40. Shanghai Media Group

Umsatz 2013: RMB 46,000 Mrd. (€ 5,463 Mrd.)

Überblick

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Die staatliche Shanghai Media Group (SMG) ist eines der führenden chinesischen Medienunternehmen. SMG kontrolliert unter anderem zahlreiche TV-Sender (CBN, Dragon TV, Ningxia TV), betreibt Radiostationen und Produktionsfirmen und ist auf dem besten Weg zu einem der größten Onlineplayer in China zu werden. Das Unternehmen hat enge Verbindungen zur US-Medienindustrie, wichtigster Partner für SMG ist hierbei die Walt Disney Company. 

Basisdaten

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Hauptsitz:
298 Weihai Road
Shanghai, China,200041
Tel:++86 21 220 058 99
www.smg.cn

Branche: TV, Radio, Online
Rechtsform: Private Company
Gründungsjahr: 2001

Umsatz 2013: 46 Mrd. RMB (Quelle: PR Newswire)

Geschäftsführung

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  • Wang Jianjun, President & Chairwoman
  • Ling Gang, Senior Executive
  • Lixing Lu, Deputy Director, General Office

Geschichte und Profil

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2001 entschied sich die kommunistische Partei Chinas dazu die Medienlandschaft Shanghais noch weiter zu zentralisieren. Diverse Radio- und TV-Sender wurden unter dem Dach der Shanghai Media Group zusammengeführt. Die Partei übertrug dem damals erst Mitte Dreißigjährigen Li Ruigang die Kontrolle über das neu geschaffene Monopol. Schnell war klar, warum die Wahl auf Li fiel. Als ausgebildeter Journalist verfügte er über beste Kontakte zur Politik- unter anderem war zeitweise Medienberater des stellvertretenden Bürgermeisters von Shanghai. Den Ausschlag gaben wohl jedoch seine Englischkenntnisse, die er sich als Gaststudent an der Columbia University in New York angeeignet hatte. Sein dort erworbenes Fachwissen über den US-amerikanischen Medienmarkt sollte sich schon bald als nützlich erweisen, denn in den nächsten zehn Jahren fädelte SMG eine beispiellose Reihe an Kooperationen und Partnerschaften mit den größten Playern der US-Medienindustrie ein.

Obwohl ebenso verstaatlicht wie Chinas bekanntester Medienkonzern CCTV, entwickelte sich SMG zur ersten Anlaufstelle für Hollywood-Studiobosse auf der Suche, ihr Publikum in China zu vergrößern. Grund dafür war neben dem Standort Shanghai auch das relativ junge und im Vergleich zu den Medienkonglomeraten in anderen Provinzen dynamischer wirkende Team um Li. SMG avancierte so innerhalb weniger Jahre zum einflussreichsten Mittelmann für ausländische Medienkonzerne in China. Den Anfang machte 2003 eine Content-Partnerschaft zwischen SMG's Nachrichtensendern und dem US-Wirtschaftskanal CNBC. Eine Freundschaft zwischen Li und Viacom/CBS-Chef Sumner Redstone führte 2004 zu Ko-Produktionen von Kinderprogrammen für Viacoms Nickelodeon und SMGs Toonmax.

Unter den Dutzend internationalen Abkommen die auf Lis Konto gehen, sind vier besonders erwähnenswert. 2007 ging SMG eine strategische Partnerschaft mit Microsoft für die Verbreitung von IPTV-Inhalten ein (BesTV). 2012 wurde gemeinsam mit dem inzwischen zu Comcast gehörenden Animationsstudio DreamWorks der asiatische Ableger Oriental DreamWorks ins Leben gerufen. 2015 wurde im Rahmen eines Joint Ventures mit Freemantle Media beschlossen, gemeinsam Reality-TV-Formate für den chinesischen Markt zu entwickeln. Die wohl wichtigste Weichensstellung erfolgte jedoch 2014: SMG verstärkte seine besondere Beziehung zu Walt Disney. Zuvor hatten beide Unternehmen schon in den Bereichen TV-Produktion (insbesondere für den Kindersender Toonmax), Filmvertrieb und Marketing zusammengearbeitet. Disney und SMG entschieden künftig speziell auf den chinesischen Markt zugeschnittene Produktionen mit Disney-Charaktern zu entwickeln. Im Umkehrschluss sollen animierte TV-Serien produziert werden, die chinesische Folklore featuren. Der Disney-SMG-Deal ist ein klassisches Win-Win-Szenario. SMG öffnet Disney die Tür zum bald wichtigsten Kinomarkt der Welt. Im Gegenzug teilt der Medienkonzern aus Kalifornien sein Know-How bei der Produktion von familienfreundlichen Entertainment.

Parallel zur internationalen Expansion restrukturierte SMG sein Kerngeschäft. 2009 wurde die Gruppe in zwei Einheiten aufgeteilt: ein Radio- und TV-Arm, der weiterhin vom dem Shanghaier Ableger der kommunistischen Partei kontrolliert wurde und ein Entertainment-Unternehmen (Shanghai Oriental Media Group), das sich für Finanzinvestoren öffnete. 2014 fusionierte SMGs Fernsehkonzern BesTV mit Shanghai Oriental Pearl und schuf so einen neues intergriertes Internet-, TV- und Games-Unternehmen.

Management

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Nach dem Rückzug von Li Riugang ist Wang Jianjun die starke Frau an der Spitze der Shanghai Media Group. Sie trat 1983 in die kommunistische Partei Chinas ein und arbeitete sich in verschiedenen Funktionärsfunktionen stetig nach oben. Unter anderem saß sie in verschiedenen Shanghaier Rundfunkkommissionen und Jugendschutzgremien. Bevor sie verantwortlich für das gesamte SMG-Imperium wurde, war sie Chefin des TV- und Radio-Arms Shanghai Oriental Pearl Media. Wang Jianjun führt die Strategie durch Kooperationen mit internationalen Partnern weiter zu wachsen, systematisch fort. Im Herbst 2014 gründete sie etwa gemeinsam mit Riugangs neuer Holding, CMC Capital, sowie den US-Produktionsfirmen Warner Bros und RatPac Entertainment einen globalen Investmentfond für chinesische und internationale Filme.

Geschäftsfelder

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SMG betreibt neben dem Flaggschiff Dragon TV 13 weitere Sender darunter Channel Young, China Business Network, ICS, OCJ und Toonmax sowie jeweils einen Kultur-, Dokumentations-, Drama- Sport- und Nachrichtensender. Hinzu kommen 13 Radiosender und fünf Tages- und Wochenzeitungen, darunter auch die Wirtschafszeitung CBN Daily. Die Shanghai Oriental Pearl Media Company ist der Onlinemedien-Arm, der in den Bereichen Digitalmarketin, Homeshopping und Games aktiv ist. An dem 2016 eröffenten Disneyland in Shanghai hält SMG rund 20 Prozent der Anteile.

Aktuelle Entwicklungen

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Kung Fu Panda 3 blieb Anfang 2016 zwar leicht hinter den Einspiel-Erwartungen zurück, aber dennoch ist die Produktion und der Vertrieb symptomatisch für SMGs Kooperationsstrategie. Produziert wurde der Film von Oriental DreamWorks, dem asiatischen Ableger von Jeffrey Katzenbergs Animationsstudio, an dem auch der Investmentfond China Media Capital, der von SMGs früheren Vorsitzen Li Riugang gegründet wurde und SMG selbst beteiligt sind. Obwohl Kung Fu Panda universellen Charme besitzt wurde darauf Wert gelegt, dass die dargestellten Sitten und Bräuche im Einklang mit der chinesischen Kultur stehen, um der chinesischen Synchronisation Rechnung zu tragen wurde eigens eine zweite, in Bezug auf Animationen leicht modifizierte Version des Films produziert.

Doch auch innerhalb von China geht SMGs strategische Allianzen ein. 2015 investierte Alibaba-Chef Jack Ma rund 200 Millionen in SMGs Business News-Segment CBN. Damit wollen beide Konzerne die Vorherrschaft auf dem Markt für Wirtschaftsnachrichten brechen, der momentan noch von Thomson Reuters und Bloomberg dominiert wird.

Inhalte

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