97. Grupo PRISA

Umsatz 2015: € 1,398 Mrd.

Überblick

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Die spanische Prisa-Gruppe ist das größte Medienunternehmen auf dem iberoamerikanischen Markt, der die iberische Halbinsel und Lateinamerika umfasst. “Prisa” ist ein Akronym von “Promotora de Informaciones, Sociedad Anónima” (“Förderer von Informationen, AG”). Zur Gruppe gehören u. a. die meistgelesene spanische Tageszeitung “El País” und der Fernsehsender “TV Cuatro”. Sie ist in 22 Ländern aktiv. Mitgegründet wurde die in Madrid ansässige Prisa 1972 von José Ortega Spottorno, einem der Söhne des spanischen Philosophen José Ortega y Gasset.

Basisdaten

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Hauptsitz:
Gran Vía 32
28013 Madrid
www.prisa.es
Tel.: +34 91330 1079, Fax: +34-91330 1038

Rechtsform: Aktiengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.01. – 31.12.
Gründungsjahr: 1972

Tab. I: Ökonomische Basisdaten (Beträge in Mio. €)
20162015201420132012201120102009200820072006
Umsatz1.3301.3981.4122.7092.6652.7242.8233.2094.0013.6202.812
Gewinn (Verlust) nach Steuern(38)3926279.89236.70(451,22)(72,87)50,583192228,9

Geschäftsführung

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Management:

  • Juan Luis Cebrián Echarri, Chairman
  • D. Manuel Polanco Moreno, Deputy Chairman
  • José Luiz Sanz, CEO
  • Andrés Cardó, CEO, PRISA Radio & SER
  • Miguel Ángel Cayuela, CEO, SANTILLANA
  • Rosa Cullell Muniesa, CEO, Media Capital
  • Antonio García-Món, Secretary General
  • Pedro García Guillén, CEO, PRISA TV
  • Javier Lázaro, Chief Financial Officer
  • Bárbara Manrique de Lara, Corporate Communications, Marketing & External Relations Director
  • Fernando Martínez, Director of Strategic Planning, Management Control and Budgeting
    Manuel Mirat, CEO, EL PAÍS & PRISA Noticias

 

Board of Directors:

  • Juan Luis Cebrián Echarri
  • D. Manuel Polanco Moreno
  • José Luiz Sanz
  • Juan Arena de la Mora
  • Claudio Boada Pallarés
  • Borja Pérez Arauna
  • Roberto Alcántra Rojas
  • Jonh Paton
  • Antonio García-Món
  • Ariana Huffington
  • D. José Luis Leal Maldonado
  • Gregorio Maranon y Bertran de Lis
  • Alain Minc
  • Agnès Noguera Borel
  • Emmanuel Roman
  • Ernesto Zedillo Ponce de León
  • Xavier Pujol Tobena

 

Besitzverhältnisse: Rucandio (Familie Polanco) 41,87 % (Rucando hielt bis zum Eintritt der Teilhaber des US-Fonds Liberty 70,067 %. CEO und El País Mitbegründer Cebrián besitzt 0,736 % des Unternehmens. Die neuen Teilhaber sind Nicolás Berggruen (7,5%) und Martin Franklin (7,5%). Weitere 13% halten frühere Teilhaber des Liberty Fonds über die Bank of America Corporation, BNP Paribas, BH Stores und Asset Value Investors Limited. Seit Sommer 2011 hält auch die Daiwa Capital Markets Europe Ltd. eine direkte Beteiligung von 6,294 %. Im November 2011 erwarb der mexikanische Magnat Carlos Slim eine Beteiligung von 3,2%.

Geschichte und Profil

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Der Gründer der Gruppe Prisa, José Ortega Spottorno (1916-2002), Sohn des Philosophen und Schriftstellers José Ortega y Gasset, ist von Beruf Ingenieur, widmet sich aber dem Schreiben. Während des spanischen Bürgerkrieges emigrieren er und seine Familie nach Genf. Anders als Ortega y Gasset kehrt Spottorno jedoch nach Kriegsende nach Spanien zurück, wo er ab 1962 die von seinem Vater gegründete Zeitschrift „Revista de Occidente“ leitet. Sein Wunsch ist es, so bekräftigt er 1971, ein Blatt nach dem Vorbild der 1917 gegründeten Intellektuellenzeitung „El Sol“ herauszugeben. Dieses soll „tolerant, offen und europäisch“ sein. Außerdem soll die Zeitung Freiheit und Demokratie verteidigen, deren Durchbruch er für die nahe Zukunft in Spanien voraussieht. 1966 gründet Spottorno zunächst den Verlag Alianza Editorial. In Zusammenarbeit mit Carlos Mendo und Darío Valcárcel folgt 1972 der Startschuss für die Verlagsgesellschaft Prisa. Das Startkapital beträgt nur 500.000 Peseten, wird aber in den folgenden Jahren stark aufgestockt. 1974 existieren 381 Aktionäre.

Nukleus der Gruppe wird die nationale spanische Tageszeitung „El País“ („Das Land“). Die Gründung im Jahr 1976, wenige Monate nach dem Tod von Diktator Franco, stellt eine historische Notwendigkeit dar, so der italienische Journalist Giancarlo Salemi. Spanien braucht nach mehreren Jahrzehnten der Zensur und gelenkter Presse ein Organ, das die Transición, den demokratischen Umbruch 1975-78, begleitet. Im ersten Editorial der Zeitung am 4. Mai 1976 heißt es: „Die Reform des Staates hat noch nicht begonnen, soviel möchten wir Ihnen in unserer ersten Ausgabe sagen. Akzeptieren Sie diese ungeduldige Begrüßung als Eindruck einer soeben geborenen Zeitung!“

Die für die Publikation einer Zeitung noch immer erforderliche Genehmigung durch das Ministerium für Information erhält die Gruppe Prisa mit Verhandlungsglück und der Fürsprache von Manuel Fraga, dem damaligen spanischen Botschafter in London. Die beiden führenden Köpfe der ersten Stunde waren der Verleger Jesús de Polanco (1929-2007) und der Journalist Juan Luis Cebrián (geb. 1944).
Der Jurist Polanco, der 1958 den Buchverlag Santillana gegründet hat, bürgt persönlich für die erste Druckmaschine und zahlte die ersten Gehälter aus eigener Tasche. „Er glaubte an das Projekt, als niemand glauben wollte“, so der erste Chefredakteur von „El País, Juan Luis Cebrián, der das Blatt in den folgenden Jahren zur einflussreichsten Zeitung Spaniens macht. Dafür nimmt er sich die Ratschläge von Jaques Fauvet, dem Chefredakteur der Pariser Tageszeitung „Le Monde“ zu Herzen. Dieser möchte nach eigener Aussage in seinen Spalten jedwede Form der Ungerechtigkeit anprangern und für Minderheiten Partei ergreifen. Die ersten Seiten von „El País“ befassen sich stets mit internationalen Themen, wobei insbesondere Spaniens Platz in Europa betont wird. 1996 blickt Cebrián mit Stolz auf die Anfangsjahre der „El País“ zurück: Die Freiheit, die wir erkämpft haben, war kein Geschenk, sondern eine erst kürzlich erfolgte Eroberung, die nicht vergessen werden darf.“
Worte, die insbesondere für die letzte Februarwoche des Jahres 1981 gelten, als die junge spanische Demokratie durch den Putschversuch von Oberstleutnant Tejero bedroht wird. „El País“ titelt: „Staatsstreich: El País, für die Verfassung“. Eine zweite Sonderausgabe folgt noch am selben Tag mit der Schlagzeile „Staatsstreich im Begriff zu Scheitern“ über einem Bild, das Tejero mit erhobener Pistole im Parlament zeigt. Wegen der klaren Parteinahme König Juan Carlos´ für die Verfassung und aufgrund von Massenprotesten in den großen Städten des Landes scheitert der Putschversuch schließlich. Als Cebrián 1988 den Chefredakteursposten abgibt, ist „El País“ die meistgelesene Zeitung in Spanien, das Land seit zwei Jahren Mitglied in der Europäischen Gemeinschaft und die Prisa-Gruppe dabei, kräftig zu expandieren.
Der Chef der Prisa, Jesús de Polanco, wandelt die Gruppe 1984 in eine Holding um. 1985 wird der Radiobetreiber Cadena SER (Sociedad Española de Radiodifusión) gekauft, dessen Vorgänger Radio Madrid und Radio Barcelona zwei der ersten Radiostationen in Spanien waren. Zu Cadena Ser gehören 285 Radiostationen im ganzen Land. Als die Prisa im Juli 1992 auch noch beim Radionetwork „Antena 3“ einsteigt, wettern die größten Wettbewerber der „El País“, die Tageszeitungen „ABC“ und „El Mundo“ (RCS Media Group in der Mediendatenbank) gegen das entstandene „Informationsmonopol“, da die Prisa der sozialdemokratischen Partei PSOE des damaligen Ministerpräsidenten Felipe Gonzalez nahe steht. Polanco reagiert polemisch auf die Vorwürfe und spricht von Madrilener Journalisten als „Sklaven ihrer Eitelkeit“ und von einem Interessensyndikat. Als das Kartellamt 1994 die Fusion von Cadena SER und Antena 3 billigt, kommt es zu einem weiteren Schlagabtausch in den Meinungsspalten der großen Tageszeitungen. Prisa und „El País“ werden als „Sprachrohr der Exekutive“ und als „Propagandainstrument“ betitelt. Die Vorwürfe sind übertrieben, obschon die Prisa zu einem mächtigen Pressekonzern herangewachsen ist. Als die konservative Partei Partido Popular (PP) von José Maria Aznar 1996 an die Macht kommt, besitzt die Holding neben „El País“ und den umfangreichen Hörfunkaktivitäten auch 25 Prozent an der Gesellschaft „Sogecable“, zu dem u. a. der erste spanische Pay-TV-Sender „Canal+“, zwei Satellitenprogramme und die Filmproduktionsfirma „Sogecine“ gehören. Hinzu kommen die Verlage „Gruppo Estructura-Cinco Dias“, „Edipaís“ und „Progresa“.
In den Jahren nach dem Börsengang im Jahr 2000 expandiert die Prisa in erster Linie in Lateinamerika. 2001 kauft man den brasilianischen Verlag „Moderna“, ebenfalls 2001 wird die Hälfte des mexikanischen Rundfunksenders „Radiopolis“ erworben (ein Joint-Venture mit der mexikanischen Gruppe Televisa) und 2004 folgen die Akquisitionen von „Caracol“ (Kolumbien) sowie „Radio Continental“ (Argentinien). Heute ist Grupo Prisa nach eigenen Angaben eines der größten Medienkonglomerate im portugiesisch/spanischsprachigen Raum.

Management

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Jesús de Polanco, einer der Gründer und langjährige Vorsitzende von Grupo Prisa, starb am 21. Juli 2007 im Alter von 77 Jahren. Für seine Verdienste erhielt er posthum das große Kreuz der heiligen Isabel, eine der höchsten Auszeichnungen des spanischen Staates. Von seinen Mitarbeitern war er ehrfürchtig „Don Jesús“ genannt worden, von seinen Gegnern im konservativen Lager mitunter „Jesús der Allmächtige“. Er selbst pflegte zu sagen, er sei im Grunde „schlicht und ergreifend ein Unternehmer. Ein Buchverkäufer.“ Mit dieser Haltung – einer Mischung aus Bodenständigkeit und Understatement - gelang es Polanco, aus einigen kleinen Verlagsaktivitäten einen der größten Medienkonzerne der spanischsprachigen Welt zu schaffen. In Madrid finanzierte er sich sein Jurastudium als Buchhändler, bevor er 1958 den Verlag Santillana gründete. Dieser publizierte Schulbücher auch für den lateinamerikanischen Markt und ist heute Teil der Prisa.

Die Gruppe, von der Polanco indirekt 64,4 Prozent besaß, expandierte unter seiner Leitung kräftig, an der Börse jedoch hat das Unternehmen den Anlegern hingegen bislang keine Freude bereitet. So ist der Preis der Prisa-Aktie in den letzten zehn Jahren von 20,8 auf mittlerweile drei Euro geschrumpft.  Im Kampf um die Vorherrschaft auf dem spanischen Pay-TV-Markt gelang es Polanco einst, die Konkurrenzplattform „Vía Digital“ der ehemals staatlichen Telefongesellschaft Telefonica zu übernehmen. Fernsehen ist in Spanien ein einträgliches Geschäft. Jeder Spanier sitzt durchschnittlich 242 Minuten täglich vor der Glotze – ein Spitzenplatz in Europa. Der Radiozweig der Gruppe, Cadena SER, ist das erfolgreichste Radiounternehmen auf der Iberischen Halbinsel.
Polanco stand als Gründer der größten Tageszeitung Spaniens und Vorsitzender des größten Medienunternehmens des Landes des Öfteren im Zentrum öffentlicher Debatten der noch immer tief gespaltenen spanischen Gesellschaft. Dem Unternehmen wurde eine Nähe zur langjährigen sozialdemokratischen Regierung von Felipe Gonzalez nachgesagt, in dessen Zeit als Ministerpräsident die Prisa groß geworden ist. Die Nähe sei jedoch lediglich ideell und in der Geschichte habe es keinerlei Engagement der Sozialdemokraten in den Eigentümerstrukturen gegeben, erklärte der ehemalige Chefredakteur von „El País“, Jesús Ceberio 1998. In den lukrativen Privatfernsehmarkt konnte Grupo Prisa dennoch erst einsteigen, als der Sozialdemokrat Zapatero den konservativen Aznar abgelöst hatte. Im November 2005 ging der Free-TV-Sender  „Cuatro“ auf Sendung.

Polanco sah sich starken Anfeindungen aus den Reihen des konservativen Partido Popular ausgesetzt, worauf er wenig zimperlich reagierte. Zuletzt warf er der Partei des ehemaligen Ministerpräsidenten Aznar den Wunsch nach einem neuen Bürgerkrieg vor. Der PP hatte beschlossen, die Prisa-Medien im Kommunalwahlkampf 2007 zu boykottieren. Polanco bezeichnete diese bemerkenswerte Wahlkampfstrategie als „puren Franquismus“.
Nach seinem Tod übernahm Ignacio de Polanco, 52 und eines seiner vier Kinder, die Führung des Konzerns. Bislang war er ihr Vizepräsident. „Kontinuität und Entwicklung des Werks meines Vaters sind die Herausforderungen, die wir erfolgreich bestehen werden. Denn wir haben die besten Mitarbeiter, die man sich vorstellen kann,“ erklärte Polanco in einer Pressemitteilung. Vorsitzender bleibt weiterhin Juan Luis Cebrián, Gründungsmitglied der Prisa und langjähriger Chefredakteur der „El País“.

Geschäftsfelder

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Tageszeitungen
Flaggschiff des Medienkonzerns Prisa ist die Tageszeitung „El País“, die eine Auflage von ca. 370.000 Exemplaren erreicht. (2010). Die Zeitung enthält Regionalteile für Andalusien, Galizien, Katalonien, das Baskenland, Madrid und Valencia. Die Supplements heißen u. a. „Ciberpaís“ (Informatik und Elektronik), „EP[3]“ (Jugend), „El Babelia“ (Kultur und Literatur), „El Viajero“  (Reise), „EP[S]“ (Mode und Reportagen) und „Negocios“ (Wirtschaft). Seit 1998 kooperiert man mit „Le Monde“ und der „New York Times“,  2001 schloss sich die  „International Herald Tribune“ dem Verbund an. Auch die Onlineausgabe www.elpais.com entwickelte sich erfolgreich und kämpft mit „El Mundo um die Marktführerschaft bei den  Online-Nachrichten.

„El País“ hat als erste spanische Qualitätszeitung einen Ombudsmann ernannt und eigene Redaktionsstatuten eingeführt. Das „Libro de Estilo“ gilt in Spanien als Referenz für journalistische Qualität. „Gerüchte sind keine Nachricht,“ heißt es darin beispielsweise. Leiter der Zeitung ist seit ihrem 30. Geburtstag im Mai 2006 der Quereinsteiger Javier Moreno (Jahrgang 1963). Er ist erst der vierte Chefredakteur und folgt Juan Luis Cebrián, Joaquín Estefanía und Jesús Ceberio nach.

In der Vergangenheit konnte das Blatt bedeutende Schriftsteller als Autoren gewinnen, unter ihnen Manuel Vicent und Mario Vargas Llosa. Der spätere Literaturnobelpreisträger Gabriel García Márquez schrieb 1981 in „El País“ über das Verhältnis von Journalismus und Literatur: „Das schlimme am Journalismus ist, dass ein einziges falsches Element genügt, um ausweglos alle anderen Elemente zu kompromittieren. Bei der Fiktion hingegen, reicht ein einziger Bezug auf die Realität aus, der, wenn er gut genutzt wird, sogar die fantastischsten Kreaturen wahrhaftig erscheinen lassen kann. Folgende Regel enthält die Ungerechtigkeiten bei den beiden Gattungen: Im Journalismus besteht die Notwendigkeit, die Wahrheit ans Licht zu bringen, auch wenn niemand sie glaubt. In der Literatur hingegen kann man alles erfinden, solange der Autor in der Lage ist, glaubhaft zu machen, dass alles sicher ist…“
Die Wirtschaftszeitung „Cinco Días“ („Fünf Tage“) erscheint bei der Verlagstochter „Estructura“. Seit dem Relaunch 2001 enthält sie sechs täglich erscheinende Teile: „Empresas“ (Unternehmen), „Opinión“ (Meinung), „Finanzas“ (Finanzen), „Mercados“ (Märkte), „Economia“ (Wirtschaft) und „Tendencias“. Es existieren Beilagen zu den Themen Fonds, Forschung und Entwicklung sowie Pharmazeutika. Die Onlineausgabe heißt „cincodias.com“.
Die Sportzeitung „AS“ wurde im Juli 1996 zu 75% gekauft. Sie berichtet insbesondere über die spanischen wie auch über internationale Fußball-Ligen.

Radio
Die Prisa-Gruppe besitzt den größten spanischen Radiosender, „Cadena SER“, mit über 4,7 Millionen Hörern. Weitere Kanäle sind „40 Principales“, „Cadena DIAL“, „M80 Radio“, „Máxima FM“ und „Radiolé“.

Fernsehen
Mit ihrer Fernsehtochter „Sogecable“ ist die Prisa-Gruppe Marktführerin beim Bezahlfernsehen in Spanien. Das Vollprogramm Digital+ haben rund 1,78 Millionen Empfänger abonniert. Außerdem produziert das Unternehmen in den Studios in Tres Cantos bei Madrid weitere 38 Spartenkanäle, die über Kabel, Satellit und Internet verbreitet werden. Anfang 2010 verkaufte Prisa den freiempfangbaren landesweiten „Cuatro“.  Das Netzwerk „Localia“, das über hundert lokale Fernsehstationen umfasste, musste bereits wegen mangelnder Rendite geschlossen werden.  In Portugal kontrolliert Prisa über die Gesellschaft Media Capital den wichtigsten TV-Sender des Landes TVI und in den USA betreiben die Spanier Kabelsender für den spanischsprachigen Markt.

Fernsehproduktion
„Plural Entertainment“ produziert spanischsprachige Inhalte wie Quizsendungen, Dokumentationen, Serien, Shows, Werbespots und Videoclips, aber auch Kinofilme.

Filmproduktion
Die Produktionstochter „Sogecine“ gehört zu den größten in Spanien und produzierte beispielsweise den Film „The Others“ („Los Otros“) von Regisseur  Alejandro Amenábar.

Bücher
Das Haus Santillana fasst den überwiegenden Teil der Verlagsaktivitäten der Prisa zusammen. Santillana verlegt seit Ende der 50er Jahre Schulbücher und expandierte durch Zukauf von Verlagen wie Taurus, Alfaguara und Aguilar. Heute vertreiben diese zusammen eine breite Produktpalette von Romanen bis Reiseführern. Außer den genannten Unternehmen zählen SUMA und Punto de Lectura zur Prisa-Gruppe. „Santanilla en Red“ heißt ein Projekt, dass Bildungsangebote online verfügbar macht.

Druck
2003 fusionierte die Prisa-Gruppe ihre Printaktivitäten in Spanien mit der britischen Firma Polestar und dem Risikokapital-Unternehmen Ibersuizas zur neuen Printtochter „Dédalo Grupo Gráfico“.

Werbung
Die Werbefirmen „GDM“ und Box Publicidad vermarkten die Werbezeiten und Anzeigenplätze in den Prisa-Medien. „Prisa Innova“ ist auf Promotion und Steigerung der Bekanntheit von Marken spezialisiert.

Neue Medien
Seit 2000 fasst die Prisa ihre Internetaktivitäten im Tochterunternehmen Prisacom zusammen. Dazu zählen die Sites der größten Publikationen und Sender (elpais.es, cincodias.com, as.com, los40.com, cadenaser.com). Weiterhin hält Prisa 50% am Dienstleister Infotecnica, der Inhalte anbietet, die durch Mobiltelefone abgerufen werden können. Mit einer 21,69-prozentigen Beteiligung an Iberbanda fungiert Prisa auch als Provider von Breitband-Internetzugängen.

Musik
Die Event-Agentur „Gran Via“ organisiert Konzerte und Festivals.

Engagement im Ausland

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Prisa war schon immer tonangebend auf dem spanischen Medienmarkt. Schon in den neunziger Jahren verschaffte sich der Verlagskonzern ein zweites Standbein im Pay-TV-Geschäft und mit dem Börsengang im Jahr 2000 erhielt das Unternehmen auch die nötigen finanziellen Mittel, um kräftig im Ausland zu expandieren. Der brasilianische Schulbuchverlag Moderna wurde 2001 übernommen und Prisa stieg im mexikanischen Rundfunkgeschäft ein. Radiopolis wurde der Grundstein zum Ausbau einer panamerikanischen Rundfunkkette, mit einer Senderfamilie die von Zentralamerika über Kolumbien bis nach Argentinien reichte. In Portugal erwarb Prisa in den Folgejahren die Mehrheit an Media Capital und kontrollierte damit TVI, den größten privaten TV-Kanal im Nachbarland. Anschließend trieb Prisa den Ausbau seiner Fernsehsparte in Spanien voran.

Nach dem Wahlsieg von Ministerpräsident Zapatero 2004 konnte Prisa im Heimatland Spanien wieder mit günstigeren politischen Bedingungen rechnen. Zapateros konservative Vorgängerregierung hatte durch Gesetze eine weitere Expansion des Marktführers erschwert und beispielsweise die Mehrwertsteuer für Pay-TV erhöht. „Wir haben unter Aznar alle Expansionen vor Gericht durchfechten müssen,“ wird ein Mitarbeiter in der Tageszeitung „Die Welt“ zitiert.

Die Prisa-Gruppe sah sich gleichzeitig nach Expansionsmöglichkeiten im Ausland um. Im Juli 2007 macht man beispielsweise den Kauf der größten chilenischen Radiokette IARC perfekt, zu der acht Programme gehören. Als die traditionsreiche Pariser Gazette „Le Monde“ 2005 in wirtschaftliche Schieflage geriet, sprang neben dem Rüstungs- und Medienkonzern Lagadère auch die Prisa-Gruppe ein und erwarb für ca. 25 Millionen Euro einen 14,8-Prozent-Anteil. „Le Monde“ war in den 70er Jahren Vorbild bei der Gründung der „El País“, das Engagement also möglicherweise „Ehrensache“ für den damaligen Prisa-Chef de Polanco. Ende 2005 erhöhte die französische Tochtergesellschaft IPR (Investissements Presse Régionale) den Anteil an der Gesellschaft „Le Monde SA“ auf 17,69 Prozent.  

In Zukunft dürfte sich der Konzern unter dem Ruder des frisch gekürten Präsidenten Ignacio de Polanco auch verstärkt dem hispanoamerikanischen Markt zuwenden, der Gewinne verspricht. In Kalifornien und Florida repräsentieren Bürger mit hispanischen Wurzeln die größte Minderheit. Diese verschafft sich zunehmend Gehör – auf Spanisch. Zum einen durch Massendemonstrationen für ein Bleiberecht für illegal eingewanderte Hispanics, zum anderen durch ein verstärktes kulturelles Selbstbewusstsein, das seinen Ausdruck in Latino-Stars wie Jennifer Lopez und der Hispano-Version der amerikanischen Nationalhymne findet.

Aktuelle Entwicklungen

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PRISA, bei dem der Investmentfond Liberty von Nicolas Berggruen 2010 mit rund 650 Millionen Euro einstieg, ist mit rund drei Milliarden Euro (netto) verschuldet. Den Strukturwandel bei PRISA (weg vom traditionellen Journalismus, hin zu Pay-TV und Internetgeschäften) hatte der 68jährige Vorstandschef Juan Luis Cebrián (Jahresgehalt mit Boni: 13 Millionen Euro) so begründet: „Wer kein Twitter-Konto hat, hat hier nichts mehr verloren. Diejenigen über 50 haben nicht das berufliche Profil für das von uns angestrebte Zeitungsmodell“.

Trotz der Turbulenzen bei der Zeitung kündigte der Konzern für 2013 den Start von El Pais-TV an, was dem Zug der Unternehmenspolitik zu mehr Engagement im audiovisuellen Markt und im Metamedium Internet folgt (der durchschnittliche TV-Konsum ist in Spanien in der letzten Dekade noch einmal signifikant angestiegen, siehe Tab. II). 1972 in der spanischen Transicion u.a. von José Ortega Spotorno, einem der Söhne des Philosophen Ortega y Gasset gegründet, befindet sich PRISA heute unter der Kontrolle internationaler Investoren wie Nicolas Berggruen oder Carlos Slim Helú. Als lukrativste Märkte bzw. Zielgruppen gelten Lateinamerika und die Hispanics in den USA, nicht so sehr Spanien selbst. So trägt El Pais seit einiger Zeit den Untertitel: „El Periódico Global En Espanol“. 2012 beteiligte sich PRISA mit 50% an der neuen Plattform „El Huffington Post“, wo auch noch einmal Ex-Regierungschef Felipe Gonzales als Blogger verpflichtet wurde. Die massiven Schulden in Höhe von drei Milliarden US-Dollar haben Prisas Investoren (u.a. Silver Point Capital, Monarch Alternative Capital, Knighthead Capital, Davidson Capital) jedoch im Sommer 2013 laut darüber nachdenken lassen, ob das Unternehmen in den USA nicht Konkurs anmelden sollte. Dies wäre möglich, da PRISA auch an der New Yorker Börse gehandelt wird. Außerdem sollen unprofitable Unternehmensbereiche abgespalten werden, darunter der Pay-TV-Anbieter Digital+. Neuer Chefredakteur von "El País" soll am 4. Mai Antonio Caño (56) werden. Caño, der 1982 zu "El País" kam, ist derzeit Washington-Korrespondent der Zeitung. Zuvor war er Leiter des internationalen Ressorts und stellvertretender Chefredakteur der Sonntagsausgabe. Er folgt auf Javier Moreno (50), der neue Aufgaben im Unternehmen übernehmen soll. Unter anderem soll er neuer Inhalte für Presse, Radio, Fernsehen und im Internet entwickeln.

Inhalte

Ranking - Die 50 größten Medienkonzerne 2015*

  1. Alphabet Inc.
  2. Comcast
  3. The Walt Disney Company
  4. News Corp. Ltd. / 21st Century Fox
  5. AT&T Entertainment Group (DirecTV)
  6. Time Warner Inc.
  7. Viacom Inc./CBS Corp.
  8. Sony Entertainment
  9. Apple Inc.
  10. Altice Group
  11. Bertelsmann SE & Co. KGaA
  12. Cox Enterprises Inc.
  13. Facebook, Inc.
  14. Liberty Media Corp./Liberty Interactive/Starz
  15. Tencent Holdings Ltd.
  16. Dish Network Corporation
  17. Thomson Reuters Corporation
  18. Vivendi S.A.
  19. The Hearst Corporation
  20. Rogers Comm.
  21. Baidu Inc.
  22. Microsoft Corporation
  23. Charter Comm. Inc.
  24. RELX Group
  25. Bloomberg L.P.
  26. Essel Group
  27. Lagardère Media
  28. BBC
  29. ARD
  30. Pearson plc
  31. Netflix
  32. Advance Publications
  33. Amazon.com Inc.
  34. Discovery Communications
  35. iHeart Media
  36. Nielsen Holdings plc
  37. Shanghai Media Group
  38. The Naspers Group
  39. Nippon Hoso Kyokai
  40. Grupo Televisa
  41. S&P Global
  42. Fuji Media Holdings, Inc.
  43. Yahoo! Inc.
  44. Globo Communicação e Participações S.A.
  45. Wolters Kluwer nv
  46. Activision Blizzard Inc.
  47. ITV plc
  48. Electronic Arts
  49. Verizon (AOL)
  50. Nintendo Company Ltd.
  51. Mediaset SpA
  52. Axel Springer SE
  53. ProSiebenSat.1 SE
  54. Phoenix Publishing & Media Group
  55. France Télévisions S.A.
  56. Nippon Television Holdings
  57. IAC/InterActiveCorp.
  58. Time Inc.
  59. Bonnier AB
  60. TEGNA
  61. Quebecor Inc.
  62. Grupo Clarin
  63. Scripps Networks Interactive
  64. Gannett Co. Inc.
  65. Tokyo Broadcasting System Holdings, Inc.
  66. Univision Communications
  67. Daily Mail & General Trust plc
  68. RAI Radiotelevisione Italiana Holding S.p.A.
  69. Bandai Namco Holdings Inc.
  70. Graham Holdings Company
  71. Bauer Media Group
  72. Hubert Burda Media Holding Gmbh & Co.
  73. China Central Television
  74. ZDF
  75. Lionsgate Entertainment Corporation
  76. Bell Media
  77. TF1 S.A.
  78. Twitter
  79. Hunan Broadcasting System
  80. Spotify AB
  81. tronc, Inc.
  82. Modern Times Group
  83. Georg von Holtzbrinck GmbH
  84. Sanoma Group
  85. Schibsted Media Group
  86. Grupo Planeta
  87. Egmont Group
  88. John Wiley & Sons, Inc.
  89. SRG SSR
  90. Asahi Shinbun Company
  91. Tribune Media
  92. Scholastic Corporation
  93. NOS
  94. Meredith Corporation
  95. New York Times Company
  96. Gazprom-Media
  97. Grupo PRISA
  98. China Publishing Group
  99. Ubisoft Entertainment
  100. De Persgroep