43. Fuji Media Holdings, Inc.

Umsatz 2017/18: € 5,130 Mrd.

Überblick

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Fuji Television entstand 1957 und wurde 2008 in Fuji Media Holdings Inc. umbenannt, die wiederum Teil der in Japan Keiretsu genannten „wirtschaftlichen Verbundgruppe“ der Fujisankei Communications Group sind. Die Einzelunternehmen der keiretsu sind rechtlich selbständig. Kern der Fujisankei-Gruppe (wenn auch nur eins von 84 Unternehmen) sind die Fuji Media Holdings mit dem Fuji Television Network und dem 40-prozentigen Anteil an der „Sankei Shimbun", eine der fünf großen landesweiten Zeitungen in Japan.

Basisdaten

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Hauptsitz:
2-4-8 Daiba, Minato-ku
Tokyo 137-8088
Japan
Telefon: 0081 3 3570 8000
Website: www.fujimediahd.co.jp

Branchen: Fernsehsender, TV-Produktion, Film, Zeitungen, Zeitschriften, Buchverlage, Radio
Rechtsform: Aktiengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.04. – 31.03.
Gründungsjahr: 1957 (Fuji Television Network), 2008 (Fuji Media Holdings)

Tab. I: Ökonomische Basisdaten (in Mio. Yen)*
2018/192017/182016/172015/162014/152013/14
Umsatz669.230646.530653.976640.572643.313642.145
Gewinn (Verlust)34.70925.25822.31922.83519.90817.282
Aktienkurs (in Yen, Jahresende)1.513 1.7721.6361.4321.4932.150

*Geschäftsjahr endet jeweils am 31.03. des Folgejahres

Geschäftsführung

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Vorstand:

  • Masaki Miyauchi, Chairman and CEO
  • Osamu Kanemitsu, President and COO
  • Takashi Wagai, Executive Vice President
  • Tsuyoshi Habara, Executive Vice President
  • Kenji Shimizu, Executive Managing Director
  • Hisashi Hieda, Executive Managing Advisor

 

Geschäftsführung:

  • Ryunosuke Endo
  • Ichiro Kishimoto
  • Kazutoshi Matsumura
  • Shinichi Ogawa
  • Takashi Ishihara
  • Osamu Yoshimoto
  • Takehiko Kiyohara
  • Yoshishige Shimatani
  • Akihiro Miki
  • Sumio Fukui
  • Masaru Uchida
  • Kazuo Terasaki


Mitglieder des Prüfungsausschusses und des Aufsichtsrats:

  • Kiyoshi Onoe
  • Hiroshi Seta
  • Yuzaburo Mogi
  • Nobuya Minami
  • Takayasu Okushima

Geschichte

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„Fuji Television“ wurde 1957 als Aktiengesellschaft (japanisch Kabushiki Kaisha, abgekürzt KK) in Tokyo gegründet. Gründungspräsident war Shigeo Mizuno, geschäftsführender Direktor Nobutaka Shikanai (1912-1990). 1964 übergab der ältere Mizuno die Führung des erfolgreich etablierten Fernsehunternehmens an Shikanai. Eine ähnliche Wachablösung gab es 1968 auch bei der Tageszeitung „Sankei Shimbun“, deren Vorsitz Mizuno 1958 vom Zeitungsgründer Hisakichi Maeda übernommen hatte; Maeda war der älteste unter den drei Vätern der 1967 aus einer formlosen Absprache zwischen „Fuji TV“, „Sankei Shimbun“, „Nippon Hoso“ und „Bunka Hoso“ (einem weiteren privaten Hörfunksender) gebildeten „Fuji-Sankei“-Gruppe, Vorläufer der heutigen „wirtschaftlichen Verbundgruppe“ („Keiretsu“) mit Namen „Fujisankei Communications Group“ (FCG).

Diese klassisch-japanischen Konglomerate waren im Zuge der Entflechtungspolitik der US-Besatzungsmacht nach 1945 verboten worden, wurden aber 1997 nach einer Änderung des Kartellgesetzes mit Einschränkungen wieder zugelassen. Fuji TV-Chef Nobutaka Shikanai wurde auch Vorsitzener des Fujisankei-Keiretsu mit seinen dutzenden, wirtschaftlich voneinander unabhängigen Tochterunternehmen, unter denen „Fuji TV“ bis heute das bedeutendste ist.

Der Fernsehsender „Fuji TV“ nahm im März 1959 den Sendebetrieb auf. Anfänglich ein Verbund von vier regionalen Fernsehsendern, wurde das Netz schrittweise auf 28 Sender erweitert, die zusammen fast ganz Japan abdecken und etwa 98 Prozent der Bevölkerung erreichen. Das Fuji-Verbundsystem nennt sich FNS („Fuji Network System“) und unterhält als hauseigene Nachrichtenagentur das „Fuji News Network“ (FNN).

Seit 1982 sendet Fuji TV auch ins Ausland. Zuerst wurde das abendliche Nachrichtenmagazin „Supertime“ nach New York übertragen und dort von der Tochtergesellschaft „Fujisankei Communications International, Inc.“ (FCI) mit englischen Untertiteln versehen. Mittlerweise lizenziert Fuji auch Unterhaltungsprogramme nach Amerika und Europa, seit Mitte 2008 verkauft Fuji TV erfolgreich Sendekonzepte an FOX und BBC. Damit knüpft das Unternehmen an den Vertriebserfolg von Einzelsendungen in asiatische Länder an. Besser als anderen japanischen Sendergruppen gelingt es Fuji TV so, sinkende Werbeeinnahmen zu kompensieren. 1997 zog der Sender in das neue, volldigitalisierte Fernsehzentrum auf einer künstlichen Insel in der Bucht von Tokyo um. Im selben Jahr ging die „Fuji TV KK“ an die Tokioter Börse, auch um den aufwändigen Neubau zu finanzieren.

2008 dann die Umstrukturierung. Nach grünem Licht durch die japanische Regulierungsbehörde wurde die Fuji Media Holding gegründet, die das Fuji Television Network mit anderen Mediensegmenten (Musik, Werbung, Verlage) unter ein Dach brachte. Das Konzernimage ist zwiespältig. Nachrichten und andere „harte“ Informationen werden von Fuji unterhaltsam und leicht verständlich als Infotainment verkauft. Politisch ist „Fuji TV“ gemäßigt konservativ; nur stellenweise vertritt Fuji rechte Positionen. Anders die Zeitung „Sankei Shinbun“, die einen betont national-konservativen Kurs verfolgt. Den japanischen Militarismus der Vergangenheit betrachtet sie als abgeschlossenes Kapitel, das mit den Exzessen westlicher Kolonialmächte zu vergleichen ist, und für das man keine Entschädigung zu zahlen brauche. Zwar erweckt die Zeitung den Eindruck, man spreche für die „schweigende Mehrheit“ der Japaner. Tatsächlich ist die „Sankei Shimbun" die kleinste unter den fünf großen Tageszeitungen.

Wie andere japanische Massenmedien zeigt auch Fuji TV nach wie vor starke Anzeichen von Selbstzensur. Besonders gravierend zeigte sich diese in Japan als jishuku bezeichnete Praxis während der Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011. Während der Großteil der Expertenmeinungen in den unmittelbaren Stunden und Tagen nach dem Vorfall von Vertretern der Atom-Lobby in Radio- und TV-Sendungen geäußert wurden, kam bei Fuji TV der ehemalige Physikprofessor und Atomkraft-Skeptiker Fujita Yuko zu Wort. Als dieser am 11. März korrekt spekulierte, dass die Daiichi Reaktoren kurz vor der Kernschmelze seien, war dies sein letzter Auftritt. Er wurde nie wieder in eine Sendung eingeladen.

Management

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Masaki Miyauchi wurde Mitte 2019 mit 75 Jahren zum Vorsitzenden und CEO der Fuji Media Holdings, Inc. (als Nachfolger von Hisashi Hieda) und President und Representative Director der Tochtergesellschaft Fuji Television Network, Inc. ernannt. Außerdem ist Miyauchi im Vorstand von Fujisankei Communications International, Inc. Zuvor war er Präsident und Representative Director bei BS Fuji, Inc.

Als Präsident/stellvertretender Direktor und COO steht ihm Osamu Kanemitsu zur Seite. Kanemitsu ist außerdem Präsident und stellvertretender Direktor bei „F I Media Kikaku KK“ und Auditor des Satellitendienstes KK. Zudem ist er im Vorstand von Fuji Television Network, Inc., Space Shower Networks, Inc. und Dinos Cecile Co., Ltd.

Geschäftsfelder

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Die Geschäfte der Fuji Media Holdings werden in drei Segmente aufgeteilt:

Mit der „Medien und Inhalte“-Sparte macht Fuji Media über 82 Prozent des Gesamtumsatzes und ist in 15 Tochterunternehmen u.a. in den Bereichen TV (terrestrisch, Satellit, Streaming), Radio, TV- und Filmproduktion, Videospiele, Musik, Werbung, Verlagswesen und Direktmarketing.

Der Geschäftsbereich „Stadtentwicklung, Hotels & Resorts“ umfasst die Entwicklung, Vermietung und Verwaltung von Bürogebäuden, den Betrieb von gewerblichen Einrichtungen und Restaurants sowie den Verkauf und die Vermietung von Wohnungen. Dazu kommt ein Tourismusgeschäft.

Unter „Sonstiges" werden diverse anderes Geschäftsbereiche wie „IT-Systemarchitektur“, „Personalwesen“, Marktforschung und mehr zusammengefasst. Auch der 40-prozentige Anteil an Sankei Shimbun muss an dieser Stelle erwähnt werden. Die konservative Sankei Shimbun (übersetzt etwa „Industrie- und Wirtschaftszeitung“): Eine der fünf großen japanischen Traditionszeitungen (neben Sankei Shimbun gehören dazu Asahi Shimbun, Mainichi Shimbun, Yomiuri Shimbun und Nikkei Shimbun).

Weiterführende Literatur

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  • David McNeill, Japan's Contemporary Media. In Jeff Kingston (ed.) Critical Issues in Contemporary Japan. New York: Routledge, 2014, 64-77.
  • Ian Buruma, Expect to Be Lied to in Japan. New York Review of Books, November 8, 2012 Issue.

Inhalte

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

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mediadb.eu wird gefördert von der Bundeszentrale für Politische Bildung

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und der Stadt Köln.