91. Essel Group

Umsatz 2016: € 1,501 Mrd.

Überblick

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Die Essel Group mit Sitz in Mumbai ist der größte Medienkonzern Indiens.  Zu dem vom Unternehmer Subhash Chandra geleiteten Konglomerat zählen neben Verpackungs-, Metallförderung- und Bildungsunternehmen auch eine Reihe von TV-Sendern, Zeitungen, Kabelkonzernen, Games Publishern und Sport-Franchises. Für die Einordnung in das Ranking wurden die Umsätze der Essel-Tochterfirmen Dish TV, SITI Cable Network Ltd., Zee Entertainment und ZEE Media Corporation Ltd. berücksichtigt.

Basisdaten

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Hauptsitz:
18th Floor, A - Wing, Marathon Futurex,
N. M. Joshi Marg, Lower Parel,
Mumbai - 400013, India
Tel.: +91 22 7106 1234
E-mail: feedback(at)esselgroup.com
www.esselgroup.com

Branche: TV, Zeitungen, Telekommunikation, Games
Rechtsform: Holding
Geschäftsjahr: 01.04. - 31.03.
Gründungsjahr: 1926

Umsatz Dish TV India 2016: 450 Mio. USD
Umsatz Siti Networks 2016: 170 Mio. USD
Umsatz Zee Media 2016: 82 Mio. USD
Umsatz Zee Entertainment 2016: 960 Mio. USD
Quelle: Nikkei Asia

Geschäftsführung

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Management:

  • Dr. Subhash Chandra, Chairman, Essel Group
  • Jawahar Goel, Managing Director, Dish TV
  • V.D. Wadhwa, Executive Director & CEO, SITI
  • Punit Goenka, Managing Director & CEO, ZEE Entertainment

Geschichte und Profil

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Subhash Chandra wurde 1950 als eines von elf Kindern in Adampur Mandi im ehemaligen Punjab geboren, dem heutigen indischen Bundesstaat Haryana. Chandras Familie, insbesondere Großvater Jagannath Goenka, hatte seit 1926 ein kleines Vermögen im Getreide- und Baumwollhandel sowie mit diversen Lagerhäusern angehäuft. Doch in den 1960er Jahren ging das Familienunternehmen pleite und Chandra musste seine Universitätskarriere vorzeitig beenden, weil er die Studiengebühren nicht mehr bezahlen konnte.

Stattdessen erbte er ein insolventes und mit Schulden beladenes Unternehmen. Die Subhash Chandra Laxmi Narain-Gruppe  (1976 in Essel Group umbenannt) erlebte jedoch schnell wieder einen Aufschwung, da Chandra Kontakte zum Leiter der Food Corporation of India knüpfen konnte, für die er erfolgreich begann, Getreide in riesigen Zelten zu lagern. Die Essel-Gruppe wurde in der Folge zu Indiens größten Verpackungsspezialisten - so brachte er nach einem Besuch einer Fachmesse in Deutschland Anfang der 1980er Jahre als erster Plastiktuben für Zahnpasta nach Indien. Bis heute ist das Verpackungsgeschäft eines der Eckpfeiler der Essel Group.

Doch Chandra strebte nach Größerem und wollte in den 1980er Jahren, als Premierministerin Indira Ghandi mit ihrer Operation Forward-Initiative wirtschaftliche Reformen einleitete, in den Medien- und Unterhaltungssektor expandieren. Seine gigantischen Cash-Reserven aus dem Getreidehandel investierte er zunächst in in einen Vergnügungspark, Essel World. Doch Besucherzahlen waren bescheiden und Chandra realisierte, dass die Mehrheit der aufstrebenden indischen Mittelklasse noch nicht mobil genug war, um seinen Park zu besuchen. Chandra musste die Unterhaltung in die Dörfer und Häuser der Menschen bringen. So spielte er mit dem Gedanken eine Flotte von Mini-Vans mit mobilen Kinos auszustatten, um sie von Dorf zu Dorf touren zu lassen. Doch schnell kam er zu der Erkenntnis, dass es einen effektiveren Weg gab, Millionen von Haushalten zu erreichen: Satelliten-TV.

Bis Anfang der 1990er Jahre war der TV-Sektor ausschließlich dem Staatsrundfunk Doordashan vorbehalten. Nur ausländischen Playern wie CNN wurde es erlaubt in Indien zu senden. Doch Chandra schielte nach Hongkong, wo der Unternehmer Li Ka Shing es geschafft hatte, einen äußerst lukrativen Satelliten-TV-Sender zu gründen. Nach monatelangen zähen Verhandlungen war Shing schließlich bereit, Chandra den Transponder seines STAR (Satellite Television of Asia Region)-Konzerns für die damalige astronomische Summe von umgerechnet fünf Millionen US-Dollar zu vermieten. Gegen den Widerstand des starken Staats-TV gelang es ihm schließlich seinen Sender Zee TV von Hongkong aus nach Indien auszustrahlen. Eigene Produktionsfirmen stellten für ZEE billig hergestellte Seifenopern und Musikshows her und bald war das TV-Monopol von Doordashan ein für alle mal gebrochen.

Doch 1993 drohte Ungemach als Rupert Murdoch Mehrheitseigner von STAR wurde. Murdoch war zunächst an STAR interessiert, um auf dem chinesischen Markt Fuß zu fassen. Doch schnell wurde er auf die rund 12 Millionen ZEE-Haushalte aufmerksam und entwickelte ein Interesse am indischen Markt. Murdoch drohte die STAR-Übertragungen von ZEE zu beenden, sollte er nicht an den Gewinnen beteiligt werden. Chandra wurde so gezwungen 49 Prozent seines Anteils an Murdoch zu verkaufen und ihn in Form von Joint Ventures an seinem Imperium teilhaben zu lassen, das mittlerweile auch das Kabelunternehmen SITI umfasste. In den folgenden Jahren entwickelte sich ein Kleinkrieg zwischen Chandra und Murdoch um die Kontrolle von ZEE. Zunächst machte Murdoch ein Übernahmeangebot in Höhe von zwei Milliarden Dollar. 1998 nach zahlreichen Gerichtsprozessen zog sich Murdoch schließlich zurück und verkaufte Chandra seine Anteile für 180 Millionen Dollar zurück.

Management

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Subhash Chandra ist heute mit einem Vermögen von umgerechnet 6,3 Milliarden Dollar einer der reichsten Inder und bekanntester Medienmogul des Landes. Er hat es aus einfachen Verhältnissen vom Getreidehändler zum Chef eines TV- und Medienkonglomerats geschafft, dass mittlerweile knapp 700 Millionen Zuschauer in 169 Ländern erreicht. Chandra ist bestens im politischen Establishment vernetzt; seine Anfang 2016 veröffentlichte Autobiographie wurde offiziell von Premierminister Narendra Modi vorgestellt. In seiner eigenen TV-Show auf seinem Nachrichtensender ZEE News addressiert er regelmäßig die indische Öffentlichkeit und gibt Studenten Motivations- und Karrieretipps.

Kritiker sehen in Chandra, der ideologisch der rechten BJP und ihrem paramilitärischem RSS-Arm nahesteht, jedoch einen rücksichtslosen Magnaten, der seine Medienmacht für politische Zwecke missbraucht. So bekam Chandras Image Risse als er 2013  von der Polizei vorgeladen wurde und zu seiner Rolle in der ZEE-Berichterstattung über die Stahlfirma JSPL befragt wurde, die vom Kongressabgeordneten Naveen Jindal kontrolliert wird. Zwei Redakteuren wurde vorgeworfen, Jindal erpresst und ihm angedroht zu haben, negative Berichterstattung von JSPL auszustrahlen sollte er sich weigern einen hohen Geldbetrag zu zahlen. Es konnte jedoch nicht nachgewiesen werden, ob Chandra in den Skandal involviert war.

Geschäftsbereiche

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DishTV ist der größte DTH (Direct to Home)-Anbieter in Asien und überträgt mehr als 500 (HD-)Kanäle an insgesamt rund 14 Millionen Haushalte. ZITI (ehemals Wire and Wireless India) ist das Kabelunternehmen im Portfolio der Essel Group mit mehr als 10 Millionen Kunden.

Zee Entertainment ist die größte TV-Gruppe in Südasien und hat mittlerweile Ableger in Großbritannien, den USA (wo unter anderem der Gesundheits- und Lifestyle-Kanal Z-Living gelauncht wurde). Zum Zee Media gehören zehn Nachrichtensender die in sechs verschiedenen Sprachen täglich knapp 120 Millionen Menschen erreichen. Zudem kontrolliet die Essel Group die englischsprachige Tageszeitung dna, das Webportal India.com. und die Online-Lottery playwin.

Inhalte

Ranking - Die 50 größten Medienkonzerne 2015*

  1. Alphabet Inc.
  2. Comcast
  3. The Walt Disney Company
  4. News Corp. Ltd. / 21st Century Fox
  5. AT&T Entertainment Group (DirecTV)
  6. Time Warner Inc.
  7. Viacom Inc./CBS Corp.
  8. Sony Entertainment
  9. Apple Inc.
  10. Altice Group
  11. Bertelsmann SE & Co. KGaA
  12. Cox Enterprises Inc.
  13. Facebook, Inc.
  14. Liberty Media Corp./Liberty Interactive/Starz
  15. Tencent Holdings Ltd.
  16. Dish Network Corporation
  17. Thomson Reuters Corporation
  18. Vivendi S.A.
  19. The Hearst Corporation
  20. Rogers Comm.
  21. Baidu Inc.
  22. Microsoft Corporation
  23. Charter Comm. Inc.
  24. RELX Group
  25. Bloomberg L.P.
  26. Lagardère Media
  27. BBC
  28. ARD
  29. Pearson plc
  30. Netflix
  31. Advance Publications
  32. Amazon.com Inc.
  33. Discovery Communications
  34. iHeart Media
  35. Nielsen Holdings plc
  36. Shanghai Media Group
  37. The Naspers Group
  38. Nippon Hoso Kyokai
  39. Grupo Televisa
  40. S&P Global
  41. Fuji Media Holdings, Inc.
  42. Yahoo! Inc.
  43. Globo Communicação e Participações S.A.
  44. Wolters Kluwer nv
  45. Activision Blizzard Inc.
  46. ITV plc
  47. Electronic Arts
  48. Verizon (AOL)
  49. Nintendo Company Ltd.
  50. Mediaset SpA
  51. Axel Springer SE
  52. ProSiebenSat.1 SE
  53. Phoenix Publishing & Media Group
  54. France Télévisions S.A.
  55. Nippon Television Holdings
  56. IAC/InterActiveCorp.
  57. Time Inc.
  58. Bonnier AB
  59. TEGNA
  60. Quebecor Inc.
  61. Grupo Clarin
  62. Scripps Networks Interactive
  63. Gannett Co. Inc.
  64. Tokyo Broadcasting System Holdings, Inc.
  65. Univision Communications
  66. Daily Mail & General Trust plc
  67. RAI Radiotelevisione Italiana Holding S.p.A.
  68. Bandai Namco Holdings Inc.
  69. Graham Holdings Company
  70. Bauer Media Group
  71. Hubert Burda Media Holding Gmbh & Co.
  72. China Central Television
  73. ZDF
  74. Lionsgate Entertainment Corporation
  75. Bell Media
  76. TF1 S.A.
  77. Twitter
  78. Hunan Broadcasting System
  79. Spotify AB
  80. tronc, Inc.
  81. Modern Times Group
  82. Georg von Holtzbrinck GmbH
  83. Sanoma Group
  84. Schibsted Media Group
  85. Grupo Planeta
  86. Egmont Group
  87. John Wiley & Sons, Inc.
  88. SRG SSR
  89. Asahi Shinbun Company
  90. Tribune Media
  91. Essel Group
  92. Scholastic Corporation
  93. NOS
  94. Meredith Corporation
  95. New York Times Company
  96. Gazprom-Media
  97. Grupo PRISA
  98. China Publishing Group
  99. Ubisoft Entertainment
  100. De Persgroep