eröffnete im Jahre 1920 eine Außenstelle in Jakarta, Indonesien (Kolonie Niederländisch-Ostindien), um Literatur an die dort ansässige niederländisch sprechende Bevölkerung liefern zu können. 1959 fanden diese Expansionspläne ein jähes Ende, als Indonesien alle ausländischen Unternehmen und somit auch J.B. Wolter Jakarta verstaatlichte. Allerdings hatte der Verlag bereits 1949  eine stabile Marktposition auf dem flämischen Buchmarkt aufgebaut. 

Auch die Ära der Familienverlage neigte sich dem Ende zu, als eine Welle von Fusionen in der Industrie auch die Verlagshäuser nicht verschonte. So kam es 1968 zu der Fusion zwischen der J.B. Wolters Company und dem von Popko Noordhoff 1858 gegründeten Familienverlag Noordhoff, dessen Verlagshaus in direkter Nachbarschaft zu Wolters lag. 1972  fusionierte der frisch gegründete Konzern mit der „Information and Communication Union (ICU), einem Unternehmen, dass zwei Jahre zuvor aus der Verschmelzung der Verlage Samson und A.W. Sijthoff entstanden war. 1983 änderte man den Namen des gesamten Konzerns in Wolters-Samson.

Das letzte Puzzleteil der Wolters-Kluwer Geschichte wurde 1891 mit der ersten Publikation Ebele E. Kluwers in Deventer im Osten der Niederlande gelegt. Kluwer begann seine Karriere zunächst als Buchhändler und Autor. Er konzentrierte sich in seiner Verlagsarbeit lange Jahre vor allem auf Veröffentlichungen im Bildungs- und Hochschulsektor sowie auf Kinderbücher. Der Kluwer-Verlag blieb immer ein Familienunternehmen und entwickelte sich zum drittgrößten Verlagskonzern der Niederlande. 1987 kam es zum ersten von zwei Übernahmeversuchen des größten Verlegers des Landes, Reed Elsevier, durch massive Aktienkäufe. Bereits ein Jahr zuvor hatte Elsevier Fusionsgespräche mit dem Verlag begonnen doch die Geschäftsführung Kluwers lehnte diesen Plan mit dem Verweis auf Differenzen in der Geschäftsphilosophie ab. Sie antwortete statdessen auf die Aktienkäufe Elseviers mit dem Auswurf weiterer Stammaktien und dem Beginn der Gespräche über eine freundliche Übernahme mit Wolters-Samson. Am 14. August 1987 konnte Wolters-Samson den Besitz von 50,9% des Aktienkapitals des Kluwer-Verlages bekannt geben. Das neue Unternehmen änderte seinen Namen in Wolters Kluwer NV und bezog sein neues Hauptquartier in Amsterdam.

Durch diese Fusion wurde Wolters Kluwer NV zum zweitgrößten Verlags-Konzern der Niederlande. Durch Aktienaneignung verschiedener ausländischer Unternehmen, wie zum Beispiel der US-amerikanischen Tochterfirma Kluwer Law Book Publishing Company oder diverser unabhängiger Betriebe wie Raven Press, Aspen System und anderer, begann für den Verlag eine Periode der internationalen Expansion. In den folgenden Jahren weitete das Unternehmen seinen Wirkungsbereich nach Frankreich, West-Deutschland und Spanien aus. 1989 erwirtschaftete Wolters Kluwer NV bereits 44 % des Umsatzes auf ausländischen Märkten.

Durch die Öffnung der innereuropäischen Grenzen stieg der Bedarf an europarechtlichen Fachbüchern und Übersetzungen. Wolters Kluwer besetze diese Sparte und begann mit der Expansion nach Osteuropa. 1995 erweiterte der Konzern seinen Einflussbereich im europäischen Ausland erneut durch den Kauf verschiedener Verlagshäuser in Schweden, Österreich, Frankreich, Spanien und Deutschland, so dass die Firma zu diesem Zeitpunkt Außenstellen in 16 Ländern mit rund 8.000 Mitarbeitern aufweisen konnte.

1996 kaufte Wolters Kluwer für knapp zwei Milliarden Dollar den bekannten US-amerikanischen Fachverlag für Steuerwesen und Wirtschaft, CCH. Damit stärkte der Konzern seine Position auf dem amerikanischen und asiatischen Markt. In den Jahren 1997/1998 folgten weitere Übernahmeversuche von Reed Elsevier, ein schon sicher geglaubter Deal platze im März 1998.

Nach diesem Vorfall rief Wolters Kluwer einen Entwicklungsrat ins Leben, der einen Wachstumsplan für die Zukunft des Unternehmens entwickeln sollte. Kurze Zeit später stand die „Strategic Agenda 2002“ als Richtlinie für die nächsten Jahre fest. Die Agenda besagte, dass sich das Unternehmen verstärkt auf die publizistische Arbeit in den Bereichen Legal and Tax, Business, Medical/Scientific und Educational/Professional Training konzentrieren solle. So übernahm Wolters Kluwer 1998 mit Waverly, Inc., Ovid Technologies und Plenum Publishing Corporation drei wichtige Medienunternehmen aus dem wissenschaftlich-medizinischen Bereich und verkaufte 1999 den Kinderbuchverlag Wayland Publishers.

2009 gab Wolters Kluwer sein neues Richtlinienprogramm, "Maximizing Value for Customers" für die Jahre 2010 - 2012 heraus. Um den Gewinn in den nächsten Jahren zu maximieren, wurde eine Umstrukturierung und Neuorganisation der einzelnen Geschäftsfelder in vier Kernbereiche notwendig. Auch wurde das IT-Management nach Indien ausgelagert und die Aktivitäten in China ausgebaut, wo sich Wolters Kluwer inzwischen eine marktführende Position erarbeitet hat.

Management

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Nancy McKinstry übernahm 2003 die Rolle des Chief Executive Officers und wurde damit zur einzigen weiblichen Vorstandschefin in der niederländischen Verlagsindustrie. Gleichzeitig ist sie die erste Nicht-Niederländerin an der Spitze von Wolters Kluwer. Mittlerweile ist McKinstry die am längsten amtierende Chefin in der niederländischen Unternehmenswelt. Sie verordnete dem kränkelnden Informationskonzern eine radikale Umstrukturierung und setzte dabei auf Konsolidierung, Kosteneinsparungen und eine bessere Integration des großen Verlagsnetzes. Infolgedessen setzte sie rund 1.600 Mitarbeiter vor die Tür.
Ein zweites Projekt bestand für McKinstry darin, den Rückstand des Unternehmens gegenüber Branchenkonkurrenten wie Reed Elsevier in den Bereichen Electronic Publishing und Internet aufzuholen und die Verlagsarbeit hier auszuweiten. Die Anzahl der Publikationen über elektronische Medien und Programme zur Softwareentwicklung wurden seitdem konsequent ausgebaut.

2007 trennte sich der Konzern von seiner Bildungssparte, da diese den hohen Renditevorgaben des Executive Boards nicht gerecht werden konnte. Dieser Verkauf setzte den Schlusspunkt unter McKinstrys Sanierungsprogramm, das den Informationskonzern zurück in die schwarzen Zahlen holte. 2013 wurde McKinstry vom Fortune Magazine auf Platz 15 der 50 wichtigsten Frauen in der internationalen Wirtschaft gewählt.

Geschäftsfelder

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Seit 2010 ist der Konzern auf vier international operierende Geschäftsfelder ausgerichtet, welche sich an den jeweiligen Kundenkreisen orientieren: Legal & Regulatory, Health Solutions und Financial & Compliance Services. Die vier Abteilungen besitzen jeweils ein eigenständiges Management.

Wolters Kluwer Health ist ein global agierender Informationsdienstleister für Fachkräfte und Studenten in der Gesundheitspflege, Medizin und Pharmazie. Zu den Produkten der Abteilung „Medical Research“ gehört Ovid Technologies, ein weltweit führender Host für bibliografische Datenbanken und Volltextdatenbanken aus dem medizinischen und akademischen Bereich. Insgesamt eine Millionen Menschen aus 180 Ländern nutzen die 14 verschiedenenen  Health-Informationsdienste von Wolters Kluwer.

Wolters Kluwer Governance, Risk & Compliance Services ist ein US-amerikanischer Dienstleister in Sachen Rechts-, Bank-, Wertpapier-, und Versicherungswesen. Die Abteilung ist in fünf kundenorientierte Unterabteilungen unterteilt: Wolters Kluwer Financial Services, ARC Logics und Wolters Kluwer Transport Services. Zu den Produkten und Dienstleistungen der Abteilung zählen umfassende Betriebs-, Kredit- und Risikomanagementlösungen. Außerdem sollen Kapitalveränderungen und „Corporate Actions“ helfen, den Unternehmen finanzielles Risikomanagement zu erleichtern und dadurch ihre Effizienz und Produktivität in allen Unternehmensbereichen zu steigern.  

Wolters Kluwer Tax & Accounting ist der weltgrößtes Anbieter für Software und Onlineservices in den Bereichen Steuern und Buchführung. Die Hauptmärkte des Geschäftsbereiches reichen von Nordamerika über Europa bis hin nach Asien. Onlineprodukte und -services sind die am schnellsten wachsende Produktsparte der Abteilung und die amerikanische Firma CCH (Commerce Clearing House, 1995 von Wolters Kluwer übernommen) bildet das wichtigste Standbein. CCH produziert mehr als 700 verschiedene Print- und Onlineprodukte zu den Themen Steuern und Wirtschaftsrecht.

Wolters Kluwer Legal & Regulatory ist ein Anbieter von juristischen Fachliteratur- und Software für Anwalts- und Beratungsfirmen, Rechtsabteilungen, Universitäten, Bibliotheken und Regierungen. Zum Geschäftsfeld der Abteilung zählen kundenspezifische Informations- und Dienstleitungen, Softwareentwicklung, diverse Onlineportale und verschiedenste Publikationen. Insgesamt 210,000 Steuerbüros, 85 Prozent aller US-Versicherungsunternehmen und 600,000 Juristen sind Wolters Kluwer-Kunden.

Engagement in Deutschland

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In Deutschland wird die Wolters Kluwer seit 27 Jahren von der Wolters Kluwer Deutschland GmbH vertreten. Auf insgesamt 25 Standorten verteilt, beschäftigt das Unternehmen 1200 Mitarbeiter (2011). Unter der Leitung von Dr. Ulrich Hermann konzentriert sich Wolters Kluwer Deutschland größtenteils auf fachspezifische Verlagsarbeit in den Sparten Tax & Accounting sowie Legal & Regulatory. Der Bereich Finance befindet sich im Aufbau.

Der Bereich Tax & Accounting wird vor allem durch den Softwareanbieter für Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Wolters Kluwer Software und Service GmbH (bis 2013 ADDISON Software und Service GmbH) und den Verlag der Akademischen Arbeitsgemeinschaft vertreten. Zur Sparte Legal and Regulatory gehören unter anderen die Verlage Luchterhand, Carl Heymanns, Werner, Carl Link, der Deutsche Wirtschaftsdienst sowie und der Softwareanbieter AnNoText und dem Fachmagazin Personalwirtschaft.

2006 gewann Wolters Kluwer Deutschland einen Rechtstreit mit dem Beck Verlag. Demnach muss Beck in seiner Neuen Juristischen Wochenzeitschrift aufgrund der marktbeherrschenden Stellung auch Anzeigen des schärfsten Konkurrenten Wolters Kluwer drucken. Im Frühjahr 2010 übernahm C.H. Beck dann den Verlagsbereich Studien- und Referendarliteratur von Wolters Kluwer, der einige juristische Lehrbuchreihen der Verlagsmarken Carl Heymanns und Luchterhand umfasst. Mit der Veräußerung will sich Wolters Kluwer Deutschland konsequenter auf die berufliche Zielgruppen der vier Geschäftsfelder ausrichten.

Im April 2010 gab Wolters Kluwer Deutschland die Zusammenarbeit mit dem Nachrichtenportal Spiegel Online bekannt. Das Produkt dieser Kooperation ist das Webmagazin Legal Tribune Online. Das Portal bietet neben juristischen Hintergrundanalysen und Branchen-News auch Lifestylethemen und Nachrichten, die von Spiegel Online geliefert werden. Mit Legal Tribune Online bündelt Wolters Kluwer die Online-Inhalte der juristischen Fachverlage Heymanns, Luchterhand und Werner. Statt auf Paid Content, setzt der Konzern auf Werbevermarktung und hohe Reichweiten durch die gegenseitige Verlinkung mit dem Web-Massenmedium Spiegel Online. Diese Strategie scheint sich auszuzahlen. Das Webmagazin erhielt im Mai 2010 vom Verband der Deutschen Fachpresse den Preis für die beste Neugründung sowie das beste Fachmedium im Bereich Recht/ Wirtschaft/Steuern. Hierbei wurden besonders die Textqualität und die intensive Nutzung der Möglichkeiten eines digitalen Mediums von der Jury gelobt. Seit März 2013 kooperiert Legal Tribune Online auch mit dem Onlineübersetzungsdienst Textking.

Im November 2010 übernahm Wolters Kluwer die LexisNexis Deutschland GmbH, die Legal & Regulatory Sparte des Informationsdienstleisters LexisNexis vom Dauerkonkurrenten Reed Elsevier. Damit werden der juristische Informationsdienst des Unternehmens zukünftig vollständig von Wolters Kluwer verwaltet, während der Bereich Online Wirtschaftsinformationen bei der LexisNexis Gruppe verbleibt. LexisNexis Deutschland besitzt insbesondere im Bereich der juristischen Onlinedienste eine bedeutende Marktstellung. Mit dem Erwerb von LexisNexis Deutschland wurde nicht nur das Online-Angebot in Deutschland ausgeweitet, sondern auch das Verlagsgeschäft vor allem über die bekannte Marke ZAP, gestärkt.

Seit Dezember 2010 engagiert sich auch Wolters Kluwer Financial Services auf dem deutschen Markt. Als erstes Produkt wurde in Köln der "Compliance Passport" vorgestellt. Hierbei handelt es sich um ein umfangreiches System zur Verwaltung von Stimmrechtsmitteilungen und Durchführung von Anlagegrenzprüfungen, in dem die rechtlichen Bestimmungen von derzeit 40 Ländern integriert sind. Im Mai 2011 wurde eine zweite Dependance in Frankfurt am Main eröffnet.

Im April 2012 startete Wolters Kluwer nach fünfmonatiger Testphase eine neuartige digitalen Arbeitsumgebung für Juristen. Jurion unterstützt deren Arbeitsprozesse mit einem System der Recherche und Verarbeitung von juristischen Fachinformationen aus verschiedenen Quellen: Die eigene Dokumentenbearbeitung und die  Rechtsrecherche in den Quellen der Wolters und Kluwer Verlage sind in eine gemeinsame Benutzeroberfläche integriert.  Nutzer können ihre Daten verschlüsselt auf dem Datenserver sichern und haben somit auch Zugriff von mobilen Endgeräten.
Der Geschäftsführer Ulrich Hermann beschreibt die neue Philosophie hinter Jurion im Interview mit Buchreport wie folgt: „Wir unterstützen bei unserer Zielgruppe wissensbasierte Arbeitsprozesse, bei denen es vor allem darum geht, Informationen möglichst nahtlos in eigenen Arbeitsdokumenten wie Vertragsentwürfen und Gutachten zusammenzuführen“

Nancy McKinstry kündigte bereits 2007 in einem Interview mit dem Handelsblatt den Ausbau der Aktivitäten in Deutschland an: „In einigen Jahren wollen wir in Deutschland die Nummer eins sein. Wir suchen weiterhin nach Übernahmekandidaten“, sagte McKinstry.

Aktuelle Entwicklungen

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Wolters Kluwer hat die digitale Transformation weitestgehend abgeschlossen. 83 Prozent des Gesamtumsatzes wurden 2015 durch Produkte aus der Software- oder Onlinesparte erzielt. Das Unternehmen beschäftigt nach wie vor ein Heer an Spezialisten, die Fachinformationen recherchieren und auswerten, doch diese müssen nicht mehr aufwändig gedruckt und vertrieben werden - zumindest in Europa und den USA. In Märkte China und Indien, in die Wolters Kluwer in den letzten Jahren vorgestoßen ist, besteht nach wie vor Bedarf nach gedruckten Informationen. Durch Gesundheitsreformen etwa in China und den USA gewann der Konzern neue Wirkungsfelder und Absatzchancen, besonders im Bereich der Klinik-Software zur Unterstützung von Behandlungsentscheidungen.

China und Indien bleiben die wichtigsten Wachstumsmärkte für das Unternehmen. Bereits seit Dezember 2010 werden die juristischen Fachbücher des Konzerns durch den Fachverlag Commercial Press in China übersetzt. Zuvor hatte bereits die medizinische Suchplattform Ovid eine chinesischsprachige Version veröffentlicht. Seit 2011 baut Wolters Kluwer zusammen mit dem chinesischen Informationsdienstleister Medicom ein elektronisches Informationssystem für chinesische Kliniken auf. Seit 2012 werden im Rahmen einer strategischen Allianz mit der China Publishing Group Corporation (CPGC), deren Produkte weltweit durch Wolters Kluwer und Wolters Kluwer Produkte in China durch CPGC vertrieben.