26. Lagardère Media

Umsatz 2015: € 7,193 Mrd.

Überblick

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Seit dem Verkauf der restlichen Anteile an EADS (Airbus Group) im April 2013 und somit dem Ausstieg aus dem Geschäft mit Rüstung, Luft- und Raumfahrt ist die Lagardère-Gruppe ein reiner Medienkonzern, aktiv in den Bereichen Presse, Verlage, Pressevertrieb, Sportrechte sowie Fernsehen, Radio und Multimedia. Lagardère ist in rund 30 Ländern vertreten und beschäftigt rund 30.000 Mitarbeiter.

Basisdaten

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Hauptsitz: 4, rue de Presbourg, 75016 Paris, Frankreich
Telefon: 0033-1-40 69 16 00
Telefax: 0033-1-40 69 21 31
Internet: www.lagardere.com

Öffentlichkeitsarbeit: Thierry Funck-Brentano
Telefon: 0033-1-40 69 16 34
E-Mail: tfb(at)lagardere.fr

Branche: Buchverlage, Zeitungen, Magazine, Pressevertrieb, Radio, Spartensender, Satelliten-TV, TV-Produktion, Multimedia, Sportvermarktung, Luft- und Raumfahrt, Rüstung (Lagardère SCA)
Rechtsform: Kommanditgesellschaft auf Aktien
Geschäftsjahr: 01.01. - 30.12.
Gründungsjahr: 1826 (Hachette), 1992 (Lagardère Groupe)

Tab. I: Ökonomische Basisdaten
20162015201420132012201120102009200820072006
Umsatz Gesamt (in Mio. €)7.3917.1907.1707.2167.3707.6577.966*7.892*8.214*8.582*8.092
Gewinn (in Mio. €)741852401.319106(439)194164627564469
Aktienkurs (in €, Jahresende)26,4227,4521,6027,0225,9820,4030,8328,4129,0051,2937,90
Beschäftigte 16.00029.53125.93323.76723.81826.49328.51029.51929.88932.81031.522

* seit dem 1.1.2007 wurden Umsatz/Gewinn aus dem EADS-Anteil nicht mehr mit den Lagardère-Zahlen proportional konsolidiert. Der Konzernumsatz entsprach nunmehr dem Umsatz aus dem Mediengeschäft.

Tab. II: Medien-Umsatz nach Geschäftsfeldern (in Mio. €)
20162015201420132012201120102009200820072006
Lagardère Book Publishing2.2642.2062.0042.0662.0772.0382.1652.2732.1592.1301.975
Lagardère Active9159629589961.0141.4411.8261.7252.1112.291590
Lagadère Services----3.8143.7453.8093.7243.5793.3873.5003.7213.679
Print Media--------------------1.848
Lagardère Sports/Unlimited517515394409470454396507444440--
Lagardère Travel Retail36953.510------------------
Gesamt7.3917.1907.1707.2167.3707.6577.9667.8928.2148.5828.092

Geschäftsführung

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Management:

  • Arnaud Lagardère, General and Managing Partner, Chief Executive Officer, Lagardère Sports and Entertainment
  • Pierre Leroy, Co-Managing Partner
  • Thierry Funck-Brentano, Co-Managing Partner
  • Ramzi Khiroun, Spokesperson, Chief External Relations Officer
  • Bruno Balaire, Chief Financial Officer
  • Gérard Adsuar, Deputy Chief Financial Officer
  • Éric Thomas, General Counsel
  • Arnaud Nourry, Chairman and Chief Executive Officer, Hachette Livre
  • Dag Rasmussen, Chairman and Chief Executive Officer, Lagardère Travel Retail
  • Denis Olivennes, Chairman, Lagardère Active

 

Aufsichtsrat:

  • Xavier de Sarrau, Chairman
  • Georges Chodron de Courcel, BNP Paribas
  • Francois David, Coface
  • Patrick Valroff, Crédit Agricole CIB
  • Javier Monzón, Indra
  • Francois Roussely, Messier Maris
  • Nathalie Andrieux, La Poste group
  • Yves Guillemot, Ubisoft
  • Pierre Lescure, Canal+
  • Martine Chéne, CDFT
  • Jean-Claude Magendie, Paris Court of Appeal
  • Soumia Malinbaum, Keyrus
  • Hélène Molinari, Be-Bound
  • Aline Sylla-Walbaum, Christie's
  • Susan M. Tolson, Capital Group

Geschichte und Profil

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Louis Hachette (1800-1864) kaufte 1826 die Pariser Librairie Brédif und wurde so europäischer Marktführer im Geschäft mit Schulbüchern, Enzyklopädien, Reiseführern und Publikumszeitschriften. 1945 erschien erstmals das bis heute bekannteste Blatt des Hauses, die Frauenzeitschrift Elle. In Zusammenarbeit mit Henri Filipacchi entstand 1953 Le Livre de Poche, Frankreichs bestverkaufte Taschenbuch-Reihe; zudem kontrollierte Hachette seit den 1950er Jahren die Verlagshäuser Grasset, Fayard und Stock. 1986 übernahm Hachette den quotenstarken Radiosender Europe 1.

Jean-Luc Lagardère (1928-2003) wechselte 1963 von Dassault Aviation als Generaldirektor zum Rüstungskonzern Matra (Mécanique Aviation Traction) und wurde dort 1977 zum Firmenchef ernannt. 1980 übernahm Matra dann über 40 Prozent des Medienhauses Hachette. Zwei spektakuläre Firmenzusammenschlüsse folgten 1999. Matras Technologie- und Rüstungspol fusionierte mit der staatlichen Aerospatiale und im Oktober verschmolzen Aerospatiale-Matra und Daimler-Chrysler Aerospace (Dasa) zur European Aeronautic Defense and Space Company (EADS).

Lagardère, der Beamtensohn aus der Gascogne, ist heute eine französische Unternehmer-Legende, der Inbegriff des Familienkapitalisten. Erst Diplomingenieur, dann Waffenhändler, Medientycoon, Luftfahrt-Enthusiast, Frankreichs bedeutendster Pferdezüchter und stets auf Du mit all den Pariser Präsidenten und Premiers formte er aus einem mittelständischen Unternehmen ein globales Konglomerat. Und eigentlich blieb ihm nur eines verwehrt: ein eigener terrestrischer Fernsehkanal. Beim Privatisierungsrennen um den französischen Marktführer TF1 unterlag Lagardère 1987 dem (qua Profession sehr politiknahen) Bauunternehmer Francis Bouygues.

Der einzige Sohn Arnaud Lagardère (Jg. 1961) trat 1986 in das Unternehmen ein und wurde als Chef der Mediensparte an die Firmenleitung herangeführt. „Ich liebe meinen Sohn", hat Jean-Luc Lagardère gesagt, „und ich liebe mein Unternehmen. Beides zu verbinden ist für mich das Größte." Weiter: „Er ist ich, und ich bin er.“ Als Lagardère Senior 2003 nach einer eigentlich unkomplizierten Hüft-OP an einer Blutvergiftung stirbt, war die Nachfolge geregelt.

2006 begann Arnaud Lagardère eine weitreichende Neuordnung des Konzerns. Das Presse-Segment Hachette Filipacchi Médias (HFM) wurde mit Lagardère Active (TV, Radio, Internet) zur neuen medienübergreifenden Sparte Lagardère Active Media zusammengeführt. Das Geschäft mit der Regionalpresse rentierte sich  bald nicht mehr und Mitte August 2007 stieß Lagardère seine südfranzösischen Titel ab (darunter Nice-Matin, La Provence und Var Matin). Im Frühjahr 2011 schließlich wurde der Großteil von Lagardères „International Magazine Business“ für 606 Mio. Euro an die Hearst Corporation abgegeben. Im April 2013 wurde Lagardère vom Misch- zum reinen Medienkonzern: Für 2,3 Milliarden Euro wurden die letzten EADS-Anteile verkauft.

Management

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Es war kein Geheimnis, dass Arnaud Lagardère mit Industrie und Rüstung nie viel anfangen konnte. Innerhalb von zehn Jahren nach dem Tod seines Vaters hat er die Lagardère-Gruppe halbiert. Vom Pariser Finanz-Establishment wird er deshalb misstrauisch beobachtet; Kritiker werfen ihm vor nur ein blasses Abbild des Seniors und großen Konzernlenkers Jean-Luc zu sein. In seinen Reden auf den Hauptversammlungen bleibe er unverbindlich und blass und interessiere sich nicht wirklich für das Tagesgeschäft. Für die französische Öffentlichkeit wurde er zur Witzfigur als ein Making-of eines Fotoshootings mit ihm und dem 30 Jahre jüngeren Dessous-Model Jade Foret im Juli 2011 online gestellt wurde. Das Video wurde zum PR-Desaster und ließ große Teile der französischen Öffentlichkeit weiter an den Führungsqualitäten von Arnaud zweifeln.

Geschäftsfelder

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Lagardère Publishing
Hachette Livre ist der drittgrößte Bücherverlag der Welt und Marktführer in Frankreich, wo die Gruppe allein 40 Tochterverlage kontrolliert. Bekannteste Marken sind Schulbuchverlage wie Hatier und Larousse, auf Ratgeber spezialisierte Marken wie Hachette Pratique und Marabout oder der Comicverlag Éditions Albert-René, der die berühmte Asterix-Reihe herausgibt. In den USA betreibt Hachette den Ableger HBG der das Resultat der 2006 erfolgten Übernahme der Time Warner Book Group ist. Die Gruppe geriet 2014 im Zuge eines Disputs mit Amazon in die Schlagzeilen. Weil sich Hachette mit dem Online-Versandhandel nicht über die Preispolitik seiner E-Books einigen konnte, stoppte Amazon kurzerhand den Vorverkauf von Hachette-Titeln.

Lagardére Active
Die Active-Sparte umfasst unter anderem Magazine und Zeitschriften wie Elle und Paris Match, private Radiosender Europe 1 und Virgin Radio, den Kinder-TV-Kanal Gulli und das Gesundheits Onlineportal Doctissimo. Insgesamt betreibt Lagardère 24 Radio- und 16 TV-Sender sowie gibt 15 Magazine heraus.

Lagardère Sports and Entertainment
Lagardère ist einer der größten Sportvermarkter der Welt und in den Bereichen Stadium- und Eventmanagement, Rechtehandel und Live-Entertainment aktiv. So kontrolliert Lagardère beispielsweise die Medien- und Vermarktungsrechte an den Olympischen Spielen 2016 in Rio. 70 europäischen Fußball-Klubs, davon 15 aus der Bundesliga werden von Lagardère vermarktet. In Afrika und Asien hält das Unternehmen die Rechte am Afrika-Cup, bzw. Asien-Cup. Zudem managet der Konzern diverse Top-Tennis- und Golfspieler

Lagardère Travel Retail
Die Reise-Sparte von Lagardére umfasst im wesentlichen den Verkauf und Vertrieb von Zeitungen und Zeitschriften an Flughäfen. Das Unternehmen verkündete 2014 sich Schritt für Schritt aus dem Pressevertrieb zurückziehen zu wollen.

Aktuelle Entwicklungen

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Die Aktionäre beginnen sukzessive das Vertrauen in Arnaud Lagardère und seine Strategie zu verlieren. Im März 2016 fiel der Aktienkurs auf ein sieben Jahres-Tief, unter anderem auch weil der langjährige Finanzchef Dominique D'Hinnin überraschend das Handtuch geworfen hatte. D'Hinnin galt für viele als das wahre Hirn hinter Lagardère und als Absicherung für den von vielen als inkompetent wahrgenommenen Arnaud Lagardère. Inzwischen wird das Unternehmen als Übernahme-Kandidat gehandelt. Als möglicher Interessent gilt Vivendi, das auf enormen Cash-Reserven sitzt. Bislang scheint Arnauld Lagardère jedoch nicht verhandlungsbereit.

Die staatliche Qatar Holding ist mit mittlerweile 12,83% größter Lagardère-Aktionär. Was die Frage nach den weiteren Absichten von Scheich Hamad bin Khalifa Al Thani aufwirft, Emir von Katar, Verwalter von Erdölmilliarden. Auch angesichts weiterer massiver Investitionen der Katarer in ganz Frankreich: In Bau- und Umweltkonzerne, in den Ölkonzern Total und in Immobilien von allerhöchstem Prestige (z.B. das Hotel Carlton in Cannes, das Hotel Royal Monceau in Paris, den Fußball-Klub Paris Saint-Germain). Lagardère zumindest wird der Scheich nicht komplett übernehmen können. Denn ein Gesetz verhindert, dass ein nicht-europäischer Investor mehr als 20% an einem französischen Unternehmen erwirbt, das einen landesweiten TV-Sender betreibt.

Inhalte

Ranking - Die 50 größten Medienkonzerne 2015*

  1. Alphabet Inc.
  2. Comcast
  3. The Walt Disney Company
  4. News Corp. Ltd. / 21st Century Fox
  5. AT&T Entertainment Group (DirecTV)
  6. Time Warner Inc.
  7. Viacom Inc./CBS Corp.
  8. Sony Entertainment
  9. Apple Inc.
  10. Altice Group
  11. Bertelsmann SE & Co. KGaA
  12. Cox Enterprises Inc.
  13. Facebook, Inc.
  14. Liberty Media Corp./Liberty Interactive/Starz
  15. Tencent Holdings Ltd.
  16. Dish Network Corporation
  17. Thomson Reuters Corporation
  18. Vivendi S.A.
  19. The Hearst Corporation
  20. Rogers Comm.
  21. Baidu Inc.
  22. Microsoft Corporation
  23. Charter Comm. Inc.
  24. RELX Group
  25. Bloomberg L.P.
  26. Lagardère Media
  27. BBC
  28. ARD
  29. Pearson plc
  30. Netflix
  31. Advance Publications
  32. Amazon.com Inc.
  33. Discovery Communications
  34. iHeart Media
  35. Nielsen Holdings plc
  36. Shanghai Media Group
  37. The Naspers Group
  38. Nippon Hoso Kyokai
  39. Grupo Televisa
  40. S&P Global
  41. Fuji Media Holdings, Inc.
  42. Yahoo! Inc.
  43. Globo Communicação e Participações S.A.
  44. Wolters Kluwer nv
  45. Activision Blizzard Inc.
  46. ITV plc
  47. Electronic Arts
  48. Verizon (AOL)
  49. Nintendo Company Ltd.
  50. Mediaset SpA
  51. Axel Springer SE
  52. ProSiebenSat.1 SE
  53. Phoenix Publishing & Media Group
  54. France Télévisions S.A.
  55. Nippon Television Holdings
  56. IAC/InterActiveCorp.
  57. Time Inc.
  58. Bonnier AB
  59. TEGNA
  60. Quebecor Inc.
  61. Grupo Clarin
  62. Scripps Networks Interactive
  63. Gannett Co. Inc.
  64. Tokyo Broadcasting System Holdings, Inc.
  65. Univision Communications
  66. Daily Mail & General Trust plc
  67. RAI Radiotelevisione Italiana Holding S.p.A.
  68. Bandai Namco Holdings Inc.
  69. Graham Holdings Company
  70. Bauer Media Group
  71. Hubert Burda Media Holding Gmbh & Co.
  72. China Central Television
  73. ZDF
  74. Lionsgate Entertainment Corporation
  75. Bell Media
  76. TF1 S.A.
  77. Twitter
  78. Hunan Broadcasting System
  79. Spotify AB
  80. tronc, Inc.
  81. Modern Times Group
  82. Georg von Holtzbrinck GmbH
  83. Sanoma Group
  84. Schibsted Media Group
  85. Grupo Planeta
  86. Egmont Group
  87. John Wiley & Sons, Inc.
  88. SRG SSR
  89. Asahi Shinbun Company
  90. Tribune Media
  91. Essel Group
  92. Scholastic Corporation
  93. NOS
  94. Meredith Corporation
  95. New York Times Company
  96. Gazprom-Media
  97. Grupo PRISA
  98. China Publishing Group
  99. Ubisoft Entertainment
  100. De Persgroep