16. Sky plc

Umsatz 2016: GBP 12,916 Mrd. (€ 15,761 Mrd.)

Überblick

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Sky ist die größte Pay-TV-Gruppe Europas und in den Märkten Deutschland, Großbritannien, Irland, Italien und Österreich aktiv. Rupert Murdoch's 21st Century Fox versucht gegenwärtig die restlichen 61 Prozent am Unternehmen zu übernehmen. Eine Entscheidung über eine Genehmigung der britischen Regulierungsbehörden wird Anfang 2018 erwartet.

Basisdaten

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Hauptsitz:
Sky plc              
Grant Way, Isleworth, TW7 5QD,               
Telefon: 0333 100 0333
www.skygroup.sky

Rechtsform: Aktiengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.07. – 30.06.
Gründungsjahr: 1990

 

Tab. I: Ökonomische Basisdaten (in Mio. GBP)
2016/172015/162014/152013/14
Umsatz12.91611.79111.28311.104
Gewinn691663750548
Mitarbeiter31.00027.443

 

 

 

Geschäftsführung

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Management:

  • Jeremy Darroch, Group Chief Executive
  • Andrew Griffith, Group Chief Operating Officer & Chief Financial Officer
  • Deborah Baker, Group Director of People
  • James Conyers, Group General Counsel
  • Gary Davey, Managing Director, Content
  • Mai Fyfield, Chief Strategy and Commercial Officer
  • Catherine Hicks, Group Corporate Affairs Director
  • Didier Lebrat, Chief Technology Officer
  • Stephen Van Rooyen, Chief Executive Officer, UK and Ireland
  • Carsten Schmidt, Chief Executive Officer, Sky Deutschland
  • Alun Webber, Sky's Chief Product Officer
  • Andrea Zappia, Chief Executive Officer, Sky Italia

 

Aufsichtsrat:

  • James Murdoch. Chairman
  • Jeremy Darroch. Group Chief Executive Officer
  • Andrew Griffith, Group Chief Operating Officer and Chief Financial Officer
  • Chase Carey, Non-Executive Director
  • Tracy Clark, Independent Non-Executive Director
  • Martin Gilbert, Deputy Chairman
  • Adine Grate, Independent Non-Executive Director
  • John Nallen, Non-Executive Director
  • Andrew Sukawaty, Senior Independent Director
  • Matthieu Pigasse, Independent Non-Executive Director
  • Katrin Wehr-Seiter, Independent Non-Executive Director

Geschichte

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Die heutige in fünf Ländern aktive Sky Group ist das Resultat zahlreicher Fusionen und Zukäufe. Der Ursprung des bis 2013 unter dem Namen BskyB firmierenden Pay-TV Anbieter liegt in Großbritannien im Jahr 1990 als Rupert Murdochs erst kurz zuvor gegründeter Satelliten-Sender Sky Television mit British Satellite Broadcasting (BSB) fusionierte. Bereits 1989 hatte Murdoch das Erfolgsrezept für die Verbreitung des damals noch misstrauisch beäugten Medium Bezahlfernsehen gefunden: exklusive Erstausstrahlungen von Filmen (Sky Movies), lukrative Sportrechte, insbesondere Fußball (Sky Sports) sowie einen 24-Stunden Nachrichtenkanal (Sky News). Bis heute bildet diese Kombination das Herzstück jedes nationalen Sky-Ablegers. Murdoch scheute dabei keine Kosten und Mühen und häufte jahrelang Verluste an ehe er dann doch in der Gewinnzone landete.

Von Großbritannien aus, wo es Murdoch erstmals 1992 gelang die wertvollen Übertragungsrechte der Fußball-Premier League zu ergattern und sogar Pay per View Sportereignisse salonfähig machte, expandierte Sky in den kommenden Jahren in Italien und deutschsprachigen Raum. Derweil festigte Sky seine Position auf dem britischen Markt, indem es den Breitband-Internetprovider Easynet kaufte. Easynet betrieb bis dahin ein europaweites Glasfasernetz und deckte 4,4 Millionen Haushalte und 700.000 Unternehmen ab. Der 211 Millionen Pfund teure Kauf ermöglichte BSkyB den Einstieg in den umkämpften Triple-Play-Markt, also der Verbindung von Internet, TV und Telefonie.
Ende November 2006 beteiligte sich der britische Bezahlfernseh-Anbieter BSkyB zudem mit 17,9 Prozent an dem Free-TV-Sender ITV. Der Einstieg wurde als überraschender Schachzug im Übernahmepoker um ITV gewertet. 
Allerdings urteilte im September 2008 die Regulierungsbehörde Competition Commission, dass BSkyB seinen Anteil an ITV wieder auf unter sieben Prozent verkleinern müsse. Im Juni 2010 kaufte BskyB schließlich für 1,6 Milliarden Pfund sämtliche Fernsehkanäle vom britischen Konkurrenten Virgin Media. Im Rahmen der größten Konsolidierung des britischen Privatfernsehmarktes dieses Jahrzehnts erwarb Sky acht Kanäle: Living, Livingit, Challenge, Challenge Jackpot, Bravo, Bravo 2 und Virgin1.

Parallel dazu, zunächst über schrittweise Beteiligungen, später dann über vollständige Übernahme baute Murdochs Konzern News Corp (später dann 21st Century Fox) Sky zum größten Pay-TV-Anbieter in Italien und Deutschland aus. In Italien musste sich Murdoch dafür gegen erbitterten Widerstand von Erzfeind Silvio Berlusconi durchsetzen. Der Medienunternehmer und damalige Ministerpräsident Italiens sah News Corps Engagement für sein eigenes Mediaset-Imperium. Als Sky Italia durch die Fusion von Tele+ und Stream TV ins Leben gerufen wurde, warf Murdoch naturgemäß Auge darauf. Nach der kompletten Übernahme im Jahr 2004 kam es zu einer jahrelangen Auseinandersetzung mit Berlusconi die 2009 darin gipfelte, dass sich die Berlusconi-Sender weigerten, Werbung für Sky Italia auf seinen frei empfangbaren Kanälen auszustrahlen. Sky konterte, indem es eine neue digitale Verschlüsselung veröffentlichte, die es Skys HD-Kunden ermöglichte, auch alle frei empfangbaren Sender inklusive den Mediaset-Kanälen zu empfangen. Berlusconi bezeichnete Sky daraufhin als "Feind" und Berlusconi-Sohn und Mediaset-Vizechef Pier sprach von einem "Krieg" mit Sky.

Die Etablierung von Sky Deutschland gestaltete sich ebenfalls lange schwierig. Murdoch erste Ausflüge in den deutschen TV-Markt waren mit Problemen behaftet. Seine Beteiligungen an den Sendern Vox und TM3 verkaufte er rasch wieder. Auch die Millionen, die er in seine erste Beteiligung an Sky-Vorläufer Premiere gesteckt hatte, waren schnell weg. Sein Partner Leo Kirch meldete 2002 Insolvenz an. Im Zuge von Kirchs Untergang musste Murdoch um die 1,7 Mrd. Euro abschreiben. Doch Murdoch gab nicht auf.Einen großen, neuen Schritt in den deutschen TV-Markt machte Murdoch im Januar 2008 mit dem Kauf von 14,58 Prozent der Aktien von Premiere vom einstigen Besitzer Unity Media. Der Anteil wurde zwischen 2008 und 2010 auf 49,9 Prozent aufgestockt, womit News Corp. über eine Sperrminorität verfügte. Zwar konnte Murdoch den aus „persönlichen Gründen“ zurückgetretenen Geschäftsführer Michael Börnicke durch seinen Intimus Mark Williams ersetzen. Doch dieser musste nur drei Wochen später einen operativen Verlust zwischen 40 und 70 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2008 verkünden, worauf die Premiere-Aktie um mehr als 60 Prozent fiel. Den geschockten Aktionären wurde mitgeteilt, dass die wahre Anzahl der Premiere-Abonnenten aufgrund von Karteileichen, Gratis-Probe-Angeboten und Schwarzsehern bei 2,4 anstatt vorher ausgewiesenen 3,5 Millionen lag. Mittels einer Umbenennung des Unternehmens in "Sky Deutschland" wurde ab Juli 2009 ein Neuanfang gestartet. Änderungen der Programm-Pakete und eine neue Preisstruktur sollten eigentlich dabei helfen, endlich mehr Neukunden zu gewinnen. Doch der Abwärtstrend hielt an. Die siebte Kapitalerhöhung seit dem Börsengang seit 2005 (340 Millionen Euro) scheiterte im September 2010 bis auf weiteres am mangelnden Interesse der Aktionäre.  Noch im zweiten Quartal des Kalenderjahres 2010 verlor Sky täglich eine Million Euro.

Erst nach Jahren des Verlusts verbesserte sich die Situation, dann jedoch deutlich. Schwarze Zahlen wurden - auch im Zuge des Launch eines 24-Stunden-Sportnachrichtenkanals - erstmals im zweiten Quartal 2012 geschrieben. Wesentlicher Garant für die positive Entwicklung waren dabei die Übertragungsrechte der Fußball-Bundesliga bis 2017. Nach einer Neuvergabe der Rechte bei der seit der Saison 2017/2018 auch Discovery Communication über seine Eurosport-Senderkette mitmischt, hat Sky Deutschland jedoch sein Monopol bei der Übertragung der Bundesliga inzwischen verloren.

Management

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Skys CEO Jeremy Darroch ist mit einem jährlichen Salär von mehr als 16 Millionen Pfund einer der bestverdienensten Konzernlenker Europas. Darroch war von 2004 an zunächst Finanzchef eher er 2007 die Chefposition bekleidete. Seine Stellung konnte er zementieren, als er Sky durch erfolgreich durch die Rezession 2009 manövrierte. Bei (medien-)politischen Fragen hält er sich bewusst zurück und überlässt dies lieber der Armee an Beratern und Lobbyisten, die insbesondere mit Blick auf die angestrebte Komplett-Übernahme von Sky engagiert wurde. Stattdessen konzentriert der Newcastle United-Fan sich auf die wirtschaftliche Seite und attackiert dabei gerne auch die Konkurrenz. Egal ob BBC (wegen des kostspieligen gebührenfinanzierten Erwerbs von Sportrechten), die Telcos Virgin und BT (weil diese angeblich zu stark von Skys Verbreitung profitieren), oder Channel 4 (wegen Geldverschwendung des Public-Private-Partnerships an der mittelbar auch Sky beteiligt ist).

Geschäftsbereiche

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Sky ist in fünf Ländern (Großbritannien, Irland, Italien, Deutschland und Österreich) präsent und hat insgesamt 22,5 Millionen Abonennten (Stand: April) 2017), rund die Hälft davon allein in Großbritannien und Irland). Kernprodukt von Sky ist nach wie vor eine Set-Top-Box mit der man gegen eine monatliche Gebühr eine Vielzahl von Programmpaketen empfangen kann. Unter dem Druck des enormen Erfolges von Streamingplattformen wie Netflix oder Amazon Video hat Sky nun sowohl diverse Over the Top-Streamingdienste gelauncht als auch massiv in die Produktion eigener Inhalte investiert, um Alleinstellungsmerkmale gegenüber der Konkurrenz zu besitzen. Allein 2017 wurde mit der Produktion von 100 Shows und Formaten begonnen - ein bemerkenswerter Schritt für das Unternehmen, dessen Geschäftsmodell, sieht man von der Übertragung von Live-Sport, traditionell in Zweitverwertung von Hollywood-Filmen und TV-Serien bestand. Für den deutschen Markt das wohl wichtigste Prestige-Projekt ist die gemeinsam der ARD produzierte, mit einem Budget von 40 Millionen bis dato teuerste deutsche Serie aller Zeiten, "Babylon Berlin".

Aktuelle Entwicklung

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Die geplante Übernahme der restlichen 61 Prozent der Anteile an Sky, die Rupert Murdoch bisher noch nicht kontrolliert, zieht sich jetzt bereits seit Jahren und gestaltet sich äußerst schwierig. Ein erstes Übernahmeangebot musste 2010/2011 zwangsläufig zurückgezogen werden, da das damalige politische Klima in Großbritannien nach den erschütternden Enthüllungen im Abhörskandal bei der "News of the World" eine Vergrößerung des Murdoch-Imperiums nicht zuließ. Sechs Jahre später wirkt der Skandal, bei dem News Corp. Journalisten das Handy eines ermordeten Teenagers sowie diverser Prominenter abhörten, weiter. Die Frage, ob Murdoch und seine Söhne "fit and proper" sind, die vollständige Kontrolle über die größte europäische Pay-TV-Sendergruppe ausüben, treibt die britischen Medienpolitiker weiter um. Sie befürchten insbesondere eine "Foxfizierung" des bisher allgemein respektierten 24-Stunden-Kanal Sky News, der sollte er auf strenge Murdoch-Linie getrimmt werden in Kombination mit dem führenden Boulevard-Blatt "The Sun" zum einflussreichen publizistischen Kampfsender ausgebaut werden könnte. Als Goodwill-Geste hat 21st Century Fox zwar schon die Ausstrahlung des rechten Propaganda-Senders Fox News in Großbritannien gestoppt, doch die für die Übernahme zuständige Kulturministerin Karen Bradley hat die Frage der Genehmigung oder Blockierung des Deals vorsichtshalber an die Wettbewerbsbehörde CMA weitergeleitet, die nun klärt, ob Murdoch zuviel Medienmacht in einer Hand vereint. Bradley hat derweil mehrfach darüber laut nachgedacht - auch im Zuge von diversen Fällen von sexueller Belästigung bei Fox News - ob grünes Licht für die Übernahme im Interesse der Öffentlichkeit sei.

Inhalte

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dem Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Technologie

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