11. Viacom Inc./CBS Corp.

Umsatz 2016: $ 25,654 Mrd. (€ 23,176 Mrd.)

Überblick

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Viacom, zuvor ein vertikal integrierter Medienkonzern, wurde Anfang 2006 in zwei separate, börsennotierte Gesellschaften aufgespalten, die bis Anfang 2016 allerdings jeweils durch Firmenpatriarch Sumner Redstone über dessen Holding National Amusements, Inc. kontrolliert wurden: Viacom Inc. und CBS Corp. Seit 2015 erschüttert ein erbitterter Machtkampf das Unternehmen bei dem es im Kern darum geht, ob der greise Redstone noch mental in der Lage dazu ist, seine Anteile zu managen, bzw. wer seine Nachfolge antreten darf.

Basisdaten

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Hauptsitz CBS Corp.: 51 W. 52nd St., New York, NY 10019-6188, USA
Telefon: 001-212-975-4321
Telefax: 001-212-975-4516
Internet: www.cbscorporation.com

Branche: Fernsehsender (Free-TV), Radio, TV-Sendestationen, TV-Produktion, Rechtehandel, Freizeitparks, Außenwerbung, Buchverlage
Rechtsform: Aktiengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.01. – 31.12.
Gründungsjahr: 1912 (Paramount Pictures), 1927 (CBS: zunächst Columbia Phonograph Broadcasting System, später Columbia Broadcasting System)

Tab. I: Ökonomische Basisdaten CBS (in Mio. US-Dollar)

                                20162015201420132012201120102009200820072006
Umsatz   13.16613.88613.80615.28414.08914.24514.06013.01513.95014.07314.320
Gewinn (Verlust)1.2611.4132.9591.8791.5741.305724227(11.673)*1.2471.661
Aktienkurs(Jahresende)63,6246,9954,5562,2636,8225,9217,9413,057,3922,5525,00
Mitarbeiter15.55016.26017.31019.49020.93020.91525.38025.58025.92023.97023.654

*Verlust wird durch Umstrukturierungskosten und Akquisition von CNet erklärt.


Hauptsitz (new) Viacom Inc.
: 1515 Broadway, New York, NY 10036, USA
Telefon: 001-212-258-6000
Telefax: 001-212-258-6464
Internet: www.viacom.com

Branche: Film, Fernsehsender (Free-TV, Pay-TV), TV-Produktion, Rechtehandel
Rechtsform: Aktiengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.10. – 30.09.
Gründungsjahr: 1970 (Viacom Inc.)

Tab. II: Ökonomische Basisdaten Viacom (in Mio. US-Dollar)
                                20162015201420132012201120102009200820072006
Umsatz12.48813.26813.78313.74913.88714.9149.337*13.61914.62513.42311.467
Gewinn1.4361.9222.3922.4072.3452.1461.1751.5911.2331.6301.570
Aktienkurs (Jahresende)38,5040,7472,3682,6749,1141,3935,3826,2116,8138,7236,18
Mitarbeiter9.3009.2009.90010.0009.88010.58010.90011.20011.50010.80010.600

*Viacom änderte mit Beginn des Jahres 2010 seinen Geschäftsjahresabschluss auf den 30. September. Das Geschäftsjahr 2010 umfasste daher lediglich die neun Monate von Januar bis September 2010.

Geschäftsführung

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Geschäftsführung CBS Corp.:

  • Leslie Moonves, President & CEO
  • Anthony G. Ambrosio, Executive Vice President, Human Resources and Administration
  • Jonathan H. Anschell, Executive Vice President, Deputy General Counsel and Secretary  
  • Lawrence Tu, Senior Executive Vice President and Chief Legal Officer
  • Joseph R. Ianiello, Chief Operating Officer
  • Richard M. Jones, Senior Vice President & General Tax Counsel
  • John Orlando, Executive Vice President, Government Affairs
  • Gil Schwartz, EVP, Corporate Communications
  • Larry Liding, Senior Vice President, Controller and Chief Accounting Officer
  • Adam Townsend, Executive Vice President, Investor Relations

 

Aufsichtsrat CBS Corp.:

  • Sumner Redstone, CBS/Viacom
  • Leslie Moonves, CBS
  • Robert Klieger, Hueston Hennigan LLP
  • Shari Redstone, CBS
  • David R. Andelman, Lourie & Cutler, P.C.
  • Joseph A. Califano Jr., The National Center on Addiction and Substance Abuse
  • William S. Cohen, The Cohen Group
  • Gary L. Countryman, Liberty Mutual Group
  • Charles K. Gifford, Bank of America
  • Leonard Goldberg, Mandy Films Inc.
  • Bruce S. Gordon, National Association for the Advancement of Colored People
  • Linda M. Griego, Griego Enterprises Inc.
  • Arnold Kopelson, Kopelson Entertainment
  • Doug Morris, Universal Music Group
  • Martha L. Minow, Harvard Law School

 

Management Viacom:

  • Robert Bakish, President & CEO
  • James Bombassei, Senior Vice President, Investor Relations & Treasurer
  • Christa D. D'Alimonte, General Counsel and Secretary
  • Wade Davis, Executive Vice President & Chief Financial Officer
  • James N. Gianopulos, Chairman and CEO of Paramount
  • Tom Gorke, Executive Vice President, Head of Distribution & Business Development
  • DeDe Lea, Executive Vice President, Global Government Affairs
  • Debra L. Lee, Chairman and Chief Executive Officer, BET Networks
  • Sarah Kirshbaum Levy, Chief Operating Officer, Global Entertainment Group
  • David Lynn, President, CEO, Viacom International Media Networks
  • Scott M. Mills, Executive Vice President and Chief Administrative Officer
  • Julia Phelps, Senior Vice President, Communications & Culture
  • Kern Schireson, Chief Data Officer and Executive Vice President
  • Cyma Zarghami, President, Nickelodeon Group

 

Board of Directors:

  • Sumner Redstone, Chairman Emeritus
  • Thomas J. May, Eversource
  • Shari Redstone, Viacom
  • Robert Bakish, Viacom
  • Christiana Falcone Sorrell, World Economic Forum
  • Kenneth Lerer, Lerer Hippeau Ventures
  • Judith McHale, Cane Investments
  • Ronad Nelson, Avid Budget Group
  • Deborah Norviel, Inside Edition
  • Charles E. Phillips, Infor Global Solutions
  • Nicole Seligman, Sony

Geschichte und Profil

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Von Filmstudios bis Autostoßstangen – die Aktivitäten des Viacom-Konzerns umfassten seit seiner Gründung die unterschiedlichsten Bereiche. Das Medien-Konglomerat in seiner heutigen Struktur ist das Ergebnis einer Vielzahl von Fusionen und Firmenübernahmen, die bis zu 90 Jahre zurückliegen.

Das 1928 gegründete Radiounternehmen CBS gehörte zunächst der Columbia Phonograph, dann dem Zigarrenbaron Sam Paley. Mit dem Eintritt ins TV-Geschäft in den 1940er Jahren erhielt CBS durch seine hochklassigen Programme den Beinamen „The Tiffany Network“. Es war in den 1950er und -60er Jahren lange Zeit die Nummer Eins unter den großen Networks. Trotz vieler Turbulenzen in der Führungsetage konnte CBS seine Spitzenposition bis in die 70er Jahre halten.

1970 verbot die staatliche Telekommunikationsbehörde FCC landesweiten TV-Networks wie CBS, Sendestationen und Kabelsysteme im gleichen Markt zu betreiben. Daher rief CBS Viacom Inc. ins Leben, das fortan die Programm-Distribution von CBS übernehmen sollte. Im Anschluss erwarb Viacom weitere TV- und Radiostationen und gründete 1978 den Pay-TV-Sender Showtime, der mit dem Warner Bros./Amex-Sender The Movie Channel zu Showtime Networks fusionierte. 1986 erwarb Viacom auch Warners Anteile an Showtime. Im Paket miterworben wurde ein damals noch unbedeutender, kleiner Musikkanal namens MTV, der in den kommenden 25 Jahren die Musikindustrie und das Fernsehen revolutionieren sollte. 1987 erschien dann Sumner Redstone auf der Bildfläche. Schon frühzeitig hatte er das Potenzial der Viacom-Beteiligungen erkannt und erwarb mit seinem Unternehmen National Amusements, Inc. (NAI), einer landesweiten Kinokette, rund 83 Prozent der Viacom-Anteile. Unter Redstones Führung ging Viacom auf Expansionskurs. Zum Aufwärmen wurde 1990 zunächst King Entertainment (Themenparks) aufgekauft. Es folgten 1994 für 8,4 Milliarden Dollar die Videovertriebskette Blockbuster und damit Anteile an der profilierten TV-Produktionsfirma Spelling Entertainment. Noch im gleichen Jahr zog Viacom nach hartem Kampf mit Barry Diller und einem von QVC geführten Konsortium schließlich das Hollywood-Studio Paramount für 10 Milliarden Dollar an sich. Nach der Paramount-Übernahme musste Viacom den hohen Investitionen Tribut zollen und zum Abbau des Schuldenberges Unternehmen abstoßen, darunter das Kabelnetz und zehn Radiostationen

Das fehlende Glied in der Verwertungskette des Medienkonzerns war nur noch ein landesweites TV-Network. 1995 brachte Viacom gemeinsam mit Chris-Craft zunächst das United Paramount Network (UPN) auf Sendung, 1999 übernahm man CBS. Der Übernahme war der Umbau von CBS zu einem reinen Medienunternehmen vorausgegangen: In einer der bis dato größten Fusionen der amerikanischen Rundfunkgeschichte hatte im August 1995 der Elektronik-Konzern Westinghouse CBS für 5,4 Milliarden US-Dollar übernommen. Westinghouse-Chef Michael Jordan begann im Anschluss mit der Umgestaltung des Konzerns, indem er Beteiligungen am Bau von Atomkraftwerken, Turbinengeneratoren sowie Kühl- und Lüftungssystemen abstieß. An alte Radio-Traditionen anknüpfend, erwarb Jordan mit Infinity Broadcasting Corporation die führende Radiokette der USA. Außerdem investierte er ins Kabel-TV-Geschäft und akquirierte u. a. The Nashville Network und Country Music Television. 1997 wurde aus Westinghouse CBS Corp., die dann für rund 45 Milliarden US-Dollar von Viacom geschluckt wurde.

In den 90er Jahren hatte der Konzern jedoch auch mit massiven Problemen zu kämpfen. Nach einem erbitterten Rechtsstreit mit Universal wurden die Anteile an dem populärsten US-Kabelsender USA Networks veräußert. Zudem hielt die als Cash Cow eingekaufte Videokette Blockbuster nicht das, was ihr Name versprach. 1997 erreichte der Aktienkurs ein Rekord-Tief. In den Folgejahren erholte sich das Unternehmen und ging erneut auf Einkaufstour. Mit der Übernahme von CBS entstand ein Firmenimperium, das mit über 24 Milliarden Dollar Umsatz zu den größten Medienkonzernen weltweit zählte. Die Fusion knüpfte an die gemeinsame Vergangenheit der beiden Unternehmen an.
Nach zahlreichen Investitionen ins Internet übernahm Viacom 2001 für drei Milliarden Dollar die Black Entertainment Holdings (BET), eine Sendergruppe, die sich an Zuschauer afroamerikanischer Herkunft richtet. 2004 spaltete Viacom die strauchelnden Blockbuster-Videotheken ab, deren Stammgeschäft zunehmend von der Konkurrenz neuer Medien bedroht wurde. Anfang 2006 wurde der Konzern dann erneut zweigeteilt. Seither existieren die CBS Corp. und (new) Viacom Inc. parallel.

Spätestens Anfang 2015 wurde Beobachtern jedoch zunehmend klar, dass sich Viacom (im Gegensatz zu TV-Marktführer CBS) in einer handfesten Krise befindet. Sinkende Einschaltquoten, geringere Werbeeinnahmen und sich anbahnende Dispute mit Kabelnetzbetreibern setzten den Konzern unter Zugzwang. Besorgniserregend sind dramatische Zuschauerrückgänge der Viacom-Sender. Nickelodeon verlor 2014 32 Prozent der Zuschauer aus der jungen Zielgruppe und bei MTV schalteten rund ein Viertel weniger Zuschauer ein. Das haben auch die Kabelnetzbetreiber bemerkt, die die Viacom-Sender aus ihren Kabelangebot entfernen könnten. Deshalb wird bereits darüber spekuliert, ob Viacom wieder mit CBS fusionieren sollte, um eine bessere Verhandlungsposition gegenüber Dish und Co. zu haben. Acuh um unabhängiger vom zunehmend unberechenbaren Kabel-Geschäftsmodell zu werden, riefen CBS und Viacom Streamingportale ihrer Sender ins Leben.

Management

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Sumner Redstone
Sumner Murray Redstone präsentierte sich gerne als Verkörperung des amerikanischen Gründermythos'. Sein Vater zog als Linoleum-Händler in Boston von Haus zu Haus, bis er sich entschloss, ein Drive-In-Kino zu betreiben und den Familiennamen von Rothstein in Redstone umwandelte. Der Sohn ging zunächst nach Harvard, absolvierte die Law School, arbeitete im Justizministerium, ließ sich zwischenzeitlich als Anwalt nieder, um schließlich doch den Familienbetrieb zu übernehmen – die Saat seines Medienimperiums. Es war seine Zähigkeit, so Redstone in seiner Autobiographie, die während eines Hotelbrands aus dem Fenster hängend sein Überleben sicherte - dieselbe Zähigkeit, mit der er sich beim Aufbau seines Medienimperiums gegen alle Widerstände durchsetzte. Wie lange sich der inzwischen 93-Jährige sich noch körperlich und mental halten kann und wer seine Anteile an CBS und Viacom nach seinem Ableben übernehmen werden - darüber müssen wohl Gerichte entscheiden.

Shari Redstone
Sumner Redstones Tochter hält, gemeinsam mit ihrem Sohn, 20 Prozent der Anteile an der National Amusements Holding unter derem Dach CBS und Viacom organisiert sind. Obwohl sie davon abgesehen hat, in das operative Geschäft bei einem der beiden Unternehmen einzusteigen, wird sie die Zukunft von CBS und Viacom durch Personalmaßnahmen und strategische Grundsatzentscheidungen erheblich beeinflussen. Shari Redstone ist indes in vielerlei Hinsicht die Antithese zu ihren männlichen Kollegen in der Medienindustrie. Anstelle von Manhattan bevorzugt die Milliardärin die Bostoner Vorstadt. Wenn sie Football-Spiele der New England Patriots besucht, guckt sie das Spiel lieber alleine draußen als gemeinsam mit Prominenten in der VIP-Box. Und während viele der Medienkonzernelite sich gern auch roten Teppichen präsentieren, war Redstone noch nie bei einer Oscar- oder Golden Globe-Verleihung. Stattdessen zieht sie lieber im Hintergrund die Fäden, wie etwa bei der Expansion der National Amusement-Kinokette. Das Investment der von ihr geleiteten Venture Capital-Firma Advancit Capital in die Onlinevideofirma Maker Studios konnte sie beispielsweise verzehnfachen. Zudem war sie die entscheidende Person im Hintergrund, als ihr Vater zum Jahrtausendwechsel für 40 Milliarden Dollar CBS übernahm.

Leslie Moonves
CBS-Boss Moonves hingegen muss sich in absehbarer Zeit keine Sorgen machen, bei Mitgliedern des Redstone-Clans in Ungnade zu fallen. CBS war in den vergangenen Jahren der zuschauerstärkste TV-Sender in den USA und konnte entsprechend hohe Werbeerlöse erzielen. Als ehemaliger Schauspieler (unter anderem zu sehen in kleineren Rollen in den Serien "Cannon" oder "The Six Million Dollar Man") hat er in der Vergangenheit in diversen CBS-Late Shows sich als mächtigen TV executive selbst parodiert.

Phillipe Dauman
Der ehemaligeViacom-Chef galt als einer der grotesk überbezahltesten Manager der Medienkonzerngeschichte: Sein Gehalt inklusive Boni erhöhte sich für 2015 um 22 Prozent auf insgesamt 54,2 Millionen Dollar. Das Salär stand jedoch in keinem Zusammenhang mit seiner individuellen Performance, da die Unternehmensaktien im selben rund 44 Prozent ihres Wertes verloren. Angesichts der astronomischen Einkünfte und der rückläufigen Entwicklung wurde Dauman diversen Investorengruppen sowie Shari Redstone ein Dorn im Auge. Nachdem sie den internen Machtkampf gewonnen und das Vertrauen ihres Vaters zurückgewinnen konnte, musste Dauman das Unternehmen verlassen. Sein Nachfolger wurde der langjährige Chef des internationalen Geschäfts, Robert Bakish.

Geschäftsfelder

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Viacom

Fernsehen
Viacom hat seine TV-Sender in drei Segmente unterteil: Music & Entertainment (MTV, VH1, Spike, Comedy Central, CMT, TV Land, der Paramount Channel und der britische Privatsender Channel 5), Kids & Family (diverse Nickelodeon-Sender) und die Black Entertainment Television-Senderkette, die sich an ein vorwiegend schwarzes Publikum richtet in der Vergangenheit jedoch häufig von afroamerikanischen Aktivisten mit dem Vorwurf konfrontiert wird, negative Vorurteile zu schüren.

Film- und TV-Produktion
Mit Paramount Pictures (sowie den Töchtern Vantage, Classics und Animation sowie Insurge Pictures, Nickelodeon Movies, MTV Films und Parmount Television) kontrolliert Viacom eine der größten Hollywood-Studios. Zu den kommerziell erfolgreichsten Paramount-Titeln gehören unter anderem "Titanic", die "Transformers"-Reihe und "Shrek".

CBS

Fernsehen
Mit 30 Fernseh- und 117 Radiostationen in 26 Regionen der USA sowie diversen Produktionsfirmen ist CBS einer der größten Senderketten in den USA. Auf dem Pay-TV-Markt ist das Unternehmen mit Showtime, The Movie Channel und Flix präsent sowie betreibt das CBS Sports Network und den Kabelkanal Smithonian Channel.

Bücher
CBS kontrolliert mit Simon & Schuster einen der größten Buchverlage der Welt. Zum Verlag gehören die Tochterunternehmen Pocket Books, Scribner, Gallery Books, Touchstone und Atria Books.

Engagement in Deutschland/Europa

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Mit Engagements im deutschen Medienmarkt hielt sich Viacom lange Zeit eher zurück. Nur mit der MTV-Gruppe ist man seit Jahren präsent. Die nach mehreren Anläufen erfolgte Übernahme des deutschen Konkurrenten VIVA und dessen gesamter Sendergruppe für 310 Mio. Euro leitete 2004 einen Strategiewechsel ein. Auch der Kindersender Nickelodeon, der bereits zwischen 1995 und 1998 relativ erfolglos in Deutschland auf Sendung gewesen war, ist seit September 2005 wieder zu empfangen. Nickelodeon übernahm die Frequenzen vom in Deutschland eingestellten Viacom-Sender MTV2 Pop. Die kurzfristige Umbenennung des Senders in NICK ist bereits wieder rückgängig gemacht worden. Auch mit der Marke Comedy Central ist man auf dem deutschen Markt vertreten. 

Im Zuge der VIVA-Übernahme kam auch die VIVA-Tochter Brainpool TV GmbH zu Viacom. Im Rahmen eines Management-Buyout haben die VIVA-Gründer ihre Anteile allerdings Ende Dezember 2006 von Viacom/MTV zurückgekauft, so dass die Firma wieder eigenständig wurde. Mittlerweile hat das Pariser Unternehmen Banijay Entertainment 50% der Anteile der Kölner Firma erworben. Für Brainpool produzieren deutsche Fernsehgrößen wie Stefan Raab, Anke Engelke, Bastian Pastewka, Oliver Pocher oder Christian Ulmen.

Aktuelle Entwicklung

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Die im Frühjahr 2016 begonnenen Spekulationen über Sumner Redstones geistigen Gesundheitszustand und die damit zusammenhängende Erbstreitereien haben Seifenoper-Charakter angenommen wie sich ihn Hollywood-Drehbuchautoren nicht besser ausgedacht haben könnten. Im Mittelpunkt steht Redstones vierzig Jahre jüngere Exfreundin Manuela Herzer, die ihn bis vor zwei Jahren in seinem Anwesen pflegte und ihr im Falle seines Ablebens Vermögenswerte in Höhe von 70 Millionen Dollar versprach. Doch dann ließ Redstone überraschend sein Testament ändern und verbannte Herzer aus seinem Haus. Herzer - unterstützt von Redstones Enkelin Keryn - klagte daraufhin, dass Redstone nicht mehr in der Lage sei, solche Entscheidungen zu treffen und unter dem Einfluss von seiner Tochter Shari stehe.

Sollte der zuständige Richter nun tatsächlich bestätigen, dass Redstone nicht mehr zurechnungsfähig ist, würde das ein schlechtes Licht auf Viacom-CEO Phillipe Dauman werfen, der erst im Februar 2016 von Redstone und dem Rest des National Amusement-Trust zum neuen Viacom-Chairman ernannt wurde. Auch die Rolle von Tochter Shari Redstone, die seit der Verbannung von Herzer wieder näher an ihren Vater gerückt ist, würde geschwächt werden. Der Familienstreit kommt zu einer Unzeit: während CBS insbesondere in Wahljahren von den milliardenschweren Investionen in TV-Wahlwerbung profitiert, drohen die diversen Viacom-Kabelsender angesichts der massenhaften Emigration der Zuschauer ins Netz zunehmend an Bedeutung zu verlieren.

News

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24.10.17 / Amazon.com Inc., Comcast Corp., Viacom Inc./CBS Corp.

Nach Weinstein-Affäre: Missbrauchskandale erschüttern US-Medienindustrie

28.08.17 / Viacom Inc./CBS Corp.

Übernahme von Ten: CBS expandiert nach Australien

29.05.17 / Viacom Inc./CBS Corp.

Viacom: Mit neuen Kabelangeboten aus der Krise

Inhalte

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dem Media Program der Open Society Foundations,

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der Bundeszentrale für Politische Bildung,

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der Rudolf Augstein Stiftung

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sowie der Stadt Köln

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dem Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Technologie

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und dem Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V.